(Aktuelle) Meldungen zum öffentlichen Verkehr

18-Mai-20 Mehr statt weniger Bahnpersonal
Der Fahrgastverband PRO BAHN hält überhaupt nichts von der Idee des Bundesverkehrsministers, ausgerechnet beim Eisenbahnpersonal zu sparen. Personalabbau im Bahnbereich widerspreche allen Erkenntnissen der jüngeren Vergangenheit. PRO BAHN sieht die Gefahr, dass vermehrt Zugausfälle und nicht besetzte Stellwerke drohen, und weist darauf hin, dass zur Umsetzung des vom Verkehrsministerium geplanten "Masterplans Schienenverkehr" mehr und nicht weniger Personal notwendig wird.  [el]
 
17-Mai-20 Saisonverkehr Mecklenburgische Südbahn
Letztes Jahr gab es viel Trubel um die Mecklenburgische Südbahn. Im November kam dann die positive Nachricht zum bestellten Saisonverkehr. Coronabedingt hat sich der Start verzögert, aber am kommenden Donnerstag geht es los: Die ODEG bedient den Abschnitt Parchim – Karow – Plau im Rahmen der neuen RB19; die Hanseatische Eisenbahn verlängert ihre RB15 von Waren über Malchow hinaus nach Karow. Es verkehren jeweils wochenends und feiertags drei Zugpaare sowie ein Zugpaar der RB19 am Freitagabend. Der Eröffnungszug der ODEG startet bereits am Mittwoch um 18:41 Uhr in Parchim. In den Vorjahren war mit Unterstützung von PRO BAHN ein kommunal und ehrenamtlich organisierter Saisonverkehr angeboten worden.  [el]
 
16-Mai-20 Containerterminal Pfullendorf
Mit viel Engagement vor Ort ist es gelungen, das Containerterminal Pfullendorf wieder ans Bahnnetz anzuschließen. Pfullendorf liegt an der sogenannten Räuberbahn, deren östlicher Abschnitt durch Verpachtung an Anliegerkommunen vor der Zerstörung gerettet wurde, und wo seit gut zehn Jahren auch wieder Bahnverkehr stattfindet. Pachtvertrag, Reaktivierung im Personen- und Güterverkehr und nun der Anschluss der Verladeanlage sind ein hervorragendes Beispiel dafür, dass regionale Initiativen im Schienenverkehr etwas ausrichten können. Die Randbedingungen dafür sind in Baden-Württemberg sicherlich etwas besser als beispielsweise in Bayern.  [el]
 
15-Mai-20 Schienenpersonenfernverkehr in die Nordseeregion Wilhelmshaven/Friesland/Wittmund
Im ersten und zweiten Gutachterentwurf zum Deutschland-Takt ist für die Nordseeregion Wilhelmshaven/Friesland/Wittmund kein Schienenpersonenfernverkehr vorgesehen. Die zentralen Forderungen der Region wie auch des PRO BAHN-Regionalverbandes Ems-Jade sind jedoch die direkte Anbindung an Fernverkehrszüge sowie eine Reduzierung der Umsteigevorgänge zum Erreichen der Region und der Küste. Dieser Forderung hat sich nun das Land Niedersachsen angeschlossen und fordert ebenfalls für einen dritten Gutachterentwurf die entsprechende Berücksichtigung. Der niedersächsische Verkehrsminister, Dr. Bernd Althusmann hast daher kürzlich dem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer per Brief gebeten, die Verbesserung der Fernverkehrsanbindung der Nordseeküste auf der Schiene im Bereich der ostfriesischen Inseln und der ostfriesischen Halbinsel bei den Planungen im Rahmen des Deutschland-Taktes zu prüfen.
 
14-Mai-20 Pilotprojekt zur Wiederbelebung grenzüberschreitender Nachtzüge
Die Europäische Kommission hat die Ausschreibung für ein "Pilotprojekt zur Wiederbelebung grenzüberschreitender Nachtzüge" veröffentlicht (weiterführende Dokumente). Es soll bewertet werden, was die Weiterentwicklung des europäischen Nachtzugverkehrs behindert. Weiter soll die Studie die Auswirkungen analysieren, und Maßnahmen definieren, wie die Hindernisse überwunden werden können. Das Projekt soll etwa im zweiten Halbjahr 2020 durchgeführt werden.  [el]
 
