PRO BAHN Pressemeldungen aus Thüringen

PRO BAHN Landesverband Thüringen

Pressemeldung vom 15.08.2022

Chaostage bei der DB Netz - Baustellenmanagement der DB muss grundlegend neu organisiert werden

Zu den andauernden Störungen des Bahnbetriebs in Thüringen erklärt der Fahrgastverband PRO BAHN Thüringen:

„Die Chaostage bei der DB Netz AG bringen für die Fahrgäste in Thüringen gerade täglich neue Hiobsbotschaften. Das Maß des Erträglichen ist längst voll. So kann es nicht weitergehen! Pünktlichkeit und Verlässlichkeit waren das Markenzeichen des Bahnverkehrs. An ihre Stelle sind heute Unzuverlässigkeit und Unberechenbarkeit getreten. Bauarbeiten im Netz sind unabdingbar, auch weil das Eisenbahnnetz verkehrspolitisch seit Jahrzehnten vernachlässigt wurde. Doch es muss wieder zur Maxime des Bahnbetriebs werden, dass die Auswirkungen der Bauarbeiten für Fahrgäste und Güterkunden begrenzt werden. Totalsperrungen wie derzeit zwischen Erfurt und Weimar müssen die absolute Ausnahme bleiben. Dass die DB Netz AG dann den Termin zur Inbetriebnahme reißt und dies auch erst fünf vor zwölf kommuniziert, ist nicht entschuldbar. Auch die langandauernde Nichtbesetzung von Stellwerken auf der Strecke Erfurt – Nordhausen und immer wieder auf der Halle-Kasseler-Bahn haben eine ganz neue Dimension erreicht, die den Bahnbetrieb im Personen- und Güterverkehr unverändert massiv beeinträchtigen. Intern muss die DB Netz AG ihre Personalpolitik so ausrichten, dass Stellwerke immer besetzt werden können. Dass der mehrfach verzögerte Ausbau der Strecke Erfurt – Nordhausen weiter nach hinten rutscht, ist keine Neuigkeit und auch von der DB beeinflussbar. Das Baustellenmanagement muss neu organisiert werden. Wir erwarten, dass Bundesverkehrsminister Volker Wissing seinen hehren Worten endlich Taten folgen lässt. Fahrgäste und Güterkunden dürfen nicht länger die Leidtragenden der Vernachlässigung durch unterlassene Investitionen bleiben. Der Bund hat es in der Hand, dass bei Bauarbeiten die Verfügbarkeit des Netzes und der laufende Bahnbetrieb wieder erste Priorität erhält.

Grundsätzlich muss der Bund seine Investitionen für die Modernisierung des Bestandsnetzes massiv verstärken. Es kann nicht sein, dass wir im Jahr 2022 immer von Digitalisierung reden, aber einige Strecken noch mit personalintensiver Sicherungstechnik aus der Zeit der Weimarer Republik betrieben werden."

Der Fahrgastverband PRO BAHN ist ein Verbraucherverband, der bundesweit die Fahrgäste aller öffentlichen Verkehrsmittel vertritt. Er ist Gründungsmitglied der Allianz pro Schiene und des Europäischen Fahrgastverbandes sowie Mitglied der Verbraucherzentrale Bundesverband. 2017 wurde der Fahrgastverband PRO BAHN mit dem Bundespreis Verbraucherschutz ausgezeichnet. Der Fahrgastverband PRO BAHN arbeitet ehrenamtlich im Interesse der Fahrgäste. Die Mitglieder "erfahren" tagtäglichen öffentlichen Verkehr (ÖV) auf Schiene und Straße. Aus diesen Erfahrungen heraus lobt und kritisiert der Verband Akteure und Unternehmen des öffentlichen Verkehrs, erstellt Konzepte, ist in offiziellen Landes-, Bundes- und Europa-Gremien aktiv, sensibilisiert und berät Politiker in Angelegenheiten des öffentlichen Verkehrs, beeinflusst die öffentliche Diskussion durch sachliche Aufklärung über Hintergründe, hält Vorträge und Seminare sowie Fahrgastsprechstunden und Automatenschulungen u.v.a.m. Detaillierte Informationen finden Sie unter www.pro-bahn.de

Rückfragen bitte an Olaf Behr, Vorsitzender, 0172-7986520, o.behr@pro-bahn-thueringen.de
oder Henning Eggers, stellvertretender Vorsitzender, 0174-1365827, h.eggers@pro-bahn-thueringen.de
v.i.S.d.P.: Olaf Behr