PRO BAHN - Ihr Fahrgastverband

Süd-Niedersachsen - Archiv

25.03.2004

Pressemitteilung

Fahrgastverband kritisiert Kahlschlag

Die Absicht der Deutschen Bahn AG, die Zahl der Fahrkartenschalter drastisch zu reduzieren, verträgt sich nach Ansicht des Fahrgastverbandes PRO BAHN nicht mit dem Ziel, das Unternehmen zu mehr Kundenfreundlichkeit zu entwickeln. Würden sich Autokonzerne in ähnlich dramatischem Umfang von ihrem Vertriebsnetz trennen, so wäre es um die Automobilkonjunktur in unserem Land verdammt schlecht bestellt. PRO BAHN-Regionalvorsitzender Gerd Aschoff: "Am Berührungspunkt zwischen Deutscher Bahn AG und ihren zahlenden Kunden bekommt das Unternehmen leider immer noch Hautausschlag." Es dürfe nicht hingenommen werden, dass die Fahrgäste selbst in größeren Städten nur noch schulterzuckend an das Internet verwiesen werden. PRO BAHN: "Das können sich nur Monopolisten erlauben, aber keine Unternehmen, die im Wettbewerb bestehen müssen."


25.03.2004

Pressemitteilung

Fahrgastverband begrüßt Ausschreibung

Außerordentlich erfreut zeigt sich der Fahrgastverband PRO BAHN über die in dieser Woche gestartete europaweite Ausschreibung für den Nahverkehr (SPNV) zwischen Göttingen, Hannover und Uelzen. "Auf Grund der vom Land gesetzten Qualitätsmaßstäbe wissen wir schon am Beginn der Ausschreibung, dass die Fahrgäste auf jeden Fall ein spürbar verbessertes Angebot bekommen werden", lobte der Regionalvorsitzende Gerd Aschoff die Arbeit der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). So werden nach Abschluss des Vergabeverfahrens ab Ende 2005 auf der in Göttingen beginnenden Strecke in Richtung Landeshauptstadt klimatisierte Doppelstockwagen mit einem deutlich erhöhten Sitzangebot fahren.

An der nun bis 11. Juni 2004 laufenden Ausschreibungen haben bereits mehrere Unternehmen Interesse gezeigt. Auch die Deutsche Bahn AG hatte öffentlich erklärt, erstmals in Niedersachsen ein Angebot unter Wettbewerbsbedingungen abzugeben. Aschoff weiter: "Besonders interessant aus regionaler Sicht wäre es, wenn sich ein Schienenunternehmen bewerben würde, dass sich mit seinem Firmensitz in Göttingen ansiedeln würde." PRO BAHN wies ergänzend darauf hin, dass auch der SPNV auf der Strecke Göttingen-Bebra ausgeschrieben worden ist. Hier ist der Nordhessische Verkehrsverbund federführend.


08.02.2004

Pressemitteilung

Fahrgastverband: Bahnhofsvorplatz nicht versperren!

Gegen die Forderung der CDU, an der Pergola vor dem Bahnhof Göttingen einen festen Parkplatz für Reisebusse einzurichten, hat sich der Fahrgastverband PRO BAHN ausgesprochen. "Durch eine solche Maßnahme würde der Bahnhofsvorplatz viel zu sehr versperrt", kritisiert der Regionalverband Südniedersachsen die Überlegung der CDU. Es sei wirklich keine gute Idee, die häufig doppelstöckigen Reisebusse an der Pergola aufzureihen und damit den Blick auf den Wall für diejenigen zu versperren, die aus dem Empfangsgebäude der Deutschen Bahn kommen. Außerdem sei zu befürchten, dass die Stadtbusse, die den Bahnhof aus östlicher Richtung anfahren, nicht mehr reibungslos an ihre Haltestelle gelangen.

PRO BAHN: "Die jetzige Lösung, nach der die Fahrgäste von Reisebussen vor dem Bahnhof ein- und aussteigen können, ist ein guter Kompromiss." Ein längeres Parken sei jedoch nicht zu befürworten, zumal der Schützenplatz für Busfahrer keineswegs unzumutbar weit entfernt liege.


10.12.2003

Pressemitteilung

Schmerzliche Einschnitte im Stadtbusverkehr

Die ab kommenden Sonntag wirksamen Einschränkungen im Stadtbusverkehr sind nach Ansicht des Fahrgastverbandes PRO BAHN deutlich schwerwiegender als bislang bekannt. Nach Durchsicht der gedruckten Fahrpläne zwinge sich der Eindruck auf, dass die Fahrgäste gravierende Einbußen hinnehmen müssten. Das widerspreche der öffentlichen Darstellung von eher geringfügigen Streichungen.

