Aktuell 

27.07.2022 Unerträglich schlechte Betriebsführung auf der

                     Südharzstrecke

19.06.2022 Resolution zur Anbindung des Nordwestens an den

                     Fernverkehr

19.06.2022 Länder müssen Angebote und Tarife dauerhaft attraktiver machen

15.05.2022 Unbürokratisch alle verfügbaren Züge einsetzen, um

                     Überfüllung zu vermeiden!

20.03.2022 PRO BAHN begrüßt kostenlose Mitfahrt von

                     Flüchtlingen

03.02.2022 Ablehnung der Neubaustrecke verspielt zahlreiche

                     Chancen für Niedersachsen

06.01.2022 PRO BAHN fordert Garantiefahrpläne für Bahn und Bus

05.12.2021 Auch Niedersachsen ist jetzt in der Pflicht!

07.11.2021 Qualität des Schienenverkehrs verschlechtert sich zusehends

09.10.2021 Nur magere Verbesserungen für Niedersachsen und Bremen

12.09.2021 Qualität im Nahverkehr ist auch ohne GDL-Streik

                      nicht zufriedenstellend

01.09.2021 PRO BAHN Niedersachsen/Bremen ist über den neuen GDL-Streik entsetzt
06.08.2021 Bremen darf nicht ständig vom Fernverkehr abgehängt werden!
14.07.2021 PRO BAHN Niedersachsen warnt vor erheblichen Folgen des kommenden Bahnstreiks
26.06.2021 Landesversammlung des Fahrgastverbandes PRO BAHN in Jaderberg am 26.06.2021
11.06.2021 Stellungnahme des Landesverbandes zur Neubaustrecke Bielefeld - Hannover

13.03.2021 Positionspapier zur Streckenelektrifizierung beschlossen
02.05.2019 Landesversammlung in Obernkirchen
11.03.2018 Bahn verbindet
09.03.2018 Landespreis für die Bleckeder Kleinbahn
01.03.2018 Verkehrsstaatssekretär Dr. Lindner zu Gast bei der
                      Fahrgastpreisverleihung von PRO BAHN

19.02.2018 PRO BAHN Niedersachsen zur Auftaktsitzung des "Runden Tisches
                      Vegetationsmanagement DB" am 20.02.2018  

16.01.2018 Ergebnisse Runder Tisch Grünschnitt an nds. Bahnstrecken
15.01.2018 Runder Tisch "Grünschnitt" tagt am Dienstag zum ersten Mal 
30.11.2017 Rücknahme von Fahrplanverbesserungen wegen Datenpanne bei der DB Netz AG
11.10.2017 Der nächste Sturm kommt bestimmt  
08.04.2017 Fahrgastverband Pro Bahn stellt neue Schrift zum Schienenausbau vor
02.06.2016 25 Jahre ICE-Strecken - Jubiläum ohne Feier
04.05.2016 PRO BAHN bestreitet Notwendigkeit von Zugstreichungen im Leinetal - unabhängige
                      Dokumentation

11.04.2016 PRO BAHN empört: Region Hildesheim soll übermäßige Auswirkungen der ICE-
                      Streckensperrung ertragen

03.11.2015 Pro Bahn: Dialogforum schafft Basis für Norddeutschlands Bahnzukunft
15.06.2015 Resolution: Bahnstrecken in der Region Braunschweig reaktivieren!
03.05.2015 Bahnstreik: Tipps für Fahrgäste in Niedersachsen
21.03.2015 Endlich Bahn frei!
18.03.2015 Verkehrsminister Olaf Lies erläutert Streckenreaktivierungen
                     Besuch beim Fahrgastverband Pro Bahn Niedersachsen

18.02.2015 Bahnstreik: Tipps für Fahrgäste in Niedersachsen

Archiv


27.07.2022

„Höchste Eisenbahn“ schlägt Alarm

Unerträglich schlechte Betriebsführung auf der Südharzstrecke

„Alles freut sich über das 9-Euro-Ticket. Was DB Regio inzwischen aber – nach relativ langer Zeit stabilen Betriebs – auf der Sollingbahn und der Südhazrstrecke abliefert, ist nicht mehr hinzunehmen.“ Michael Reinboth von der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ ist schlecht auf die DB im Harz-Weser-Netz zu sprechen. „Am Samstag, den 23.7., fielen nacheinander gleich zwei Züge wegen Personalmangel aus. Für Fahrgäste bedeutete das: Zwischen 18.06 und 21.06 Uhr gab es keinerlei Möglichkeit, von Northeim in den Südharz zu gelangen. Und Bus-Notverkehr anzubieten, kommt den Verantwortlichen von DB Regio erst gar nicht mehr in den Sinn.“

 

Leider reiht sich DB Regio damit in die schon seit Wochen unbefriedigende Betriebssituation bei DB Start ein, aber auch andere Eisenbahn-Verkehrsunternehmen liefern derzeit in Niedersachsen eine grottenschlechte Leistung ab.

 

„Wir erwarten von DB Regio, dass man dort auf die offenbar zunehmenden Personalausfälle reagiert. Im Grunde ist es ja jedes Jahr dasselbe – völlig überraschend wollen die Leute in den Urlaub. Darauf war und ist man bei allen Eisenbahnunternehmen immer schlechter vorbereitet. Hinzu kommen die Corona-Ausfälle. Dafür muss man Verständnis haben, nicht aber für die Art und Weise, wie hier reagiert wird.“

 

Auf der Sollingbahn häufen sich die Ausfälle in einem noch schlimmeren Ausmaß. „Hier muss man schon froh sein, wenn überhaupt mal ein Zug fährt. Und auch hier gibt es keinerlei Bemühungen um einen halbwegs vernünftigen Bus-Notverkehr.“

 

Wenn die Situation so schlecht bleibt – und das wird sie nach Einschätzung von „Höchste Eisenbahn“ allemal bis zum Ende der Sommerferien – dann muss nach Auffassung der Initiative ein verlässlicher Notfahrplan her, aus dem hervorgeht, welche Züge vorübergehend ausgelegt und durch Busse ersetzt werden. „Das ist doch das Mindeste, was die Kunden erwarten können, und nicht ein Hineinstolpern in den jeweils nächsten Tag“. Andere Bahnunternehmen, auch DB-Töchter wie die Westfrankenbahn, bekommen das hin und stellen im Netz einen Notfahrplan zur Verfügung, aus dem die ausfallenden Züge klar hervorgehen.

 

Angesichts der landesweit miesen Betriebsabwicklung würde man, so „Höchste Eisenbahn“, ja auch mal eine Ansage des Aufgabenträgers erwarten. Die Landesnahverkehrsgesellschaft finanziert den größten Teil der äußerst schlechten Leistungen und freut sich wahrscheinlich darüber, dass man Geld spart – ausgefallene Fahrten müssen nicht bezahlt werden, und Strafgelder kassiert man noch obendrein. Wem das alles überhaupt nicht hilft, ist der Kunde, der mehr als zwei Stunden auf toten Stationen herumsitzen muss in der Hoffnung, dass wenigstens der übernächste Zug noch fahren wird.

 

Reinboth bezeichnet die derzeitige Betriebslage als „Super-GAU für den ÖPNV“, da viele potenzielle, durch das 9-Euro-Ticket angelockte Kunden dauerhaft wegbleiben werden. Die Bahngewerkschaften EVG und GDL, sonst untereinander spinnefeind, heizen die Ausfälle durch ständigen Hinweis auf den Stress noch an. Allen zusammen, den Eisenbahn-Verkehrsunternehmen, den Gewerkschaften und den Aufgabenträgern des Schienenverkehrs ist dieser Tage eines gemeinsam: Was gar nicht zählt, ist der zahlende Fahrgast.


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der
der Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz".



19.06.2022

Resolution zur Anbindung des Nordwestens an den Fernverkehr

Die Anbindung Niedersachsens und Bremens hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verschlechtert. Daran wird auch der Deutschlandtakt im aktuellen Entwurf nichts ändern, denn der Fernverkehr konzentriert sich dort auf die bekannten Hauptstrecken, und die Verbindung von Bremen in Richtung Südosten verharrt beim Status quo. Ebenso unterversorgt bleiben die Mittelzentren in der Fläche sowie touristische Destinationen. Um diese Probleme zu lösen, hat der Fahrgastverband PRO BAHN Forderungen aufgestellt, die Sie hier nachlesen können.


19.06.2022
PRO BAHN zieht erste Bilanz des 9-Euro-Tickets
Positives überwiegt; Länder müssen Angebote und Tarife dauerhaft attraktiver machen

Der Fahrgastverband PRO BAHN Niedersachsen/Bremen zieht eine erste Zwischenbilanz des 9-Euro-Tickets im Nordwesten. Sie fällt trotz einiger Widrigkeiten positiv aus, denn die günstige, bundesweit gültige Monatskarte wurde sehr gut angekommen und hat zu erheblichen Zuwächsen der Fahrgastzahlen geführt – nicht nur auf den erwarteten Haupt-, sondern auch auf vielen Nebenstrecken. Viele Menschen, die sonst nicht mit Bus und Bahn gefahren wären, konnten dadurch wieder für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gewonnen werden.

Gleichzeitig ist das befürchtete Chaos ausgeblieben, auch wenn es in Einzelfällen bedauerlicherweise zu Zugausfällen und Polizeieinsätzen kam. Generell lässt sich sagen, dass die Züge auch an besonders aufkommensstarken Tagen, etwa über Pfingsten und zum Niedersachsentag in Hannover, zwar sehr voll, aber nur selten überfüllt waren. Daher überwiegt insgesamt das Positive an der Einführung des 9-Euro-Tickets. Für die kommenden Wochen geht PRO BAHN von einer weiterhin hohen Nachfrage aus, verstärkt auch unter der Woche, da in wenigen Tagen in den ersten Ländern die Sommerferien beginnen.

Um die noch bestehenden Probleme abzustellen, wünscht PRO BAHN sich einige kurzfristige Verbesserungen. Dazu gehören folgende dringenden Maßnahmen:

▪ Beschaffung und Einsatz weiterer Zugeinheiten für zusätzliche Verstärkungszüge  (wie in Sachsen-
  Anhalt geschehen)
▪ Abschluss einer finanziellen Vereinbarung zur Freigabe der IC-Züge zwischen Bremen, Oldenburg,
  Emden und Norddeich zwischen dem Land Niedersachsen und DB Fernverkehr
▪ Verhinderung überfüllter Bahnsteige und bessere Lenkung der aus- und einsteigenden Fahrgäste zu
  Spitzenzeiten insbesondere in Hamburg Hbf durch zusätzliches Bahnpersonal und Sicherheitskräfte
▪ Verbesserungen im baustellenbedingt stark eingeschränkten Betrieb zwischen Lüneburg und Hamburg

PRO BAHN fordert zudem für die Zeit nach dem Ticket, auf den bisherigen Erkenntnissen aufzubauen. „Wir haben durch das 9-Euro-Ticket gesehen, dass das Fahrgastpotential zuvor bei weitem nicht ausgeschöpft wurde“, sagt dazu Landesvorsitzender Malte Diehl. „Es zeigt sich, dass der Schlüssel zur Nutzung des ÖPNV einerseits in einem guten Verkehrsangebot liegt, andererseits aber auch in leicht verständlichen, konkurrenzfähigen Tarifen. Leider ist beides in Niedersachsen und Bremen oft nicht gegeben.“

Die Landesregierungen in Niedersachsen und Bremen als Verantwortliche für den Regionalverkehr in beiden Ländern sind aus Sicht von PRO BAHN nun in der Pflicht, das ÖPNV-Angebot deutlich stärker und schneller zu verbessern als dies geplant ist. So fahren selbst auf vielen Hauptstrecken die Regionalzüge immer noch nur im Stundentakt oder sogar seltener, etwa zwischen Bremen und Hannover, was deren Nutzung inflexibel und unattraktiv macht. Lange Wartezeiten und schlechte Anschlüsse sind die Regel. Außerhalb von Großstädten ist auch der Busverkehr oftmals abgesehen von Schulzeiten nicht vorhanden. Viele Menschen können daher gar nicht vom 9-Euro-Ticket profitieren, weil sie gar keinen brauchbaren Zugang zu Bus und Bahn haben.

Schließlich schreckt ein Wirrwarr verschiedenster Tarife potenzielle Fahrgäste oft ab. Allein in Niedersachsen gelten sechs verschiedene Tarifverbünde, dazu noch der Haustarif der Deutschen Bahn und der Niedersachsentarif, im Zugverkehr. Für Busse muss oft genug sogar eine eigene Fahrkarte gelöst werden. Zudem sind die Tarife in den letzten 20 Jahren doppelt so stark gestiegen wie die Kosten für die Pkw-Nutzung. Gerade bei Gelegenheitsfahrern macht sich das negativ bemerkbar.

„Wer zu zweit beispielsweise von Oldenburg nach Bremen und zurück fährt, zahlt ohne Ermäßigung mindestens 29 Euro für 90 Kilometer. Das ist unattraktiv; selbst bei den hohen Spritpreisen sind die meisten Autos hier im Vorteil“, erläutert Diehl das Problem und ergänzt: „Das für bessere Angebote und Tarife nötige Geld muss zeitnah bereitgestellt werden. Hier sind Niedersachsen und Bremen in der Pflicht. Ein Teil davon könnte auch beim klimaschädlichen, immer noch umfangreichen Neu- und Ausbau von Landesstraßen eingespart werden. Ebenso könnte man den unsinnigen, nur der Mineralölwirtschaft nützenden Tankrabatt sofort einstellen und das eingesparte Geld dem ÖPNV zuteilen. Darüber hinaus müssen Bund und Länder jetzt an ein attraktives und dauerhaftes Folgeangebot für die Zeit nach dem 9€-Ticket denken, das durchaus mehr kosten darf, aber den Grundgedanken weiterführt.


15.05.2022
Ansturm auf Regionalzüge wegen 9-Euro-Tickets:
Unbürokratisch alle verfügbaren Züge einsetzen, um Überfüllung zu vermeiden!

Inzwischen ist beschlossen, dass das sogenannte 9-Euro-Ticket für die Sommermonate Juni, Juli und August kommen wird. Der Verkauf soll laut Medienberichten am 23. Mai starten. Damit einhergehen wird nach Einschätzung zahlreicher Verkehrsexperten und auch unseres Fahrgastverbandes PRO BAHN ein Ansturm auf bestimmte, für den Tourismus oder Tagesausflüge sehr attraktive Linien. Dort werden die Nahverkehrs- und Regionalzüge deutlich stärker ausgelastet und ohne Gegenmaßnahmen zu bestimmten Zeiten und Tagen auch überlastet sein. Zurückgelassene Fahrgäste und mitunter sogar Zugausfälle sind ebenfalls zu erwarten.

