Fahrgastpreise 2010

Engagement für die Fahrgäste belohnt

Die Fahrgastpreise gingen an:
  • Rheinland-Pfalz-Takt
  • Werner Schreiner
  • Saarbahn und Stadt Riegelsberg
  • Aktion "sicher unterwegs" und der Präventionszug
  • Verein Brexbachtalbahn e.V.

Träger des PRO BAHN Fahrgastpreises 2010 (Foto: Wiegner, PRO BAHN)

Bericht aus der PRO BAHN Zeitung der Fahrgast 02/2010

Anlässlich des Bundesverbandstages 2010 in Neustadt an der Weinstraße hat der PRO BAHN-Bundesverband wieder besondere Leistungen im Bereich des öffentlichen Verkehrs mit dem Fahrgastpreis ausgezeichnet. Besonders wichtig war bei der Vergabe, den persönlichen Einsatz der Preisträger zu würdigen. Die Spannweite reicht von der Politik eines ganzen Bundeslandes bis zur Initiative von Bürgern für die Reaktivierung einer Schienenstrecke.
  • Rheinland-Pfalz-Takt: vorbildlich und kundengerecht

    Das Land Rheinland-Pfalz wurde für den "Rheinland-Pfalz-Takt" ausgezeichnet. Hier haben Minister und Staatssekretäre in langjähriger Kontinuität ein beachtliches Gesamtkonzept entwickelt und umgesetzt. PRO BAHN bescheinigt dem Land Rheinland-Pfalz damit, dass der Rheinland-Pfalz-Takt als "vorbildlich und kundengerecht" bewertet wird. Seit Mitte der 90er-Jahre wird der Rheinland- Pfalz-Takt im Schienenverkehr des Landes als Markenartikel erfolgreich beworben. Verkehrsstaatssekretär Alexander Schweitzer nahm den Preis entgegen. "Der Fahrgastpreis wird uns Ansporn dazu sein, in den Bemühungen um einen fahrgastfreundlichen, zukunftsträchtigen Nahverkehr mit unverminderter Energie fortzufahren", sagte Schweitzer und erläuterte die Planungen für 2015, nach denen ein durchgehender Regionalexpress von Koblenz über Trier und Saarbrücken bis Mannheim das ganze Land erschließen soll, und die konkreten Planungen, mehrere Bahnlinien, unter anderem in den Hunsrück zum Flughafen Hahn, wieder in Betrieb zu nehmen. "Gute Verkehrspolitik bedeutet auch in Zukunft gute Infrastrukturpolitik", stellte der Staatssekretär klar. "Denn die neuen Fahrzeuggenerationen benötigen ebenfalls leistungsfähige Verkehrsnetze. Gleichzeitig gilt es, die öffentlichen Verkehrsangebote mit dem Schienenpersonennahverkehr als Rückgrat weiter als Alternative zur Pkw-Nutzung zu entwickeln."

    Link zur Pressemeldung des Ministeriums
    Link zur Pressemeldung des Rheinland-Pfalz-Taktes

  • Werner Schreiner und sein Lebenswerk

    Werner Schreiner, Geschäftsführer der Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN GmbH), wurde für sein langjähriges persönliches Engagement ausgezeichnet. Es setzte bereits lange vor der Regionalisierung des Schienenpersonennahverkehrs ein, als er von Neustadt an der Weinstraße aus begann, sich für die Verbesserung des Schienenverkehrs entlang der Weinstraße zu engagieren und für die Beseitigung unsinniger Konkurrenz zwischen Bahn und Bahnbus einzutreten. Aus diesen Anfängen sammelte Schreiner Fachwissen, das er bei der Entwicklung des Rheinland-Pfalz-Takts und des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar mit Erfolg einsetzte. Schreiners unermüdliches Engagement richtet sich immer wieder auch auf die Gestaltung von Details und fordert in Verhandlungen mit drei Bundesländern und unzähligen kommunalen Entscheidungsträgern zum Mithandeln heraus. Auch soll sein Einsatz für den noch laufenden Ausbau der S-Bahn Rhein-Neckar durch die Auszeichnung besonders gewürdigt werden.

