Aktuell

09.10.2021 Nur magere Verbesserungen für Niedersachsen und Bremen

12.09.2021 Qualität im Nahverkehr ist auch ohne GDL-Streik

                      nicht zufriedenstellend

01.09.2021 PRO BAHN Niedersachsen/Bremen ist über den neuen GDL-Streik entsetzt
06.08.2021 Bremen darf nicht ständig vom Fernverkehr abgehängt werden!
14.07.2021 PRO BAHN Niedersachsen warnt vor erheblichen Folgen des kommenden Bahnstreiks
26.06.2021 Landesversammlung des Fahrgastverbandes PRO BAHN in Jaderberg am 26.06.2021
11.06.2021 Stellungnahme des Landesverbandes zur Neubaustrecke Bielefeld - Hannover

13.03.2021 Positionspapier zur Streckenelektrifizierung beschlossen
02.05.2019 Landesversammlung in Obernkirchen
11.03.2018 Bahn verbindet
09.03.2018 Landespreis für die Bleckeder Kleinbahn
01.03.2018 Verkehrsstaatssekretär Dr. Lindner zu Gast bei der
                      Fahrgastpreisverleihung von PRO BAHN

19.02.2018 PRO BAHN Niedersachsen zur Auftaktsitzung des "Runden Tisches
                      Vegetationsmanagement DB" am 20.02.2018  

16.01.2018 Ergebnisse Runder Tisch Grünschnitt an nds. Bahnstrecken
15.01.2018 Runder Tisch "Grünschnitt" tagt am Dienstag zum ersten Mal 
30.11.2017 Rücknahme von Fahrplanverbesserungen wegen Datenpanne bei der DB Netz AG
11.10.2017 Der nächste Sturm kommt bestimmt  
08.04.2017 Fahrgastverband Pro Bahn stellt neue Schrift zum Schienenausbau vor
02.06.2016 25 Jahre ICE-Strecken - Jubiläum ohne Feier
04.05.2016 PRO BAHN bestreitet Notwendigkeit von Zugstreichungen im Leinetal - unabhängige
                      Dokumentation

11.04.2016 PRO BAHN empört: Region Hildesheim soll übermäßige Auswirkungen der ICE-
                      Streckensperrung ertragen

03.11.2015 Pro Bahn: Dialogforum schafft Basis für Norddeutschlands Bahnzukunft
15.06.2015 Resolution: Bahnstrecken in der Region Braunschweig reaktivieren!
03.05.2015 Bahnstreik: Tipps für Fahrgäste in Niedersachsen
21.03.2015 Endlich Bahn frei!
18.03.2015 Verkehrsminister Olaf Lies erläutert Streckenreaktivierungen
                     Besuch beim Fahrgastverband Pro Bahn Niedersachsen

18.02.2015 Bahnstreik: Tipps für Fahrgäste in Niedersachsen

Archiv


09.10.2021

PRO BAHN Niedersachsen/Bremen zum neuen Fernverkehrs-Fahrplan der DB

Nur magere Verbesserungen für Niedersachsen und Bremen

Die Deutsche Bahn AG hat für den kommenden Fahrplanwechsel im Dezember 2021 zahlreiche Änderungen im Fernverkehr angekündigt, von denen einige auch die Bundesländer Niedersachsen und Bremen betreffen (siehe Pressemitteilung).

Dazu gehören:

- Der morgendliche ICE-Sprinter Hamburg – Frankfurt fährt zukünftig auch den
  Frankfurter Flughafen an.
- Es gibt je Richtung drei neue Sprinter Köln – Berlin ohne Halt in Hannover.
- Von Hamburg über Bremen ins Ruhrgebiet verkehren mehr überlange ICEs („XXL-ICE“), die auch
  bisherige IC-Züge ersetzen.
- Ein Zug der neuen IC-Linie Frankfurt – Münster wird je Richtung bis Norddeich Mole durchgebunden.
- Bremerhaven wird im Fernverkehr mit einem IC-Zugpaar von/nach Koblenz bedient.
- Ein ICE verbindet Hannover täglich direkt mit dem Ostseebad Binz

Der Landesverband Niedersachsen/Bremen des Fahrgastverbandes PRO BAHN freut sich grundsätzlich über jede Verbesserung im Fernverkehr, bemängelt aber, dass die neuen oder verbesserten Verbindungen viel zu mager ausfallen. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird das Ziel einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen bis 2030 ganz klar verfehlt werden.

So gibt es anders, als viele Berichte den Eindruck erwecken, offenbar keinen neuen ICE-Sprinter für Hannover. Stattdessen wird lediglich die bereits bestehende morgendliche Verbindung von Frankfurt Hbf statt wie bislang nach Darmstadt neu zum Frankfurter Flughafen geführt. Diese Verbesserung entpuppt sich daher als geringfügige Änderung des Streckenverlaufs. Nötig wäre aber kurzfristig mindestens ein weiteres Sprinterzugpaar Frankfurt – Hamburg gewesen, welches morgens nach Hamburg und am späten Nachmittag nach Frankfurt zurückfährt.

Von den neuen Sprintern Berlin – Köln ohne Halt in Hannover profitiert Niedersachsen nur indirekt. Da das übrige Fernverkehrsangebot auf dieser Strecke und auch die Zahl der Halte in Niedersachsen gleichbleibt, ist damit zu rechnen, dass zahlreiche zeitsensible Reisende von normalen Taktzügen auf die Sprinter umsteigen und sich die Platzsituation in den Taktzügen leicht entspannt. Das kommt Reisenden, die in Hannover oder Wolfsburg zusteigen, ebenfalls zugute.

PRO BAHN findet es zudem richtig, dass auf dieser wichtigen Strecke endlich ein Sprinter-Angebot eingeführt wird, denn nur möglichst kurze Fahrzeiten können mit dem innerdeutschen Flugverkehr konkurrieren. Dessen ungeachtet bedarf es auch zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin weiterer Verbindungen mit Halt in Hannover und Wolfsburg, da der jetzige Stundentakt insgesamt für die Nachfrage und gute Anschlüsse in der Landeshauptstadt unzureichend ist.

Uneingeschränkt positiv für Hannover und das Umland ist hingegen die tägliche neue ICE-Direktverbindung über Berlin nach Rügen. Dadurch wird die Fahrt an die Ostsee deutlich komfortabler und attraktiver.

Ganz leer geht dagegen Bremen aus. Obwohl in etwa so groß wie Hannover, gibt es von hieraus weiterhin keine einzige Sprinter-Verbindung. Dabei könnte zum Beispiel ein ICE-Sprinter auf der stark nachgefragten Verbindung nach Berlin die Fahrzeit ab Bremen von drei auf gut zweieinhalb Stunden drücken und dementsprechend Fahrgäste anlocken. Dadurch würde diese Verbindung deutlich attraktiver werden, muss man doch bislang fast immer in Hannover umsteigen.

Die Durchbindung eines Zugpaares der neuen IC-Linie aus Frankfurt über Münster bis Norddeich sieht PRO BAHN einerseits positiv. Andererseits müssen wir auch daran erinnern, dass es diese Verbindung in der Vergangenheit schon viele Jahre lang gab, bis sich die DB AG dazu entschied, den Fernverkehr zwischen Münster und Frankfurt über Siegen komplett aufzugeben. So gesehen wird also lediglich eine Verschlechterung rückgängig gemacht.

Dass ICEs weitere Leistungen zwischen Hamburg und Rhein/Ruhr übernehmen, begrüßt PRO BAHN, ebenso die Steigerung des Sitzplatzangebots. Diese Strecke kommt leider seit langer Zeit gegenüber anderen Magistralen zu kurz, was Fahrzeugeinsatz und Taktfrequenz angeht. Hier muss endlich auf den im Deutschland-Takt vorgesehenen Halbstundentakt hingearbeitet werden.

Die IC-Verbindung nach Bremerhaven sieht PRO BAHN mit gemischten Gefühlen. Natürlich ist es wichtig, eine Stadt dieser Größe an das Fernverkehrsnetz anzuschließen. Allerdings ist ein einzelnes Zugpaar außerhalb des eingespielten Liniengefüges oft unattraktiv, weil nicht die besten Fahrplantrassen reserviert werden können und weniger Anschlüsse bestehen. Sollte dies wie befürchtet zu einer schlechten Nutzung dieses Zuges führen, bestünde die Gefahr, dass die Verbindung so schnell verschwindet wie seinerzeit der saisonale ICE von München nach Norddeich und zurück.

Das könnte dann als Vorwand genommen werden, auf lange Sicht keine Fernzüge nach Bremerhaven oder gar Cuxhaven zu fahren. Wir wünschen uns für Bremerhaven daher eine von Beginn an ganztägige Fernverkehrsanbindung mindestens im Zwei-Stunden-Takt.

