Die Proteste der Bevölkerung am Leineberg gegen die veränderte Linienführung des Stadtbusses zeigen nach Ansicht des Fahrgastverbandes PRO BAHN sehr deutlich, dass derartige Änderungen nicht über die Köpfe der Bevölkerung hinweg durchgesetzt werden dürfen. „Wir erwarten deshalb von den Göttinger Verkehrsbetrieben, dass sie die dringend nötige Bürgerinformation kurzfristig nachholen“, forderte der PRO BAHN-Regionalvorsitzende Gerd Aschoff. Wegen der fehlenden Bürgerinformation kursierten auf dem Leineberg eine Reihe von Gerüchten, die dem Hauptanliegen der verbesserten Stadtbusanbindung der Asklepios-Klinik schaden. PRO BAHN weiter: „Die Bürgerinnen und Bürger müssen endlich die Gelegenheit bekommen, zu den geplanten Änderungen Fragen an die Verantwortlichen der GöVB zu stellen.“
Die Unterschriftensammlung der so genannten Bürgergemeinschaft Jakobiviertel
gegen die Stadtbusse in der Innenstadt ist aus Sicht des Fahrgastverbandes
PRO BAHN an Scheinheiligkeit nicht mehr zu überbieten. Tatsächlich ist die
höchstzulässige Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern auf dem Busring
baulich völlig angemessen, gefährdet die öffentliche Sicherheit in keiner
Weise und ist für das Busliniennetz als Ganzes eindeutig erforderlich. Die
Stadtbusfahrer wissen ganz genau, dass sie sich rücksichtsvoll zu verhalten
haben – im Gegensatz zu manchem Radfahrer. Wer es also mit dem Vorrang
öffentlicher Verkehrsmittel ernst meint, stellt solche Angriffe auf die
Interessen der Fahrgäste sofort ein. Die Engstirnigkeit der
„Bürgergemeinschaft“ wird auch dadurch deutlich, dass die wesentliche Folge
eines Zurückdrängens der Stadtbusse aus der Innenstadt übersehen wird: die
spürbare Zunahme des Autoverkehrs in der Innenstadt. Das widerspricht allen
klimapolitischen Zielen und der Absicht, die Lebensqualität in der
Innenstadt ohne Autos attraktiver zu machen, was aber den Initiatoren
offenbar völlig gleichgültig ist.
Der Fahrgastverband PRO BAHN hat die Stadt Göttingen davor gewarnt,
Landesmittel zur Förderung des Stadtbusverkehrs verfallen zu lassen. Der
Regionalvorsitzende Gerd Aschoff wies darauf hin, dass die Stadt bis zum
September ihren Antrag an das Land schicken muss, um noch in den Genuss des
neuen ÖPNV-Programms zu kommen, das von 2010 bis 2014 läuft. Diese
Förderung, für das landesweit 20 Millionen Euro zur Verfügung stehen, dient
der „Grunderneuerung ortsfester ÖPNV-Anlagen“ und ist damit nach Ansicht des
Fahrgastverbandes „ideal dafür geeignet, die überfällige Überholung der
elektronischen Fahrplananzeigen am Zentralen Omnibusbahnhof vor dem Bahnhof
Göttingen zu finanzieren.“
Aschoff: „Wenn der Antrag der Stadt
nicht bis zum 30. September 2009 in Hannover ist, dann ist ein weitere Jahr
verloren.“ PRO BAHN zeigt sich darüber hinaus darüber enttäuscht, dass der
Ausbau der Fahrplananzeigen an den großen Innenstadt-Haltestellen nicht
voran geht. Nach der Installation der Anzeige an der Haltestelle „Kornmarkt“
wurde uns versprochen, dass auch die anderen Stadtbus-Haltestellen in der
Innenstadt am Alten Rathaus, in der Jüdenstraße, am Carree und am Gothaer
Haus damit ausgerüstet werden, doch passiert ist leider nichts. Der
Fahrgastverband PRO BAHN befürchtet, dass die Pläne tief in den Schubladen
der Stadtverwaltung verschwunden sind und fordert, endlich greifbare
Planungen vorzulegen. „Solche Anzeigen sind in anderen Städten bereits
Standard und sollten auch in Göttingen den Fahrgästen das Busfahren
erleichtern“, erklärte PRO BAHN.