    Link zur Pressemeldung des MVV

  • Kommunales Engagement in Riegelsberg

    Für das "Engagement um die Verlängerung der Saarbahn in Riegelsberg" hat die Saarbahn GmbH zusammen mit der Gemeinde Riegelsberg den Fahrgastpreis 2010 erhalten. Der Bundesvorsitzende Karl-Peter Naumann überreichte Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Reuter und dem Riegelsberger Bürgermeister Klaus Häusle den Preis. "Der diesjährige Fahrgastpreis ist auch ein Preis für die hinter den Projekten stehenden Persönlichkeiten, die dranbleiben müssen und trotz manchmal schwieriger Situationen nicht aufgeben", so der Bundesvorsitzende. "Insofern nehmen wir diesen Preis", so Norbert Reuter, Geschäftsführer der Saarbahn, "auch stellvertretend für das Bundesverkehrsministerium sowie für das saarländische Verkehrsministerium entgegen, welche den Ausbau zu 60 bzw. 30 Prozent gefördert haben. Ohne die verantwortlichen Personen in diesen Ministerien war und ist der weitere Ausbau nicht möglich." Reuter sprach in diesem Zusammenhang auch die für die Saarbahn verbleibenden Kosten des Ausbaus an: "Nach Inbetriebnahme der Gesamtstrecke bis Lebach im Jahr 2013 wird das Gesamtprojekt rund 400 Mio. Euro gekostet haben, davon wurden dann rund 100 Mio. Euro von unserem Unternehmen getragen - ein Betrag, der die Saarbahn und insbesondere deren Gesellschafter, den VVSKonzern, an die Grenzen der Leistungsfähigkeit bringt. Es ist deshalb außerordentlich wichtig, dass auch für die Zukunft geeignete finanzielle Möglichkeiten gefunden werden, um die geschaffene Infrastruktur zu erhalten und insbesondere auch die Fahrzeugersatzbeschaffung im Bahnbereich zu ermöglichen." Reuter bedankte sich herzlichst für den erhaltenen Fahrgastpreis, der für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Saarbahn auch Ansporn sein werde, den weiteren Ausbau zügig voranzutreiben.

    Link zur Pressemeldung der Saarbahn

  • Aktion 'Sicher unterwegs' und Präventionszug

    Die von der Gewerkschaft Transnet und der Verkehrsgewerkschaft GDBA gestartete Aktion 'Sicher unterwegs' wurde als überregionale Initiative von PRO BAHN ausgezeichnet. Dazu erklären GDBA-Vize Peter Tröge und TRANSNET-Vorstand Reiner Bieck: "Diese Auszeichnung nehmen wir mit großer Freude entgegen. Sie zeigt, dass wir mit unserer Aktion 'Sicher unterwegs' nicht nur den Nerv unserer Kolleginnen und Kollegen treffen, sondern auch die Fahrgäste buchstäblich mit im Boot haben. Und das ist wichtig."

    Mit 'Sicher unterwegs' haben die Gewerkschafter darauf aufmerksam gemacht, dass die Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln verbessert werden muss, und zwar nicht mit dem einseitigen Einsatz von Technik, sondern vor allem mit Personal. Eine Videokamera könne Täter später überführen, helfen könne sie im Ernstfall nicht. Vor allem die Politik sei gefordert. Sie müsse aufhören, nur von mehr Sicherheit zu reden, sondern endlich handeln. Wenn die Länder ihre Regionalverkehre ausschreiben, müsse eine verbindliche Zahl an Zugbegleitern und Sicherheitskräften in den Zügen festgeschrieben werden - auch wenn das Geld koste. Das meinen im Übrigen auch die Reisenden. 2009 haben wir bundesweit über 3.000 Kunden befragt. Gut 80 Prozent verlangen mehr staatliche finanzielle Unterstützung für die Sicherheit, ein noch größerer Teil fordert eine höhere Präsenz von Personal in Bussen, Zügen und auf Bahnhöfen.

    In Zusammenarbeit mit den Schweizer Bundesbahnen hat die Deutsche Bahn einen Ausstellungszug gestaltet, der vor allem für Jugendliche gedacht ist und die sichere Bahn zum Thema hat. Hier wird über bahntypische Gefahren aufgeklärt, beispielsweise über Bremsverhalten von Fahrzeugen und Hochspannung in Oberleitungen, aber auch das Thema Gewalt und Vandalismus behandelt. Der Fahrgastpreis wurde von DB-Vorstandsmitglied Gerd Becht, Prof. Gerd Neubeck (Leiter Konzernsicherheit) und Projektleiter Manfred Renner entgegen genommen.

    Link zur Pressemeldung der Transnet
    Link zur Pressemeldung der GdBA
    Webseite der DB
    Webseite der Bundespolizei

  • Verein Brexbachtalbahn e.V.

    Auch der Verein Brexbachtalbahn wurde für seine Arbeit mit dem Fahrgastpreis 2010 ausgezeichnet. Der Verein tritt nicht nur für die Reaktivierung der Brexbachtalbahn für den Ausflugsverkehr ein, sondern ist als Streckenbetreiber aktiv. Der erste Abschnitt Siershahn-Grenzau der Strecke zwischen Siershahn und Neuwied ist bereits wieder betriebsfähig: Nach anfänglichem Widerstand entlang der Strecke hat der Verein jetzt aktive Unterstützung bei den Anliegerkommunen gefunden. Der landschaftlich besonders reizvolle Abschnitt im unteren Brexbachtal mit mehreren Brücken und Tunneln wird ohne öffentliche Mittel nicht in Betrieb gehen können, aber der Verein sieht dafür jetzt gute Chancen.

    Homepage des Vereins zur Reaktivierung der Brexbachtalbahn

Fahrgastpreise 2009