In Summe bietet der neue Fernverkehrsfahrplan also für Niedersachsen und Bremen einige kleinere Verbesserungen. Ein großer Schritt in Richtung Verkehrswende ist es aber nicht. Will man die politisch gesetzten Ziele ernsthaft erreichen, muss sich bei den nächsten Fahrplanwechseln deutlich mehr tun. Zudem muss weiterhin sichergestellt sein, dass alle bestehenden und zukünftigen Sprinter-Leistungen keine normalen Taktzüge im Nah- und Fernverkehr negativ beeinträchtigen



12.09.2021

PRO BAHN Niedersachsen/Bremen befasst sich mit Zugausfällen und Verspätungen

Qualität im Nahverkehr ist auch ohne GDL-Streik nicht zufriedenstellend

Derzeit wird schon darüber spekuliert, wer aus dem Streik der GDL bei der Deutschen Bahn als „Sieger“ hervorgeht, die Gewerkschaft oder das Unternehmen. Die Verlierer stehen aus Sicht des Fahrgastverbandes PRO BAHN indes bereits fest: Es sind die Kunden der Deutschen Bahn AG. Und die wenden sich mit Grausen von einem Verkehrsmittel ab, welches nicht mehr kalkulierbar ist.

Nach den Recherchen von PRO BAHN sind die Zugausfälle während der mehrtägigen Streiks allerdings nur die Spitze des Eisbergs von Qualitätsmängeln, der im Gegensatz zu den tatsächlichen Eisbergen immer größer wird. Die DB AG leidet unter dem Kampf zweier Gewerkschaften, der ohne viel Federlesens auf dem Rücken der Kunden ausgetragen wird, die zusätzlich schmutzige und versprayte Fahrzeugen oder verschlossenen Toiletten ertragen müssen. Bei einigen „Privaten“ wie der NordWestBahn sind Zugausfälle in den letzten Jahren zur Gewohnheit geworden. Und alle zusammen produzieren täglich Verspätungen und vermeidbare Anschlussverluste, die oftmals auf DB Netz zurückzuführen sind: Gestörte Weichen, gestörte Signale, gestörte Bahnübergänge ...

Erixx – Es fährt nixx Als eine einzige Katastrophe stellt sich gegenwärtig der Betrieb beim einstigen Vorzeigeunternehmen erixx dar. Durch die Heide sprintet in der West-Ost-Richtung fast nichts mehr, der Verkehr in der Ostheide schwächelt dramatisch, und nun geht auch noch der Betrieb zwischen Buchholz und Hannover in die Knie. Seit August schon fährt wegen Lokführermangels kein Zug zwischen Bremen und Soltau mehr, und an den drei Tagen 08., 09. und 10.09.21 allein hat PRO BAHN darüber hinaus mehr als 60 ungeplante Ausfälle auf allen erixx-Strecken registriert. Dass im Vorfeld des Betriebsübergangs auf die Deutsche Bahn die Lokführer offenbar in Scharen das Weite suchen, ist ein offenes Geheimnis und kam so auch schon bei anderen Betriebsübergängen vor. Ob es unter der Regie der DB besser wird, ist zweifelhaft.
Bei PRO BAHN ist man alarmiert: „So kann es nicht weitergehen. Wir lehnen den GDL-Streik strikt ab, weil er am Ende jede Menge Leute abwandern lässt. Gleichzeitig hakt es aber auch an vielen anderen Stellen; zahlreiche Qualitätsprobleme werden durch
mangelhafte Vorgaben und schlechtes Management verursacht,
etwa die akuten Zugausfälle bei erixx. Wir werden diese und andere Qualitätsprobleme ab sofort konsequent sammeln und aufbereiten, um Verbesserungen durchsetzen zu können. Die offiziellen Statistiken können das, was wir täglich erleben, kaum abbilden“, erläutert Malte Diehl, der etwa auf das täglich mehrfache Zerfallen des Taktknotens Oldenburg und den Verlust vieler Anschlüsse zwischen NordWestBahn und Deutscher Bahn verweist. „Auf dem Papier geht es immer um die Pünktlichkeit einzelner Züge und Linien. Wie oft dabei die planmäßigen Anschlüsse geklappt haben, wie oft der Anschlusszug den Reisenden sprichwörtlich vor der Nase weggefahren ist, spielt kaum eine Rolle.“

Bei der am Samstag, 11.09.2021, abgehaltenen Sitzung des Landesausschusses hat man eine Datenbank für Qualitätsmängel im Schienenverkehr auf den Weg gebracht. Darin sollen konkrete, belegbare Ereignisse und Schlechtleistungen erfasst werden, denn nur so lässt sich gegenüber Auftraggebern und Verkehrsunternehmen etwas zum Positiven bewegen. Zugausfälle, Verspätungen und andere Störungen können jederzeit per E-Mail unter info@niedersachsen.pro-bahn.de gemeldet werden.

„Wir sind ohne Wenn und Aber Befürworter des Verkehrsträgers Schiene. Deswegen sind wir ja PRO BAHN. Aber der Zustand dieses Verkehrsträgers und die eingerissene Mentalität, dass man den Kunden schon jede Menge zumuten kann, lassen bei uns die Alarmglocken schrillen. Die Mobilitätswende lässt sich so jedenfalls nicht erreichen“, erläutert Diehl. PRO BAHN strebt vor diesem Hintergrund einen intensiveren Dialog mit den zuständigen Stellen in Niedersachsen und Bremen an.



01.09.2021

PRO BAHN Niedersachsen/Bremen ist über den neuen GDL-Streik entsetzt

Entsetzt und empört äußert sich der Fahrgastverband PRO BAHN, Landesverband Niedersachsen/Bremen, zu den neuerlichen Bahnstreiks. „Sowohl die Länge des Streiks als auch die Heftigkeit, mit der die GDL auftritt und die jegliche Kompromissbereitschaft vermissen lässt, haben uns schockiert“, sagt der Landesvorsitzende Malte Diehl dazu. „In einer Situation, in der es nur noch um die Höhe der Corona-Prämie und die Laufzeit der Tariferhöhungen geht, wird nochmals eskaliert, statt die Verhandlung zu suchen.“

PRO BAHN fordert dringend eine Rückkehr an den Verhandlungstisch, notfalls auch mit einem von beiden Parteien bestellten Schlichter.

Den Hintergrund für die Eskalation sieht PRO BAHN vor allem im bahninternen Machtkampf um Mitgliederzahlen mit der EVG, ohne den das Verhalten der GDL kaum zu erklären ist. „Die Fahrgäste werden nun schon zum dritten Mal in diesem Jahr für einen Tarifkonflikt bestraft, an dem sie völlig unschuldig sind. Nicht einmal unsere Forderung, neue Streiks länger als nur zwei Tage im Voraus anzukündigen und den Fahrgästen wenigstens ein bisschen entgegenzukommen, wurde erhört. Wir verurteilen das scharf“, so Diehl weiter.

Besonders besorgt PRO BAHN die Tatsache, dass die Bahn sich wegen Corona bereits in einer existenziellen Krise befindet. Die Fahrgastzahlen waren infolge der Pandemie zeitweise um 70-80 % eingebrochen und erholen sich nur langsam. Noch immer sind deutlich weniger Menschen mit der Bahn unterwegs als zuvor. Viele sind dauerhaft auf das Auto abgewandert.

Landesvorsitzender Diehl meint dazu: „Diese Abwanderung wird Herr Weselsky mit diesem vermeidbaren Streik massiv verstärken. Dadurch wird die dringend notwendige Verkehrswende stark gefährdet. Viele Verkehrsunternehmen stehen trotz milliardenschwerer Nothilfen des Staates wegen fehlender Fahrgeldeinnahmen wirtschaftlich miserabel da. Nicht zuletzt der Streik wird durch ausbleibende Fahrgäste diese Situation weiter verschärfen. Die GDL sägt damit an dem Ast, auf dem sie selbst sitzt.“


06.08.2021

Bremen darf nicht ständig vom Fernverkehr abgehängt werden!

Seit dem 03.08.21 kann man von Bremen endlich wieder mit dem ICE über Hannover hinaus nach Richtung Süden fahren, zunächst jedoch nicht wie gewohnt bis München, sondern nur bis Nürnberg. Dies war seit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember nicht möglich. Ursache für die Kürzung waren verschiedene Großbaustellen südlich von Hannover. Die Deutsche Bahn ließ wegen der daraus resultierenden Fahrplanverschiebungen und Fahrzeugmehrbedarfe die ICEs nur zwischen Bremen und Hannover pendeln.

PRO BAHN freut sich natürlich, dass das lästige Umsteigen sowie häufige verspätungsbedingte Anschlussverluste in Hannover nun wieder der Vergangenheit angehören. Jedoch wurde die wichtige ICE-Verbindung nach Bremen in den vergangenen Jahren schon öfter beschnitten. „Wenn es irgendwelche Beeinträchtigungen der Schnellfahrstrecke südlich von Hannover gibt, ist der Bremer Ast der ICE-Linie 25 immer der erste, der gekappt wird. Das kann so nicht bleiben“, sagt Malte Diehl, Landesvorsitzender von PRO BAHN Niedersachsen/Bremen, und ergänzt: „Während der Bombenfunde nahe Bremens wurde der ICE-Verkehr nach Hannover sogar ganz eingestellt, anstatt die Züge umzuleiten.“

Ohnehin verkehrt zwischen Bremen und Hannover stündlich nur ein einziger Fernzug, während zwischen Hamburg und Hannover stündlich zwei oder gar drei Fernzüge je Richtung fahren. Dabei wohnen in Bremen mit seinem Umland, einschließlich Oldenburg und Bremerhaven, immerhin weit mehr als 1 Mio. Menschen, die ebenfalls dringend auf eine funktionierende Fernverkehrsanbindung angewiesen sind.

