Aktuelles aus Bayern

09-Dez-22 ÖPNV-Strategie Bayern 2030
Bayerns Verkehrsminister Bernreiter hat eine bayerische ÖPNV-Strategie für die Jahre bis 2030 vorgelegt. Ziel ist es, die Fahrgastzahlen im ÖPNV gegenüber 2019 bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. Wie man das erreichen will, bleibt unklar. Zu Streckenreaktivierungen im SPNV will man nicht nur ökonomische Vorbehalte prüfen (man beharrt auf dem berüchtigten Kriterium "1000 Personenkilometer pro Streckenkilometer"), sondern auch ökologische. Spürbare Steigerungen bei den Fahrgastzahlen in Bayern sind schon deshalb schwierig, weil wegen des Desasters rund um die zweite Stammstrecke im Raum München jahrelanger Stillstand zu befürchten ist. Wie man "jede achte Autofahrt" ersetzen will, während gleichzeitig (u.a. im schon stark geschädigten Raum München) Autobahnen ausgebaut werden, und das Ministerium gerne Geld für Straßenbauförderung verteilt, bleibt unklar. Die SZ nennt das Ganze eine "Wunschliste". Als Vergleich bietet sich auch die schon länger vorliegende ÖPNV-Strategie 2030 für Baden-Württemberg an.  [el]
 
09-Dez-22 ÖPNV-Planungen für München-Freiham korrigieren
Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert in einer Pressemitteilung die Politik der Stadt München in Bezug auf den ÖPNV-Anschluss des neuen Stadtteils Freiham. Statt eine Trambahnlinie einzurichten, setzt man auf einen U-Bahn-Anschluss, der aber erst viel zu spät realisiert werden kann. Statt eine U-Bahn erst dann zu bauen, wenn klar ist, ob es Fördermittel des Bundes gibt, lässt man sich auf ein finanzielles Abenteuer ein. Weil die Priorität auf der Erschließung für Autos liegt, soll unbedingt ein weiterer Autobahnanschluss gebaut werden, der zu einem vorzeitigen Stadtratsbeschluss zur Finanzierung eines Vorhaltebauwerks für die U-Bahn zwingt. Das gesamte Vorgehen wirkt verkorkst, die Planung erinnert an die Grundsätze der autogerechten Stadt aus den 1960er-Jahren. Die sich daraus ergebenen Finanzrisiken bergen angesichts der angespannten Situation viel Potenzial dafür, dass am Ende das Geld bei wichtigeren ÖPNV-Projekten und in anderen Stadtteilen wieder eingespart werden muss – Verzögerungen, die wir uns eigentlich nicht leisten können, sind vorprogrammiert. In der Pressmitteilung macht PRO BAHN Vorschläge für ein besseres und nachhaltigeres Vorgehen.  [el]
 
08-Dez-22 Bayerischer Eisenbahnpreis für Dr. Matthias Wiegner
2020 verstarb viel zu früh der stellvertretende Landesvorsitzender von PRO BAHN Bayern, Dr. Matthias Wiegner. Als Anerkennung der von ihm seit 1990 als Vorsitzender des Landesverbands initierten kritischen aber konstruktiven Verbandsarbeit wurde er nun posthum mit dem Bayerischen Eisenbahnpreis ausgezeichnet. Der Preis wurde von Wiegners langjähriger Lebensgefährtin und Ehefrau Dr. Renate Forkel und dem jetzigen Landesvorsitzenden Dr. Lukas Iffländer beim Bayerischen Eisenbahnempfang in Nürnberg entgegengenommen. Matthias Wiegner sei seinen Vorstandskollegen und darüber hinaus Freund und Vorbild gewesen, so Iffländer. Im Bereich Qualität im Bahnverkehr ging der Bayerische Eisenbahnpreis in diesem Jahr an die Bayerische Regionalbahn, die in ihrem Oberlandnetz bayernweit die größte Qualitätsverbesserung während der letzten fünf Jahre erzielte. Einen Sonderpreis erhielten die Bahnhofsmission München und das Bahnhofsmanagement München für ihr außerordentliches Engagement bei der Betreuung von Flüchtlingen aus der Ukraine.  [el]
 
