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Pressemitteilung

S-Bahn nach Geretsried - Stellungnahme zum Bürgerentscheid Wolfratshausen

vom 5. Juli 2010

Keine neuen Erkenntnisse brachte der Bürgerentscheid über die S7-Verlängerung ohne Schranke - sie spiegelt nur die bekannte Stimmungslage im Stadtrat wieder.

Den Bürgern ist dabei kein Vorwurf zu machen. Es wäre die Pflicht der gewählten Volksvertreter gewesen, sich frühzeitig mit dem Thema Bahnübergang auseinanderzusetzen und sachlich aufzuklären.

Statt sich mit Fakten zu beschäftigen haben die S-Bahn-Gegner im Stadtrat Panikmache betrieben und sich dann hinter einer vor ihnen selbst gegründeten Bürgerinitiative versteckt. Damit einher geht eine strikte Beratungsresistenz, nicht ins Weltbild passende Fakten wurden einfach ignoriert. Widersprüche in der Sache wurden einfach als "unsachlich" diffamiert. Natürlich hat dies die Wirkung auf die Bürger nicht verfehlt, wenn der seriös wirkende Bürgermeister mit ernster Miene eine erhöhte Sterblichkeit der Bürger vorhersagt, und die Weiterentwicklung der Eisenbahn seit der Dampflokzeit verpaßt hat. Die herbeigeführte Mischung aus Ahnungslosigkeit und Panikmache ist aufgegangen. Damit wurden den Bürgern vom Stadtrat die Rolle des Sündenbocks zugewiesen, hinter dem sich jetzt die S-Bahn-Gegner meinen verstecken zu können.

Der Fahrgastverband PRO BAHN bedauert, dass sich Wolfratshausen bisher einer aktiven Gestaltung der S-Bahnverlängerung verweigert. Es gibt weitere wichtige Themen bei der S-Bahnverlängerung, beispielsweise die mögliche Erschließung des Gewerbegebietes oder auch die Zuwege zum bestehenden Bahnhof. Dort wäre ein aktives Einbringen der Wolfratshauser Bedürfnisse im Interesse der Stadt und ihrer Bürger. Wenn diese Totalopposition weitergeht, dann wird erfahrungsgemäß am Ende Wolfratshausen mit dem leben müssen, was andere geplant haben.

Jetzt ist eine objektive Abwägung der tatsächlichen Vor- und Nachteile der S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried notwendig. Diese ist im Planfeststellungsverfahren vorgeschrieben. Der Verband fordert daher den Freistaat Bayern auf, unverzüglich das Planfeststellungsverfahren einzuleiten. Die politische Entscheidung, dass die Geretsrieder Bürger und Unternehmen eine S-Bahn benötigen, obliegt nicht der Stadt Wolfratshausen. Die Stadt hat auch kein Vetorecht, mit dem sie nach Gutsherrenart beliebige Bedingungen stellen kann.

 

Verantwortlich: Norbert Moy

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