Bisher war nur die Streichung einzelner Fahrten zwischen 19 und 20 Uhr sowie dem Wegfall einzelner stadteinwärts fahrender Busse kurz vor Betriebsschluss bekannt. "In den Fahrplänen müssen wir nun feststellen, dass wesentliche Abendverbindungen von der Innenstadt in die Wohngebiete ganz gestrichen werden", kritisiert PRO BAHN. Besonders deutlich werde dies bei der Linie 6, auf der künftig an allen sieben Tagen der Woche der letzte Bus bereits um 22.54 Uhr ab Bahnhof fährt (bisher 23.54 Uhr). Auch samstags fährt der letzte Bus nicht später (Damit stimmt die GöVB-Behauptung im GT vom 10. Dezember schon mal nicht, wonach die Busse wenigstens sonnabends länger fahren würden!). Dabei habe gerade die Linie 6 durch den Wegfall des Zweiges Tecklenburgstraße und den Einsatz eines Subunternehmens bereits einen verhältnismäßig großen Sparbeitrag geleistet. Selbst auf der anderen "Ostviertel-Linie" 9 fährt sonnabends noch um 23.30 Uhr ein Bus zum Rohns.

PRO BAHN: "Der Besuch der Innenstadt mit ihrer Gastronomie und der kulturellen Vielfalt ist künftig für Busbenutzer nur noch eingeschränkt möglich." Besonders bitter wirken diese Einschränkungen angesichts der einseitigen Förderung des Autoverkehrs, etwa durch den Bau neuer Straßen und Parkvergünstigungen. "Wir fordern den Handel und die Gastronomie in der Innenstadt auf, sich gegen diese Einschränkungen im Busverkehr zur Wehr zu setzen", fordert der Fahrgastverband.


10.12.2003

Deutsche Bahn streicht ICE nach Berlin

Die Deutsche Bahn AG streicht auf der ICE-Direktverbindung von Göttingen über Hildesheim und Braunschweig nach Berlin den zweiten Zug am Morgen und verabschiedet sich damit vom durchgehenden Stundentakt. Das teilte der Fahrgastverband PRO BAHN mit. Danach ist es ab dem kommenden Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2003 nicht mehr möglich, um 8.03 Uhr direkt von Göttingen in Richtung Berlin zu fahren. Gerd Aschoff, Vorsitzender des PRO BAHN-Regionalverbandes Südniedersachsen: "Mit der Streichung dieses Zuges entsteht zwischen 7 und 9 Uhr eine empfindliche Fahrplanlücke, von der vor allem Tagespendler nach Hildesheim und Braunschweig sowie Wochenpendler und Tagesausflügler nach Berlin betroffen sind. Für sie ist der folgende Zug um 9.03 Uhr in den meisten Fällen zu spät. Als Alternative bleibt nur der Umweg über Hannover (mit Umsteigen) oder gar die Fahrt nach Hildesheim und Braunschweig mit Regionalzügen." In der Gegenrichtung besteht bereits seit einem Jahr eine empfindliche Fahrplanlücke.

PRO BAHN: "Wer denkt, dass von Berlin nach Göttingen jede Stunde ein Zug fährt, täuscht sich, denn um 17.41 Uhr fährt bereits jetzt (am Bahnhof Berlin-Zoologischer Garten) kein ICE Zug mehr." Über diese ärgerliche Lücke zwischen 16.41 Uhr und 18.41 Uhr haben sich nach Angaben des Fahrgastverbandes bereits zahlreiche Fahrgäste beschwert. "Statt einen weiteren Zug aus dem Taktfahrplan zu streichen, wäre es wesentlich sinnvoller, wenn die Deutsche Bahn AG die bestehende Fahrplanlücke schließt", fordert PRO BAHN. Der Verband wendet sich an alle örtlichen Abgeordneten mit der Bitte, die Forderung der Fahrgäste zu unterstützen


28.01.2003

Vertrag Land-Bahn: Gut für die Region

Der am Montag von Ministerpräsident Sigmar Gabriel und Bahnchef Helmut Mehdorn abgeschlossene Verkehrsvertrag bietet für Südniedersachsen zwei zentrale Perspektiven:


21.01.2003

ICE-Taufe: Deutsche Bahn wird für Fahrgäste anonymer

Die Deutsche Bahn AG tauft am kommenden Mittwoch, 22. Januar 2003, einen ihrer ICE-Züge auf den Namen "Göttingen". Dieses aus der Luftfahrt bekannte Prinzip hat allerdings für die Fahrgäste keinerlei Bedeutung, denn in den Fahrplänen wird kein Zugname auftauchen.

Anders als bisher steht der Name nur an der Lokomotive eines Zuges, der in wechselnden Zugläufen eingesetzt wird. Bis zum Fahrplanwechsel 15. Dezember hatte dagegen jeder Zuglauf neben der Zugnummer "wie ICE 873" einen festen Namen, etwa "Göttinger Sieben", "Max Planck", "Ricarda Huch" oder "Roswitha von Gandersheim". Das stand in jedem Kursbuch und auf jedem Aushangfahrplan am Bahnhof. Im Zug lagen Faltblätter mit dem jeweiligen Namen aus. Die Fahrgäste konnten sich an Hand des Namens ihren Zug gut merken.