PRO BAHN geht davon aus, dass in Niedersachsen und Bremen vor allem solche Strecken betroffen sind, die nur im Stundentakt oder seltener bedient werden und in beliebte Urlaubsregionen wie die Nordseeküste und den Harz führen, aber auch solche, die die größten Städte des Nordens verbinden und bereits jetzt nur unzureichend im schnellen Regionalverkehr bedient werden. Dies sind voraussichtlich mindestens:

▪ Rheine – Osnabrück – Minden – Hannover (- Braunschweig);
  RE60 – nur zweistündlich
▪ Hannover – Celle – Uelzen – Lüneburg – Hamburg; RE3
  – nur stündlich
▪ Bremen – Verden – Nienburg – Hannover; RE1 bzw. RE8 – nur stündlich
▪ Norddeich Mole – Leer – Oldenburg – Bremen; RE1 bzw. RE/IC56
  – nur stündlich
▪ Hannover – Hildesheim – Goslar – Bad Harzburg; RE10
  – nur stündlich
▪ Hannover – Göttingen; RE2 – nur stündlich ▪ Braunschweig
  – Goslar/Bad Harzburg;
  RB42 bzw. RB43 – nur stündlich
▪ Cuxhaven – Stade – Hamburg; RE5 – nur stündlich
▪ Wolfsburg – Braunschweig –
   Hildesheim; RB50 – nur stündlich
▪ Goslar – Halberstadt – Halle; RE21 – nur zweistündlich


Es ist aber gut möglich, dass noch weitere Strecken betroffen sind. PRO BAHN ruft daher die Landesregierungen in Bremen und Hannover samt ihrer Aufgabenträger dazu auf, auf diesen und ggf. weiteren Linien umgehend unbürokratisch für Mehrverkehr zu den Nachfragespitzen zu sorgen. Zum Beispiel sollten Fahrzeuge, die unter der Woche für Verstärkerzüge im Berufsverkehr eingesetzt werden und am Wochenende pausieren, nun als Vor- oder Nachzüge zu überlasteten Einzelzügen dienen. Auf Strecken mit ganztägig hoher Verkehrsbelastung sollten die Verstärkerfahrten zeitlich so weit wie möglich ausgedehnt und zusätzliche Zugpaare angeboten werden. Auch sollten alle Züge mit möglichst vielen Sitzplätzen gefahren werden.

Auch wenn Niedersachsen und Bremen die Einführung des 9-Euro-Tickets nicht zu verantworten haben“, sagt dazu PRO-BAHN-Landesvorsitzender Malte Diehl, „müssen sie jetzt alles daransetzen, die zu erwartenden negativen Auswirkungen wie überfüllte Züge abzufedern. Dazu müssen beide Länder die ihnen rechtlich und technisch zur Verfügung stehenden Spielräume optimal ausnutzen. Auf vielen der genannten Strecken könnten problemlos weitere Züge verkehren, es muss nur sichergestellt werden, dass diese Leistungen in enger Abstimmung mit dem zuständigen Verkehrsunternehmen rechtmäßig vergeben werden.“ Geschehe dies nicht, erwartet Diehl teilweise chaotische Zustände wie nach der Einführung des Wochenendtickets in den 90er Jahren, als Massen von Reisenden auf viel zu kurze und viel zu wenige Züge stießen.

PRO BAHN bittet die Fahrgäste zudem, ihren Unmut bei überfüllten Zügen nicht am Personal der Verkehrsunternehmen auszulassen. Diese können und dürfen nur das fahren, was ihnen vertraglich bis ins kleinste Detail vorgegeben ist, und haben sonst keinen Spielraum. Zuständig für Länge und Anzahl der Züge sind allein die Bundesländer mit ihren Aufgabenträgern; auf einzelnen Strecken erlaubt die Infrastruktur auch nicht mehr.

Gleichzeitig sieht PRO BAHN auf vielen anderen Strecken abseits der genannten Routen kaum Veränderungen durch die günstige Fahrkarte: Wo das Angebot schlecht ist und bleibt, z. B. in der Lüneburger Heide und im Solling, bringt auch eine kostenlose Fahrt niemanden zur Bahn. Dabei ist der Ansatz, die in den letzten Jahren überdurchschnittlich gestiegenen Fahrpreise im öffentlichen Personenverkehr zu senken, durchaus richtig, sowohl für Einzelfahrscheine als auch für Zeitkarten. Es bedarf aber eines durchdachten, langfristigen Ansatzes hierfür, der auch die Angebotsseite und die Qualität insgesamt verbessert.


20.03.2022

Konsequenzen des Ukraine-Kriegs für Eisenbahn in Niedersachsen/Bremen

PRO BAHN begrüßt kostenlose Mitfahrt von Flüchtlingen; mehr Elektrifizierungen wichtig für Energieunabhängigkeit von Russland

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat vielfältige kurz- und langfristige Auswirkungen auch auf den öffentlichen Personenverkehr in Niedersachsen und Bremen. Damit hat sich der Landesausschuss des Fahrgastverbandes PRO BAHN Niedersachsen/Bremen am 19.03.22 in Hannover ausführlich befasst.

Kostenlose Beförderung von Ukraine-Flüchtlingen wichtige Geste

PRO BAHN Niedersachsen/Bremen hat auf seiner gestrigen Sitzung des Landesausschusses in Hannover dem Geschäftsführer der metronom Eisenbahngesellschaft, Dr. Lorenz Kasch, stellvertretend für zahlreiche andere Verkehrsunternehmen, die Ukraine-Flüchtlinge unentgeltlich befördern, für das Engagement gedankt. Der Fahrgastverband findet diese Entscheidung einen wichtigen und gebotenen Akt der Solidarität mit den zahlreichen Menschen, die derzeit infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine auf der Flucht sind und ihre Heimat aufgeben mussten.

Nachdem die Deutsche Bahn bereits Ende Februar ihre Fernzüge aus Polen für Flüchtlinge öffnete, gehörte metronom zu den ersten Bahngesellschaften, die auch die inländischen Nahverkehrszüge freigaben. Inzwischen gilt dies für praktisch alle Bahngesellschaften, da der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen bald darauf nachgezogen hat. PRO BAHN Niedersachsen/Bremen fordert, diese Regelung so lange wie nötig beizubehalten.

Mehr Elektrifizierungen für größere Unabhängigkeit von russischer Energie

Der russische Krieg gegen die Ukraine zwingt auch die Verkehrspolitik in Niedersachsen und Bremen zu Änderungen, denn wie in der ganzen Bundesrepublik ist der öffentliche Personen- und Güterverkehr im Nordwesten noch viel zu stark von fossilen Brennstoffen abhängig, die zu großen Teilen aus Russland kommen. PRO BAHN fordert hier von der Landespolitik ein schnelles, entschlossenes Handeln und Umsteuern. Dazu gehört ein breitangelegtes Programm zur Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken.

„Während in Bremen das Eisenbahnnetz bis auf einzelne Anschlussgleise vollständig elektrifiziert ist, klaffen in Niedersachsen immer noch große Lücken im Fahrdraht“, erklärt Malte Diehl, Landesvorsitzender von PRO BAHN, die aktuelle Lage. „In den letzten Jahren hat sich hier kaum etwas getan, lediglich die Strecke Oldenburg – Wilhelmshaven wurde elektrifiziert. Das sind gerade einmal 50 Kilometer bei einem Eisenbahnnetz von mehreren tausend Kilometern in Niedersachsen allein. Dabei ist eine Elektrifizierung der einfachste, günstigste und umweltschonendste Weg, von Russland unabhängig zu werden.“

Wasserstoff nur Notlösung: geringer Wirkungsgrad und hohe Betriebskosten

Solange Dieselfahrzeuge auf der Schiene eingesetzt werden, entsteht notgedrungen ein großer Teil des Kraftstoffs aus russischem Rohöl. Elektrische Energie dagegen wird immer stärker aus erneuerbaren Energien gewonnen, die Deutschland selbst produzieren kann. Hinzu kommt, dass eine Oberleitung aufgrund des höheren Wirkungsgrades und der fehlenden Notwendigkeit, im Fahrzeug eine schwere Batterie vorzuhalten, der umweltfreundlichste und betrieblich günstigste Weg ist, um sich vom Öl zu verabschieden. Sowohl Batteriefahrzeuge und vor allem Wasserstoff-Fahrzeuge schneiden hier deutlich schlechter ab; letztere gerade auch bei den Fahreigenschaften, so dass sie nur dort eingesetzt werden sollten, wo weder Elektrifizierung noch Batteriebetrieb sinnvoll umsetzbar sind.

Sofortprogramm Elektrifizierung gefordert

Für die kommende Legislaturperiode in Niedersachsen fordert PRO BAHN nun ein Sofortprogramm zur Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken. „Alle wichtigen Verbindungen im Regionalverkehr müssen in naher Zukunft elektrifiziert werden. Dies wird vom Bund auch massiv gefördert. Niedersachsen muss diese Mittel nutzen“, fordert Diehl und nennt ein Beispiel: „Gemäß einem aktuellen Gutachten der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen würde die Elektrifizierung zwischen Oldenburg und Osnabrück etwa 145 Mio. € kosten. Davon könnte der Bund 90 % zahlen. Das Land müsste für 110 Kilometer Strecke also nur 14,5 Mio. € ausgeben. Worauf warten wir also noch?“

PRO BAHN Niedersachsen/Bremen hat dazu eine Liste von Strecken aufgestellt, die in Niedersachsen dringend elektrifiziert werden sollten. Dazu gehören mit höchster Priorität außer der bereits genannten Strecke Oldenburg – Osnabrück:

▪ Cuxhaven – Bremerhaven
▪ Cuxhaven – Stade
▪ Langwedel – Soltau – Uelzen
▪ Hildesheim – Goslar – Bad Harzburg – Landesgrenze (– Halle)
▪ Elze – Hameln – Löhne
▪ Ihrhove – Landesgrenze (– Groningen)

Der Fahrgastverband fordert das Land auf, die Planungen zur Elektrifizierung schnellstmöglich aufzunehmen und die dafür benötigten Kapazitäten bereitzustellen. Außerdem soll sich Niedersachsen auf Bundesebene dafür einsetzen, die überlangen Planungsprozesse zu entschlacken und die Bauzeit, wo möglich, durch reduzierte technische Standards zu verkürzen.
 
Statt Tankrabatt: ÖPNV ausbauen, Umstieg ermöglichen!

Schließlich kritisiert PRO BAHN auch die Planungen, die Spritpreise an den Tankstellen zu subventionieren, wie dies derzeit auf Bundesebene geplant wird. Stattdessen sollte das damit gebundene Geld lieber auf Landesebene für ein weiteres Sofortprogramm für den ÖPNV ausgegeben werden, um den Menschen überhaupt den Umstieg zu ermöglichen. Gerade in Niedersachsen sind viele Landkreise weiterhin regelrechte ÖPNV-Wüsten.


03.02.2022

Bahnstrecke Hamburg – Hannover:

Ablehnung der Neubaustrecke verspielt zahlreiche Chancen für Niedersachsen

Der Fahrgastverband PRO BAHN, Landesverband Niedersachsen/Bremen, spricht sich vehement für die Umsetzung einer echten Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover aus. Die Aussagen von Landesverkehrsminister Althusmann, der an dem völlig unzureichenden Ausbau der Bestandsstrecke gemäß Alpha-E festhalten will, bedauert er.

„Es scheint das oberste Ziel des Ministers zu sein, im Wahljahr die Diskussion um die verkehrlich dringend gebotene Neubaustrecke möglichst kleinzuhalten“, sagt Malte Diehl, Landesvorsitzender von PRO BAHN, dazu. „Dabei ist gutachterlich längst erwiesen, dass Alpha-E in der beschlossenen Form nicht ausreicht, um die nötige Kapazität auf der Strecke Hamburg – Hannoverzu schaffen. Eine darüber hinausgehende Verkehrswende, bei der sich der Marktanteil der Schiene wie gefordert verdoppelt, ist ohne Neubaustrecke nicht ansatzweise umsetzbar.“

PRO BAHN ist umso enttäuschter von der niedersächsischen Verkehrspolitik, als gleichzeitig der Autobahnbau mit den Milliardengräbern A 20 und A 39 weiter gegen jede ökologische und verkehrliche Vernunft forciert wird, während das neugegründete Bündnis Zukunft Schiene Nord offenbar nur ein Lippenbekenntnis ist.

Hinzu kommt, dass die Bahn im Konkurrenzkampf gegen das umweltschädliche Flugzeug nur bei möglichst kurzen Fahrzeiten und hoher Pünktlichkeit im Fernverkehr erfolgreich sein kann. Für die stark nachgefragte (und derzeit noch beflogenen) Relation Hamburg – Hannover – Frankfurt bzw. München ist diese Neubaustrecke neben den weiteren geplanten Neubaustrecken Fulda – Frankfurt und Würzburg – Nürnberg ein unverzichtbarer Baustein. Sie befördert durch die um mindestens 15 Minuten verkürzte Fahrzeit im Fernverkehr, verbesserte Anschlüsse und verringerte Verspätungsanfälligkeit massiv die Attraktivität der Bahn. Aber auch der Nahverkehr auf der Altstrecke profitiert von der freiwerdenden Kapazität, die einen durchgehenden, umsteigefreien Halbstundentakt mit erheblich kürzeren Fahrzeiten erlaubt, da Überholungen durch ICEs wegfallen.

Die Bundesregierung, der Hamburger Senat, die Deutsche Bahn AG und viele andere haben inzwischen erkannt, dass das Maßnahmenpaket von Alpha-E für Hamburg – Hannover ein fauler Kompromiss ist, um die verschiedenen lautstarken Bürgerinitiativen entlang der möglichen Neubautrassen ruhigzustellen, ohne dabei die berechtigten Interessen von Reisenden und Güterverkehrswirtschaft zu betrachten. Dementsprechend steuern die Entscheidungsträger im Bund um, und eine echte Neubaustrecke in einem der drei möglichen Trassenkorridore wird immer wahrscheinlicher. Wenn Niedersachsen weiterhin einseitig blockiert, ohne sich konstruktiv einzubringen, wird es die großen Chancen verspielen, die sich für den Schienenverkehr im Land aus dem Neubau ergeben.

„Bei der Neubaustrecke Hannover – Würzburg konnte die Anbindung Hildesheims und Göttingens nur deswegen durchgesetzt werden, weil die damalige Landesregierung sich massiv mit eigener Expertise und Argumenten in die Planung eingebracht hat“, erläutert Diehl und schließt daraus: „Wenn die Landesregierung nicht endlich in einen Dialog über eine Erweiterung von Alpha-E um die Neubaustrecke einsteigt, wird Niedersachsen abgesehen von der verkürzten Fahrzeit nicht von einer Neubaustrecke Hamburg – Hannover profitieren.“

PRO BAHN macht unterdessen konkrete Vorschläge, wie Niedersachsen den Nutzen der Neubaustrecke mehren könnte und welche Forderungen dazu an den Bund und die Bahn zu stellen sind:

▪  Einrichtung von Unterwegshalten für einen schnellen
   Regionalverkehr mit bis zu 200 km/h analog zum erfolgreichen
   Nürnberg-München-Express: Bei einem Trassenverlauf im
   westlichen Korridor entlang der A 7 böten sich etwa Bispingen,
   Soltau und Bad Fallingbostel als Regionalbahnhöfe an. Dies
   würde die Fahrzeit von diesen Orten nach Hamburg und
   Hannover erheblich reduzieren.

