PRO BAHN Pressemeldungen aus Bayern

Herausgeber:  PRO BAHN Stadt- und Kreisgruppe MĂŒnchen

Pressemeldung vom 17.09.2021

MVV-Tariferhöhung: teureres und schlechteres Angebot blockiert Verkehrswende

Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert deutlich die heute von der Politik hinter verschlossenen TĂŒren beschlossene MVV-Tariferhöhung: „Schlechteres Angebot im Stadtgebiet von MĂŒnchen, ĂŒberfĂŒllte Trams und Busse, unzuverlĂ€ssige S-Bahn und teurere Preise, so wird das nichts mit der Verkehrswende“ so Andreas Barth, MĂŒnchner Sprecher des bundesweiten Fahrgastverbandes PRO BAHN. Dass alle Diskussionen dazu hinter verschlossenen TĂŒren und maximal intransparent stattfinden, zeigt einen deutlichen Fehler des heutigen MVV-Systems.

PRO BAHN fordert, dass zumindest sofort wieder das komplette MVV-Angebot gefahren wird, das bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie bestand. „Gerade im Bereich der Stadt MĂŒnchen, die besonders gerne von »Verkehrswende« spricht, entfĂ€llt derzeit der Takt 10 bis 10 bei Metrobus und Tram, und das Nachtnetz ist erheblich zusammengestrichen. Dadurch kommt es immer wieder zu ÜberfĂŒllungen“ so die Kritik des PRO BAHN-Sprechers. Die Probleme werden durch die angekĂŒndigte Wiedereröffnung von Diskotheken und Clubs noch verstĂ€rkt, spĂ€testens bis dann muss das Angebot wieder funktionieren. Besser lĂ€uft es nach Bewertung des Verbandes in den Verbundlandkreisen. „Mit dem Expressbusse-Ring wird es ab Dezember sinnvolle Verbesserungen außerhalb des MĂŒnchner Stadtgebiets geben, allerdings sind die Landkreise stĂ€rker von den hĂ€ufigen S-Bahn-Störungen betroffen, ebenso wie auch den vielen Sperrungen und AusfĂ€llen durch S-Bahn-Baustellen“ so Andreas Barth.

PRO BAHN fordert, dass auch endlich die vom MĂŒnchner Stadtrat im MĂ€rz beschlossenen Studien fĂŒr neue Tramstrecken vergeben werden. „Verkehrswende klappt nicht, wenn man nur BeschlĂŒsse fasst, aber dann nicht zur Umsetzung vorangeht” so Andreas Barth.

Der Verband fordert zudem eine stĂ€rkere UnterstĂŒtzung der Kommunen und Landkreise durch Landes- und Bundespolitik: „WĂ€hrend der Autoverkehr großzĂŒgig mit Steuermitteln gefördert und subventioniert wird und Bund und LĂ€nder auch Kredite fĂŒr laufende Ausgaben aufnehmen dĂŒrfen, mĂŒssen die kommunalen Gebietskörperschaften schauen, wie sie irgendwie noch Geld fĂŒr vernĂŒnftigen Öffentlichen Nahverkehr zusammenkratzen können“ beschreibt Andreas Barth die Situation. Eine grundsĂ€tzlich bessere und krisensichere Finanzausstattung der Kommunen wĂ€re daher dringend erforderlich.

Rückfragen bitte an Andreas Barth, andreas.barth@muenchen.pro-bahn.de
v.i.S.d.P.: Andreas Barth