„Als Fahrgastverband fordern wir daher, die einseitige Benachteiligung Bremens und des Nordwestens zu beenden“, so Malte Diehl weiter. „Wenn es Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs gibt, muss die Deutsche Bahn trotzdem zukünftig sicherstellen, dass eine stündliche Fernverkehrsverbindung über Hannover hinaus erhalten bleibt. Mit etwas Kreativität bei Fahrzeugeinsatz und Fahrplangestaltung lässt sich das auch erreichen.“

Darüber hinaus fordert PRO BAHN eine Nachbesserung des geplanten Deutschland-Taktes hinsichtlich der Strecke Bremen – Hannover. Der Deutschland-Takt sieht einen Halbstundentakt auf praktisch allen wichtigen Magistralen vor. In diese Kategorie fällt eigentlich auch Bremen – Hannover, jedoch sieht der aktuelle Entwurf des Deutschland-Taktes hier nur eine Fortführung des Stundentaktes vor. „Wir fordern eine Gleichbehandlung dieser Magistrale mit allen anderen und somit die Planung eines Halbstundentaktes im Fernverkehr zwischen Bremen und Hannover“, sagt dazu Ingo Franßen, Bremer Vertreter im Landesvorstand. „Der einzige Grund, warum auf dieser Strecke im D-Takt kein Halbstundentakt vorgesehen ist, liegt in der jetzt schon bestehenden Überlastung der Strecke. Aber während man anderswo, etwa zwischen Hannover und Bielefeld großzügige Ausbauten vorausgesetzt hat, unterlässt man das bei dieser wichtigen Strecke. So wird es aber nicht gelingen, mehr Fahrgäste auf die Schiene zu bringen.“

PRO BAHN fordert daher nicht nur, das ständige Abschneiden Bremens vom Nord-Süd-Fernverkehr zu beenden, sondern auch, den Halbstundentakt im Fernverkehr zwischen Bremen und Hannover in die offiziellen Planungen aufzunehmen und die dafür nötigen Ausbauten und sonstigen Maßnahmen zu planen.




14.07.2021

PRO BAHN Niedersachsen warnt vor erheblichen Folgen des kommenden Bahnstreiks

Der Vorstand des Fahrgastverbands PRO BAHN Niedersachsen hat sich auf seiner konstituierenden Sitzung am 9. Juli auch mit den möglichen Folgen des bevorstehenden Streiks der Lokführergewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn beschäftigt. Der Verband, der die Interessen der Fahrgäste in Niedersachsen und Bremen vertritt, ist in hohem Maße beunruhigt über die Ankündigung des Streiks, der dieses Mal auch die vielen Privatbahnen in Niedersachsen betreffen dürfte, da die GDL ihn erkennbar auch auf die bisher stets verschonten Infrastrukturbereiche ausdehnen will.

 

„Wenn auch nur ein Stellwerk nicht besetzt ist, kommt der Zugverkehr auch auf den Strecken zum Erliegen, auf denen die Deutsche Bahn gar nicht fährt“ erläutert der neue Landesvorsitzende Malte Diehl aus Oldenburg. Die Folgen dürften für den gesamten ÖPNV in Niedersachsen erheblich sein.

 

„Viele Fahrgäste haben während der Pandemie Bahn und Bus den Rücken gekehrt. Sie kommen zurück, aber langsam. Ein Streik ab August wird ihre endgültige Abkehr vom ÖPNV bewirken. Das ist nicht nur klimapolitisch desaströs, sondern auch für die Ertragsseite der Aufgabenträger und Bahnunternehmen. Die Zahl der gekündigten Abos wird abermals steigen. Nach dem Streik werden wir Mühe haben, den weiteren Ausbau des ÖPNV zu rechtfertigen. Warum soll man ein Verkehrsmittel nutzen, welches sowieso schon als nicht sehr pünktlich bekannt ist und zeitweise dann überhaupt nicht verkehrt?“.

 

Gerade im ländlich geprägten Niedersachsen wird durch einen Streik die Abkehr von Bahn und Bus vorangetrieben. Den Leuten bleibt gar nichts weiter übrig, als mit dem Auto zu fahren – der Zug kommt ja mal wieder nicht.

 

Darüber hinaus ist man bei PRO BAHN von Stil und Ton der Auseinandersetzung stark irritiert. „Man muss den Eindruck gewinnen, dass die GDL die Deutsche Bahn nicht als Tarifpartner, sondern als Feind betrachtet. Wie anders lassen sich Vokabeln wie „Lügenbaron Seiler“ erklären? Hier geht es in zunehmendem Maße gar nicht mehr um die Interessen der Beschäftigten, sondern erkennbar um die Profilierung einer Gewerkschaft – auf Kosten derjenigen, die mittels Erwerbs einer Fahrkarte in ganz erheblichem Maße zur Finanzierung der Gehälter beitragen. Wir, die Bahnkunden, sollen wieder einmal den Kopf für eine tarifpolitische Auseinandersetzung hinhalten. Sehr bequem für die Streitenden, die aber offenbar die langfristigen Folgen völlig aus den Augen verloren haben.“

 

Bei PRO BAHN will man das so nicht hinnehmen. „Bei allem Respekt vor tariflichen Auseinandersetzungen, die natürlich auch einen Streik einschließen: Wir, die Fahrgäste, sind nicht bereit, hierfür die Zeche zu zahlen.“ Natürlich liege bei der Deutschen Bahn erkennbar einiges im Argen. Aber ein Streik ist kein Mittel, um diese Probleme zu lösen. Das geht nur mit Unterstützung der Bahnkunden und nicht, indem man sie vor den Kopf stößt.

 

PRO BAHN Niedersachsen erwartet bei Streiks „im Minimum“ einen verlässlichen Notfahrplan für die Züge der DB AG und eine ganz klare Ansage, dass man das Verkehren aller Züge der anderen Bahnunternehmen im Lande nicht blockieren wird.

 

Wer das genauso sieht wie PRO BAHN Niedersachsen, der kann diese Position im Internet unter https://bit.ly/3r6b7K6 teilen.


 

26.06.2021

Landesversammlung des Fahrgastverbandes PRO BAHN in Jaderberg am 26.06.2021

Alle zwei Jahre führt der Fahrgastverband PRO BAHN Niedersachsen e.V. seine satzungsgemäße Landesversammlung an einem Ort in Niedersachsen durch, der sich verkehrspolitisch besonders für die Bahn bzw. den öffentlichen Verkehr engagiert hat. In diesem Fall ist die Wahl auf Jaderberg in der Gemeinde Jade (Landkreis Wesermarsch) gefallen. Vor rund einem Jahr konnte hier ein neuer Bahnhaltepunkt an der Strecke Oldenburg – Wilhelmshaven eröffnet werden. Der Landesvorsitzende Björn Gryschka erklärt dazu: „Die Gemeinde Jade hat sich lange Jahre engagiert für einen Haltepunkt in ihrem Ort eingesetzt. Damit kommt die Bahn näher zu den Menschen und es wird leichter, die klimafreundliche Bahn zu nutzen. Jaderberg ist damit ein Vorbild, wie Gemeinden Bahnlinien nicht als störend, sondern als nutzbringend für ihre Bürgerinnen und Bürger bewerten können. Für eine Verkehrswende ist solch eine positive Einstellung zum Verkehrsmittel Bahn unverzichtbar.“  

Der Fahrgastverband weist darauf hin, dass in Zeiten abnehmender Corona-Inzidenz die Nutzung der Züge gerade in ländlichen Bereichen sehr gut zu verantworten ist. „Anders als vielleicht in U-Bahnen von Großstädten können die Abstände zu anderen hier gut gewahrt werden“, so der Landesvorsitzende Gryschka, der nach 16 Jahren im Amt nicht wieder kandidiert.

Die Pressenmitteilung zur Landesversammlung finden Sie hier.

11.06.2021


Stellungnahme des Landesverbandes zur Neubaustrecke Bielefeld - Hannover

Der PRO BAHN Landesverband Niedersachsen hat gemeinsam mit dem PRO BAHN Landesverband NRW gegenüber dem niedersächsiches Landtag eine Stellungnahme zu einer schriftlichen Anfrage zu einem Entschliessungsantrag abgegeben. Diese kann hier abgerufen werden.

Kurzinformation:

  • NBS Hannover - Hamburg hält einer Nachprüfung stand und wird befürwortet.

  • NBS Hannover - Bielefeld wird mit Einschränkungen befürwortet, da die vorgesehene Fahrzeit von 31 Minuten sich nur bei oberflächlicher Betrachtung aus dem Deutschlandtakt ableiten lässt. Auch 36 und 41 Minuten Fahrzeit sind mit dem Deutschlandtakt kompatibel.

  • Niedersachsen hat den Nutzen, den man mit diesen Neubaustrecken erzielen kann, auch nicht ansatzweise erkannt und in die bisherige Diskussion eingebracht.

  •  Völlig zu Unrecht geht man in Niesersachsen davon aus, dass der Ausbau der Bestandsstrecken auf mehr Gleise billiger und schneller machbar sei.



13.03.2021

Positionspapier zur Streckenelektrifizierung beschlossen

Der Landerverband Niedersachsen hat am 13.03.2021 ein Positionspapier zur Streckenelektrifizierung beschlossen. Es kann hier abgerufen werden.