03-Dez-22 PRO BAHN Oberbayern - Treffen verschoben
Der nächsten Mittwoch eigentlich stattfindende PRO BAHN Treff Oberbayern wurde um eine Woche auf den 14.12.2022 verschoben. Grund ist, dass Verkehrsminister Bernreiter für den 7.12. zum Bayerischen Eisenbahnempfang nach Nürnberg eingeladen hat, wo auch PRO BAHN vertreten sein wird. Nebenbei bemerkt ist dies ein geschichtsträchtiges Datum – erste Fahrt einer Eisenbahn in Deutschland zwischen Nürnberg und Fürth. Der PRO BAHN Treff am Mittwoch, dem 14. Dezember, ab 19 Uhr, findet sowohl in der Münchner Geschäftsstelle als auch online statt. Neue bzw. nicht regelmäßige Teilnehmer bitte die Zugangsdaten per E-Mail nachfragen. Auch der erste PRO BAHN Treff Region München im Januar wird wegen des Feiertags eine Woche später stattfinden (alle Termine für Bayern).  [el]
 
30-Nov-22 München - wie geht es weiter mit Bus und Bahn?
In einer Pressemitteilung lobt der Fahrgastverband PRO BAHN die heutigen ÖPNV-Beschlüsse des Münchner Stadtrats. Zunächst haben die Stadträte zugestimmt, das Projekt der neuen U-Bahn-Linie U9 weiterzuverfolgen, und das im Zuge des Baus der zweiten S-Bahn-Stammstrecke notwendige Kreuzungsbauwerk am Hauptbahnhof vorzufinanzieren. Außerdem wurden Kürzungen im Leistungsprogramm der Münchner Verkehrsgesellschaft vermieden. PRO BAHN München will aber nicht nur, dass Kürzungen vermieden werden, sondern hält die Ausweitung des Bus- und Bahnangebots für notwendig, wenn man das Ziel einer Verkehrswende nicht aus den Augen verlieren will. Das seit den 1990er-Jahren im Münchner ÖPNV angewandte Finanzierungsmodell hält PRO BAHN für ungeeignet, den Herausforderungen von Klimawandel und Stadtentwicklung zu begegnen. Gerade die derzeitige Krisenlage zeigt, dass eine stärkere Robustheit nötig ist – Oberbürgermeister Reiter hatte klargemacht, dass er nicht alle paar Monate Kürzungspläne und deren Korrektur diskutieren möchte.  [el]
 
29-Nov-22 PRO BAHN Post 12-2022
Die PRO BAHN Post für Dezember 2022 ist soeben erschienen. Das Heft enthält wieder Lesenswertes aus Oberbayern, aber nicht nur für Oberbayern. Es wird thematisiert, wo es im Bereich Tickets und Vertrieb zu Änderungen kommt, die Fahrgäste nicht begrüßen werden. Zwei Hauptthemen sind der unzureichende Fortschritt beim Bahnausbau in der Region München und die Überlastung des Münchner Hauptbahnhofs. Außerdem geht es um den Ideenzug der Südostbayernbahn, und es werden zwei Bücher und eine Zeitschrift vorgestellt, die sich sicher auch als Weihnachtsgeschenke eignen. Und wer sich selber und anderen Fahrgästen ein Geschenk machen möchte, für den haben wir auch noch einen Tipp.  [el]
 