10 Jahre VSN: Für PRO BAHN kein Grund zum Jubeln
17 Verkehrsunternehmen
und drei Gebietskörperschaften gründeten am 1. April 1999 nach langen
Vorarbeiten den Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (VSN). Aus Sicht des
Fahrgastverbandes PRO BAHN ist dieses genau zehn Jahre zurückliegende
Ereignis für den Öffentlichen Personennahverkehr der Region leider kein
Grund zum Jubeln. „Deshalb ist es auch nur konsequent, dass der
Verkehrsverbund selbst dieses Jubiläum geradezu schamhaft verschweigt“,
erklärte der PRO BAHN-Regionalvorsitzende Gerd Aschoff.
Weiter heißt es in der
PRO BAHN-Erklärung: „Nach eigener Darstellung gewährleistet der
Verkehrsverbund für fast 600.000 Bürgerinnen und Bürgern in der Region gute
Anschlüsse, einheitliche Dienstleistungen und eine transparente Mobilität
mit Bus und Bahn. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich jedoch dieser
Anspruch als Floskel, hinter der nur unbefriedigende Leistungen stehen. So
sei der VSN im bundesweiten Vergleich einer der teuersten, wenn nicht sogar
der teuerste Verkehrsverbund überhaupt. Das Tarifsystem selbst mit mehreren
hundert Tarifpunkten ist derart kompliziert, dass es von potentiellen Kunden
nicht begriffen wird. Ermäßigungen wie die für Bahncard-Inhaber wurden
völlig abgeschafft, die für Kinder und Viererkarten-Benutzer deutlich
reduziert. Auch hat die abgeschaffte Berechtigung, mit VSN-Tickets die
IC-Züge zwischen Kreiensen, Northeim und Göttingen zu benutzen, zur
gänzlichen Abschaffung des IC auf der Leinetalbahn beigetragen.
Die nach wie vor
schlechte Koordination innerhalb des Verkehrsverbundes wird in der Stadt
Göttingen besonders drastisch bei den Fahrplänen deutlich. Nach einem
Jahrzehnt haben es die Verantwortlichen noch nicht einmal geschafft,
wenigstens die Grafik der Aushänge an ein und derselben Haltestelle
anzugleichen. Und während in der Stadt Göttingen seit Jahren ein
Fahrgastbeirat arbeitet, wurde das entsprechende Gremium für die Region
schon vor Jahren ersatzlos aufgelöst. Anregungen der Fahrgäste sind wohl
unerwünscht.
Für Außenstehende völlig undurchschaubar ist auch die Aufgabenteilung zwischen dem VSN und dem Zweckverband ZVSN. Hier hat es die Politik in zehn Jahren nicht geschafft, für die nötige Klarheit zu sorgen und öffentliche Interessen deutlicher zu formulieren. In anderen Regionen hätte es schon längst einen Aufschrei der Entrüstung gegeben. In Südniedersachsen wird der seit Jahren unhaltbare Zustand leider lammfromm hingenommen.
Abseits jeglicher Realität bewegt sich das "neue Buskonzept" (Extra-Tip 21. Dezember 2008), das offenbar mal wieder alle Stadtbusse - und ihre Fahrgäste - rücksichtslos aus der Innenstadt aussperren will. Fakt ist: Die vier nachfragestärksten Haltestellen Göttingens befinden sich alle im Innenstadtbereich innerhalb des Busrings (Weender Straße-West/Carree, Markt/Altes Rathaus, Jüdenstraße, Weender Straße-Ost/Gothaer Haus). Dort wollen die Menschen ein-, aus- oder umsteigen. Sie wollen sich nicht an den Rand drängen lassen. Weltfremde Träumer von Friedhofsruhe in der Innenstadt dürfen nicht die Oberhand gewinnen.
