PRO BAHN Pressemeldungen aus Bayern

Herausgeber:  PRO BAHN Stadt- und Kreisgruppe MĂŒnchen

Pressemeldung vom 01.07.2022

FußgĂ€ngerzone Tal: ÖPNV muss in MĂŒnchner Innenstadt mitgeplant werden

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrĂŒĂŸt die heute vorgestellte autoarme Gestaltung der MĂŒnchner Innenstadt. Die Herausnahme privaten Autoverkehrs aus dem Straßenzug Tal zwischen Marienplatz und Isartor ist ein Schritt in die richtige Richtung. Hierbei darf aber der Öffentliche Nahverkehr nicht unter die RĂ€der kommen.

„Die Zukunft der bestehenden Buslinie 132 muss mitgeplant werden“, fordert der MĂŒnchner PRO-BAHN-Sprecher Andreas Barth. Zentrumsnahe Haltestellen im Bereich rund um Marienplatz und Viktualienmarkt sind fĂŒr viele Menschen wichtig. Bei einer FußgĂ€ngerzone mĂŒssen die FußgĂ€nger im Mittelpunkt stehen. Dazu gehören auch fĂŒr Ältere attraktive Entfernungen zu Haltestellen, und eine bessere Feinerschließung als nur Schnellbahnstationen. Der OberflĂ€chen-ÖPNV in Form von Bus und Trambahn ist fĂŒr viele Menschen neben dem schnellen Verkehr mit U- und S-Bahn sehr wichtig.

Bereits 2013 hatte die MĂŒnchner Verkehrsgesellschaft (MVG) einen Citybus innerhalb des Altstadtrings vorgeschlagen, um die Innenstadt auch fĂŒr Menschen, die nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind, attraktiv zu halten. Den heute von der Rathauskoalition angeregten „Shuttleservice“ fĂŒr „mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkte Personen“ mit Kleinbussen hĂ€lt PRO BAHN nicht fĂŒr ausreichend. „Das ist fĂŒr eine Stadt der GrĂ¶ĂŸe MĂŒnchens zu klein gedacht“, bewertet PRO-BAHN-Sprecher Barth. Er sieht auch die Gefahr, dass solche Spezialdienste fĂŒr bestimmte Gruppen als ausgrenzend wahrgenommen werden.

PRO BAHN weist darauf hin, dass der MVG-Shuttledienst „Isartiger“ auch mangels Erfolgs wieder eingestellt wurde. Als positives Beispiel nennt PRO BAHN den Citybus der Stadt Wien, wo mehrere Linien mit Midi-Bussen, die Platz fĂŒr ĂŒber 40 FahrgĂ€ste bieten, die Gassen innerhalb der Ringstraße erschließen. „Das System in Wien wird gut angenommen, obwohl dort das Trambahn- und U-Bahn-Netz rund um die City engmaschiger als in MĂŒnchen ist“, stellt Andreas Barth fest.

PRO BAHN erwartet, dass jede Ausweitung der MĂŒnchner FußgĂ€ngerzone durch entsprechende Maßnahmen beim OberflĂ€chenverkehr von Bahn und Bus begleitet wird. „Langfristig können wir uns rund um die Altstadt auch zusĂ€tzliche Tramstrecken und -haltestellen vorstellen”, so der PRO-BAHN-Sprecher und verweist auf die PRO BAHN-VorschlĂ€ge aus dem Mai 2021, die unter https://www.pro-bahn.de/muenchen/202105-altstadt.pdf veröffentlicht sind.

Rückfragen bitte an Andreas Barth, andreas.barth@muenchen.pro-bahn.de
v.i.S.d.P.: Andreas Barth