14-Mai-20 PRO BAHN fordert bessere Erstattungsregeln
Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert, dass die DB ihre Kulanzregeln Anfang Mai erheblich eingeschränkt hat. Für Bahnfahrten bis 4.5.2020 konnten auch Super-Sparpreis-Tickets unbürokratisch gegen einen drei Jahre gültigen Reisegutschein eingetauscht werden konnten. Für spätere Fahrten ist nur noch eine Verschiebung der Reise bis Ende Oktober möglich. Ausfallende Veranstaltungen, geschlossene Hotels, Besuchsverbote, Furcht vor Ansteckung, Maskenpflicht – der Coronavirus kennt den Termin 4. Mai nicht, und sorgt leider weiterhin dafür, dass Fahrgäste gebuchte Fahrten nicht antreten können. Beispielsweise Urlaubsreisen oder Fahrten zu nicht stattfindenden Veranstaltungen sind meist nicht einfach auf einen anderen Termin verschiebbar. Die Maskenpflicht für Fernzüge wurde extrem kurzfristig angekündigt, und führt ebenso zur Änderung von Reiseplänen. PRO BAHN sieht auch die Politik in der Pflicht, und nennt als Beispiel die Thomas-Cook-Pleite, bei der Entschädigungen für klimaschädliche Flugreisen politisch organisiert wurden.  [el]
 
13-Mai-20 Weiterhin Wettbewerbsprobleme
Auch Jahrzehnte nach Beginn des Ausschreibungswettbewerb für Bahnverkehre gibt es immer wieder Anlaufprobleme. Während heute der VRR sein Problemkind Abellio abgemahnt hat, drückt sich das Stuttgarter Verkehrsministerium in Bezug auf Go-Ahead noch recht diplomatisch aus. Und zur kommenden Übernahme von Verkehren in Bayern liest man in einem Kommentar: "Betriebsübernahmen sind in Bayern meist schiefgelaufen." Solche Fehlleistungen sind natürlich ein Grund für nie abreißende Forderungen, das Wettbewerbssystem im ländergesteuerten Regionalverkehr wieder durch eine öffentliche Bahngesellschaft zu ersetzen, deren Defizite wie vor 1994 vom Staat übernommen werden. Andere Stimmen fordern, das Monopol der DB AG im Fernverkehr durch staatliche Ausschreibungen zu ersetzen. Insbesondere die Bundespolitik möchte die DB AG als privatwirtschaftliche Organisation schützen, und scheut vor Strukturänderungen zurück, weil man die (auch haushaltspolitischen) Risiken scheut.  [el]
 
13-Mai-20 Regio-S-Bahn-Linie Malente – Lübeck
Der Fahrgastverband PRO BAHN Schleswig-Holstein/Hamburg hat sein Konzept zur Einführung einer Regio-S-Bahn Lübeck um eine Regio-S-Bahn-Linie Malente – Lübeck erweitert und vorgeschlagen, auch den Streckenabschnitt Malente Nord – Malente der Bahnstrecke Lütjenburg – Malente zu reaktivieren.  [el]
 
12-Mai-20 Maskenpflicht in Fernzügen
Überraschend hat die DB ab heute die Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase auch auf Fernzüge ausgedehnt. Dies wurde gestern leider sehr versteckt angekündigt (siehe auch bahn.de/corona). Das Abnehmen der Maske zum Verzehr von Speisen und Getränken ist erlaubt. Trotzdem handelt es sich wegen der längeren Dauer von Fernreisen natürlich um eine große Einschränkung. Auslöser war wohl eine entsprechende Verschärfung des Landes Baden-Württemberg. Ob sich aus der Maskenpflicht eine Stornierungsmöglichkeit für Fahrkarten ergibt, bleibt unklar. PRO BAHN hätte sich statt einer grundsätzlichen Maskenpflicht eher eine stärkere Kontrolle der wirklich kritischen Punkte, wie z.B. Ein- und Aussteigen gewünscht, sowie ein bessere Anpassung des Zugangebots an die Abstandsregeln.  [el]
 
11-Mai-20 Fahrgastinformation aus der Steinzeit
Der Fahrgastverband PRO BAHN prangert in einer Pressemitteilung ein besonders negatives Beispiel für verfehlten Umgang mit Fahrgastinformation an. Die Länderbahn steht hierbei stellvertretend für die Verkehrsunternehmen, die es versäumt haben, in guten Zeiten ein zeitgemäßes Informationssystem einzurichten und sich bei der Datenpflege und -übermittlung an heute übliche Methoden anzupassen. PRO BAHN hatte vor kurzem zehn Kernforderungen für zeitgemäße Fahrgastinformationen veröffentlicht. Das aktuelle Beispiel zeigt leider, wie weit wir in Deutschland von diesen Standards noch entfernt sind. Stattdessen wird die Schuld gerne woanders gesucht, und auf der Ebene von Politik und Aufgabenträgern findet man zu oft mangelndes Verständnis und Desinteresse.  [el]
 

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