Wo lauern eigentlich noch die Feinde des öffentlichen Personen-Nahverkehrs? Erst wollte die Union die Fahrgäste mit einem "Rußpfennig" vergraulen und teure Erdgasbusse kaufen, erst kürzlich haben erschreckend große Teile der Kommunalpolitik die Diskussion um die Umweltzone auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen, und jetzt wird ein völlig überholter Vorschlag aus der Mottenkiste geholt, der schon vor Jahren verworfen wurde. Weg damit!!!
IC-Verlagerung: Gesamtkonzept erforderlich!
Die Überlegungen der Deutschen Bahn, die IC-Züge zwischen Göttingen und Hannover ab Dezember 2009 über die Neubaustrecke fahren zu lassen, müssen nach Ansicht des Fahrgastverbandes PRO BAHN nichts zwangsläufig als Kahlschlag gewertet werden. Sie könnten bei veränderten Rahmenbedingungen sogar eine Chance sein, das Weserbergland und den Harz spürbar besser als bisher mit guten Bahnverbindungen zu erschließen, erklärte der südniedersächsische Regionalvorsitzende Gerd Aschoff. „Der Protest der Städte Northeim, Kreiensen, Alfeld und Elze berücksichtigt leider viel zu wenig die Umsteigeverbindungen auf die Ost-West-Querverbindungen vor allem in Northeim und Kreiensen.“ Eine wesentliche Anzahl dieser Züge, etwa von Kreiensen nach Holzminden sei nicht auf den zweistündlichen Intercity, sondern auf den stündlichen Metronom ausgerichtet. Sollte es gelingen, alle diese Querverbindungen mit dem Metronom abzustimmen, ergäben sich für die Fahrgäste sogar Vorteile. PRO BAHN wies zudem darauf hin, dass die Intercity-Züge, die seit dem Jahr 2002 die bislang verkehrenden InterRegio-Züge ersetzen, aus tariflichen Gründen schon jetzt nicht mehr sonderlich attraktiv seien. Schließlich habe der Verkehrsverbund Südniedersachsen die Möglichkeit abgeschafft, mit VSN-Ticket den IC zu benutzen. Die äußerst kritikwürdigen Streichungen von Zugverbindungen etwa zwischen Kreiensen und Holzminden zum Fahrplanwechsel im Dezember 2007 fallen nach Angaben von PRO BAHN allein in die Zuständigkeit des Landes und könnten nicht der Deutschen Bahn angelastet werden. Aschoff: „Wo bleibt der Protest der Gemeinden?“
Für Göttingen selbst überwiege bei einer Verlagerung der IC-Züge von der alten auf die neue Strecke der Vorteil, dass die Züge eine halbe Stunde schneller in Hannover sind. Für Northeim ergebe sich die Möglichkeit, dass die Züge nicht in Göttingen, sondern in Northeim auf die Schnellstrecke wechseln. „Völlig unverständlich sei der Protest der Stadt Elze gegen die Vorüberlegungen der Bahn, da der Intercity hier ohnehin meistens durchfährt. Aschoff: „Hier hätte ein Blick in den Fahrplan sicherlich geholfen.“ Gefragt sei jetzt ein sachlich tragfähiges Gesamtkonzept, dem sich die kommunalen Spitzenverbände nicht verschließen sollten. Zeit für solche Beratungen gebe es auf jeden Fall, versichert PRO BAHN.
Einhelliges Ergebnis
der Regionalversammlung vom 22. November 2007
Der PRO BAHN-Regionalverband Südniedersachsen äußert nach außen keine
festgelegte, abschließende Position zur Tarifauseinandersetzung zwischen dem
Vorstand der DBAG und der GDL, insbesondere bewertet sie einzelne Schritte der
jeweiligen Seite nicht. Wir teilen die Resolution des PRO BAHN-Landesverbandes
Niedersachsen, der im Landesausschuss vom 13. Oktober 2007 - einstimmig -
beschlossen hat, den PRO BAHN-Bundesverband zu einer ebenso abgewogenen
Haltung aufzufordern.
