PRO BAHN Pressemeldungen aus Bayern

Herausgeber:  PRO BAHN Landesverband Bayern

Pressemeldung vom 22.01.2018

ElektromobilitÀt auf der Schiene fördern

Fahrgastverband fordert Elektrifizierung von Bahnstrecken

MĂŒnchen (pb) Der Fahrgastverband PRO BAHN hat die bayerischen Bundestagsabgeordneten aufgefordert, sich fĂŒr den massiven Ausbau des elektrischen Bahnbetriebs in Bayern einzusetzen. „ElektromobilitĂ€t auf der Schiene funktioniert seit ĂŒber 100 Jahren, da braucht es keine Erprobungen mehr“, so Winfried Karg, Vorsitzender von PRO BAHN in Bayern. „Derzeit sind in Bayern weniger als 50 Prozent des Eisenbahnnetzes fĂŒr den elektrischen Betrieb ausgerĂŒstet, konkret geplant ist ein Ausbau auf gerade einmal 51 Prozent bis 2021. Das ist viel zu wenig fĂŒr ein Land, das sich als Vorreiter in Sachen Technologie, Umweltschutz und LebensqualitĂ€t sieht.“
Fast alle Bahnstrecken gehören allerdings nicht dem Freistaat, sondern dem Bund in Form der Deutschen Bahn AG, und der Bund ist auch fĂŒr deren Elektrifizierung verantwortlich. Daher setzt der Fahrgastverband auf das Engagement der bayerischen Abgeordneten in der neuen Legislaturperiode. „Als EigentĂŒmer des Bahnnetzes hat es die Bundesrepublik in der Hand, ein solches Programm zu realisieren. Binnen zehn Jahren muss es möglich sein, dass 80 Prozent der Eisenbahnstrecken in Bayern mit elektrischer Energie betrieben werden.“
Aus den verschiedenen Fraktionen hat der Fahrgastverband ermutigende Antworten erhalten. Die Vertreter des Fahrgastverbandes werden die anstehenden Koalitionsverhandlungen und die danach anstehenden Beratungen und BeschlĂŒsse beobachten; an den konkreten Entscheidungen wird man erkennen, in welchem Umfang sich die Abgeordneten an ihre getroffenen Aussagen erinnern.
Aus Sicht der FahrgĂ€ste bringt der elektrische Betrieb nur Vorteile: Da diese Antriebsart eine ca. 25 Prozent höhere Energieeffizienz aufweist und dementsprechend die Kilometerkosten niedriger sind, könnte bei gleichbleibenden BundeszuschĂŒssen das regionale Zugangebot entsprechend der Nachfrage der BĂŒrger deutlich ausgebaut werden. Gleichzeitig erlaubt der Elektroantrieb höhere Antriebsleistungen und damit durch bessere Beschleunigung kĂŒrzere Fahrzeiten sowie den Einsatz lĂ€ngerer ZĂŒge. All dies fĂŒhrt zu einer besseren Ausnutzung der vorhandenen Gleisinfrastruktur. Dazu kommen weniger LĂ€rm im Zug und eine bessere LuftqualitĂ€t an Bahnsteigen und Bahnhöfen.
Ein weitgehend elektrifiziertes Eisenbahnnetz fĂŒhrt bei Streckensperrungen zu einer deutlich verbesserten FlexibilitĂ€t des Betriebs, was fĂŒr die Wirtschaft ein deutlicher Standortvorteil ist. Die wochenlangen massiven EinschrĂ€nkungen durch die Streckensperrung in Rastatt hat vor Augen gefĂŒhrt, wie wichtig ein fĂŒr den elektrischen Betrieb ausgebautes Eisenbahnnetz ist. Auch die verladende Wirtschaft hat ein großes Interesse daran, dass Bahnstrecken elektrisch betrieben werden; so drĂ€ngen seit Jahrzehnten nicht nur Firmen aus der Region um Burghausen darauf, dass die Bahnstrecke aus Richtung MĂŒnchen zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert wird. Und nicht zuletzt sei der Aspekt des Umweltschutzes erwĂ€hnt; elektrisch betriebene ZĂŒge sind im Betrieb emissionsfrei und stellen einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der internationalen Verpflichtungen der Bundesrepublik zum Klimaschutz dar.
„Unserer Meinung nach kommt fĂŒr die großen Hauptachsen und die viel befahrenen Strecken im Umfeld und im Zulauf auf die BallungsrĂ€ume nur ein Betrieb mit Fahrleitung in Frage, wie er seit ĂŒber 100 Jahren erfolgreich und problemlos im Alltag funktioniert“, so Karg.

Rückfragen bitte an Winfried Karg, 0176 - 34 98 76 55
v.i.S.d.P.: Winfried Karg