02.05.2019

Landesversammlung in Obernkirchen

Am Samstag, 04.05.2019, wird der Fahrgastverband PRO BAHN Niedersachsen seine Landesversammlung in Obernkirchen durchführen. Für die Anreise nutzen die Mitglieder einen Sonderzug des FERSt ab Rinteln Nord. Björn Gryschka, Landesvorsitzender: „Zwischen Rinteln und Stadthagen liegt eine Eisenbahninfrastruktur still, die mehr leisten kann als heute. Mit der Wahl des Tagungsortes in Obernkirchen will PRO BAHN daran erinnern, dass die Landesregierung weiter an einem Nachfolgekonzept für die 2015 beschlossenen 2 Reaktivierungen arbeiten muss.“ Fortschritte verspricht sich PRO BAHN dabei von einem neuen hessischen Gutachten, dass das volkswirtschaftliche Interesse an Bahnlinien auch auf dem Land neu und losgelöst vom „U-Bahn-Denken der 70er-Jahre“ definieren wird. 

Zu Beginn werden die Mitglieder am Obernkirchener Bahnhof von Burkhard Rohrsen vom FERSt über die Geschichte und die Perspektiven der Reaktivierung Bahnstrecke informiert. Wichtiger erster Schritt war der Erfolg des Vereines, durch Übernahme der Strecke diese 2008 überhaupt gerettet zu haben. Burkhard Rohrsen: „Mit einer Reaktivierung der Strecke könnte der Abwanderung junger Menschen in Ballungszentren wie die Region Hannover entgegengewirkt werden. Profitieren würden auch der Kurort Bad Eilsen und das Klinikum Obernkirchen mit 600 Arbeitsplätzen.“  

Detail am Rande: Übrigens hätten die aus ganz Niedersachsen anreisenden PRO BAHN-Mitglieder mit dem Niedersachsenticket die Busse im Landkreis Schaumburg nicht nutzen können. Björn Gryschka: „Als einer der allerletzten Landkreise in Niedersachsen wird hier der Niedersachsentarif in den Bussen leider nicht anerkannt. Auch aus diesem Grund fiel die Entscheidung nicht schwer, einen Sonderzug für den Transfer nach Obernkirchen zu bestellen.“

11.03.2018

Bahn verbindet

Die Exkursion zum Einbecker Bundesverbandstag widmete sich den Bahnstrecken und Fahrgästen im Südharz. Auf der Fahrt von Einbeck-Salzderhelden über Seesen, Osterode und Herzberg nach Ellrich erläuterte Michael Reinboth, Vorsitzender des Regionalverbandes Südniedersachsen, eloquent und detailreich die Besonderheiten von Landschaft, Bahnbetrieb und Geschichte. Nicht zufrieden seien die Fahrgastvertreter derzeit mit der Anschlusssituation in Kreiensen, wo drei verschiedene Bahnunternehmen und auch die DB Netz AG nicht ausreichend miteinander kommunizieren und zu oft Anschlüsse versäumt werden. Auf der Fahrt durch die wunderschöne Westharzer Karstlandschaft konnten die BVT-Teilnehmer die Probleme einer eingleisigen Strecke mit störanfälliger Alttechnik erleben: In Seesen wollte sich eine Weiche nicht stellen lassen, so dass unplanmäßig rangiert werden musste. Gut funktionierte hingegen heute der "Herzberger Knoten" mit Bahn- und Busanschlüssen in alle Richtungen - das, obwohl mit unserem Sonderzug ein vierter Zug an nur drei Bahnsteigen unterzubringen war. Der Sonderzug der DB Regio bestand aus zwei frisch aufgearbeiteten Triebwagen der BR 640, die sonst nicht auf dieser Strecke laufen. So kamen auch die Bahnfotografen zu einem seltenen Motiv. Besondere Mühe hatte sich das Team der Harz-Weser-Bahn mit der Zugbeschriftung gegeben: Außen verkündeten die Anzeigen "PRO BAHN auf Fahrt!", innen "PRO BAHN im Zug".  

Der Höhepunkt der Reise wurde mit der Querung der Landesgrenze nach Thüringen erreicht: Hier waren nur 3 Tage nach dem Mauerfall die Bundesbahner Horst Waldmann und Albert Koch auf eigene Faust mit einem Triebwagen von Walkenried nach Ellrich gefahren und hatten so den ersten Grenzübergang zwischen der damaligen Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn der DDR wiedereröffnet. Diese alte, neue Verbindung ist auch fast 30 Jahre danach mit einem stabilen Stundentakt im Fahrplan der Deutschen Bahn verankert. Daran erinnerten die Fahrgastvertreter mit einem extra geschaffenen Plakatmotiv, dass die verbindende Funktion der Bahn hervorhebt. Horst Waldmann und Albert Koch waren zu Beginn des Bundesverbandstages für ihre persönliche Leistung mit dem PRO BAHN-Fahrgastpreis ausgezeichnet worden und nahmen auch an der Exkursion teil. Während des Aufenthaltes im mustergültig sanierten Bahnhof Ellrich versorgte die Freiwillige Feuerwehr, deren Domizil sich hier befindet, die Teilnehmer mit einem Mittagsimbiss und zeigte historische Bahn- und Feuerwehranlagen.

Auf dem Rückweg nach Northeim gab es schließlich noch einen Halt in Deutschlands größter Höhle. Mitten durch die Himmelreichhöhle führt nämlich die Bahnstrecke Ellrich - Walkenried. Der normale Fahrgast nimmt von dem technisch anspruchsvollen Schutz des Tunnels mit bis zu 12 m starken Betonüberdeckungen zum Schutz vor Steinschlag allerdings nichts wahr. Pünktlich konnten die Teilnehmer schließlich in Northeim ihre Anschlusszüge nach Göttingen und Hannover erreichen.

Hier ein Filmbericht über die Exkursion einschließlich Zeitzeugeninterviews: https://youtu.be/-Plg2e75GAQ . Fotos von Fahrt finden Sie hier.


09.03.2018

Landespreis für die Bleckeder Kleinbahn
Heute wurden auf dem Festabend anlässlich des Bundesverbandstages des Fahrgastverbandes PRO BAHN die Fahrgastpreise verliehen Der Landespreis des PRO BAHN Landesverbandes Niedersachsen ging an die Bleckeder Kleinbahn für die Durchführung eines
Regionalbahn-Probeverkehrs.

Die Rede des Landesvorsitzenden Björn Gryschka können Sie hier abrufen.


01.03.2018

Verkehrsstaatssekretär Dr. Lindner zu Gast bei der
Fahrgastpreisverleihung von PRO BAHN

Beim Bundesverbandstag des Fahrgastverbandes PRO BAHN wird Staatssekretär Dr. Berend Lindner vor Fahrgastvertretern aus dem gesamten Bundesgebiet am Freitag, 09.03.2018, im Alten Rathaus in Einbeck ab 18.00 Uhr erstmals öffentlich die Bahnpolitik der neuen Landesregierung beschreiben. Die Delegierten des Fahrgastverbandes kommen in Einbeck zu ihrem jährlichen Treffen zusammen und verleihen traditionell Fahrgastpreise für besonders fahrgastfreundliche Leistungen im öffentlichen Verkehr.

In diesem Jahr werden u. a. geehrt die Eisenbahngesellschaft metronom für ihre engagierte Fahrgastinformation während des Sturms Xavier, die Deutsche Bahn für neue Bahnerlebnisse im Ideenzug sowie die Bleckeder Kleinbahn für ihren Probe-Regionalbahn-Verkehr auf eigene Kosten. Wie immer stellt zudem der Ehrenvorsitzende des Verbandes, Karl-Peter Naumann, die Sorgen und Nöte, aber auch die positiven Erlebnisse der Fahrgäste im Jahr 2017 vor.

Zum Abschluss des Bundesverbandstages begeben sich die Delegierten schließlich auf eine bahnpolitische Exkursion. Um 9.50 Uhr startet am Sonntag, 11.03.2018, am Bahnhof Einbeck-Salzderhelden ein Sonderzug von DB Regio, mit dem die Fahrgastvertreter auf gelungene und weniger gelungene Beispiele im Bahnalltag aufmerksam machen wollen. Stationen sind Kreiensen, Seesen, Gittelde-Bad Grund, Herzberg und Ellrich. In Ellrich wird um 12.15 Uhr gemeinsam mit Zeitzeugen aus Bahn und Politik des ersten Personenzuges gedacht, mit dem nach dem Mauerfall am 12.11.1989 der neue Bahngrenzübergang von Walkenried nach Ellrich durch persönliches Engagement der Eisenbahner vor Ort geöffnet wurde.

Medienvertreter sind zu beiden Veranstaltungen herzlich eingeladen. Kontakt für organisatorische Fragen: Björn Gryschka, Landesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN NIedersachsen, Tel. 0175/8280386, mail:
b.gryschka@pro-bahn.de

 

19.02.2018

PRO BAHN Niedersachsen zur Auftaktsitzung des "Runden Tisches Vegetationsmanagement DB" am 20.02.2018  

Der Fahrgastverband PRO BAHN Niedersachsen fordert die rasche Umsetzung erster Schritte hin zu robusteren Bahnstrecken in Niedersachsen. "Es müssen dringend bessere Vorsorgemaßnahmen gegen die heftigen Stürme a la Xavier entlang der Bahnstrecken getroffen werden", so Landesvorsitzender Björn Gryschka vor der Auftaktsitzung unter Federführung des Niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies. "Wir freuen uns, dass das Thema jetzt auf der politischen Tagesordnung steht, denn baldige Schritte sind ohne den nötigen Druck aus Politik und Öffentlichkeit anscheinend nicht zu erwarten", zieht er gleichzeitig eine eher pessimistische Bilanz der ersten Vorveranstaltung Mitte Januar im Hause des betroffenen Bahnunternehmens metronom.  