Die Regionalversammlung stellt ausdrücklich fest, dass der Regionalrundbrief
"Fahrgast in Südniedersachsen" keine abschließenden Positionen als Organ oder
Sprachrohr verkündet, sondern mit unterschiedlichen Mitteln Diskussionen
anregen soll und als Forum aus Fahrgastsicht dient. Wir erwarten, dass die vom
Bundesverband herausgegebene Pro-Bahn-Zeitung "Der Fahrgast" künftig diesen
offenen Ansprüchen genügt.
PRO BAHN ist offen für unterschiedliche weltanschauliche und/oder
parteipolitische Sichtweisen. Das Zusammentreffen verschiedener Sichtweisen,
für die niemand "die Wahrheit" für sich in Anspruch nimmt, ist eine Stärke der
PRO BAHN-Kompetenz. Der Austausch mit und in politischen Parteien auf
offiziellem und informellem Wege ist ein unverzichtbares Merkmal unserer
verkehrspolitischen Arbeit, die wir ohne Abstriche fortsetzen werden.
Die Regionalversammlung wünscht, dass der Regionalvorsitzende Gerd Aschoff
seine erfolgreiche Arbeit fortsetzt und sichert ihm ihre Unterstützung zu.
Reinboth tritt aus Protest zurück
Michael Reinboth, seit 15 Jahren Sprecher der Initiative „Höchste Eisenbahn am Südharz“, ist mit sofortiger Wirkung zurück getreten. Der Walkenrieder, der auch langjähriges Mitglied des Fahrgastverbandes PRO BAHN ist, könnte mit der eben erst abgeschlossenen Sanierung der Südharzstrecke eigentlich sehr zufrieden sein, doch der GDL-Streik und dessen öffentliche Kommentierung veranlassen ihn zu einem bitteren Fazit mit persönlichen Konsequenzen. Reinboth erklärte: "Der Konsens auch im Südharz zum Thema Entwicklung des Verkehrsmittels Bahn ist dahin. Das Ziehen an einem Strang wird es nicht mehr geben. Man kann nicht mit Leuten zusammen arbeiten, die es freut, beim Kunden möglichst großen Schaden angerichtet zu haben."
Gleichzeitig hat sich Reinboth über einen Artikel in der Ausgabe 4/07 von „Der Fahrgast“ geärgert. Er schrieb an die Redaktion unter anderem: „Selten einmal habe ich eine derart einseitige und – mit Verlaub – inhaltlich blödsinnige Darstellung gelesen. Dass der Held der Geschichte, der baldige Rentner Manfred Schell, schamlos eine Schlüsselstellung seiner Klientel ausnutzt und keine Bedenken trägt, ein ganzes Unternehmen in Grund und Boden zu fahren, ja sich sogar damit brüstet, wie „erfolgreich“ die Streiks doch seien – will sagen: in welch enormem Umfang man Kunden vor den Kopf gestoßen hat – davon kein Wort.“ Die Überschrift des Artikels lautet: „Vernichtung gescheitert“. Gemeint ist allerdings nicht die Vernichtung des guten Rufes der Bahn sondern die angebliche Absicht des Bahnvorstandes und der Bahngewerkschaft Transnet, die Lokführervereinigung GDL „zu vernichten“. Autoritäre Antwort von Rainer Engel: „Es steht selbstverständlich jedem frei, einen Verein zu verlassen, wenn seine Meinung nicht mit der des Verbandes übereinstimmt.“ Engel beruft sich auf „die Wahrheit“ und beansprucht für sich allein, die „tatsächlichen Verhältnisse“ zu kennen. Eine Diskussion findet eben nicht statt. Andere Meinungen hat Herr Engel schon in früheren Jahren nicht gelten lassen.
