Der Werdenfels-Takt

Allgemeines

Betriebskonzept und Ausbauprogramm: Vorschläge von PRO BAHN

Schon 1996 hat PRO BAHN einen Vorschlag für ein Betriebskonzept zur Taktverdichtung im Werdenfels-Takt unterbreitet. Eine Fortschreibung von Ende Januar 2003 finden Sie zusammen mit einer Graphik zum Fahrplankonzept hier.

Im 6. Juli 2005 hat der Freistaat angekündigt, die Pfaffenwinkel-Bahn zusammen mit der Ammersee-Bahn im Rahmen des "Regio-Schienen-Takt Augsburg" auszuschreiben. PRO BAHN befürchtet, dass durch Orientierung der Pfaffenwinkel-Bahn nach Augsburg, die nicht durch Fahrgastströme, sondern nur durch den Dieselbetrieb gegeben ist, Nachteile für die Fahrgäste beinhaltet. Grund für die Befürchtung ist die unsichere Anschlußgarantie in Weilheim. Daraufhin hat PRO BAHN am 18. Juli 2005 an die BEG geschrieben und am 4. August 2005 eine Pressemitteilung veröffentlicht. In ihrer Antwort vom 8. August schreibt die BEG, dass sie die Sorgen von PRO BAHN nicht teilt und an der ursprünglich geplanten Ausschreibung festhalten werde. Ähnlich hatte die BEG auch auf einen PRO BAHN-Hinweis im Rahmen des BEG-Beirates reagiert.

Im Januar 2007 hat PRO BAHN ein Positionspapier zur Ski-Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen vorgelegt. Darin werden Politik und Bahn aufgefordert, die Chance zu nutzen, nachhaltig in die Infrastruktur zu investieren. Dann könne nicht nur der zu erwartende Zuschauerandrang bewältigt werden, sondern auch die Störanfälligkeit im Alltagsbetrieb könne reduziert werden. Das Papier wurde auch an Staatsminister Erwin Huber verschickt. Seine Antwort, die bei PRO BAHN Enttäuschung hervorgerufen hat, vom 5. Februar 2007 finden Sie hier; dazu die Stellungnahme von PRO BAHN und eine Pressemitteilung vom 27. Februar 2007.

Ausgelöst unter anderem durch das genannte Positionspapier fand am 13. Juli 2007 eine "Bahnkonferenz in Weilheim" statt. Dabei wurden die Weichen in Richtung Doppelspur-Ausbau gestellt.

Am 19. September 2008 lud PRO BAHN zu einem Workshop für Kommunalpolitiker nach Weilheim ein. Rund 50 Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte waren der Einladung gefolgt! Schwerpunkt der Veranstaltung waren das Thema Bahnhofsentwicklung und Infrastruktur der Schiene.

Ab 2013: Werdenfelstakt neu

Am 16. September 2009 veröffentlichte die BEG die Ausschreibung für das Projekt "Werdenfelstakt neu". Die wesentlichen Verbesserungen im Fahrplanangebot sind: sechs Expresszüge zwischen Mittenwald und München, umsteigefreier Stundentakt zwischen Kochel und München, halbstündliches Fahrtenangebot morgens von Kochel nach München und abends von München nach Penzberg, und zwischen München und Weilheim ganztägigen Halbstundentakt, auch am Wochenende.

Der Zuschlag erfolgte an DB Regio am 2. Juli 2010. Beworben hatten sich unter anderem auch die ÖBB, wie das Weilheimer Tagblatt berichtete.

Auf einer Pressekonferenz im April 2012 gab die DB bekannt, dass sie den ersten der 37 Triebwagen der Baureihe 442 (Talent 2), die bei Bombardier in Henningsdorf nahe Berlin gebaut werden, im Dezember 2012 probeweise einsetzen wolle. Ein Talent 2 kostet zwischen 3,5 und 5,5 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für die Flotte liegen bei rund 160 Millionen Euro.

PRO BAHN Fahrgast-Service: Automatenschulungen

Im Jahr 2011 hat PRO BAHN damit begonnen, zahlreiche Automatenschulungen durchzuführen, um Fahrgäste mit der Bedienung der neuen "Touch Screen Automaten" vertraut zu machen. Diese Veranstaltungsreihe wurde 2012 fortgesetzt.

Schnittstellen Bahn- und Autoverkehr (Park+Ride): Vorschläge von PRO BAHN

Anläßlich der Diskussionen um die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes in Weilheim hat der Fahrgastverband PRO BAHN bereits am 19. November 2000 einen offenen Brief an die Mitglieder des Stadtrates zum Thema Park&Ride geschrieben. Im April 2005 hat PRO BAHN ein Positionspapier zum Thema "Park&Ride in Weilheim" veröffentlicht und (unter anderem) an alle Weilheimer Stadträte verteilt. Auch darin geht es um den Werdenfels-Takt: ein Ausbau insbeosndere der Pfaffenwinkel-Bahn könnte den Parkdruck auf Weilheim deutlich reduzieren.

Den Warnungen von PRO BAHN zum Trotz hat die Stadt Weilheim im Herbst 2005 ein weiteres Grundstück für den Bau von Park&Ride-Plätzen am Weilheimer Bahnhof erworben. Im Frühjahr hatte der Fahrgastverband den Stadträten empfohlen, statt auf Parkplätze am Bahnhof mehr auf eine Verbesserung der Bahnverbindung Schongau - Weilheim - München zu setzen, um den Autoverkehr in die Stadt nicht weiter zu fördern. Eine Verbesserung der katastrophalen Situation bei der Fahrradstellplätzen steht aber nicht an, obwohl hier die Weilheimer Bürger mehr davon hätten, wie die Verkehrszählungen belegen. Um die Diskussion um Park&Ride durch Fakten zu untermauern, hat PRO BAHN im Mai 2006 eine Umfrage unter den Nutzern der R+R-Anlage durchgeführt.

Politische Wertung von PRO BAHN

Allgemeine Einschätzungen zum Bahn- und Busverkehr im Werdenfelser Land zum jeweiligen Zeitpunkt finden Sie auch in unseren Berichten vom Jahreswechsel 1998/99 und 2001/02 sowie 2007/08.

Zum Vergleich: Straßenbau

Während für den Ausbau der Schienenwege im Werdenfels ab und zu mal ein paar Almosen abfallen, fließt das Geld für den Ausbau der Straßen reichlich: Ein paar Beispiele:

  • Farchant: 2,4 km langer Tunnel für die B2, Bauzeit: 1995 - 2000, Kosten: 131 Millionen Euro (Quelle)
  • Peißenberg: 7,0 km lange Ortsumfahrung auf der B472: Bauzeit: 2002 - 2008, Kosten: 54 Millionen Euro
  • Hohenpeißenberg: 5,2 km lange Ortsumfahrung auf der B472: Bauzeit: seit 2009, Kosten: 34 Millionen Euro (Quelle)
  • Saulgrub: 2,9 km lange Ortsumfahrung auf der B23: Bauzeit: seit 2009, Kosten: 22 Millionen Euro (Quelle)
  • Eschenlohe: 1,9 km langer Auerbergtunnel: geplant, Kostenschätzung: mehr als 100 Millionen Euro
  • Oberau: 2,9 km lange Westumfahrung: geplant, Kostenschätzung: 137 Millionen Euro
  • Garmisch-Partenkirchen: Westumfahrung mit 3,8 km langer Kramertunnel: geplant, Kostenschätzung: 133 Millionen Euro
  • Garmisch-Partenkirchen: 3,5 km lange Ostumfahrung mit Wanktunnel: geplant, Kostenschätzung: mehr als 100 Millionen Euro