Die Forderungen der Fahrgastvertreter:  

1. Sonderprogramm zur Durchforstung 2018 in Niedersachsen: Streckenprioritäten z. B. nach Fahrgastzahlen oder Fernverkehrsbedeutung und nicht nach Verwaltungsbezirken
2. Gleichstellung der rechtlichen Eingriffsmöglichkeiten entlang von Autobahnen und Bahnstrecken (Bundesfernstraßengesetz)
3. Umgehende Erarbeitung eines Notfallfahrplans mit reduzierten Geschwindigkeiten für den Sturmfall statt flächendeckender Betriebseinstellung wegen fehlenden Plans B für Fahrzeuge und Personal  

"Nicht allein das Vegetationsmanagement der Deutschen Bahn sollte die Basis für die Gespräche bilden. Die Einbeziehung Schleswig-Holsteins in den neuen Runden Tisch bietet die Chance, zwei große Eisenbahninfrastrukturunternehmen aus Norddeutschland nach ihren Erfahrungen und Lösungsansätzen zu befragen: Die Verkehrsbetriebe Elbe Weser aus Bremervörde und die AKN aus Kaltenkirchen", meint Gryschka.




16.01.2018

Ergebnisse Runder Tisch Grünschnitt an nds. Bahnstrecken

Mehr enttäuscht als kurzfristig hoffnungsvoll zeigt sich der Fahrgastverband Pro Bahn von den Ergebnissen des ersten Runden Tisches. "Ohne zu pessimistisch zu sein, können stundenlange, großflächige Zugausfälle durch Streckensperrungen beim nächsten Orkan wieder auftreten", so Björn Gryschka, Landesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN, nach der Veranstaltung in Uelzen. "Wir sehen zwar das Bemühen, durch andere Forstvorschriften und Arbeitsweisen Entnahmen einzelner Bäume auch jenseits der 6 Meter neben den Schienen zu ermöglichen. Die positiven Auswirkungen werden aber noch lange auf sich warten lassen."

Aus Sicht von PRO BAHN muss nach dieser ersten Runde, bei der es zunächst viel um den Status Quo und unvernetzte Initiativen einzelner Akteure ging, eine weitere folgen: Wie stellen sich die Bahnunternehmen und die DB Netz AG z. B. Umleitungen über Dieselstrecken vor, wenn elektrifizierte Strecken gesperrt sind? Welche Fahrzeuge kommen dafür in Frage? Muss es dafür Verträge zwischen den Eisenbahnen geben? Und vor allem: Wie bekommen Fahrgäste konsistente Informationen? Dem Fahrgast ist es letztlich bei Streckensperrungen egal, ob er mit einem Regionalzug vielleicht länger unterwegs ist - Hauptsache, er kommt ans Ziel. Schienenersatzbusse können bei tausenden betroffenen Fahrgästen nicht systematisch helfen", so Gryschka. PRO BAHN stellt auch in Frage, ob die flächendeckende, pauschale Verfügung roter Signale die einzige Antwort des Netzbetreibers sein kann.

Aber auch die Versäumnisse der DB und der Politik dürfen nicht verschwiegen werden: "Mangelhafter Rückschnitt über Jahrzehnte hat erst zu dem heute oft bestehenden Schutzstatus größerer Bäume geführt. Aber auch die Politik gibt den Betreibern bis heute bessere Eingriffsmöglichkeiten entlang von Bundesfernstraßen als bei Schienenwegen. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, diese einseitige Bevorzugung eines weniger umweltfreundlichen Verkehrsträgers zu beenden", so Gryschka.

Für den Fahrgastvertreter erfreulich die konstruktive Haltung des Naturschutzbundes, der sich offenbar viele Maßnahmen zum Thema stärkerer Grünschnitt an Bahnstrecken vorstellen kann: " Eine Chance für die Politik, eingefahrene Gleise zu verlassen und das Verhältnis von Autoverkehr, Eisenbahn und Naturschutz neu im Sinne einer gewandelten Gesellschaft zu justieren."



15.01.2018

Runder Tisch "Grünschnitt" tagt am Dienstag zum ersten Mal 

PRO BAHN Niedersachsen hatte es bereits unmittelbar nach dem Herbststurm Xavier gefordert (Link PM Niedersachsen 11.10.2017), das norddeutsche Eisenbahnunternehmen metronom hat die Idee nun aufgegriffen und dankenswerter Weise umgesetzt: Am 16.01.2018 tagt in Uelzen zum ersten Mal ein Runder Tisch Grünschnitt mit Vertretern von Eisenbahnunternehmen, DB Netz AG, Aufgabenträgern, Umweltministerium, Naturschutzbund und Fahrgastverband PRO BAHN, um kurzfristige Lösungen für eine größere Robustheit des Bahnverkehrs namentlich in der norddeutschen Tiefebene zu erarbeiten.

PRO BAHN-Landesvorsitzender Björn Gryschka hält im Kontext von Unwetterereignissen auch die konsistente und widerspruchsfreie Information der Fahrgäste für besonders bedeutsam: "Daten zur Position von Zügen sind bereits digital beim Schienennetzbetreiber vorhanden. Zur Zeit müssen aber noch viel zu viele Daten auf gesonderten Wegen und manuell von den Verkehrsunternehmen über anfällige Schnittstellen an die Fahrgäste weitergeleitet werden. Es kann nicht sein, dass sich Fahrgäste im Störungsfall ihre "Wahrheit" aus einer Kombination von Bahnsteiganzeigen, "bahn.de" und den Homepages bzw. Apps der einzelnen Verkehrsunternehmen zusammenreimen müssen. Eine gemeinsame Datendrehscheibe muss höchste Priorität im DB-Konzern erhalten!", fordert Gryschka.


30.11.2017

Rücknahme von Fahrplanverbesserungen wegen Datenpanne bei der DB Netz AG

"Ausgesprochen ärgerlich" findet PRO BAHN-Sprecher Björn Gryschka die Rücknahme der seit einiger Zeit angekündigten Angebotsverbesserungen auf der von erixx betriebenen Linie zwischen Hannover und Bad Harzburg (RE 10). "Es ist ein niedersachsenweit einmaliger Vorgang, dass die DB Netz AG verbindlich zugesagte Fahrplantrassen in solchem Umfang und so kurzfristig storniert. Offenbar hat man dort die nötigen nächtlichen Zeitfenster für Bauarbeiten schlicht übersehen und deshalb neue Tagesrandzüge morgens und abends angenommen. Dass nun aber so rigoros nicht nur bei dem RE 10, sondern im gesamten Harzraum bestellte Tagesrandzüge wieder für bis zu 2 Jahre abgesagt werden, können wir nicht akzeptieren. Wir erwarten von der DB Netz eine transparente Bauplanung, die sobald wie möglich zumindest in den Wochenendnächten die Fahrplanverbesserungen zulässt", meint Gryschka. Auch die Verzögerung des neuen Zuges um 4.44 Uhr von Hildesheim nach Hannover mit guten Anschlüssen nach Köln und Süddeutschland möchte er nicht länger als 1 Jahr hinnehmen und setzt auf das Verhandlungsgeschick der Landesnahverkehrsgesellschaft, die die Verbesserungen fest geplant hatte. Immerhin ist aber die durchgehende stündliche S-Bahn-Verbindung von und nach Hannover in den Wochenendnächten gesichert.

Insgesamt zeigt dieser Vorgang wieder einmal die mangelhafte digitale Koordinierung von Fahrplan- oder Baustellendaten. Die Auswirkungen einer fehlenden gemeinsamen "Datendrehscheibe" für Zugdaten und Informationen für Fahrgäste hatten sich erst im Oktober 2017 bei den Stürmen Xavier und Herwart überdeutlich gezeigt. "Wann besetzt die Deutsche Bahn AG endlich das Vorstandsressort Digitales?", fragt Gryschka.


11.10.2017

Der nächste Sturm kommt bestimmt  

Sturm „Xavier“ und die Folgen im Bahnverkehr – was muss besser werden?  


Hunderttausende Fahrgäste sitzen am 05. und 06.10.2017 wegen des (etwa 5-stündigen)  Sturms auf den Bahnhöfen Norddeutschlands fest. Letzte Strecken sind erst 6 Tage später wieder befahrbar. Das Bahnpersonal ist bemüht, den Reisenden zu helfen, wirkt aber oft allein gelassen. Fahrgäste, die sich Informationen über die Apps oder die Webseiten der Eisenbahnunternehmen beschaffen, werden dadurch nicht unbedingt schlauer. Denn obwohl für „die ganze Region Niedersachsen“ der Bahnverkehr „vollständig eingestellt“ ist, bleiben Fragen: So fahren die Regionalzüge am 05.10.2017 zwischen Kassel und Göttingen unbeirrt und sogar pünktlich. Die Metronom-Züge werden am 06.10.2017 zwar zwischen Hannover und Uelzen auf www.bahn.de als pünktlich angezeigt, die Strecke ist aber tatsächlich weiterhin durch DB Netz gesperrt. Das führt soweit, dass die Eisenbahngesellschaft metronom sich gezwungen sieht, die Fahrgäste in deutlichen Worten vor der Bahn-Homepage zu warnen: „Die Angaben auf www.bahn.de sind falsch, die richtigen finden Sie nur auf der-metronom.de.“  

Aus Sicht der niedersächsischen Fahrgäste müssen folgende Lehren gezogen werden:  

1. Das Streckenbegleitgrün auf Gelände der DB Netz AG (vor     allem die ehemaligen Brandschutzstreifen) muss unverzüglich soweit zurückgeschnitten und dauerhaft kurz gehalten werden, wie es bereits das heutige Naturschutzrecht erlaubt.

