Olympia 2018: Ausbau München - Garmisch-Partenkirchen, Olympiatram, Königseebahn und weitere notwendige ÖV-Infrastruktur
Die Vorschläge als pdf-Dateien:
Kurzfassung (200 KB)
Langfassung (2,4 MB)
Derzeit beginnen in Berlin die entscheidenden Finanzverhandlungen zu den
olympischen Investitionen. Was jetzt nicht über das sogenannte "Mini Bid-Book"
gesichert wird, wird kaum noch realisierbar sein.
Die Olympischen Spiele sind umstritten und in ihren Umweltauswirkungen
problematisch. Die Befürworter versprechen "grüne Spiele" und eine
vorbildliche Umweltausrichtung. Allerdings sind die bisher geplanten
Maßnahmen bei der Eisenbahn bei weitem nicht geeignet, die Verkehrsspitzen
während der Olympischen Spiele ausreichend zu bedienen. Sie werden nicht
einmal für den normalen Bahnverkehr eine ausreichende Qualität bieten
können.
Das von der Bewerberkommission erstellte Umweltpapier für die Olympischen
Spiele würde damit im Bereich Verkehr schnell zu Makulatur.
Alle Maßnahmen auf diesen Webseiten
sind auch nach den Spielen notwendig und sinnvoll weiter
nutzbar. Damit wird verhindert, dass Investitionsruinen für zwei Wochen
Olympia entstehen. Bürger und Politik können jetzt für einen
umweltverträglichen Spitzen-Verkehr während der Spiele wie auch für eine
deutliche Verbesserung der Verkehrssituation nach den Spielen sorgen.
Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Deshalb sollte das knappe
Geld in eine tragfähige Schieneninfrastruktur investiert werden. Wer es
jetzt hingegen in teure Tunnels steckt, schafft neue Hypotheken mit
hohen Unterhaltskosten.
Eine perfekte Infrastruktur ist - wie sich bereits zur Fußball-WM 2006
gezeigt hat - eine schöne Visitenkarte für Deutschland und nicht zuletzt
auch für die hiesige Bahnindustrie.
Ein guter Bahnverkehr ist auch ideal für die Olympia-Funktionäre. Mit
hochwertigen Sonderzügen kann die Leistungsfähigkeit der
deutschen Bahnindustrie demonstriert werden, die sich
z.B. auch in den Exporterfolgen in die Golfregion widerspiegelt.
Die notwendigen Projekte in Kürze
Internationaler Fernverkehr
Die Olympischen Winterspiele 2018 in München finden mitten in Europa statt
und müssen mit der Bahn aus allen Richtungen gut erreichbar sein.
Insbesondere die Bahnverbindungen in die Schweiz und nach Tschechien haben
dringenden Ausbaubedarf. Es wäre mit ökologischen Spielen nicht vereinbar,
wenn selbst Besucher aus dem nahen Ausland aus Zeitgründen mit dem Flugzeug
anreisen müssten.
Regionalverkehr
Richtung Garmisch-Partenkirchen
Der Bau eines zweiten Gleises zwischen Tutzing und Murnau sowie zwischen
Oberau und Garmisch-Partenkirchen ermöglicht dichte Takte und einen verlässlichen Betrieb
im Spitzenverkehr. Im Ortsbereich von Garmisch-Partenkirchen sind Zusatzhalte in Kainzenbad,
am Hausberg
und an der Kandahar-Abfahrt notwendig.
Richtung Oberammergau
Die Sünden der Vergangenheit sind zu korrigieren: Eine Vergrößerung des
Bahnhofs in Oberammergau schafft wieder Platz für mehr Züge. Der
Wiedereinbau einer Überholmöglichkeit in Altenau erlaubt dichtere Takte, so
dass mehr Passagiere befördert werden können. Davon profitieren nicht nur
Berufs- und Ausflugsverkehr, sondern auch die Besucher der
Oberammergauer Passionspiele.
Richtung Berchtesgaden / Königssee
Der Wiederaufbau der Königsseebahn schafft die Infrastruktur sowohl für den
Transport unzähliger Olympiabesucher als auch für den täglichen
Touristenverkehr zum Königssee.
Baumaßnahmen im Münchner Stadtgebiet
Olympia-Tram Englschalking - Moosach
Zwei kurze Trambahn-Neubaustrecken ermöglichen die Führung einer Olympia-
Sonderlinie von Englschalking bis Moosach. Sie verbindet während der
Olympischen Spiele beide Flughafen-S-Bahnen, Olympiagelände, Olympisches
Dorf, "Ice-Cluster", wichtige Hotel-Standorte und Sehenswürdigkeiten
untereinander. Beide neuen Strecken sind seit langem Bestandteil des
Verkehrsentwicklungsplans und werden unabhängig von den Olympischen
Spielen durch die künftige Tramlinie 22 ("Nordtangente") genutzt.
Entflechtung des Gleisfeldes am Westkopf Bahnhof Pasing
Die Zusammenführung der Strecken von Garmisch-Partenkirchen und Lindau
unmittelbar westlich des Bahnhofs Pasing ist ein ständiges Nadelöhr. Für
einen reibungslosen Betrieb ist ein Ausbau unerlässlich.
Umbau Bahnhof Laim mit Umweltverbundröhre
Mit dem baufällige Zustand des Bahnhofs Laim kann sich der leistungsfähige
Großraum München nicht präsentieren. Daher muß der Bahnhof umgebaut werden.
Basierend auf den Vorschlägen von Vieregg-Rößler läßt sich hier eine
moderne Architektur mit kurzen und guten Umsteigewegen realisieren. Zudem
läßt sich der Umbau damit unabhängig vom weiteren Ausbau des S-Bahn-Systems
realisieren. Bei dem vorgeschlagenen Umbau sollte auch die Sendlinger Spange
("S20") in den Bahnhof Laim eingebunden werden, statt wie bisher daran
vorbeifahren.
Tram-Betriebshof Schwere-Reiter-Straße
Ein wachsendes Straßenbahnnetz benötigt mittelfristig einen zweiten
Betriebshof. Ein sinnvoller Standort ist die derzeitige Tram-Wendeschleife
Olympiapark Süd. Das neue Betriebshofgebäude kann während der Olympischen
Spiele als Pressezentrum dienen, so wie es Innsbruck während seiner
Olympiade 1976 erfolgreich vorgemacht hat.
Attraktive Betriebsgebäude können eine Bereicherung der Stadtlandschaft am
südlichen Ausläufer des Olympiaparks sein.
Fußgängerzone Bahnhofsplatz
In anderen Städten betritt man die Stadt nicht mit dem vorsichtigen
Überqueren von Autostraßen, sondern man gelangt über schön gestaltete
Vorplätze direkt in die Stadt oder in die gewünschte Tram (z.B. Karlsruhe,
Bremen, Düsseldorf). Die bestehende Fußgängerzone Schützenstraße muss über
den Bahnhofsplatz bis zum Gebäude des Hauptbahnhofs ausgedehnt werden.
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