▪ Halt des geplanten ICE-Sprinters Hamburg – Köln in Langenhagen
  Mitte: Die bestehende Sprinter-Linie zwischen Hamburg und Köln
  soll zukünftig statt über Osnabrück über Hannover führen, aber
  wegen des zeitaufwendigen Kopfmachens am Hauptbahnhof
  vorbei über eine neue Verbindungskurve zur Strecke nach
  Bielefeld geführt werden. In Langenhagen Mitte wäre bei
  geeigneter Trassenführung ein Halt möglich, der durch seine
  Lage ganz neues Fahrgastpotential erschließen und die Fahrzeit
  kaum verlängern würde.

▪ Weitere Verdichtung des Regionalverkehrs im Zulauf auf Hamburg
   und Hannover: Zwischen Hamburg und Lüneburg könnte die
   bestehende Regionalbahn auf einen dringend benötigten
   ganztägigen Halbstundentakt verdichtet werden. Zwischen
   Celle und Hannover könnte eine neue S-Bahn-Linie über
   Langenhagen zusätzlich zum Metronom und mit weiteren Halten
   eingerichtet werden, um Hannover besser zu erschließen.

▪ Neue Direktverbindungen für Lüneburg und Uelzen: Durch den
  Abzug des ICE-Verkehrs auf die Neubaustrecke werden
  zahlreiche Trassen auf der Altstrecke frei. Diese könnten für
  neue, schnelle Direktverbindungen im IC-Verkehr in Richtung
  Berlin und Magdeburg bzw. Leipzig genutzt werden. Durch Halte
  dieser Züge in Lüneburg und Uelzen könnte Niedersachsen
  erheblich gewinnen.

Dies alles wird Niedersachsen aber nur bei Kooperation statt Konfrontation erreichen. Im Interesse der Fahrgäste fordert PRO BAHN die Landesregierung auf, frühzeitig die neue Realität anzuerkennen und nicht aus wahltaktischen Gründen am untauglichen Kompromiss festzuhalten.


16.01.2022

Für Omikron-Welle und darüber hinaus:
PRO BAHN fordert Garantiefahrpläne für Bahn und Bus

Angesichts der sich schnell aufbauenden Omikron-Welle und der zahlreichen daraus folgenden Arbeitsausfälle durch Krankheit und Quarantäne fordert der Fahrgastverband PRO BAHN für den öffentlichen Personenverkehr in Niedersachsen und Bremen abgestimmte Garantiefahrpläne. Diese sollen alle Verbindungen enthalten, die auch bei sehr hohem Personalausfall verlässlich angeboten werden können. Ist absehbar, dass ein Verkehrsunternehmen den fahrplanmäßigen Bahn- oder Busbetrieb wegen Corona nicht mehr vollumfänglich gewährleisten kann, sollen für die betroffenen Strecken die vorbereiteten Garantiefahrpläne mit kurzem Vorlauf aktiviert werden, bis ein Normalbetrieb wieder möglich ist. In den veröffentlichten Regelfahrplänen sollen die garantierten Verbindungen entsprechend gekennzeichnet werden.

PRO BAHN erwartet, dass die Corona-Inzidenzen in den kommenden Tagen und Wochen weiter drastisch steigen und bislang unbekannte Höhen erreichen werden, bevor sie wieder fallen. Bremen hat bereits die höchste innerdeutsche Inzidenz mit entsprechend vielen Arbeitnehmern, die durch Krankheit oder Quarantäne ausfallen. Auch Niedersachsen und die umliegenden Bundesländer, aus denen ebenfalls viel Personal kommt, verzeichnen stark steigende Fallzahlen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass auch größere Verkehrsunternehmen mit nennenswerten Puffern bald nicht mehr alle planmäßigen Verbindungen anbieten können. In Großbritannien mit seinen sehr hohen Fallzahlen sind coronabedingte Zugausfälle an der Tagesordnung. Die Bremer Straßenbahn AG hat einen solchen reduzierten Fahrplan bereits Mitte Dezember für ihre Linien herausgegeben.

Malte Diehl, Vorsitzender von PRO BAHN Niedersachsen/Bremen sagt dazu: „Auch die jüngst gelockerten Quarantänebestimmungen dürften nicht verhindern, dass es in Deutschland während der nächsten Wochen zu massiven Ausfällen von Bussen und Bahnen kommt. Wenn dies passiert, ist es für die Fahrgäste sehr wichtig zu wissen, auf welche Verbindungen sie sich mindestens verlassen können. Eine Situation, in der jeden Tag aufs Neue ausgearbeitet werden muss, was fährt und was nicht, ist insbesondere für Pendler und andere regelmäßige Fahrgäste untragbar. Sie sind auf stabile, verlässliche Verbindungen angewiesen.“

PRO BAHN verweist an dieser Stelle auf die katastrophalen Ausfälle im Netz von erixx ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2021, die laut dem Unternehmen unter anderem auf die Einführung der 3G-Regel am Arbeitsplatz und auf die – anscheinend innerbetrieblich völlig unkoordinierten – Auffrischungsimpfungen des Personals zurückzuführen seien. Hier fielen jeden Tag völlig unvorhersagbar zahlreiche Züge selbst in der Hauptverkehrszeit aus, und es dauerte etliche Tage, bis ein hastig zusammengestellter Notfahrplan gefahren werden konnte. Trotzdem gibt es immer noch häufig weitere, ungeplante Zugausfälle im erixx-Netz. Ein rechtzeitig ausgearbeiteter Garantiefahrplan hätte schon unmittelbar nach Erkennen der Notlage aktiviert werden können.


Ein solcher Garantiefahrplan könnte sich auch in anderen Fällen auszahlen. „In manchen Ländern, etwa Italien, werden solche Fahrpläne auch bei Streiks angewandt“, erklärt Diehl und fordert, dies auch in Deutschland zu tun. „Wir als Fahrgäste leiden regelmäßig unter Streiks, obwohl wir nichts dafür können. Ein Garantiefahrplan könnte auch hier wenigstens eine gewisse Linderung bringen. Aber auch bei kurzfristigem Fahrzeugmangel oder Insolvenz eines Verkehrsunternehmens wäre ein Garantiefahrplan sinnvoll.

Wichtig ist für PRO BAHN dabei, dass die Garantiefahrpläne auf Basis der Regelfahrpläne erstellt werden, aufeinander abgestimmt sind und durch sie die sogenannte Reisekette nicht willkürlich zerrissen wird. Besteht beispielsweise an einem Bahnhof stündlich ein planmäßiger Anschluss von einem Regionalexpress zu einer wichtigen Buslinie, so muss dieser Anschluss auch bei reduziertem Angebot grundsätzlich funktionieren – statt stündlich dann vielleicht nur noch zweistündlich. Keinesfalls dürfte der Regionalexpress aber nur noch in den Stunden fahren, in denen der Bus nicht fahren kann.


05.12.2021

PRO BAHN Niedersachsen/Bremen zum Koalitionsvertrag
Auch Niedersachsen ist jetzt in der Pflicht!


Die neue Ampel-Koalition hat einen Koalitionsvertrag vorgelegt, dessen verkehrspolitische Ziele auch erhebliche Auswirkungen auf Niedersachsen haben. PRO BAHN fordert daher, dass die Landesregierung, in der mit der SPD auch ein Ampel-Koalitionär vertreten ist, die Eckpunkte des Vertrages aufgreift und zu ihrer Umsetzung beiträgt. Dazu gehören:

Elektrifizierung von 75 Prozent des Schienennetzes: Bis 2030  sollen in ganz Deutschland drei Viertel der Eisenbahnstrecken elektrifiziert sein. Niedersachsen hat hier jetzt schon Nachholbedarf, denn noch immer gibt es große Teilnetze, in denen kein Fahrdraht hängt, etwa die zahlreichen Dieselstrecken rund um Braunschweig und den Nordharz oder das Heidekreuz. Malte Diehl, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes meint dazu: „Es werden krampfhaft Einsatzmöglichkeiten für die zu langsam beschleunigenden Wasserstoff-Triebwagen von ALSTOM gesucht, nur weil diese in Niedersachsen produziert werden. Dabei sind diese teuer im Betrieb, haben einen schlechten Wirkungsgrad und nehmen der Industrie den knappen Wasserstoff weg. Stattdessen sollte die Landesregierung lieber den deutlich umweltfreundlicheren Fahrdraht vorantreiben. Eile ist geboten, denn die Dieselflotte ist teilweise schon über 20 Jahre alt.“

Verdoppelung des Personenverkehrs bis 2030: Im Entwurf des Deutschland-Taktes hat sich Niedersachsen im Vergleich zu anderen Bundesländern mit Mehrleistungen im Nahverkehr zurückgehalten. Taktverdichtungen sind nur auf einzelnen Strecken vorgesehen. „Das ist deutlich zu wenig, um die Verkehrsleistung zu verdoppeln“, stellt Diehl fest. „Das Land muss auf deutlich mehr Strecken Halbstundentakte in die Planung einbringen, um den Personenverkehr attraktiv zu machen, etwa rund um Cuxhaven oder über Vechta.“

Beseitigung der Engpässe im Streckennetz: Durch die Strukturreform von DB Netz und DB Station&Service, die beide am Gemeinwohl ausgerichtet werden und keinen Profit mehr erzielen sollen, ergeben sich endlich bessere Möglichkeiten als bisher, um die Infrastruktur pragmatisch dort auszubauen, wo immer wieder Störungen und Engpässe auftreten. Diehl dazu: „Bislang konnte kein zusätzliches Ausweichgleis gebaut werden, wenn dies planmäßig keinen Gewinn für die DB AG versprach und nur bei Verspätungen genutzt werden sollte. Das ändert sich bald, und dann muss die Landesregierung in enger Abstimmunmit der Bahn die vielen Schmerzpunkte im Netz schnellstmöglich angehen. Die Planungen sollten am besten sofort begonnen werden, damit sie rechtzeitig nach Umstrukturierung in den Schubladen liegen.“

Reaktivierung stillgelegter Strecken: Der Koalitionsvertrag sieht explizit Streckenreaktivierungen vor. Niedersachsen muss hier nach jahrelangem Zögern endlich mutiger werden und eine echte Reaktivierungsoffensive starten. Städte wie Aurich, Zeven oder Sulingen müssen endlich wieder per Bahn erreichbar sein. „Während andere Bundesländer, etwa Baden-Württemberg, vorangehen, weigert sich Niedersachsen seit Jahren, selbst Machbarkeitsstudien oder touristische Verkehre finanziell zu unterstützen. Man möchte offenbar kein zusätzliches Geld ausgeben“, kommentiert Diehl das Verhalten der Landesregierung. „Nun, da im Koalitionsvertrag festgehalten wurde, dass die Regionalisierungsmittel für die Bestellung des Nahverkehrs weiter erhöht werden, sollte sich diese knausrige Haltung endlich ändern. Übrigens darf Niedersachsen gerne auch eigenes Geld zuschießen; sollte darunter der Haushalt leiden, empfehlen wir den Verzicht auf neue Umgehungsstraßen.“

Verbesserte Mobilität im ländlichen Raum: Der Bund möchte gemeinsam mit den Ländern und Kommunen auch die Erreichbarkeit des ländlichen Raums verbessern. Niedersachsen sollte diese Chance ergreifen. Trotz einiger Verbesserungen, z. B. eines Landesbusnetzes und ambitionierter Nahverkehrspläne in manchen Landkreisen, haben noch immer viele große Ortschaften abseits von Bahnstrecken nicht einmal Anschluss an eine einzige tägliche, vertaktete Buslinie. Landesvorsitzender Diehl dazu: „PRO BAHN fordert, dass jede Gemeinde an allen Wochentagen mindestens stündlich von frühmorgens bis spätabends mit dem ÖPNV im Linienverkehr erreicht werden kann."



07.11.2021
PRO BAHN Niedersachsen/Bremen Zustand des Zugverkehrs in Niedersachsen
Qualität des Schienenverkehrs verschlechtert sich zusehends

Zusammenfassung: Die Qualität des Schienenpersonenverkehrs in Niedersachsen ist in den vergangenen Jahren durch zunehmende Zugausfälle, ständig nicht funktionierende Anschlüsse und unterlassenen Streckenausbau stark gesunken. Es wurden zwar zusätzliche Zugfahrten bestellt, aber Fahrgäste können sich immer seltener darauf verlassen, pünktlich an ihr Ziel zu kommen. Der Fahrgastverband PRO BAHN betrachtet diese Entwicklung mit großer Sorge und ruft die niedersächsische Landesregierung auf, endlich aktiv zu werden und – wie andere Landesregierungen auch – ihren Handlungsspielraum zugunsten Bahn und Bus auszuschöpfen. Ansonsten findet die Verkehrswende woanders statt.

Die jüngste Sitzung des Landesausschusses Niedersachsen/Bremen des Fahrgastverbandes PRO BAHN wurde von einem Thema beherrscht: Landauf, landab mehren sich die Meldungen über eine immer schlechtere Qualität im Schienenpersonenverkehr. Die Fahrgastvertreter sorgen sich, dass hierdurch immer mehr Kunden von der Schiene ins Auto getrieben und so die „Mobilitätswende“ als Teil des Maßnahmenpaketes gegen die Erderwärmung ins Leere läuft.

„Erhebliche Verspätungen, Zugausfälle und Anschlussverluste sind inzwischen leider nicht mehr die Ausnahme, sondern kommen tagtäglich in viel zu großer Zahl vor. Besonders die Zugausfälle im Nahverkehr wegen fehlenden Personals sind in den letzten Jahren ein enormes Problem geworden, das Reisende, Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen vor große Herausforderungen stellt“, konstatiert Malte Diehl, Landesvorsitzender von PRO BAHN Niedersachsen/Bremen.

„Es ist daher gut und wichtig, dass in Ausschreibungen für den Nahverkehr nun verstärkt auch eine dickere Personaldecke eingefordert wird. Der Fokus muss aber noch weiter weg vom Preis als wichtigstem Vergabekriterium hin zu mehr messbaren Anforderungen an eine fahrgastfreundliche Qualität. Verstöße dagegen müssen für die Verkehrsunternehmen spürbar sein“, erläutert Malte Diehl, dessen Landesverband allein an elf zufällig ausgewählten Tagen der letzten Wochen über 180 Zugausfälle wegen Personalmangels in Niedersachsen und Bremen registriert hat. Besonders betroffen meist sind erixx und NordWestBahn, während etwa Westfalenbahn und DB Regio im Schnitt deutlich zuverlässiger unterwegs sind.

Aber auch der Westfalenbahn droht Ungemach: Sie hängt mit drin in der Abellio-Insolvenz, die durch zu knappe Kalkulation in einem hart umkämpften Markt mit nur noch sehr geringen Margen ausgelöst wurde. Eine Betriebseinstellung mit unabsehbaren Folgen bei Abellio konnte gerade so abgewendet werden. Auch um das Keolis-Unternehmen Eurobahn rund um Osnabrück steht es nicht gut. Der derzeit stattfindende Wettbewerb, der eigentlich für ein besseres Angebot sorgen sollte, aber ausschließlich auf Kostenminimierung abzielt, bedroht mittlerweile den Schienenverkehr.