2. Wo das Naturschutzrecht es nicht erlaubt, Bäume  zu entfernen, die aufgrund ihrer Größe und Nähe zu den Gleisen den Zugverkehr gefährden könnten, muss unverzüglich eine Task Force mit Vertretern von DB Netz, der Eisenbahnunternehmen, aus Verkehrs- und Umweltministerium von Bund und Land sowie den Vertretern der Fahrgast- und Umweltverbände zusammentreten. Diese muss Naturschutz auf der einen Seite sowie Sicherheit und Robustheit des Bahnverkehrs auf der anderen Seite neu gewichten. Dabei sind insbesondere Schutzintensität und Bedeutung der Bahnstrecke für den überregionalen Verkehr transparent abzuwägen.  
 
3. Die Struktur der Datenübermittlung zwischen Netzbetreiber, Eisenbahnunternehmen, Bahnhofsbetreiber und Fahrgästen muss dringend reformiert werden. Es muss eine einheitliche Datenbasis geben, auf die per Schnittstelle alle Unternehmen im nötigen Umfang zugreifen und zuliefern. Für die Fahrgäste müssen daraus automatische Informationen generiert werden. Es ist den Fahrgästen nicht länger zuzumuten, sich aus gerade im Krisenfall unzureichend manuell gepflegten Homepages, Apps und Anzeigen selbst eine „Wahrheit“ zusammenzureimen. Der bisherige Bundesverkehrsminister hat noch im September die Digitalisierung der Bahn als großes Ziel ausgegeben – die Umsetzung muss jetzt beginnen.  

Pro Bahn steht für die Diskussion am Runden Tisch bereit. Das Eisenbahnunternehmen metronom und der PRO BAHN-Bundesverband haben sich mit unterstützenden Pressemitteilungen gemeldet, siehe

 „Link zu PM Metronom“ und „Link zur PM Runder Tisch Sturm und Orkan“ von PRO BAHN.  
08.04.2017

Fahrgastverband Pro Bahn stellt neue Schrift zum Schienenausbau vor

In einer Gemeinschaftsaktion der Landesverbände Niedersachsen, Hamburg/Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hat PRO BAHN ein Thesenpapier erarbeitet, das die Vorstellungen und Wünsche der Fahrgäste in den norddeutschen Bundesländern zur Bahninfrastruktur
vorstellt. Das erste Exemplar wurde auf der niedersächsischen Landesversammlung am 08.04.2017 in Uelzen Herrn Dr. Christoph Wilk vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr übergeben, der bei seinem Besuch Minister Olaf Lies vertrat.

 

Link zur Rede des Landesvorsitzenden Björn Gryschka


02.06.2016

25 Jahre ICE-Strecken - Jubiläum ohne Feier
           
 
Am 2. Juni 1991, genau vor 25 Jahren, begann in Niedersachsen der Hochgeschwindigkeitsverkehr. Die damalige Deutsche Bundesbahn nahm nach rund 15 Jahren Bauzeit die Schnellfahrstrecke Hannover - Göttingen - Würzburg mit einer Abzweigung nach Hildesheim und Braunschweig in Betrieb. Gleichzeitig wurde die erste ICE-Linie Hamburg - Hannover - Göttingen - Frankfurt über diese Strecke geführt. Der Streckenast nach Hildesheim und Braunschweig erhielt zunächst eine Intercity-Linie, die aber die Reisezeiten Richtung Göttingen und Süddeutschland bereits um 30 - 90 Minuten verkürzte. Der historischen Entwicklung, die im Vorjahr zur Wiedervereinigung Deutschlands geführt hatte, war es zudem zu verdanken, dass diese Intercitylinie von Anfang an nach Berlin weitergeführt wurde. Hildesheim und Braunschweig bekamen somit nicht nur die in Zeiten der alten Bundesrepublik geplanten 3 Intercity-Zugpaare in Tagesrandlage nach Süden, sondern eine vollwertige Intercity-Linie im Zweistundentakt von Süddeutschland bis Berlin. Ab 1993 gab es dann die heute bekannte ICE-Linie mit erneut verkürzten Fahrzeiten und mehr Zügen.

"Wie selbstverständlich diese Fahrzeiten für viele Fahrgäste der Region mittlerweile sind, zeigte sich erst im vergangenen April", sagt Björn Gryschka von Pro Bahn, "schlagartig waren wegen der zwei Wochen langen Vollsperrung der ICE-Strecke die Fahrzeiten aus den 80er Jahren wieder zurück." Fahrgäste hätten zu den kurzen Fahrzeiten eines ICE oft keine Alternative: "Mit dem Pkw sind die Fahrzeiten nicht zu halten. Fernpendler müssten ohne ICE umziehen oder eine Zweitwohnung am Arbeitsort nehmen. Die ICEs haben also ganz neue Lebensgewohnheiten ermöglicht."

Vor diesem Hintergrund ist es für Pro Bahn unverständlich, dass dieses besondere Jubiläum nicht von der Deutschen Bahn in der Region gefeiert wird. "Vor 25 Jahren gab es Bahnhofsfeste und Testfahrten in allen ICE-Städten, seither hat der ICE trotz Pannen ein positiv besetztes Image. Jedes Kindergartenkind kennt ihn", meint Gryschka. "Gerade die emotionale Bindung von Kunden an ein Produkt durch posivites Erleben lässt die Kunden über Schwächen hinweg sehen." Warum nicht z. B. wenigstens der neue ICE 4, der in diesen Tagen bereits Testfahrten zwischen Hannover und Göttingen unternimmt, öffentlich an mehreren Bahnhöfen vorgestellt wird, ist für Pro Bahn eine vergebene Chance. "Wie man eine Bahnstrecke heute feiert, zeigt aber in dieser Woche die Schweiz. Dort ist ein gesamtes Land stolz auf seine neue Strecke durch den Gotthard, im Eröffnungszug sitzen durch Los ermittelte Fahrgäste, die Ehrengäste fahren im zweiten Zug hinterher. Etwas mehr Engagement bei einem 25-jährigen Jubiläum hätte die DB sich also leisten dürfen", ist Gryschka gerade beim Blick zum europäischen Nachbarn enttäuscht.

04.05.2016

Pro Bahn bestreitet Notwendigkeit von Zugstreichungen im Leinetal - unabhängige Dokumentation


Die DB Netz AG hat zwischen dem 23.04. und 09.05.2016 rigoros Trassen fahrplanmäßiger Regionalverkehrszüge im Leinetal gestrichen mit der Begründung, dass diese Strecke aufgrund der umgeleiteten ICE-Züge und zahlreicher Güterzüge überlastet sei und keinen Platz für sonst vorrangige Regionalzüge mehr biete. Betroffen sind die S-Bahn Hannover - Hildesheim sowie die Regionalbahnlinien Bad Harzburg - Göttingen und Nordhausen - Göttingen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat deshalb an den ersten beiden Wochenenden der Maßnahme systematisch die tatsächlich gefahrenen Züge in den Bereichen Kreiensen/Freden, Nordstemmen und Einbeck dokumentiert, siehe Anlage.

In der Analyse hat sich klar herausgestellt, dass zumindest an den Wochenenden die Strecke bei weitem nicht ausgelastet ist. Mit den gewonnenen Daten lässt sich beweisen, dass die Herausnahme mindestens der RB Bad Harzburg – Göttingen im Abschnitt Kreiensen – Göttingen völlig unverhältnismäßig war. Diese Linie hätte den unveränderten Anschluss aus dem Nordharz sowie die Hälfte der schnellen Verbindungen aus dem Südharz nach Göttingen sichergestellt. Zur Verdeutlichung sind in der Dokumentation die fiktiven Trassen orange eingefärbt.

Pro Bahn hat zahlreiche längere Zeiträume ohne Verkehr (in der Tabelle gelb eingefärbt) und selbst Fahrten auf dem Gegengleis mit entsprechender Kapazitätseinschränkung für die Gegenrichtung beobachtet. Wie leistungsfähig die Strecke eigentlich ist, zeigte sich am 01.05.2016, als innerhalb von 65 Minuten 13 Züge Richtung Süden fuhren. Meist waren es aber nur 4 – 7 Züge je Stunde und Richtung.

Dass die Einlegung zusätzlicher Express-S-Bahn-Züge während der Hannover Messe zwischen Hildesheim und Hannover exakt in den Trassen der regulären Züge möglich war, aber ohne dass dies in der Woche vom 02. - 06.05.2016 wiederholt wurde, lässt zusätzlich an objektiven Entscheidungen der DB Netz AG zweifeln.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat sich daher beim Eisenbahnbundesamt sowie der Bundesnetzagentur über die Entscheidungen der DB Netz AG beschwert, da sie unnötig waren und zu Lasten Tausender Fahrgäste gingen.