Davon ist jetzt nichts mehr übrig geblieben. Zudem ist die Taufe nach Städtenamen nur für die wenigen ICE-Züge der Deutschen Bahn AG vorgesehen. Die Mehrzahl ihrer Züge fährt seit dem Fahrplanwechsel anonym. Einen Gewinn sehen wir darin nicht.


11.12.2002

Quelle: Rundblick

Geisterbahn

(rb) Die Deutsche Bahn AG hat sich für den "Euro-Night" von Hamburg über Hannover und Göttingen nach Wien und zurück etwas ganz Besonderes ausgedacht, um den Schlummer der Reisenden in den Schlaf- und Liegewagen nicht zu stören: Fahrgäste dürfen künftig an den Haltestellen auf der Strecke einsteigen, aber nicht eher aussteigen, bis der Zug am Ziel ist, also beispielsweise auch nicht in Göttingen, wenn man aus Hannover kommt.

Warum aussteigende Fahrgäste mehr Lärm machen sollen als einsteigende, bleibt das Geheimnis der Bahn. Im Kern geht es wohl eher darum, ignorante Bahnkunden abzuschrecken, die wahllos in jeden Zug steigen, nur um so schnell wie möglich ans Ziel zu kommen. Der Euro-Night ist eben kein Zug für Jedermann. Die Bahn unterstreicht dies mit einer Buchungssperre und lässt den Euro-Night nur noch sporadisch in den Fahrplänen auftauchen. Das führt unter anderem dazu, dass Reisende nach Göttingen, die den letzten ICE um 21.26 Uhr in Hannover nicht erwischen, nun bis 23.22 Uhr warten müssen, um mit einem Regionalzug nach Hause zu fahren (Ankunft: 0:52 Uhr) - aus Angst, den Euro-Night erst in Wien wieder verlassen zu dürfen.

Gleichwohl ist auch der Deutschen Bahn bewusst, dass sie gegen Fahrgäste ohne Zugbindungs-Fahrkarte zwischen Hannover und Göttingen nicht wirklich etwas unternehmen kann. Hier ist Kreativität gefragt. Ein Bahnmitarbeiter, der nicht genannt werden will, schlägt für "solche Fahrgäste" vor, einen Sonderhalt an einem einsamen Haltepunkt einzulegen, um sie dort rauszusetzen. Außerdem könne man den Zugang zum Zug mit eigens eingesetztem Personal schon vor der Abfahrt in Hannover wirksam kontrollieren.

Vermutlich greifen aber auch diese Maßnahmen nicht. Wäre es nicht klüger, die Hauptbahnhöfe ganz zu meiden und stattdessen in kleinen, verschwiegenen Orten an der Strecke zu halten, zu festen, aber geheimen Zeiten? Dann steigen mit Sicherheit nur die Fahrgäste zu, die die Exklusivität und Abgeschiedenheit des Euro-Night zu schätzen wissen.


25.09.2002

Chance durch neuen Nahverkehr

Die Entscheidung der Deutschen Bahn AG, den 1988 eingeführten Interregio Flensburg-Konstanz durch einen wesentlich teureren Intercity-Zug zu ersetzen, ist nach Ansicht des Fahrgastverbandes PRO BAHN nur eine vorübergehende Episode. Der Regionalvorsitzende Gerd Aschoff zeigte sich überzeugt davon, dass die Veränderung der Zug-Gattung nur ein Zwischenschritt zur beabsichtigten Abschaffung dieses Bahnangebotes ist. Der Fernverkehr werde dann nur noch auf den ICE-Schnellverkehr mit Reiseentfernungen von über 190 Kilometern abgestellt. Darunter werde der vom Land zu verantwortende Nahverkehr eine größere Rolle spielen.

Dies werde vor allem mit dem neuen Preissystem deutlich, das analog zum Flugverkehr lange Vorbuchungsfristen vorsehe und den Grundpreis unter 190 Kilometer deutlich erhöhe. Die Benutzung von Interregio- und Intercity-Zügen werde damit unattraktiv, zumal manche Ermäßigung künftig nur für Wochenendreisen gewährt würde. "Reisende, etwa zwischen Göttingen und Hannover, werden in Folge der Abschaffung der 50-prozentigen Bahncard-Ermäßigung deutlich höhere Fahrpreise zahlen müssen", kritisiert PRO BAHN. Das führe zur Abwanderung der Fahrgäste und dann zur Streichung dieser Züge. "Das bietet dann die Möglichkeit, im Leinetal zwischen Göttingen und der Landeshauptstadt einen attraktiven Ein-Stunden-Takt des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) einzurichten", erklärte Aschoff, der als Vertreter der Umwelt- und Verkehrsverbände im Beirat der dafür zuständigen Landesnahverkehrsgesellschaft mitwirkt.

In diesem Sektor sollten dann auch alternative Transportdienstleister zum Zuge kommen, die flexibler und kundenfreundlicher am Markt agieren als der Riese Deutsche Bahn AG. Aschoff: "Daraus ergeben sich zahlreiche Chancen für den SPNV und den Verbund."


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