Ein dauerhaft miserables Bild bietet der Fernverkehr der Deutschen Bahn, der mit einer Pünktlichkeit von nur 68,4 % im September einen Negativrekord aufstellte – Ausfälle nicht eingerechnet. „Pünktlich heißt in der Definition der DB AG, dass der Zug weniger als sechs Minuten verspätet ist“, erläutert Diehl die Zahl. „Das heißt: Wirklich auf die Minute pünktlich war kaum ein Fernzug im September. Dabei reichen fünf Minuten Verspätung oft schon aus, um Anschlüsse zu verpassen.“

Die Ursachen für die katastrophale Pünktlichkeit des Fernverkehrs liegen oft in unzureichender und überlasteter Infrastruktur, die bei kleinsten Betriebsstörungen den Fahrplan durcheinanderbringt. Der Ausbau der Infrastruktur wurde aber jahrelang vernachlässigt und nimmt erst langsam Fahrt auf. „Geld allein bereitzustellen, reicht nicht“, sagt Diehl dazu. „Es muss auch die nötigen Planungs- und Baukapazitäten geben. Dafür braucht es aber qualifiziertes Personal, an dem es ebenfalls mangelt. Hinzu kommen die in Deutschland absurd langen Vorlaufzeiten, bis überhaupt ein Bagger rollt, selbst bei kleinen Projekten wie Ausweichgleisen.

Dadurch, dass der Fernverkehr so unzuverlässig ist, werden oft auch die Fahrpläne im Nahverkehr zusätzlich durcheinandergebracht, zum Beispiel beim Metronom zwischen Hamburg und Bremen bzw. Göttingen oder beim RE-Expresskreuz rund um Bremen, denn die Züge teilen sich dieselben Gleise.

Das Ganze wird abgerundet durch unvorhersehbare Probleme wie Unfälle oder Fahrzeugstörungen, aber auch durch Streiks. PRO BAHN blickt bereits mit Grausen auf die Tarifrunde des Frühjahrs 2023, für die beide Bahngewerkschaften jetzt schon zum Streik rüsten. Nach der überzogenen Machtdemonstration der GdL im laufenden Jahr steht die EVG unter Zugzwang. Der Kunde spielt in alldem keine Rolle. Besonders schlimm würde es, wenn auch das Personal auf den Stellwerken streikte und selbst die Züge nicht betroffener Bahnunternehmen nicht mehr fahren könnten.

Landesvorsitzender Diehl sagt dazu: „Es gibt dermaßen viele Probleme, die sich seit Jahren aufbauen, ohne von der Politik systematisch angegangen zu werden, dass für den SPNV schlicht kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, selbst wenn das Angebot auf dem Papier stimmen mag. Mittlerweile sind die Zusammenhänge und Zuständigkeiten so komplex geworden, dass nicht einmal Experten noch richtig durchblicken.“

Mit Blick auf die Landespolitik in Niedersachsen fordert PRO BAHN daher, sich endlich diesem Problemdschungel ernsthaft zu widmen. Das ist jedoch nicht in Sicht. Stattdessen gibt man sich in der Landesregierung große Mühe, die Neubaustrecken Hannover – Bielefeld und Hamburg – Hannover zu verhindern. Besonders die kleine Verbindungskurve zwischen beiden Strecken in Hannover scheint der Landesregierung ein Dorn im Auge zu sein, obwohl diese erhebliche Verbesserungen für Direktverbindungen von Hamburg ins Ruhrgebiet brächte. Es fehlt der Landespolitik schlichtweg jegliche Kreativität, wie man aus diesen geplanten Neubauten großen Nutzen für Niedersachsen ziehen kann. Daher schaltet man reflexartig auf Ablehnung.

„Die niedersächsische Landesregierung müsste eigentlich alles daransetzen, bestehende Probleme und Engpässe zu beseitigen und neue Infrastruktur zu schaffen, statt sie aus obskuren Motiven zu blockieren“, meint Diehl dazu. „Der erhebliche Aufwand, den man darauf verwendet, gegen die bundespolitisch gewollten Neubaustrecken zu arbeiten, wäre viel besser darin investiert, andere Strecken zu stärken und den Schienenpersonenverkehr fit für die Zukunft zu machen. So aber wird das nichts mit der Verkehrswende!“ Bremen hat die Zeichen der Zeit dagegen offenbar erkannt und plant massive Ausbauten der Regio-S-Bahn.



09.10.2021

PRO BAHN Niedersachsen/Bremen zum neuen Fernverkehrs-Fahrplan der DB

Nur magere Verbesserungen für Niedersachsen und Bremen

Die Deutsche Bahn AG hat für den kommenden Fahrplanwechsel im Dezember 2021 zahlreiche Änderungen im Fernverkehr angekündigt, von denen einige auch die Bundesländer Niedersachsen und Bremen betreffen (siehe Pressemitteilung).

Dazu gehören:

- Der morgendliche ICE-Sprinter Hamburg – Frankfurt fährt zukünftig auch den
  Frankfurter Flughafen an.
- Es gibt je Richtung drei neue Sprinter Köln – Berlin ohne Halt in Hannover.
- Von Hamburg über Bremen ins Ruhrgebiet verkehren mehr überlange ICEs („XXL-ICE“), die auch
  bisherige IC-Züge ersetzen.
- Ein Zug der neuen IC-Linie Frankfurt – Münster wird je Richtung bis Norddeich Mole durchgebunden.
- Bremerhaven wird im Fernverkehr mit einem IC-Zugpaar von/nach Koblenz bedient.
- Ein ICE verbindet Hannover täglich direkt mit dem Ostseebad Binz

Der Landesverband Niedersachsen/Bremen des Fahrgastverbandes PRO BAHN freut sich grundsätzlich über jede Verbesserung im Fernverkehr, bemängelt aber, dass die neuen oder verbesserten Verbindungen viel zu mager ausfallen. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird das Ziel einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen bis 2030 ganz klar verfehlt werden.

So gibt es anders, als viele Berichte den Eindruck erwecken, offenbar keinen neuen ICE-Sprinter für Hannover. Stattdessen wird lediglich die bereits bestehende morgendliche Verbindung von Frankfurt Hbf statt wie bislang nach Darmstadt neu zum Frankfurter Flughafen geführt. Diese Verbesserung entpuppt sich daher als geringfügige Änderung des Streckenverlaufs. Nötig wäre aber kurzfristig mindestens ein weiteres Sprinterzugpaar Frankfurt – Hamburg gewesen, welches morgens nach Hamburg und am späten Nachmittag nach Frankfurt zurückfährt.

Von den neuen Sprintern Berlin – Köln ohne Halt in Hannover profitiert Niedersachsen nur indirekt. Da das übrige Fernverkehrsangebot auf dieser Strecke und auch die Zahl der Halte in Niedersachsen gleichbleibt, ist damit zu rechnen, dass zahlreiche zeitsensible Reisende von normalen Taktzügen auf die Sprinter umsteigen und sich die Platzsituation in den Taktzügen leicht entspannt. Das kommt Reisenden, die in Hannover oder Wolfsburg zusteigen, ebenfalls zugute.

PRO BAHN findet es zudem richtig, dass auf dieser wichtigen Strecke endlich ein Sprinter-Angebot eingeführt wird, denn nur möglichst kurze Fahrzeiten können mit dem innerdeutschen Flugverkehr konkurrieren. Dessen ungeachtet bedarf es auch zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin weiterer Verbindungen mit Halt in Hannover und Wolfsburg, da der jetzige Stundentakt insgesamt für die Nachfrage und gute Anschlüsse in der Landeshauptstadt unzureichend ist.

Uneingeschränkt positiv für Hannover und das Umland ist hingegen die tägliche neue ICE-Direktverbindung über Berlin nach Rügen. Dadurch wird die Fahrt an die Ostsee deutlich komfortabler und attraktiver.

Ganz leer geht dagegen Bremen aus. Obwohl in etwa so groß wie Hannover, gibt es von hieraus weiterhin keine einzige Sprinter-Verbindung. Dabei könnte zum Beispiel ein ICE-Sprinter auf der stark nachgefragten Verbindung nach Berlin die Fahrzeit ab Bremen von drei auf gut zweieinhalb Stunden drücken und dementsprechend Fahrgäste anlocken. Dadurch würde diese Verbindung deutlich attraktiver werden, muss man doch bislang fast immer in Hannover umsteigen.

Die Durchbindung eines Zugpaares der neuen IC-Linie aus Frankfurt über Münster bis Norddeich sieht PRO BAHN einerseits positiv. Andererseits müssen wir auch daran erinnern, dass es diese Verbindung in der Vergangenheit schon viele Jahre lang gab, bis sich die DB AG dazu entschied, den Fernverkehr zwischen Münster und Frankfurt über Siegen komplett aufzugeben. So gesehen wird also lediglich eine Verschlechterung rückgängig gemacht.

Dass ICEs weitere Leistungen zwischen Hamburg und Rhein/Ruhr übernehmen, begrüßt PRO BAHN, ebenso die Steigerung des Sitzplatzangebots. Diese Strecke kommt leider seit langer Zeit gegenüber anderen Magistralen zu kurz, was Fahrzeugeinsatz und Taktfrequenz angeht. Hier muss endlich auf den im Deutschland-Takt vorgesehenen Halbstundentakt hingearbeitet werden.

Die IC-Verbindung nach Bremerhaven sieht PRO BAHN mit gemischten Gefühlen. Natürlich ist es wichtig, eine Stadt dieser Größe an das Fernverkehrsnetz anzuschließen. Allerdings ist ein einzelnes Zugpaar außerhalb des eingespielten Liniengefüges oft unattraktiv, weil nicht die besten Fahrplantrassen reserviert werden können und weniger Anschlüsse bestehen. Sollte dies wie befürchtet zu einer schlechten Nutzung dieses Zuges führen, bestünde die Gefahr, dass die Verbindung so schnell verschwindet wie seinerzeit der saisonale ICE von München nach Norddeich und zurück.

Das könnte dann als Vorwand genommen werden, auf lange Sicht keine Fernzüge nach Bremerhaven oder gar Cuxhaven zu fahren. Wir wünschen uns für Bremerhaven daher eine von Beginn an ganztägige Fernverkehrsanbindung mindestens im Zwei-Stunden-Takt.

In Summe bietet der neue Fernverkehrsfahrplan also für Niedersachsen und Bremen einige kleinere Verbesserungen. Ein großer Schritt in Richtung Verkehrswende ist es aber nicht. Will man die politisch gesetzten Ziele ernsthaft erreichen, muss sich bei den nächsten Fahrplanwechseln deutlich mehr tun. Zudem muss weiterhin sichergestellt sein, dass alle bestehenden und zukünftigen Sprinter-Leistungen keine normalen Taktzüge im Nah- und Fernverkehr negativ beeinträchtigen



12.09.2021

PRO BAHN Niedersachsen/Bremen befasst sich mit Zugausfällen und Verspätungen

Qualität im Nahverkehr ist auch ohne GDL-Streik nicht zufriedenstellend

Derzeit wird schon darüber spekuliert, wer aus dem Streik der GDL bei der Deutschen Bahn als „Sieger“ hervorgeht, die Gewerkschaft oder das Unternehmen. Die Verlierer stehen aus Sicht des Fahrgastverbandes PRO BAHN indes bereits fest: Es sind die Kunden der Deutschen Bahn AG. Und die wenden sich mit Grausen von einem Verkehrsmittel ab, welches nicht mehr kalkulierbar ist.

Nach den Recherchen von PRO BAHN sind die Zugausfälle während der mehrtägigen Streiks allerdings nur die Spitze des Eisbergs von Qualitätsmängeln, der im Gegensatz zu den tatsächlichen Eisbergen immer größer wird. Die DB AG leidet unter dem Kampf zweier Gewerkschaften, der ohne viel Federlesens auf dem Rücken der Kunden ausgetragen wird, die zusätzlich schmutzige und versprayte Fahrzeugen oder verschlossenen Toiletten ertragen müssen. Bei einigen „Privaten“ wie der NordWestBahn sind Zugausfälle in den letzten Jahren zur Gewohnheit geworden. Und alle zusammen produzieren täglich Verspätungen und vermeidbare Anschlussverluste, die oftmals auf DB Netz zurückzuführen sind: Gestörte Weichen, gestörte Signale, gestörte Bahnübergänge ...

Erixx – Es fährt nixx Als eine einzige Katastrophe stellt sich gegenwärtig der Betrieb beim einstigen Vorzeigeunternehmen erixx dar. Durch die Heide sprintet in der West-Ost-Richtung fast nichts mehr, der Verkehr in der Ostheide schwächelt dramatisch, und nun geht auch noch der Betrieb zwischen Buchholz und Hannover in die Knie. Seit August schon fährt wegen Lokführermangels kein Zug zwischen Bremen und Soltau mehr, und an den drei Tagen 08., 09. und 10.09.21 allein hat PRO BAHN darüber hinaus mehr als 60 ungeplante Ausfälle auf allen erixx-Strecken registriert. Dass im Vorfeld des Betriebsübergangs auf die Deutsche Bahn die Lokführer offenbar in Scharen das Weite suchen, ist ein offenes Geheimnis und kam so auch schon bei anderen Betriebsübergängen vor. Ob es unter der Regie der DB besser wird, ist zweifelhaft.
Bei PRO BAHN ist man alarmiert: „So kann es nicht weitergehen. Wir lehnen den GDL-Streik strikt ab, weil er am Ende jede Menge Leute abwandern lässt. Gleichzeitig hakt es aber auch an vielen anderen Stellen; zahlreiche Qualitätsprobleme werden durch
mangelhafte Vorgaben und schlechtes Management verursacht,
etwa die akuten Zugausfälle bei erixx. Wir werden diese und andere Qualitätsprobleme ab sofort konsequent sammeln und aufbereiten, um Verbesserungen durchsetzen zu können. Die offiziellen Statistiken können das, was wir täglich erleben, kaum abbilden“, erläutert Malte Diehl, der etwa auf das täglich mehrfache Zerfallen des Taktknotens Oldenburg und den Verlust vieler Anschlüsse zwischen NordWestBahn und Deutscher Bahn verweist. „Auf dem Papier geht es immer um die Pünktlichkeit einzelner Züge und Linien. Wie oft dabei die planmäßigen Anschlüsse geklappt haben, wie oft der Anschlusszug den Reisenden sprichwörtlich vor der Nase weggefahren ist, spielt kaum eine Rolle.“

Bei der am Samstag, 11.09.2021, abgehaltenen Sitzung des Landesausschusses hat man eine Datenbank für Qualitätsmängel im Schienenverkehr auf den Weg gebracht. Darin sollen konkrete, belegbare Ereignisse und Schlechtleistungen erfasst werden, denn nur so lässt sich gegenüber Auftraggebern und Verkehrsunternehmen etwas zum Positiven bewegen. Zugausfälle, Verspätungen und andere Störungen können jederzeit per E-Mail unter info@niedersachsen.pro-bahn.de gemeldet werden.

