150 Jahre Tram: Erfolgsgeschichte braucht Zukunft! Betriebshöfe Ständlerstraße und Fröttmaning überfällig

Medieninformation vom 16. Oktober 2026

Der Fahrgastverband PRO BAHN gratuliert herzlich zu 150 Jahre Tram in München. „Die Tram hat München großgemacht. Ohne sie wäre die Stadtentwicklung um die Jahrhundertwende 1900 gar nicht möglich gewesen“ so Andreas Frank, Münchner Sprecher des bundesweiten Fahrgastverbandes PRO BAHN. Die Münchner haben ihre Tram vor der Einstellung bewahrt, die ihr wie in vielen anderen Städten auch gedroht hatte, und ihr die Zukunft gesichert. „Heute sehen wir: die Tram ist das optimale Verkehrsmittel an der Oberfläche: leistungsfähiger und deutlich attraktiver als der Bus, urban mit Rasengleis, und dennoch erheblich günstiger als die U-Bahn. Sie verbindet Stadtteile, und kann das Stadtgebiet mit einem dichten und bezahlbaren Netz erschließen“ so der PRO BAHN-Sprecher weiter. Die Tram ist zugleich Vorreiter der Elektromobilität: seit über 131 Jahren fährt die Tram in München elektrisch. Die Mobilität der Münchner ist ohne sie nicht vorstellbar.

Dazu Prof. Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender des Fahrgastverbandes PRO BAHN: „München zeigt, was eine Stadt gewinnt, wenn sie an der Tram festhält. Viele Städte, die ihre Straßenbahn in den 60er- und 70er-Jahren abgeschafft haben, bauen sie heute mühsam und teuer wieder auf. Wer jetzt noch zögert, sollte nach München schauen.“

Zum runden Geburtstag wünscht PRO BAHN daher der Tram, dass die Politik die richtigen Entscheidungen trifft, um weiterhin ihre Zukunft zu sichern, und ihr volles Potential und urbane Gestaltungskraft zu nutzen. Mit einer geringfügigen Verbreiterung der Tram finden wie in anderen deutschen Städten mehr Fahrgäste bei gleicher Länge Platz. Mit künftig sechsteiligen Fahrzeugen finden dann doppelt so viele Fahrgäste Platz wie heute in einer vierteiligen Tram. Zugleich muss die Politik die Voraussetzungen für eine bessere Betriebsqualität schaffen, und die dringend nötigen neuen Strecken angehen. Konkret wünscht der Verband der Tram den längst überfälligen zweiten Betriebshof an der Ständlerstraße und rechtzeitig den dritten Betriebshof in Fröttmaning, ausreichend Infrastruktur wie Wendeschleifen und Überholgleise sowie den zügigen Bau der Neubaustrecken aus dem Nahverkehrsplan. „Die Aufgaben sind bekannt, jetzt müssen sie zügig und dennoch gründlich erledigt werden” so Andreas Frank. Zugleich muss auf Bundesebene auch das Planungs- und Betriebsrecht modernisiert werden, damit sinnvolle Maßnahmen nicht zerrieben werden, sondern der Fokus auf dem Nutzen für die Bürger liegt, und zugleich auch künftig urbane und ins Stadtbild passende Strecken möglich bleiben.

150 Jahre Tram wird an diesem Wochenende, dem 17./18.10.2026 gefeiert. Auch der Fahrgastverband PRO BAHN feiert mit, und ist am Sonntag beim Tag der Offenen Tür im Betriebshof Einsteinstraße mit einem Infostand vertreten. Der eigentliche Geburtstag ist am kommenden Mittwoch: Seit dem 21. Oktober 1876 fahren in München Trambahnen. Im Gegensatz zu vielen anderen westdeutschen Städten hat die Tram den bei Politik und Planern lange beliebten Trend zur autogerechten Stadt überlebt. In München wurde trotz U-Bahn der Nahverkehr auf der Schiene nicht komplett unter die Erde verbannt oder auf den angeblich weniger störenden Bus umgestellt. Mitte der 1980er Jahre wurde der Erhalt der Münchner Tram beschlossen. Sie erschließt mittlerweile mit Neubaustrecken neue Stadtteile und ist eine wesentliche Säule des modernen urbanen Stadtverkehrs.

Verantwortlich: Andreas Frank

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