PRO BAHN Pressemeldungen aus Bayern

Herausgeber:  PRO BAHN Landesverband Bayern

Pressemeldung vom 08.04.2024

Sinnvoller Zeitplan für Hochleistungskorridore Richtung Österreich! Sanierung zu wichtig zum Hudeln!

PRO BAHN: Inbetriebnahme von München - Mühldorf - Freilassing abwarten

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert die Deutsche Bahn auf, die Planungen für die Sanierung der Hochleistungskorridore in Bayern auf eine robuste Grundlage zu stellen und dafür zu verschieben. Die Planungen der Korridore München - Rosenheim, Rosenheim - Salzburg, Nürnberg - Regensburg und Obertraubling - Passau haben aus Sicht des Verbands nicht die ausreichende Reife. Zudem fehlt es an geeigneten und ausreichend ertüchtigten Umleitungsstrecken. Daher ist die Sanierung dieser Strecken auf den Anfang des nächsten Jahrzehnts zu verschieben, wenn die Ausweichmöglichkeit über die ausgebaute Strecke München - Mühldorf - Freilassing besteht. Zudem sind die weiteren Umleitungsstrecken ausreichend zu ertüchtigen.

Auch wenn es auf der Karte Bahnstrecken gibt, die für eine Umleitung infrage kommen, so fehlt diesen Strecken die nötige Kapazität und/oder Betriebsstabilität. So gibt es auf der Strecken zwischen Nürnberg und Regensburg über Schwandorf Stellwerke wie in Sulzbach-Rosenberg, die sehr störanfällig sind. Durch die zusätzliche Belastung der Umleitungen drohen größere Ausfälle. Daher fordert der Fahrgastverband PRO BAHN, die Umleitungsstrecken vorher zu ertüchtigen. Bis 2026 oder 2027 ist dies beim bisherigen Tempo der Planungen von Stellwerkserneuerungen nicht realistisch. Als Vergleich: die Inbetriebnahme des neuen Stellwerks am Münchner Ostbahnhof wurde gerade erneut um ein Jahr verschoben.

Die Kapazität der Ausweichstrecken ist an beiden Hochleistungskorridore unzureichend, um Fern- und Güterverkehr umzuleiten. Daher ist der Ausbau der Strecke München - Mühldorf - Freilassing vor Umsetzung der Arbeiten notwendig. "Das Projekt befindet sich bereits zum großen Teil in der Genehmigungsplanung. Eine Inbetriebnahme bis 2032 ist möglich. Dann kann man zwischen Bayern und Österreich qualitativ hochwertig umleiten. Auch der Regionalverkehr München - Salzburg kann dann über diese Route führen, statt die Fahrgäste in Busse zu zwingen, bei denen unklar ist, ob überhaupt genügend Busfahrer zur Verfügung stehen werden", erläutert Andreas Barth, stellvertretender Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN in Oberbayern.

Beim Korridor München - Rosenheim - Salzburg schlägt der Fahrgastverband PRO BAHN vor, den Korridor nach Ausbau der Strecke über Mühldorf in einem Rutsch abzuarbeiten, anstelle ihn aufzuteilen. "Für den langlaufenden Fern- und Güterverkehr aus Österreich bringt die halbjährliche Sperrung von nur München - Rosenheim wenig, da für diesen auf der Umleitungsstrecke via Holzkirchen neben dem Italienverkehr kaum Platz ist und im Nahverkehr werden die Fahrgäste den Umweg über Mühldorf tausendmal lieber in Kauf nehmen, als den Ersatzverkehr zu nutzen", stellt der bayerische PRO-BAHN-Landesvorsitzende Prof. Dr. Lukas Iffländer fest.

Die zusätzliche Zeit sollte auch genutzt werden, die Ausbauziele der Korridore ordentlich festzulegen. So soll beispielsweise zwischen Regensburg und Nürnberg sowie zwischen Obertraubling und Passau das neue europäische Zugsicherungssystem ETCS installiert werden, bliebe aber auf Jahre eine Investitionsruine, da wegen der verbleibenden acht Kilometer Lücke, die neue Technik von keinem einzigen durchgehenden Zug genutzt werden könnte. "Der Anspruch der Korridorsanierungen war mal, es ordentlich zu machen. Diese Idee sollte man beibehalten, anstelle in ein halbherziges schnell-schnell zu geraten", fordert Iffländer.

Rückfragen bitte an Prof. Dr. Lukas Iffländer, Landesvorsitzender, Tel. +49 176 66822886, E-Mail: lukas.ifflaender@pro-bahn.de
oder Andreas Barth, Bezirksverband Oberbayern, Stellvertretender Vorsitzender
v.i.S.d.P.: Lukas Iffländer