24-Nov-22 München - letzter Stammtisch vor Weihnachten
Am letzten Mittwoch im Monat gibt es als fixen Termin den Münchner Stammtisch von PRO BAHN Oberbayern. Am 30. November ist nun der letzte Stammtisch vor Weihnachten, was vielleicht Anlass ist, auf ein bewegtes Jahr zurückzublicken: Dauerthema S-Bahn, eine etwas verunglückte Automobilausstellung, Diskussion über 9- und 49-Euro-Tickets, MVV-Jubiläum, Trambahnpläne für die Leopoldstraße, bis hin zum Desaster Werdenfelsbahn, u.v.m. Vielleicht finden auch einige Mitglieder und Gäste, die sonst nicht oder selten zum Stammtisch kommen, den Weg zu uns. Wir treffen uns ab 19 Uhr in der Gaststätte "Klinglwirt" in München-Haidhausen (Balanstraße 16, Nähe S-Bahn-Station Rosenheimer Platz). Egal, ob Mitglied bei PRO BAHN oder nicht – zur Diskussion über Themen rund um Bus und Bahn oder einfach nur zum gemütlichen Zusammensein darf kommen, wer Interesse hat. Anregungen für Diskussionen gibt es z.B. in der PRO BAHN Post (nächste Woche neu) oder in Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Mastodon, Instagram. Zum Frustabbau einfach mal über Bahn, Bus oder die Verkehrspolitik zu lästern, ist ausnahmsweise auch erlaubt.  [el]
 
23-Nov-22 Baustellen bei Münchner Tram und U-Bahn
Die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG hat heute eine Jahresvorschau für Bauarbeiten bei Tram und U-Bahn für 2023 vorgestellt. So ist die Tram 25 etwa vier Monate zwischen Ostfriedhof und Max-Weber-Platz gesperrt. Der Bau einer Gleiskurve zwischen Belgrad- und Parzivalstraße führt zu zweieinhalb Monaten Sperrung vom Kurfürstenplatz zum Scheidplatz. Für zwei Monate fahren die Linien 27 und 28 wegen weiterer Arbeiten gar nicht. Die Tram 23 nach Schwabing Nord wird für dreieinhalb Monate eingestellt. Das Ende der seit Jahren bestehenden Sperrung der Ludwigsbrücke und der Inneren Wiener Straße ist jetzt für Oktober 2024 prognostiziert (ursprünglich hatte man mit 12 bis 18 Monaten Bauzeit gerechnet). Mit dem Auto kann man die Brücke befahren, während ÖPNV oft als Privileg auf Widerruf betrachtet wird.  [el]
 
22-Nov-22 ÖPNV-Kürzungen in München sollen vermieden werden
Eine Vorlage des Mobilitätsreferats und des Wirtschaftsreferats für den Münchner Stadtrat enthält die im Frühjahr von der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG vorgeschlagenen Kürzungen für das ÖPNV-Leistungsprogramm 2023 (Merkur, Abendzeitung). Die Angebotsreduzierungen, die "merkliche Einschnitte im ÖPNV und für die Münchner Bevölkerung" bedeuten würden, können nur durch eine Aufstockung der städtischen Finanzierung vermieden werden. Die Koalitionsparteien Grüne und SPD wollen die Kürzungen vermeiden, die Finanzierung scheint aber noch unsicher, Beschlüsse wurden bisher verschoben. Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert die Vorlage der Referate, lobt aber gleichzeitig den politischen Willen zur noch nicht erfolgten Einigung. Bereits im April hatte PRO BAHN eine ausführliche Stellungsnahme zu den Kürzungsplänen der MVG abgegeben. In Zukunft wäre es sicher hilfreich, Finanzierungsfragen frühzeitiger zu klären, und aus der Zeit gefallene Kürzungsdiskussionen zu vermeiden.  [el]
 
16-Nov-22 Öffentlichkeitsbeteiligung München
Im Rahmen des Projekts "Innenstadt weiterdenken" können noch bis Freitag Vorschläge für die Weiterentwicklung der Münchner Innenstadt eingereicht werden. Explizit sind auch Themen rund um Bus und Bahn aus Sicht von Menschen erwünscht, die in München leben oder München besuchen. Bekanntlich wurden ja z.B. die Buslinien im Innenstadtbereich zurückgedrängt, und die Entfernung zu Haltestellen größer. Ein weiteres Beteiligungsverfahren beschäftigt sich mit dem Neubau eines Tram-Betriebshof an der Ständlerstraße. Hierzu liegen ab 21. November Pläne aus und am 7. Dezember gibt es (online) eine Erörterungsveranstaltung. Infos im Internet auf den Webseiten der Stadt, des Mobilitätsreferats und bei der MVG.  [el]