„Wir sind ohne Wenn und Aber Befürworter des Verkehrsträgers Schiene. Deswegen sind wir ja PRO BAHN. Aber der Zustand dieses Verkehrsträgers und die eingerissene Mentalität, dass man den Kunden schon jede Menge zumuten kann, lassen bei uns die Alarmglocken schrillen. Die Mobilitätswende lässt sich so jedenfalls nicht erreichen“, erläutert Diehl. PRO BAHN strebt vor diesem Hintergrund einen intensiveren Dialog mit den zuständigen Stellen in Niedersachsen und Bremen an.



01.09.2021

PRO BAHN Niedersachsen/Bremen ist über den neuen GDL-Streik entsetzt

Entsetzt und empört äußert sich der Fahrgastverband PRO BAHN, Landesverband Niedersachsen/Bremen, zu den neuerlichen Bahnstreiks. „Sowohl die Länge des Streiks als auch die Heftigkeit, mit der die GDL auftritt und die jegliche Kompromissbereitschaft vermissen lässt, haben uns schockiert“, sagt der Landesvorsitzende Malte Diehl dazu. „In einer Situation, in der es nur noch um die Höhe der Corona-Prämie und die Laufzeit der Tariferhöhungen geht, wird nochmals eskaliert, statt die Verhandlung zu suchen.“

PRO BAHN fordert dringend eine Rückkehr an den Verhandlungstisch, notfalls auch mit einem von beiden Parteien bestellten Schlichter.

Den Hintergrund für die Eskalation sieht PRO BAHN vor allem im bahninternen Machtkampf um Mitgliederzahlen mit der EVG, ohne den das Verhalten der GDL kaum zu erklären ist. „Die Fahrgäste werden nun schon zum dritten Mal in diesem Jahr für einen Tarifkonflikt bestraft, an dem sie völlig unschuldig sind. Nicht einmal unsere Forderung, neue Streiks länger als nur zwei Tage im Voraus anzukündigen und den Fahrgästen wenigstens ein bisschen entgegenzukommen, wurde erhört. Wir verurteilen das scharf“, so Diehl weiter.

Besonders besorgt PRO BAHN die Tatsache, dass die Bahn sich wegen Corona bereits in einer existenziellen Krise befindet. Die Fahrgastzahlen waren infolge der Pandemie zeitweise um 70-80 % eingebrochen und erholen sich nur langsam. Noch immer sind deutlich weniger Menschen mit der Bahn unterwegs als zuvor. Viele sind dauerhaft auf das Auto abgewandert.

Landesvorsitzender Diehl meint dazu: „Diese Abwanderung wird Herr Weselsky mit diesem vermeidbaren Streik massiv verstärken. Dadurch wird die dringend notwendige Verkehrswende stark gefährdet. Viele Verkehrsunternehmen stehen trotz milliardenschwerer Nothilfen des Staates wegen fehlender Fahrgeldeinnahmen wirtschaftlich miserabel da. Nicht zuletzt der Streik wird durch ausbleibende Fahrgäste diese Situation weiter verschärfen. Die GDL sägt damit an dem Ast, auf dem sie selbst sitzt.“


06.08.2021

Bremen darf nicht ständig vom Fernverkehr abgehängt werden!

Seit dem 03.08.21 kann man von Bremen endlich wieder mit dem ICE über Hannover hinaus nach Richtung Süden fahren, zunächst jedoch nicht wie gewohnt bis München, sondern nur bis Nürnberg. Dies war seit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember nicht möglich. Ursache für die Kürzung waren verschiedene Großbaustellen südlich von Hannover. Die Deutsche Bahn ließ wegen der daraus resultierenden Fahrplanverschiebungen und Fahrzeugmehrbedarfe die ICEs nur zwischen Bremen und Hannover pendeln.

PRO BAHN freut sich natürlich, dass das lästige Umsteigen sowie häufige verspätungsbedingte Anschlussverluste in Hannover nun wieder der Vergangenheit angehören. Jedoch wurde die wichtige ICE-Verbindung nach Bremen in den vergangenen Jahren schon öfter beschnitten. „Wenn es irgendwelche Beeinträchtigungen der Schnellfahrstrecke südlich von Hannover gibt, ist der Bremer Ast der ICE-Linie 25 immer der erste, der gekappt wird. Das kann so nicht bleiben“, sagt Malte Diehl, Landesvorsitzender von PRO BAHN Niedersachsen/Bremen, und ergänzt: „Während der Bombenfunde nahe Bremens wurde der ICE-Verkehr nach Hannover sogar ganz eingestellt, anstatt die Züge umzuleiten.“

Ohnehin verkehrt zwischen Bremen und Hannover stündlich nur ein einziger Fernzug, während zwischen Hamburg und Hannover stündlich zwei oder gar drei Fernzüge je Richtung fahren. Dabei wohnen in Bremen mit seinem Umland, einschließlich Oldenburg und Bremerhaven, immerhin weit mehr als 1 Mio. Menschen, die ebenfalls dringend auf eine funktionierende Fernverkehrsanbindung angewiesen sind.

„Als Fahrgastverband fordern wir daher, die einseitige Benachteiligung Bremens und des Nordwestens zu beenden“, so Malte Diehl weiter. „Wenn es Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs gibt, muss die Deutsche Bahn trotzdem zukünftig sicherstellen, dass eine stündliche Fernverkehrsverbindung über Hannover hinaus erhalten bleibt. Mit etwas Kreativität bei Fahrzeugeinsatz und Fahrplangestaltung lässt sich das auch erreichen.“

Darüber hinaus fordert PRO BAHN eine Nachbesserung des geplanten Deutschland-Taktes hinsichtlich der Strecke Bremen – Hannover. Der Deutschland-Takt sieht einen Halbstundentakt auf praktisch allen wichtigen Magistralen vor. In diese Kategorie fällt eigentlich auch Bremen – Hannover, jedoch sieht der aktuelle Entwurf des Deutschland-Taktes hier nur eine Fortführung des Stundentaktes vor. „Wir fordern eine Gleichbehandlung dieser Magistrale mit allen anderen und somit die Planung eines Halbstundentaktes im Fernverkehr zwischen Bremen und Hannover“, sagt dazu Ingo Franßen, Bremer Vertreter im Landesvorstand. „Der einzige Grund, warum auf dieser Strecke im D-Takt kein Halbstundentakt vorgesehen ist, liegt in der jetzt schon bestehenden Überlastung der Strecke. Aber während man anderswo, etwa zwischen Hannover und Bielefeld großzügige Ausbauten vorausgesetzt hat, unterlässt man das bei dieser wichtigen Strecke. So wird es aber nicht gelingen, mehr Fahrgäste auf die Schiene zu bringen.“

PRO BAHN fordert daher nicht nur, das ständige Abschneiden Bremens vom Nord-Süd-Fernverkehr zu beenden, sondern auch, den Halbstundentakt im Fernverkehr zwischen Bremen und Hannover in die offiziellen Planungen aufzunehmen und die dafür nötigen Ausbauten und sonstigen Maßnahmen zu planen.




14.07.2021

PRO BAHN Niedersachsen warnt vor erheblichen Folgen des kommenden Bahnstreiks

Der Vorstand des Fahrgastverbands PRO BAHN Niedersachsen hat sich auf seiner konstituierenden Sitzung am 9. Juli auch mit den möglichen Folgen des bevorstehenden Streiks der Lokführergewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn beschäftigt. Der Verband, der die Interessen der Fahrgäste in Niedersachsen und Bremen vertritt, ist in hohem Maße beunruhigt über die Ankündigung des Streiks, der dieses Mal auch die vielen Privatbahnen in Niedersachsen betreffen dürfte, da die GDL ihn erkennbar auch auf die bisher stets verschonten Infrastrukturbereiche ausdehnen will.

 

„Wenn auch nur ein Stellwerk nicht besetzt ist, kommt der Zugverkehr auch auf den Strecken zum Erliegen, auf denen die Deutsche Bahn gar nicht fährt“ erläutert der neue Landesvorsitzende Malte Diehl aus Oldenburg. Die Folgen dürften für den gesamten ÖPNV in Niedersachsen erheblich sein.

 

„Viele Fahrgäste haben während der Pandemie Bahn und Bus den Rücken gekehrt. Sie kommen zurück, aber langsam. Ein Streik ab August wird ihre endgültige Abkehr vom ÖPNV bewirken. Das ist nicht nur klimapolitisch desaströs, sondern auch für die Ertragsseite der Aufgabenträger und Bahnunternehmen. Die Zahl der gekündigten Abos wird abermals steigen. Nach dem Streik werden wir Mühe haben, den weiteren Ausbau des ÖPNV zu rechtfertigen. Warum soll man ein Verkehrsmittel nutzen, welches sowieso schon als nicht sehr pünktlich bekannt ist und zeitweise dann überhaupt nicht verkehrt?“.

 

Gerade im ländlich geprägten Niedersachsen wird durch einen Streik die Abkehr von Bahn und Bus vorangetrieben. Den Leuten bleibt gar nichts weiter übrig, als mit dem Auto zu fahren – der Zug kommt ja mal wieder nicht.

 

Darüber hinaus ist man bei PRO BAHN von Stil und Ton der Auseinandersetzung stark irritiert. „Man muss den Eindruck gewinnen, dass die GDL die Deutsche Bahn nicht als Tarifpartner, sondern als Feind betrachtet. Wie anders lassen sich Vokabeln wie „Lügenbaron Seiler“ erklären? Hier geht es in zunehmendem Maße gar nicht mehr um die Interessen der Beschäftigten, sondern erkennbar um die Profilierung einer Gewerkschaft – auf Kosten derjenigen, die mittels Erwerbs einer Fahrkarte in ganz erheblichem Maße zur Finanzierung der Gehälter beitragen. Wir, die Bahnkunden, sollen wieder einmal den Kopf für eine tarifpolitische Auseinandersetzung hinhalten. Sehr bequem für die Streitenden, die aber offenbar die langfristigen Folgen völlig aus den Augen verloren haben.“

 

Bei PRO BAHN will man das so nicht hinnehmen. „Bei allem Respekt vor tariflichen Auseinandersetzungen, die natürlich auch einen Streik einschließen: Wir, die Fahrgäste, sind nicht bereit, hierfür die Zeche zu zahlen.“ Natürlich liege bei der Deutschen Bahn erkennbar einiges im Argen. Aber ein Streik ist kein Mittel, um diese Probleme zu lösen. Das geht nur mit Unterstützung der Bahnkunden und nicht, indem man sie vor den Kopf stößt.

 

PRO BAHN Niedersachsen erwartet bei Streiks „im Minimum“ einen verlässlichen Notfahrplan für die Züge der DB AG und eine ganz klare Ansage, dass man das Verkehren aller Züge der anderen Bahnunternehmen im Lande nicht blockieren wird.

 

Wer das genauso sieht wie PRO BAHN Niedersachsen, der kann diese Position im Internet unter https://bit.ly/3r6b7K6 teilen.


 

26.06.2021

Landesversammlung des Fahrgastverbandes PRO BAHN in Jaderberg am 26.06.2021

Alle zwei Jahre führt der Fahrgastverband PRO BAHN Niedersachsen e.V. seine satzungsgemäße Landesversammlung an einem Ort in Niedersachsen durch, der sich verkehrspolitisch besonders für die Bahn bzw. den öffentlichen Verkehr engagiert hat. In diesem Fall ist die Wahl auf Jaderberg in der Gemeinde Jade (Landkreis Wesermarsch) gefallen. Vor rund einem Jahr konnte hier ein neuer Bahnhaltepunkt an der Strecke Oldenburg – Wilhelmshaven eröffnet werden. Der Landesvorsitzende Björn Gryschka erklärt dazu: „Die Gemeinde Jade hat sich lange Jahre engagiert für einen Haltepunkt in ihrem Ort eingesetzt. Damit kommt die Bahn näher zu den Menschen und es wird leichter, die klimafreundliche Bahn zu nutzen. Jaderberg ist damit ein Vorbild, wie Gemeinden Bahnlinien nicht als störend, sondern als nutzbringend für ihre Bürgerinnen und Bürger bewerten können. Für eine Verkehrswende ist solch eine positive Einstellung zum Verkehrsmittel Bahn unverzichtbar.“  

Der Fahrgastverband weist darauf hin, dass in Zeiten abnehmender Corona-Inzidenz die Nutzung der Züge gerade in ländlichen Bereichen sehr gut zu verantworten ist. „Anders als vielleicht in U-Bahnen von Großstädten können die Abstände zu anderen hier gut gewahrt werden“, so der Landesvorsitzende Gryschka, der nach 16 Jahren im Amt nicht wieder kandidiert.

Die Pressenmitteilung zur Landesversammlung finden Sie hier.

11.06.2021


Stellungnahme des Landesverbandes zur Neubaustrecke Bielefeld - Hannover

Der PRO BAHN Landesverband Niedersachsen hat gemeinsam mit dem PRO BAHN Landesverband NRW gegenüber dem niedersächsiches Landtag eine Stellungnahme zu einer schriftlichen Anfrage zu einem Entschliessungsantrag abgegeben. Diese kann hier abgerufen werden.

Kurzinformation:

  • NBS Hannover - Hamburg hält einer Nachprüfung stand und wird befürwortet.

  • NBS Hannover - Bielefeld wird mit Einschränkungen befürwortet, da die vorgesehene Fahrzeit von 31 Minuten sich nur bei oberflächlicher Betrachtung aus dem Deutschlandtakt ableiten lässt. Auch 36 und 41 Minuten Fahrzeit sind mit dem Deutschlandtakt kompatibel.

  • Niedersachsen hat den Nutzen, den man mit diesen Neubaustrecken erzielen kann, auch nicht ansatzweise erkannt und in die bisherige Diskussion eingebracht.

  •  Völlig zu Unrecht geht man in Niesersachsen davon aus, dass der Ausbau der Bestandsstrecken auf mehr Gleise billiger und schneller machbar sei.



13.03.2021

Positionspapier zur Streckenelektrifizierung beschlossen

Der Landerverband Niedersachsen hat am 13.03.2021 ein Positionspapier zur Streckenelektrifizierung beschlossen. Es kann hier abgerufen werden.


02.05.2019

Landesversammlung in Obernkirchen

Am Samstag, 04.05.2019, wird der Fahrgastverband PRO BAHN Niedersachsen seine Landesversammlung in Obernkirchen durchführen. Für die Anreise nutzen die Mitglieder einen Sonderzug des FERSt ab Rinteln Nord. Björn Gryschka, Landesvorsitzender: „Zwischen Rinteln und Stadthagen liegt eine Eisenbahninfrastruktur still, die mehr leisten kann als heute. Mit der Wahl des Tagungsortes in Obernkirchen will PRO BAHN daran erinnern, dass die Landesregierung weiter an einem Nachfolgekonzept für die 2015 beschlossenen 2 Reaktivierungen arbeiten muss.“ Fortschritte verspricht sich PRO BAHN dabei von einem neuen hessischen Gutachten, dass das volkswirtschaftliche Interesse an Bahnlinien auch auf dem Land neu und losgelöst vom „U-Bahn-Denken der 70er-Jahre“ definieren wird. 