Hier die von Pro Bahn über längere Zeiträume ermittelten Züge und Fahrzeiten. Für weitere Interpretationen der Tabelle wenden Sie sich bitte an den Landesvorsitzenden Björn Gryschka, Tel. 0175/8280386.


11.04.2016

PRO BAHN empört: Region Hildesheim soll übermäßige Auswirkungen der ICE-Streckensperrung ertragen

PRO BAHN kann nicht abschließend beurteilen, welche Trassen für ICE, metronom, S-Bahn, erixx, Güterzüge in den 17 Tagen der ICE-Streckensperrung Kassel - Hannover zwischen (Göttingen - / Hildesheim - ) - Barnten - Hannover zur Verfügung stehen. Regionalverbandssprecher Björn Gryschka: "Die Situation ist offenbar von der DB gründlich verkorkst worden, weil man schon vor einigen Jahren geplant an das Projekt Schotteraustausch ICE-Strecke hätte herangehen können oder müssen. Das muss weiter aufgearbeitet werden, zunächst gilt es aber, die Auswirkungen für die Fahrgäste der Region Hildesheim, die prozentual von den meisten Zugausfällen bei ICE und S-Bahn betroffen sind, möglichst erträglich zu halten."

Forderungen von PRO BAHN:

 -erixx-Züge Bad Harzburg - Hildesheim - Hannover müssen von 6 - 20 Uhr immer dreiteilig, also           maximale Länge fahren! Hierzu gibt es ermutigende Signale, erixx prüft das zur Zeit und wird es hoffentlich umsetzen können. Zum Tag der Niedersachsen 2015 in Hildesheim hatte das sehr gut geklappt. Während der Messe hält erixx ohnehin zusätzlich in Hannover Messe/Laatzen, so dass dann ein "schnelles Grundangebot" von Hildesheim bis Messe sichergestellt ist (allerdings zu Spitzenzeiten sicher sehr stark belegt).

- "Express-S-Bahnen" zwischen 6 und 9 Uhr sowie 16 und 19 Uhr während der Messe müssen an allen 17 Sperrtagen fahren!

- Es ist nicht einzusehen, warum die Fahrplantrassen an 5 Tagen während der Messe für diese S-Bahnen   vorhanden sind, an den anderen Tagen der ICE-Strecken-Sperrung aber nicht. Da dann keine Sonderzüge zur Messe fahren, sind sogar mehr Trassen vorhanden! Warum sollen Hildesheimer Pendler unnötig 17 Tage lang überfüllte Züge im Berufsverkehr ertragen müssen?

- "Express-S-Bahnen" müssen auch in Emmerke halten!

- Die S-Bahnen sollen nach DB-Planung 1 Minute später ab Hildesheim Hbf abfahren als planmäßig und 1 Minute früher in Messe ankommen als geplant. PRO BAHN-Forderung: Die Züge fahren 1 Minute früher als planmäßig in Hildesheim ab, somit kann der Zwischenhalt in Emmerke ermöglicht werden und die Emmerker Fahrgäste haben wenigstens ein Grundangebot nach Hannover. Die Strecke von Hildesheim bis Emmerke/Nordstemmen ist von den Engpässen der Nord-Süd-Strecke nicht direkt betroffen.

- "Express-S-Bahnen" auch als Entlastung für Pendler Hildesheim - Hannover Hbf kommunizieren!

Die S-Bahnen fahren offiziell weiter über Messe hinaus nach Hannover Hbf und kommen von dort (nur Zugnummernwechel in Messe) - d. h. sie sind wichtige Entlastung für Berufspendler nach Hannover, die gar nicht zur Messe wollen. Die DB bewirbt sie bisher aber ausdrücklich nur als "Messezüge" zwischen Hildesheim und Hannover Messe.

Während des gesamten Zeitraums 23.04. - 09.05.2016 sollten Fahrgäste aus Hildesheim Hbf, die Hannover Hbf als Ziel haben und etwas längere Fahrzeiten in Kauf nehmen können, möglichst oft mit der S 3 über Lehrte ausweichen. Fahrgäste aus Emmerke können neben dem langsamen Schienenersatzverkehr Richtung Hannover auch mit der Nordwestbahn mit Umstieg in Nordstemmen auf den metronom reisen. Das spart ggü. der SEV-Verbindung über Messe rund 15 Minuten. Fahrgäste aus Barnten und Rethen sind auf den SEV angewiesen. Pro Bahn-Sprecher Gryschka: "Wir erwarten, dass sich in den verbleibenden Tagen bis zur Sperrung noch etwas bewegt - ungewöhnlich kurzfristige Baumaßnahmen müssen ungewöhnliche kurzfristige Fahrplananpassungen möglich machen!"

Für Rückfragen:

Fahrgastverband PRO BAHN Braunschweig-Hildesheim
Björn Gryschka, Bad Salzdetfurth Vorsitzender
Tel. 0175/8280386



03.11.2015

Pro Bahn: Dialogforum schafft Basis für Norddeutschlands Bahnzukunft


Mit dem vorgesehenen Abschlussdokument des Dialogforums Schiene Nord
wird die Basis für die Fahrt der Personen- und Güterzüge im
Seehafenhinterland verbessert. Eine weitergehende Positionierung für
mehr Schiene wäre aus Sicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn Niedersachsen
aber möglich gewesen.

Pro Bahn-Landesvorsitzender Björn Gryschka sagt dazu: "Wir begrüßen die
Offenheit der Landesregierung, die mit der erstmaligen Ausrichtung eines
Dialogforums die Wünsche und Sorgen der Bürger, Fahrgäste und Verbände
ernst genommen und versucht hat, einen gesellschaftlichen Konsens zu
erzielen. Wichtig ist vor allem, dass nach 30 Jahren Stillstand in den
nächsten Jahren die meisten Maßnahmen der alpha-Variante Realität
werden. Der mit den Bürgerinitiativen und Kommunen gefundene Konsens
sollte helfen, juristische Verfahrenshürden leichter und schneller zu
nehmen. Jeglicher Ausbau von Schienen dient unmittelbar der
Kapazitätserweiterung und und wird von den Fahrgästen deshalb positiv
gesehen."

Nach Meinung von Pro Bahn geht es bei der Alpha-Variante nun darum, sie
sehr schnell umzusetzen. "Wenn die Strecke Verden - Rotenburg
zweigleisig und kreuzungsfrei an die weiterführenden Strecken anschließt
und die Amerikalinie elektrifiziert und längere zweigleisige
Begegnungsabschnitte bekommt, so schafft das Entlastung auf dem Niveau
der heutigen Verkehre. Die flankierenden Maßnahmen auf den Strecken
Nienburg - Minden, Nienburg - Wunstorf und Bremerhaven - Rotenburg sind
unerlässlich. Ob allerdings der Bau des dritten Gleises zwischen
Lüneburg und Uelzen für die Abfuhr der Güterzüge aus Hamburg Richtung
Süden und Osten und eine verbesserte Qualität im Regionalverkehr
mittelfristig ausreichend ist, bezweifeln wir. Die Option auf eine
darüberhinaus erweiterte Schienenverbindung muss auf dem Tisch bleiben",
fordert Gryschka.

Nach der Anhörung von Bürgern, Kommunen und Verbänden müsse die Politik
jetzt schnell entscheiden. "Die Verantwortung für das richtige und
zukunftsweisende "Maß Bahn" bleibt eine politische, der sich die
Volksvertreter nun stellen müssen", sagt Gryschka. Pro Bahn werde das
Abschlussdokument des Dialogforums nicht unterzeichnen, weil der darin
formulierte Ausschluss weiterer Planungen und Varianten nicht im Sinne
der Fahrgäste sein könne. Die seitens der DB AG durchgesetzte
Öffnungsklausel sei aber ein wichtiger Schritt, um auf sich weiter
ändernde Verkehrsverhältnisse später sinnvoll eingehen zu können.



15.06.2015
Resolution: Bahnstrecken in der Region Braunschweig reaktivieren!

Die Mitglieder des Fahrgastverbands Pro Bahn Braunschweig-Hildesheim fordern anlässlich ihrer Jahreshauptversammlung 2015 in Braunschweig: Der Zweckverband Großraum Braunschweig muss die Reaktivierungschancen der Bahnstrecke in Salzgitter entschieden nutzen und die Fördermillionen des Landes in die Region Braunschweig holen!