Zu Beginn werden die Mitglieder am Obernkirchener Bahnhof von Burkhard Rohrsen vom FERSt über die Geschichte und die Perspektiven der Reaktivierung Bahnstrecke informiert. Wichtiger erster Schritt war der Erfolg des Vereines, durch Übernahme der Strecke diese 2008 überhaupt gerettet zu haben. Burkhard Rohrsen: „Mit einer Reaktivierung der Strecke könnte der Abwanderung junger Menschen in Ballungszentren wie die Region Hannover entgegengewirkt werden. Profitieren würden auch der Kurort Bad Eilsen und das Klinikum Obernkirchen mit 600 Arbeitsplätzen.“  

Detail am Rande: Übrigens hätten die aus ganz Niedersachsen anreisenden PRO BAHN-Mitglieder mit dem Niedersachsenticket die Busse im Landkreis Schaumburg nicht nutzen können. Björn Gryschka: „Als einer der allerletzten Landkreise in Niedersachsen wird hier der Niedersachsentarif in den Bussen leider nicht anerkannt. Auch aus diesem Grund fiel die Entscheidung nicht schwer, einen Sonderzug für den Transfer nach Obernkirchen zu bestellen.“

11.03.2018

Bahn verbindet

Die Exkursion zum Einbecker Bundesverbandstag widmete sich den Bahnstrecken und Fahrgästen im Südharz. Auf der Fahrt von Einbeck-Salzderhelden über Seesen, Osterode und Herzberg nach Ellrich erläuterte Michael Reinboth, Vorsitzender des Regionalverbandes Südniedersachsen, eloquent und detailreich die Besonderheiten von Landschaft, Bahnbetrieb und Geschichte. Nicht zufrieden seien die Fahrgastvertreter derzeit mit der Anschlusssituation in Kreiensen, wo drei verschiedene Bahnunternehmen und auch die DB Netz AG nicht ausreichend miteinander kommunizieren und zu oft Anschlüsse versäumt werden. Auf der Fahrt durch die wunderschöne Westharzer Karstlandschaft konnten die BVT-Teilnehmer die Probleme einer eingleisigen Strecke mit störanfälliger Alttechnik erleben: In Seesen wollte sich eine Weiche nicht stellen lassen, so dass unplanmäßig rangiert werden musste. Gut funktionierte hingegen heute der "Herzberger Knoten" mit Bahn- und Busanschlüssen in alle Richtungen - das, obwohl mit unserem Sonderzug ein vierter Zug an nur drei Bahnsteigen unterzubringen war. Der Sonderzug der DB Regio bestand aus zwei frisch aufgearbeiteten Triebwagen der BR 640, die sonst nicht auf dieser Strecke laufen. So kamen auch die Bahnfotografen zu einem seltenen Motiv. Besondere Mühe hatte sich das Team der Harz-Weser-Bahn mit der Zugbeschriftung gegeben: Außen verkündeten die Anzeigen "PRO BAHN auf Fahrt!", innen "PRO BAHN im Zug".  

Der Höhepunkt der Reise wurde mit der Querung der Landesgrenze nach Thüringen erreicht: Hier waren nur 3 Tage nach dem Mauerfall die Bundesbahner Horst Waldmann und Albert Koch auf eigene Faust mit einem Triebwagen von Walkenried nach Ellrich gefahren und hatten so den ersten Grenzübergang zwischen der damaligen Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn der DDR wiedereröffnet. Diese alte, neue Verbindung ist auch fast 30 Jahre danach mit einem stabilen Stundentakt im Fahrplan der Deutschen Bahn verankert. Daran erinnerten die Fahrgastvertreter mit einem extra geschaffenen Plakatmotiv, dass die verbindende Funktion der Bahn hervorhebt. Horst Waldmann und Albert Koch waren zu Beginn des Bundesverbandstages für ihre persönliche Leistung mit dem PRO BAHN-Fahrgastpreis ausgezeichnet worden und nahmen auch an der Exkursion teil. Während des Aufenthaltes im mustergültig sanierten Bahnhof Ellrich versorgte die Freiwillige Feuerwehr, deren Domizil sich hier befindet, die Teilnehmer mit einem Mittagsimbiss und zeigte historische Bahn- und Feuerwehranlagen.

Auf dem Rückweg nach Northeim gab es schließlich noch einen Halt in Deutschlands größter Höhle. Mitten durch die Himmelreichhöhle führt nämlich die Bahnstrecke Ellrich - Walkenried. Der normale Fahrgast nimmt von dem technisch anspruchsvollen Schutz des Tunnels mit bis zu 12 m starken Betonüberdeckungen zum Schutz vor Steinschlag allerdings nichts wahr. Pünktlich konnten die Teilnehmer schließlich in Northeim ihre Anschlusszüge nach Göttingen und Hannover erreichen.

Hier ein Filmbericht über die Exkursion einschließlich Zeitzeugeninterviews: https://youtu.be/-Plg2e75GAQ . Fotos von Fahrt finden Sie hier.


09.03.2018

Landespreis für die Bleckeder Kleinbahn
Heute wurden auf dem Festabend anlässlich des Bundesverbandstages des Fahrgastverbandes PRO BAHN die Fahrgastpreise verliehen Der Landespreis des PRO BAHN Landesverbandes Niedersachsen ging an die Bleckeder Kleinbahn für die Durchführung eines
Regionalbahn-Probeverkehrs.

Die Rede des Landesvorsitzenden Björn Gryschka können Sie hier abrufen.


01.03.2018

Verkehrsstaatssekretär Dr. Lindner zu Gast bei der
Fahrgastpreisverleihung von PRO BAHN

Beim Bundesverbandstag des Fahrgastverbandes PRO BAHN wird Staatssekretär Dr. Berend Lindner vor Fahrgastvertretern aus dem gesamten Bundesgebiet am Freitag, 09.03.2018, im Alten Rathaus in Einbeck ab 18.00 Uhr erstmals öffentlich die Bahnpolitik der neuen Landesregierung beschreiben. Die Delegierten des Fahrgastverbandes kommen in Einbeck zu ihrem jährlichen Treffen zusammen und verleihen traditionell Fahrgastpreise für besonders fahrgastfreundliche Leistungen im öffentlichen Verkehr.

In diesem Jahr werden u. a. geehrt die Eisenbahngesellschaft metronom für ihre engagierte Fahrgastinformation während des Sturms Xavier, die Deutsche Bahn für neue Bahnerlebnisse im Ideenzug sowie die Bleckeder Kleinbahn für ihren Probe-Regionalbahn-Verkehr auf eigene Kosten. Wie immer stellt zudem der Ehrenvorsitzende des Verbandes, Karl-Peter Naumann, die Sorgen und Nöte, aber auch die positiven Erlebnisse der Fahrgäste im Jahr 2017 vor.

Zum Abschluss des Bundesverbandstages begeben sich die Delegierten schließlich auf eine bahnpolitische Exkursion. Um 9.50 Uhr startet am Sonntag, 11.03.2018, am Bahnhof Einbeck-Salzderhelden ein Sonderzug von DB Regio, mit dem die Fahrgastvertreter auf gelungene und weniger gelungene Beispiele im Bahnalltag aufmerksam machen wollen. Stationen sind Kreiensen, Seesen, Gittelde-Bad Grund, Herzberg und Ellrich. In Ellrich wird um 12.15 Uhr gemeinsam mit Zeitzeugen aus Bahn und Politik des ersten Personenzuges gedacht, mit dem nach dem Mauerfall am 12.11.1989 der neue Bahngrenzübergang von Walkenried nach Ellrich durch persönliches Engagement der Eisenbahner vor Ort geöffnet wurde.

Medienvertreter sind zu beiden Veranstaltungen herzlich eingeladen. Kontakt für organisatorische Fragen: Björn Gryschka, Landesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN NIedersachsen, Tel. 0175/8280386, mail:
b.gryschka@pro-bahn.de

 

19.02.2018

PRO BAHN Niedersachsen zur Auftaktsitzung des "Runden Tisches Vegetationsmanagement DB" am 20.02.2018  

Der Fahrgastverband PRO BAHN Niedersachsen fordert die rasche Umsetzung erster Schritte hin zu robusteren Bahnstrecken in Niedersachsen. "Es müssen dringend bessere Vorsorgemaßnahmen gegen die heftigen Stürme a la Xavier entlang der Bahnstrecken getroffen werden", so Landesvorsitzender Björn Gryschka vor der Auftaktsitzung unter Federführung des Niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies. "Wir freuen uns, dass das Thema jetzt auf der politischen Tagesordnung steht, denn baldige Schritte sind ohne den nötigen Druck aus Politik und Öffentlichkeit anscheinend nicht zu erwarten", zieht er gleichzeitig eine eher pessimistische Bilanz der ersten Vorveranstaltung Mitte Januar im Hause des betroffenen Bahnunternehmens metronom.  

Die Forderungen der Fahrgastvertreter:  

1. Sonderprogramm zur Durchforstung 2018 in Niedersachsen: Streckenprioritäten z. B. nach Fahrgastzahlen oder Fernverkehrsbedeutung und nicht nach Verwaltungsbezirken
2. Gleichstellung der rechtlichen Eingriffsmöglichkeiten entlang von Autobahnen und Bahnstrecken (Bundesfernstraßengesetz)
3. Umgehende Erarbeitung eines Notfallfahrplans mit reduzierten Geschwindigkeiten für den Sturmfall statt flächendeckender Betriebseinstellung wegen fehlenden Plans B für Fahrzeuge und Personal  

"Nicht allein das Vegetationsmanagement der Deutschen Bahn sollte die Basis für die Gespräche bilden. Die Einbeziehung Schleswig-Holsteins in den neuen Runden Tisch bietet die Chance, zwei große Eisenbahninfrastrukturunternehmen aus Norddeutschland nach ihren Erfahrungen und Lösungsansätzen zu befragen: Die Verkehrsbetriebe Elbe Weser aus Bremervörde und die AKN aus Kaltenkirchen", meint Gryschka.




16.01.2018

Ergebnisse Runder Tisch Grünschnitt an nds. Bahnstrecken

Mehr enttäuscht als kurzfristig hoffnungsvoll zeigt sich der Fahrgastverband Pro Bahn von den Ergebnissen des ersten Runden Tisches. "Ohne zu pessimistisch zu sein, können stundenlange, großflächige Zugausfälle durch Streckensperrungen beim nächsten Orkan wieder auftreten", so Björn Gryschka, Landesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN, nach der Veranstaltung in Uelzen. "Wir sehen zwar das Bemühen, durch andere Forstvorschriften und Arbeitsweisen Entnahmen einzelner Bäume auch jenseits der 6 Meter neben den Schienen zu ermöglichen. Die positiven Auswirkungen werden aber noch lange auf sich warten lassen."

Aus Sicht von PRO BAHN muss nach dieser ersten Runde, bei der es zunächst viel um den Status Quo und unvernetzte Initiativen einzelner Akteure ging, eine weitere folgen: Wie stellen sich die Bahnunternehmen und die DB Netz AG z. B. Umleitungen über Dieselstrecken vor, wenn elektrifizierte Strecken gesperrt sind? Welche Fahrzeuge kommen dafür in Frage? Muss es dafür Verträge zwischen den Eisenbahnen geben? Und vor allem: Wie bekommen Fahrgäste konsistente Informationen? Dem Fahrgast ist es letztlich bei Streckensperrungen egal, ob er mit einem Regionalzug vielleicht länger unterwegs ist - Hauptsache, er kommt ans Ziel. Schienenersatzbusse können bei tausenden betroffenen Fahrgästen nicht systematisch helfen", so Gryschka. PRO BAHN stellt auch in Frage, ob die flächendeckende, pauschale Verfügung roter Signale die einzige Antwort des Netzbetreibers sein kann.

Aber auch die Versäumnisse der DB und der Politik dürfen nicht verschwiegen werden: "Mangelhafter Rückschnitt über Jahrzehnte hat erst zu dem heute oft bestehenden Schutzstatus größerer Bäume geführt. Aber auch die Politik gibt den Betreibern bis heute bessere Eingriffsmöglichkeiten entlang von Bundesfernstraßen als bei Schienenwegen. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, diese einseitige Bevorzugung eines weniger umweltfreundlichen Verkehrsträgers zu beenden", so Gryschka.

Für den Fahrgastvertreter erfreulich die konstruktive Haltung des Naturschutzbundes, der sich offenbar viele Maßnahmen zum Thema stärkerer Grünschnitt an Bahnstrecken vorstellen kann: " Eine Chance für die Politik, eingefahrene Gleise zu verlassen und das Verhältnis von Autoverkehr, Eisenbahn und Naturschutz neu im Sinne einer gewandelten Gesellschaft zu justieren."



15.01.2018

Runder Tisch "Grünschnitt" tagt am Dienstag zum ersten Mal 

PRO BAHN Niedersachsen hatte es bereits unmittelbar nach dem Herbststurm Xavier gefordert (Link PM Niedersachsen 11.10.2017), das norddeutsche Eisenbahnunternehmen metronom hat die Idee nun aufgegriffen und dankenswerter Weise umgesetzt: Am 16.01.2018 tagt in Uelzen zum ersten Mal ein Runder Tisch Grünschnitt mit Vertretern von Eisenbahnunternehmen, DB Netz AG, Aufgabenträgern, Umweltministerium, Naturschutzbund und Fahrgastverband PRO BAHN, um kurzfristige Lösungen für eine größere Robustheit des Bahnverkehrs namentlich in der norddeutschen Tiefebene zu erarbeiten.

PRO BAHN-Landesvorsitzender Björn Gryschka hält im Kontext von Unwetterereignissen auch die konsistente und widerspruchsfreie Information der Fahrgäste für besonders bedeutsam: "Daten zur Position von Zügen sind bereits digital beim Schienennetzbetreiber vorhanden. Zur Zeit müssen aber noch viel zu viele Daten auf gesonderten Wegen und manuell von den Verkehrsunternehmen über anfällige Schnittstellen an die Fahrgäste weitergeleitet werden. Es kann nicht sein, dass sich Fahrgäste im Störungsfall ihre "Wahrheit" aus einer Kombination von Bahnsteiganzeigen, "bahn.de" und den Homepages bzw. Apps der einzelnen Verkehrsunternehmen zusammenreimen müssen. Eine gemeinsame Datendrehscheibe muss höchste Priorität im DB-Konzern erhalten!", fordert Gryschka.


30.11.2017

Rücknahme von Fahrplanverbesserungen wegen Datenpanne bei der DB Netz AG

"Ausgesprochen ärgerlich" findet PRO BAHN-Sprecher Björn Gryschka die Rücknahme der seit einiger Zeit angekündigten Angebotsverbesserungen auf der von erixx betriebenen Linie zwischen Hannover und Bad Harzburg (RE 10). "Es ist ein niedersachsenweit einmaliger Vorgang, dass die DB Netz AG verbindlich zugesagte Fahrplantrassen in solchem Umfang und so kurzfristig storniert. Offenbar hat man dort die nötigen nächtlichen Zeitfenster für Bauarbeiten schlicht übersehen und deshalb neue Tagesrandzüge morgens und abends angenommen. Dass nun aber so rigoros nicht nur bei dem RE 10, sondern im gesamten Harzraum bestellte Tagesrandzüge wieder für bis zu 2 Jahre abgesagt werden, können wir nicht akzeptieren. Wir erwarten von der DB Netz eine transparente Bauplanung, die sobald wie möglich zumindest in den Wochenendnächten die Fahrplanverbesserungen zulässt", meint Gryschka. Auch die Verzögerung des neuen Zuges um 4.44 Uhr von Hildesheim nach Hannover mit guten Anschlüssen nach Köln und Süddeutschland möchte er nicht länger als 1 Jahr hinnehmen und setzt auf das Verhandlungsgeschick der Landesnahverkehrsgesellschaft, die die Verbesserungen fest geplant hatte. Immerhin ist aber die durchgehende stündliche S-Bahn-Verbindung von und nach Hannover in den Wochenendnächten gesichert.

Insgesamt zeigt dieser Vorgang wieder einmal die mangelhafte digitale Koordinierung von Fahrplan- oder Baustellendaten. Die Auswirkungen einer fehlenden gemeinsamen "Datendrehscheibe" für Zugdaten und Informationen für Fahrgäste hatten sich erst im Oktober 2017 bei den Stürmen Xavier und Herwart überdeutlich gezeigt. "Wann besetzt die Deutsche Bahn AG endlich das Vorstandsressort Digitales?", fragt Gryschka.


11.10.2017

Der nächste Sturm kommt bestimmt  

Sturm „Xavier“ und die Folgen im Bahnverkehr – was muss besser werden?  


Hunderttausende Fahrgäste sitzen am 05. und 06.10.2017 wegen des (etwa 5-stündigen)  Sturms auf den Bahnhöfen Norddeutschlands fest. Letzte Strecken sind erst 6 Tage später wieder befahrbar. Das Bahnpersonal ist bemüht, den Reisenden zu helfen, wirkt aber oft allein gelassen. Fahrgäste, die sich Informationen über die Apps oder die Webseiten der Eisenbahnunternehmen beschaffen, werden dadurch nicht unbedingt schlauer. Denn obwohl für „die ganze Region Niedersachsen“ der Bahnverkehr „vollständig eingestellt“ ist, bleiben Fragen: So fahren die Regionalzüge am 05.10.2017 zwischen Kassel und Göttingen unbeirrt und sogar pünktlich. Die Metronom-Züge werden am 06.10.2017 zwar zwischen Hannover und Uelzen auf www.bahn.de als pünktlich angezeigt, die Strecke ist aber tatsächlich weiterhin durch DB Netz gesperrt. Das führt soweit, dass die Eisenbahngesellschaft metronom sich gezwungen sieht, die Fahrgäste in deutlichen Worten vor der Bahn-Homepage zu warnen: „Die Angaben auf www.bahn.de sind falsch, die richtigen finden Sie nur auf der-metronom.de.“  

Aus Sicht der niedersächsischen Fahrgäste müssen folgende Lehren gezogen werden:  

1. Das Streckenbegleitgrün auf Gelände der DB Netz AG (vor     allem die ehemaligen Brandschutzstreifen) muss unverzüglich soweit zurückgeschnitten und dauerhaft kurz gehalten werden, wie es bereits das heutige Naturschutzrecht erlaubt.

2. Wo das Naturschutzrecht es nicht erlaubt, Bäume  zu entfernen, die aufgrund ihrer Größe und Nähe zu den Gleisen den Zugverkehr gefährden könnten, muss unverzüglich eine Task Force mit Vertretern von DB Netz, der Eisenbahnunternehmen, aus Verkehrs- und Umweltministerium von Bund und Land sowie den Vertretern der Fahrgast- und Umweltverbände zusammentreten. Diese muss Naturschutz auf der einen Seite sowie Sicherheit und Robustheit des Bahnverkehrs auf der anderen Seite neu gewichten. Dabei sind insbesondere Schutzintensität und Bedeutung der Bahnstrecke für den überregionalen Verkehr transparent abzuwägen.  
 
3. Die Struktur der Datenübermittlung zwischen Netzbetreiber, Eisenbahnunternehmen, Bahnhofsbetreiber und Fahrgästen muss dringend reformiert werden. Es muss eine einheitliche Datenbasis geben, auf die per Schnittstelle alle Unternehmen im nötigen Umfang zugreifen und zuliefern. Für die Fahrgäste müssen daraus automatische Informationen generiert werden. Es ist den Fahrgästen nicht länger zuzumuten, sich aus gerade im Krisenfall unzureichend manuell gepflegten Homepages, Apps und Anzeigen selbst eine „Wahrheit“ zusammenzureimen. Der bisherige Bundesverkehrsminister hat noch im September die Digitalisierung der Bahn als großes Ziel ausgegeben – die Umsetzung muss jetzt beginnen.  

Pro Bahn steht für die Diskussion am Runden Tisch bereit. Das Eisenbahnunternehmen metronom und der PRO BAHN-Bundesverband haben sich mit unterstützenden Pressemitteilungen gemeldet, siehe

 „Link zu PM Metronom“ und „Link zur PM Runder Tisch Sturm und Orkan“ von PRO BAHN.  
08.04.2017

Fahrgastverband Pro Bahn stellt neue Schrift zum Schienenausbau vor

In einer Gemeinschaftsaktion der Landesverbände Niedersachsen, Hamburg/Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hat PRO BAHN ein Thesenpapier erarbeitet, das die Vorstellungen und Wünsche der Fahrgäste in den norddeutschen Bundesländern zur Bahninfrastruktur
vorstellt. Das erste Exemplar wurde auf der niedersächsischen Landesversammlung am 08.04.2017 in Uelzen Herrn Dr. Christoph Wilk vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr übergeben, der bei seinem Besuch Minister Olaf Lies vertrat.

 

Link zur Rede des Landesvorsitzenden Björn Gryschka


02.06.2016

25 Jahre ICE-Strecken - Jubiläum ohne Feier
           
 
Am 2. Juni 1991, genau vor 25 Jahren, begann in Niedersachsen der Hochgeschwindigkeitsverkehr. Die damalige Deutsche Bundesbahn nahm nach rund 15 Jahren Bauzeit die Schnellfahrstrecke Hannover - Göttingen - Würzburg mit einer Abzweigung nach Hildesheim und Braunschweig in Betrieb. Gleichzeitig wurde die erste ICE-Linie Hamburg - Hannover - Göttingen - Frankfurt über diese Strecke geführt. Der Streckenast nach Hildesheim und Braunschweig erhielt zunächst eine Intercity-Linie, die aber die Reisezeiten Richtung Göttingen und Süddeutschland bereits um 30 - 90 Minuten verkürzte. Der historischen Entwicklung, die im Vorjahr zur Wiedervereinigung Deutschlands geführt hatte, war es zudem zu verdanken, dass diese Intercitylinie von Anfang an nach Berlin weitergeführt wurde. Hildesheim und Braunschweig bekamen somit nicht nur die in Zeiten der alten Bundesrepublik geplanten 3 Intercity-Zugpaare in Tagesrandlage nach Süden, sondern eine vollwertige Intercity-Linie im Zweistundentakt von Süddeutschland bis Berlin. Ab 1993 gab es dann die heute bekannte ICE-Linie mit erneut verkürzten Fahrzeiten und mehr Zügen.

"Wie selbstverständlich diese Fahrzeiten für viele Fahrgäste der Region mittlerweile sind, zeigte sich erst im vergangenen April", sagt Björn Gryschka von Pro Bahn, "schlagartig waren wegen der zwei Wochen langen Vollsperrung der ICE-Strecke die Fahrzeiten aus den 80er Jahren wieder zurück." Fahrgäste hätten zu den kurzen Fahrzeiten eines ICE oft keine Alternative: "Mit dem Pkw sind die Fahrzeiten nicht zu halten. Fernpendler müssten ohne ICE umziehen oder eine Zweitwohnung am Arbeitsort nehmen. Die ICEs haben also ganz neue Lebensgewohnheiten ermöglicht."

Vor diesem Hintergrund ist es für Pro Bahn unverständlich, dass dieses besondere Jubiläum nicht von der Deutschen Bahn in der Region gefeiert wird. "Vor 25 Jahren gab es Bahnhofsfeste und Testfahrten in allen ICE-Städten, seither hat der ICE trotz Pannen ein positiv besetztes Image. Jedes Kindergartenkind kennt ihn", meint Gryschka. "Gerade die emotionale Bindung von Kunden an ein Produkt durch posivites Erleben lässt die Kunden über Schwächen hinweg sehen." Warum nicht z. B. wenigstens der neue ICE 4, der in diesen Tagen bereits Testfahrten zwischen Hannover und Göttingen unternimmt, öffentlich an mehreren Bahnhöfen vorgestellt wird, ist für Pro Bahn eine vergebene Chance. "Wie man eine Bahnstrecke heute feiert, zeigt aber in dieser Woche die Schweiz. Dort ist ein gesamtes Land stolz auf seine neue Strecke durch den Gotthard, im Eröffnungszug sitzen durch Los ermittelte Fahrgäste, die Ehrengäste fahren im zweiten Zug hinterher. Etwas mehr Engagement bei einem 25-jährigen Jubiläum hätte die DB sich also leisten dürfen", ist Gryschka gerade beim Blick zum europäischen Nachbarn enttäuscht.

04.05.2016

Pro Bahn bestreitet Notwendigkeit von Zugstreichungen im Leinetal - unabhängige Dokumentation


Die DB Netz AG hat zwischen dem 23.04. und 09.05.2016 rigoros Trassen fahrplanmäßiger Regionalverkehrszüge im Leinetal gestrichen mit der Begründung, dass diese Strecke aufgrund der umgeleiteten ICE-Züge und zahlreicher Güterzüge überlastet sei und keinen Platz für sonst vorrangige Regionalzüge mehr biete. Betroffen sind die S-Bahn Hannover - Hildesheim sowie die Regionalbahnlinien Bad Harzburg - Göttingen und Nordhausen - Göttingen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat deshalb an den ersten beiden Wochenenden der Maßnahme systematisch die tatsächlich gefahrenen Züge in den Bereichen Kreiensen/Freden, Nordstemmen und Einbeck dokumentiert, siehe Anlage.

In der Analyse hat sich klar herausgestellt, dass zumindest an den Wochenenden die Strecke bei weitem nicht ausgelastet ist. Mit den gewonnenen Daten lässt sich beweisen, dass die Herausnahme mindestens der RB Bad Harzburg – Göttingen im Abschnitt Kreiensen – Göttingen völlig unverhältnismäßig war. Diese Linie hätte den unveränderten Anschluss aus dem Nordharz sowie die Hälfte der schnellen Verbindungen aus dem Südharz nach Göttingen sichergestellt. Zur Verdeutlichung sind in der Dokumentation die fiktiven Trassen orange eingefärbt.

Pro Bahn hat zahlreiche längere Zeiträume ohne Verkehr (in der Tabelle gelb eingefärbt) und selbst Fahrten auf dem Gegengleis mit entsprechender Kapazitätseinschränkung für die Gegenrichtung beobachtet. Wie leistungsfähig die Strecke eigentlich ist, zeigte sich am 01.05.2016, als innerhalb von 65 Minuten 13 Züge Richtung Süden fuhren. Meist waren es aber nur 4 – 7 Züge je Stunde und Richtung.

Dass die Einlegung zusätzlicher Express-S-Bahn-Züge während der Hannover Messe zwischen Hildesheim und Hannover exakt in den Trassen der regulären Züge möglich war, aber ohne dass dies in der Woche vom 02. - 06.05.2016 wiederholt wurde, lässt zusätzlich an objektiven Entscheidungen der DB Netz AG zweifeln.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat sich daher beim Eisenbahnbundesamt sowie der Bundesnetzagentur über die Entscheidungen der DB Netz AG beschwert, da sie unnötig waren und zu Lasten Tausender Fahrgäste gingen.

Hier die von Pro Bahn über längere Zeiträume ermittelten Züge und Fahrzeiten. Für weitere Interpretationen der Tabelle wenden Sie sich bitte an den Landesvorsitzenden Björn Gryschka, Tel. 0175/8280386.


11.04.2016

PRO BAHN empört: Region Hildesheim soll übermäßige Auswirkungen der ICE-Streckensperrung ertragen

PRO BAHN kann nicht abschließend beurteilen, welche Trassen für ICE, metronom, S-Bahn, erixx, Güterzüge in den 17 Tagen der ICE-Streckensperrung Kassel - Hannover zwischen (Göttingen - / Hildesheim - ) - Barnten - Hannover zur Verfügung stehen. Regionalverbandssprecher Björn Gryschka: "Die Situation ist offenbar von der DB gründlich verkorkst worden, weil man schon vor einigen Jahren geplant an das Projekt Schotteraustausch ICE-Strecke hätte herangehen können oder müssen. Das muss weiter aufgearbeitet werden, zunächst gilt es aber, die Auswirkungen für die Fahrgäste der Region Hildesheim, die prozentual von den meisten Zugausfällen bei ICE und S-Bahn betroffen sind, möglichst erträglich zu halten."

Forderungen von PRO BAHN:

 -erixx-Züge Bad Harzburg - Hildesheim - Hannover müssen von 6 - 20 Uhr immer dreiteilig, also           maximale Länge fahren! Hierzu gibt es ermutigende Signale, erixx prüft das zur Zeit und wird es hoffentlich umsetzen können. Zum Tag der Niedersachsen 2015 in Hildesheim hatte das sehr gut geklappt. Während der Messe hält erixx ohnehin zusätzlich in Hannover Messe/Laatzen, so dass dann ein "schnelles Grundangebot" von Hildesheim bis Messe sichergestellt ist (allerdings zu Spitzenzeiten sicher sehr stark belegt).

- "Express-S-Bahnen" zwischen 6 und 9 Uhr sowie 16 und 19 Uhr während der Messe müssen an allen 17 Sperrtagen fahren!

- Es ist nicht einzusehen, warum die Fahrplantrassen an 5 Tagen während der Messe für diese S-Bahnen   vorhanden sind, an den anderen Tagen der ICE-Strecken-Sperrung aber nicht. Da dann keine Sonderzüge zur Messe fahren, sind sogar mehr Trassen vorhanden! Warum sollen Hildesheimer Pendler unnötig 17 Tage lang überfüllte Züge im Berufsverkehr ertragen müssen?

- "Express-S-Bahnen" müssen auch in Emmerke halten!

- Die S-Bahnen sollen nach DB-Planung 1 Minute später ab Hildesheim Hbf abfahren als planmäßig und 1 Minute früher in Messe ankommen als geplant. PRO BAHN-Forderung: Die Züge fahren 1 Minute früher als planmäßig in Hildesheim ab, somit kann der Zwischenhalt in Emmerke ermöglicht werden und die Emmerker Fahrgäste haben wenigstens ein Grundangebot nach Hannover. Die Strecke von Hildesheim bis Emmerke/Nordstemmen ist von den Engpässen der Nord-Süd-Strecke nicht direkt betroffen.

- "Express-S-Bahnen" auch als Entlastung für Pendler Hildesheim - Hannover Hbf kommunizieren!