Begründung:

Aus dem landesweiten Auswahlverfahren von anfangs 74 Strecken hat sich die Verlängerung der Bahnstrecke Braunschweig - Salzgitter-Lebenstedt nach Salzgitter-Fredenberg als Strecke mit dem besten Kosten-Nutzen-Faktor durchgesetzt. Auch wenn es nur ein kurzer Abschnitt von 2 km Länge ist, liegen gerade darin für den Zweckverband, der über Investitionsanteil und Zugbestellung entscheiden soll, einmalige Chancen:

  1. Die Einwohner des Siedlungsschwerpunktes Fredenberg erhalten eine hochattraktive, schnelle und umsteigefreie Bahnverbindung nach Braunschweig. Die Fahrzeit reduziert sich von bis zu 51 Minuten bei unregelmäßiger Busverbindung auf 28 Minuten im stündlichen Takt.
  2. Es sind keine Anpassungen im örtlichen Busnetz erforderlich. Die direkten Züge bieten erstmals eine zusätzliche Expressverbindung von Fredenberg nach Braunschweig.
  3. Die einmaligen Investitionskosten sind absolut überschaubar. Lediglich 1,3 Mio. Euro muss der ZGB laut Gutachter einschließlich Planungskosten investieren. Das Land gibt 3,9 Mio. Euro Fördergeld dazu.
  4. Es fallen vergleichsweise wenig Kosten an. Durch die geringe Streckenlänge steigen die jährlichen Bestellerentgelte auf der Strecke Braunschweig - Salzgitter kaum, da insbesondere keine Investitions- und Betriebskosten für ein neues Fahrzeug anfallen. Zudem generiert die Strecke einen Nutzenüberschuss von jährlich 145 T€.
  5. Nach 15 Jahren Stillstand und Rückschritt im Nahverkehr liegt die Region Braunschweig damit beim Thema Streckenreaktivierung gleichauf mit der Entwicklung im Land Niedersachsen.
  6. Mit einer zielgerichteten und erfolgreichen Reaktivierung der Strecke in Salzgitter erhält die Diskussion auch bei der Strecke Braunschweig - Harvesse neuen Schwung (derzeit Platz 5 landesweit und unter der Förderschwelle). Über die Zukunft dieser Strecke bietet das Land Verhandlungen an und will die Änderung von Rahmenbedingungen prüfen, damit die Förderfähigkeit erreicht wird. Auch hier sollte der ZGB die Entwicklung aktiv mitgestalten.

Diese Resolution wurde von den Pro Bahn-Mitgliedern einstimmig beschlossen.


 
03.05.2015
 
Bahnstreik: Tipps für Fahrgäste in Niedersachsen

Anlässlich des angekündigten Streiks der GDL stellt Pro Bahn die aktualisierte Streiklandkarte für Niedersachsen bereit. Die Streiklandkarte gibt einen Überblick, welche Strecken der Bahn-Konkurrenten wie Nordwestbahn, metronom, Westfalenbahn, Cantus, erixx voraussichtlich planmäßig befahren werden. Verspätungen einzelner Züge sind aber nicht ausgeschlossen. Dort erhält man auch "DB-freie" Verbindungen in Niedersachsen, wenn in der Auskunftsmaske entsprechende Zwischenhalte und "nur Nahverkehr" vorgegeben werden.

 

Damit bestehen gute Fahrmöglichkeiten z. B. zwischen Bremen - Cuxhaven - Hamburg, Bremen - Hamburg, Hamburg - Hannover - Göttingen, in der Heide über Soltau, bei der Regio-S-Bahn Bremen und im Bereich Osnabrück - Oldenburg - Wilhelmshaven. Auch zwischen Bad Bentheim - Osnabrück - Herford bestehen gute Reisemöglichkeiten, montags - freitags kann man ab Bünde auch regelmäßig via Hameln und Elze nach Hannover gelangen. Der Harz ist von Hannover und Braunschweig mit erixx gut zu erreichen, ebenso bestehen Fahrmöglichkeiten Braunschweig - Hamburg über Gifhorn.

Nach der Erfahrung der letzten 7 Streiks ist aber auch damit zu rechnen, dass Regionalexpresslinien der DB in NIedersachsen nicht völlig eingestellt werden, sondern etwa im 2-Stundentakt ggf. nur in Kernbereichen (z. B. Braunschweig - Osnabrück statt bis Rheine) verkehren. Dasselbe gilt für manche DB-S-Bahnzüge, z. B. gab es bei der S 3 zwischen Hannover und Hildesheim in der Vergangenheit praktisch keine streikbedingten Ausfälle. Im Fernverkehr werden vsl. die ICE-Linien Köln - Hannover - Berlin regelmäßig verkehren, die ICE-Linie Frankfurt - Braunschweig - Berlin alle 2 Stunden; mit einzelnen Zugausfällen muss aber gerechnet werden. Bei Nutzung von DB-Zügen empfiehlt sich der Blick in die "Live-Auskunft" der DB unter www.bahn.de.

Ein wichtiges "PS" an dieser Stelle: Damit der Streikfahrplan nicht zum Normalfahrplan wird und Fahrgäste dauerhaft mit zu wenig oder zu kurzen Zügen kämpfen müssen, ist es wichtig,
unsere Petition zu unterzeichnen. Darin fordert Pro Bahn die dauerhafte Bereitstellung ausreichender Regionalisierungsmittel, damit der Erfolg des Nahverkehrs - außer durch Streiks - nicht auch durch die Bundespolitik gefährdet wird.



21.03.2015

Endlich Bahn frei!


Unter diesem Motto trafen sich zum Auftakt des Reaktivierungstages in
der Grafschaft Bentheim der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies,
mehrere Bürgermeister und Vertreter der Region und der Vorstand der Bentheimer Eisenbahn bei der Landesversammlung von PRO BAHN Niedersachsen.

Die Rede des Landesvorsitzenden Björn Gryschka finden Sie
hier.

Verkehrsminister Lies betonte, dass für den Erfolg einer
Reaktivierung die Identifikation der Bevölkerung mit "ihrer" Strecke
wichtig sei. Dies sehe er in der Grafschaft gegeben.

Bürgermeister Dr. Volker Pannen (Bad Bentheim) und Erster Kreisrat Hans-Werner Schwarz (Landkreis Grafschaft Bentheim) blickten auf das 20-jährige Engagement der Region für den Personenverkehr auf der Strecke Bad Bentheim Nordhorn - Neuenhaus zurück.

Zum Schluss der Veranstaltung hoben Gryschka und Lies symbolisch ein
Schwellenkreuz von einem rostigen Gleis, um die Bahn (zumindest den
konkreten Reaktivierungsprozess) endlich frei zu geben. Im Anschluss
daran startete ein Sonderzug der Bentheimer Eisenbahn am Bentheimer
Bahnhof zur Fahrt zu den künftigen Bahnhöfen Quendorf, Nordhorn und
Neuenhaus, wo er jeweils ausgiebig von der Bevölkerung bei freiem Kaffee
und Kuchen begrüßt wurde. Ein Abteil des Sonderzuges stand allein Pro
Bahn zur Verfügung: Die Mitglieder setzten hier ihre reguläre
Landesversammlung mit Vorstandsberichten und Wahlen fort, erstmals, aber
durchaus stilecht, in einem rollenden Sonderzug.

Ein gelungener Tag für den niedersächsischen SPNV!

Fotos von der Veranstaltung finden Sie hier.



18.03.2015
 
Verkehrsminister Olaf Lies erläutert Streckenreaktivierungen
Besuch beim Fahrgastverband Pro Bahn Niedersachsen


Der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies wird auf der
Landesversammlung des Fahrgastverbandes Pro Bahn Niedersachsen am
Samstag, 21.03.2015, ab 11.15 Uhr in Bad Bentheim der Öffentlichkeit
erstmals den weiteren Weg vorstellen, wie die drei vorgeschlagenen
Strecken nun reaktiviert werden können. In der vergangenen Woche hatte
der Minister die Strecken Bad Bentheim – Nordhorn – Neuenhaus,
Einbeck-Salzderhelden – Einbeck und Salzgitter-Lebenstedt –
Salzgitter-Fredenberg zur baldigen Reaktivierung empfohlen. Der
Lenkungskreis hat sich der Empfehlung mittlerweile angeschlossen.

Wir Fahrgäste erwarten mit Spannung die Rede des Ministers und erhoffen
uns neue Impulse für den niedersächsischen Bahnverkehr. Sorgfältig
ausgewählte Reaktivierungsstrecken sind geeignet, die Tauglichkeit des
Systems Schiene gerade im ländlich geprägten Raum nachzuweisen und die
Qualität des öffentlichen Verkehrs deutlich zu erhöhen.
Leuchtturmprojekte wie die Streckenreaktivierungen geben Rückenwind auch
für andere dringende Infrastrukturmaßnahmen im Bahnland Niedersachsen.
 

 
18.02.2015

 

Bahnstreik: Tipps für Fahrgäste in Niedersachsen

Anlässlich des angekündigten Streiks der GDL stellt Pro Bahn die aktualisierte Streckenkarte für Niedersachsen bereit. Züge der Bahn-Konkurrenten wie Nordwestbahn, metronom, Westfalenbahn, Cantus, erixx verkehren planmäßig, Verspätungen einzelner Züge sind aber nicht ausgeschlossen.

Damit bestehen gute Fahrmöglichkeiten z. B. zwischen Bremen - Cuxhaven - Hamburg, Bremen - Hamburg, Hamburg - Hannover - Göttingen, in der Heide über Soltau, bei der Regio-S-Bahn Bremen und im Bereich Osnabrück - Oldenburg - Wilhelmshaven. Auch zwischen Bad Bentheim - Osnabrück - Herford bestehen gute Reisemöglichkeiten, Donnerstag und Freitag kann man ab Bünde auch regelmäßig via Hameln und Elze nach Hannover gelangen.

Seit letztem Fahrplanwechsel wurde der Verkehr auf den Strecken Hannover - Bad Harzburg, Bad Harzburg - Braunschweig, Braunschweig - Uelzen und Lüneburg - Dannenberg von erixx übernommen. Auch diese Strecken sind daher nicht mehr von einem Streik der DB-Lokführer betroffen.
 
Eine Übersicht finden Sie hier .