Die S-Bahnen fahren offiziell weiter über Messe hinaus nach Hannover Hbf und kommen von dort (nur Zugnummernwechel in Messe) - d. h. sie sind wichtige Entlastung für Berufspendler nach Hannover, die gar nicht zur Messe wollen. Die DB bewirbt sie bisher aber ausdrücklich nur als "Messezüge" zwischen Hildesheim und Hannover Messe.

Während des gesamten Zeitraums 23.04. - 09.05.2016 sollten Fahrgäste aus Hildesheim Hbf, die Hannover Hbf als Ziel haben und etwas längere Fahrzeiten in Kauf nehmen können, möglichst oft mit der S 3 über Lehrte ausweichen. Fahrgäste aus Emmerke können neben dem langsamen Schienenersatzverkehr Richtung Hannover auch mit der Nordwestbahn mit Umstieg in Nordstemmen auf den metronom reisen. Das spart ggü. der SEV-Verbindung über Messe rund 15 Minuten. Fahrgäste aus Barnten und Rethen sind auf den SEV angewiesen. Pro Bahn-Sprecher Gryschka: "Wir erwarten, dass sich in den verbleibenden Tagen bis zur Sperrung noch etwas bewegt - ungewöhnlich kurzfristige Baumaßnahmen müssen ungewöhnliche kurzfristige Fahrplananpassungen möglich machen!"

Für Rückfragen:

Fahrgastverband PRO BAHN Braunschweig-Hildesheim
Björn Gryschka, Bad Salzdetfurth Vorsitzender
Tel. 0175/8280386



03.11.2015

Pro Bahn: Dialogforum schafft Basis für Norddeutschlands Bahnzukunft


Mit dem vorgesehenen Abschlussdokument des Dialogforums Schiene Nord
wird die Basis für die Fahrt der Personen- und Güterzüge im
Seehafenhinterland verbessert. Eine weitergehende Positionierung für
mehr Schiene wäre aus Sicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn Niedersachsen
aber möglich gewesen.

Pro Bahn-Landesvorsitzender Björn Gryschka sagt dazu: "Wir begrüßen die
Offenheit der Landesregierung, die mit der erstmaligen Ausrichtung eines
Dialogforums die Wünsche und Sorgen der Bürger, Fahrgäste und Verbände
ernst genommen und versucht hat, einen gesellschaftlichen Konsens zu
erzielen. Wichtig ist vor allem, dass nach 30 Jahren Stillstand in den
nächsten Jahren die meisten Maßnahmen der alpha-Variante Realität
werden. Der mit den Bürgerinitiativen und Kommunen gefundene Konsens
sollte helfen, juristische Verfahrenshürden leichter und schneller zu
nehmen. Jeglicher Ausbau von Schienen dient unmittelbar der
Kapazitätserweiterung und und wird von den Fahrgästen deshalb positiv
gesehen."

Nach Meinung von Pro Bahn geht es bei der Alpha-Variante nun darum, sie
sehr schnell umzusetzen. "Wenn die Strecke Verden - Rotenburg
zweigleisig und kreuzungsfrei an die weiterführenden Strecken anschließt
und die Amerikalinie elektrifiziert und längere zweigleisige
Begegnungsabschnitte bekommt, so schafft das Entlastung auf dem Niveau
der heutigen Verkehre. Die flankierenden Maßnahmen auf den Strecken
Nienburg - Minden, Nienburg - Wunstorf und Bremerhaven - Rotenburg sind
unerlässlich. Ob allerdings der Bau des dritten Gleises zwischen
Lüneburg und Uelzen für die Abfuhr der Güterzüge aus Hamburg Richtung
Süden und Osten und eine verbesserte Qualität im Regionalverkehr
mittelfristig ausreichend ist, bezweifeln wir. Die Option auf eine
darüberhinaus erweiterte Schienenverbindung muss auf dem Tisch bleiben",
fordert Gryschka.

Nach der Anhörung von Bürgern, Kommunen und Verbänden müsse die Politik
jetzt schnell entscheiden. "Die Verantwortung für das richtige und
zukunftsweisende "Maß Bahn" bleibt eine politische, der sich die
Volksvertreter nun stellen müssen", sagt Gryschka. Pro Bahn werde das
Abschlussdokument des Dialogforums nicht unterzeichnen, weil der darin
formulierte Ausschluss weiterer Planungen und Varianten nicht im Sinne
der Fahrgäste sein könne. Die seitens der DB AG durchgesetzte
Öffnungsklausel sei aber ein wichtiger Schritt, um auf sich weiter
ändernde Verkehrsverhältnisse später sinnvoll eingehen zu können.



15.06.2015
Resolution: Bahnstrecken in der Region Braunschweig reaktivieren!

Die Mitglieder des Fahrgastverbands Pro Bahn Braunschweig-Hildesheim fordern anlässlich ihrer Jahreshauptversammlung 2015 in Braunschweig: Der Zweckverband Großraum Braunschweig muss die Reaktivierungschancen der Bahnstrecke in Salzgitter entschieden nutzen und die Fördermillionen des Landes in die Region Braunschweig holen!

Begründung:

Aus dem landesweiten Auswahlverfahren von anfangs 74 Strecken hat sich die Verlängerung der Bahnstrecke Braunschweig - Salzgitter-Lebenstedt nach Salzgitter-Fredenberg als Strecke mit dem besten Kosten-Nutzen-Faktor durchgesetzt. Auch wenn es nur ein kurzer Abschnitt von 2 km Länge ist, liegen gerade darin für den Zweckverband, der über Investitionsanteil und Zugbestellung entscheiden soll, einmalige Chancen:

  1. Die Einwohner des Siedlungsschwerpunktes Fredenberg erhalten eine hochattraktive, schnelle und umsteigefreie Bahnverbindung nach Braunschweig. Die Fahrzeit reduziert sich von bis zu 51 Minuten bei unregelmäßiger Busverbindung auf 28 Minuten im stündlichen Takt.
  2. Es sind keine Anpassungen im örtlichen Busnetz erforderlich. Die direkten Züge bieten erstmals eine zusätzliche Expressverbindung von Fredenberg nach Braunschweig.
  3. Die einmaligen Investitionskosten sind absolut überschaubar. Lediglich 1,3 Mio. Euro muss der ZGB laut Gutachter einschließlich Planungskosten investieren. Das Land gibt 3,9 Mio. Euro Fördergeld dazu.
  4. Es fallen vergleichsweise wenig Kosten an. Durch die geringe Streckenlänge steigen die jährlichen Bestellerentgelte auf der Strecke Braunschweig - Salzgitter kaum, da insbesondere keine Investitions- und Betriebskosten für ein neues Fahrzeug anfallen. Zudem generiert die Strecke einen Nutzenüberschuss von jährlich 145 T€.
  5. Nach 15 Jahren Stillstand und Rückschritt im Nahverkehr liegt die Region Braunschweig damit beim Thema Streckenreaktivierung gleichauf mit der Entwicklung im Land Niedersachsen.
  6. Mit einer zielgerichteten und erfolgreichen Reaktivierung der Strecke in Salzgitter erhält die Diskussion auch bei der Strecke Braunschweig - Harvesse neuen Schwung (derzeit Platz 5 landesweit und unter der Förderschwelle). Über die Zukunft dieser Strecke bietet das Land Verhandlungen an und will die Änderung von Rahmenbedingungen prüfen, damit die Förderfähigkeit erreicht wird. Auch hier sollte der ZGB die Entwicklung aktiv mitgestalten.

Diese Resolution wurde von den Pro Bahn-Mitgliedern einstimmig beschlossen.


 
03.05.2015
 
Bahnstreik: Tipps für Fahrgäste in Niedersachsen

Anlässlich des angekündigten Streiks der GDL stellt Pro Bahn die aktualisierte Streiklandkarte für Niedersachsen bereit. Die Streiklandkarte gibt einen Überblick, welche Strecken der Bahn-Konkurrenten wie Nordwestbahn, metronom, Westfalenbahn, Cantus, erixx voraussichtlich planmäßig befahren werden. Verspätungen einzelner Züge sind aber nicht ausgeschlossen. Dort erhält man auch "DB-freie" Verbindungen in Niedersachsen, wenn in der Auskunftsmaske entsprechende Zwischenhalte und "nur Nahverkehr" vorgegeben werden.

 

Damit bestehen gute Fahrmöglichkeiten z. B. zwischen Bremen - Cuxhaven - Hamburg, Bremen - Hamburg, Hamburg - Hannover - Göttingen, in der Heide über Soltau, bei der Regio-S-Bahn Bremen und im Bereich Osnabrück - Oldenburg - Wilhelmshaven. Auch zwischen Bad Bentheim - Osnabrück - Herford bestehen gute Reisemöglichkeiten, montags - freitags kann man ab Bünde auch regelmäßig via Hameln und Elze nach Hannover gelangen. Der Harz ist von Hannover und Braunschweig mit erixx gut zu erreichen, ebenso bestehen Fahrmöglichkeiten Braunschweig - Hamburg über Gifhorn.

Nach der Erfahrung der letzten 7 Streiks ist aber auch damit zu rechnen, dass Regionalexpresslinien der DB in NIedersachsen nicht völlig eingestellt werden, sondern etwa im 2-Stundentakt ggf. nur in Kernbereichen (z. B. Braunschweig - Osnabrück statt bis Rheine) verkehren. Dasselbe gilt für manche DB-S-Bahnzüge, z. B. gab es bei der S 3 zwischen Hannover und Hildesheim in der Vergangenheit praktisch keine streikbedingten Ausfälle. Im Fernverkehr werden vsl. die ICE-Linien Köln - Hannover - Berlin regelmäßig verkehren, die ICE-Linie Frankfurt - Braunschweig - Berlin alle 2 Stunden; mit einzelnen Zugausfällen muss aber gerechnet werden. Bei Nutzung von DB-Zügen empfiehlt sich der Blick in die "Live-Auskunft" der DB unter www.bahn.de.

Ein wichtiges "PS" an dieser Stelle: Damit der Streikfahrplan nicht zum Normalfahrplan wird und Fahrgäste dauerhaft mit zu wenig oder zu kurzen Zügen kämpfen müssen, ist es wichtig,
unsere Petition zu unterzeichnen. Darin fordert Pro Bahn die dauerhafte Bereitstellung ausreichender Regionalisierungsmittel, damit der Erfolg des Nahverkehrs - außer durch Streiks - nicht auch durch die Bundespolitik gefährdet wird.



21.03.2015

Endlich Bahn frei!


Unter diesem Motto trafen sich zum Auftakt des Reaktivierungstages in
der Grafschaft Bentheim der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies,
mehrere Bürgermeister und Vertreter der Region und der Vorstand der Bentheimer Eisenbahn bei der Landesversammlung von PRO BAHN Niedersachsen.

Die Rede des Landesvorsitzenden Björn Gryschka finden Sie
hier.

Verkehrsminister Lies betonte, dass für den Erfolg einer
Reaktivierung die Identifikation der Bevölkerung mit "ihrer" Strecke
wichtig sei. Dies sehe er in der Grafschaft gegeben.

Bürgermeister Dr. Volker Pannen (Bad Bentheim) und Erster Kreisrat Hans-Werner Schwarz (Landkreis Grafschaft Bentheim) blickten auf das 20-jährige Engagement der Region für den Personenverkehr auf der Strecke Bad Bentheim Nordhorn - Neuenhaus zurück.

Zum Schluss der Veranstaltung hoben Gryschka und Lies symbolisch ein
Schwellenkreuz von einem rostigen Gleis, um die Bahn (zumindest den
konkreten Reaktivierungsprozess) endlich frei zu geben. Im Anschluss
daran startete ein Sonderzug der Bentheimer Eisenbahn am Bentheimer
Bahnhof zur Fahrt zu den künftigen Bahnhöfen Quendorf, Nordhorn und
Neuenhaus, wo er jeweils ausgiebig von der Bevölkerung bei freiem Kaffee
und Kuchen begrüßt wurde. Ein Abteil des Sonderzuges stand allein Pro
Bahn zur Verfügung: Die Mitglieder setzten hier ihre reguläre
Landesversammlung mit Vorstandsberichten und Wahlen fort, erstmals, aber
durchaus stilecht, in einem rollenden Sonderzug.

Ein gelungener Tag für den niedersächsischen SPNV!

Fotos von der Veranstaltung finden Sie hier.



18.03.2015
 
Verkehrsminister Olaf Lies erläutert Streckenreaktivierungen
Besuch beim Fahrgastverband Pro Bahn Niedersachsen


Der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies wird auf der
Landesversammlung des Fahrgastverbandes Pro Bahn Niedersachsen am
Samstag, 21.03.2015, ab 11.15 Uhr in Bad Bentheim der Öffentlichkeit
erstmals den weiteren Weg vorstellen, wie die drei vorgeschlagenen
Strecken nun reaktiviert werden können. In der vergangenen Woche hatte
der Minister die Strecken Bad Bentheim – Nordhorn – Neuenhaus,
Einbeck-Salzderhelden – Einbeck und Salzgitter-Lebenstedt –
Salzgitter-Fredenberg zur baldigen Reaktivierung empfohlen. Der
Lenkungskreis hat sich der Empfehlung mittlerweile angeschlossen.

Wir Fahrgäste erwarten mit Spannung die Rede des Ministers und erhoffen
uns neue Impulse für den niedersächsischen Bahnverkehr. Sorgfältig
ausgewählte Reaktivierungsstrecken sind geeignet, die Tauglichkeit des
Systems Schiene gerade im ländlich geprägten Raum nachzuweisen und die
Qualität des öffentlichen Verkehrs deutlich zu erhöhen.
Leuchtturmprojekte wie die Streckenreaktivierungen geben Rückenwind auch
für andere dringende Infrastrukturmaßnahmen im Bahnland Niedersachsen.
 

 
18.02.2015

 

Bahnstreik: Tipps für Fahrgäste in Niedersachsen

Anlässlich des angekündigten Streiks der GDL stellt Pro Bahn die aktualisierte Streckenkarte für Niedersachsen bereit. Züge der Bahn-Konkurrenten wie Nordwestbahn, metronom, Westfalenbahn, Cantus, erixx verkehren planmäßig, Verspätungen einzelner Züge sind aber nicht ausgeschlossen.

Damit bestehen gute Fahrmöglichkeiten z. B. zwischen Bremen - Cuxhaven - Hamburg, Bremen - Hamburg, Hamburg - Hannover - Göttingen, in der Heide über Soltau, bei der Regio-S-Bahn Bremen und im Bereich Osnabrück - Oldenburg - Wilhelmshaven. Auch zwischen Bad Bentheim - Osnabrück - Herford bestehen gute Reisemöglichkeiten, Donnerstag und Freitag kann man ab Bünde auch regelmäßig via Hameln und Elze nach Hannover gelangen.

Seit letztem Fahrplanwechsel wurde der Verkehr auf den Strecken Hannover - Bad Harzburg, Bad Harzburg - Braunschweig, Braunschweig - Uelzen und Lüneburg - Dannenberg von erixx übernommen. Auch diese Strecken sind daher nicht mehr von einem Streik der DB-Lokführer betroffen.
 
Eine Übersicht finden Sie hier .