Inzwischen erklärte der Vorsitzende des Regionalverbandes Südniedersachsen, Gerd Aschoff, dass dieser Vorgang auch für ihn nicht ohne persönliche Konsequenzen bleiben könne.
Der Fahrgastverband PRO BAHN hat die Lokführer der Deutschen Bahn davor gewarnt, in der bevorstehenden Urabstimmung einen Streik anzuzetteln, der vorwiegend auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen wird. Der Regionalvorsitzende für Südniedersachsen Gerd Aschoff erklärte: „Bei der Gewerkschaft der Lokführer gibt es offenbar einige Leute, die meinen, dass der Erfolg eines Streiks am Schaden für die Fahrgäste gemessen wird.“ Nicht nur in Hamburg und München, sondern eben auch auf den Bahnstrecken in der Region Südniedersachsen seien bei den Streikaktionen am Dienstag vergangener Woche Züge auf freier Strecke gestoppt worden und die Fahrgäste bis zu zwei Stunden eingesperrt. Das zeuge von einer Einstellung gegenüber den zahlenden Kunden, die nachdenklich stimme.
Aschoff: „Schließlich ist es der Kunde, der für den größten Teil des Lokführergehalts aufkommt und der hier in übler Form missachtet wird. Was passiert, wenn diese Einstellung Schule macht? Was hätte es ausgemacht, noch einige hundert Meter weiter bis zur nächsten Station zu fahren? Genau: Dann hätte ein nicht streikender Kollege mit seinem Zug vorbeifahren oder den bestreikten Zug übernehmen können.“ Pro Bahn weiter: „Alles in allem gibt es bei einem solchen Arbeitskampf nur Verlierer: Die Bahn verliert durch verstärkten Wettbewerb Umsatz und Strecken, die Lokführer ihre Jobs und der ländliche Raum möglicherweise ein wichtiges Verkehrsmittel. Aber daran denkt in dem verbissenen Machtkampf wohl niemand. Und so würde in wenigen Wochen eingerissen, was über Jahre an Vertrauen aufgebaut worden ist. Gedanklich hat sich GDL-Chef Schell vom Schienenverkehr wohl schon verabschiedet – wie anders ist es zu erklären, dass er Lohnzuwachs in Form von Tankfüllungen errechnet und dies per Rundfunkinterview auch noch verbreitet? Von Monatskarten hat er nicht gesprochen.“
Die Lokführer seien gut beraten, den von Transnet und GdBA ausgehandelten Tarifabschluss und das spezielle Verhandlungsangebot des Bahn-Vorstandes anzunehmen. Pro Bahn äußert deshalb Verständnis dafür, dass sich die Bahn an jeden einzelnen Mitarbeiter wendet und nach der Annahme des Tarifabschlusses fragt. „Wir brauchen eine Bahn, die zuverlässig fährt.“
Der Fahrgastverband PRO BAHN hat sich enttäuscht darüber geäußert, dass der im Jahr 2004 aufgestellte Zeitplan für den Ausbau der Bodenfelder Bahnstrecke „wieder einmal“ auf Eis liegt. „Wir wissen nun, dass manche vollmundige Erklärung über den verbindlichen Ausbau zwischen Göttingen, Adelebsen und Bodenfelde Makulatur ist“, kritisierte der PRO BAHN-Regionalvorsitzende Gerd Aschoff. Bei genauer Kenntnis der Sachlage habe es immer Zweifel an der gewünschten Umsetzung der Baupläne gegeben, doch die seien durch die politischen Erklärungen übertüncht worden. So habe sich die Region in Sicherheit geglaubt und werde jetzt vom Land Niedersachsen „abermals enttäuscht“.
PRO BAHN wehrt sich aber vehement gegen den Eindruck, dass die Bodenfelder Bahn gegenwärtig nur im Schneckentempo befahren werde. Aschoff: „Das jetzige Angebot mit modernen Triebwagen kann sich auch in Hinblick auf die Reisezeiten durchaus sehen lassen.“ So fahren stündlich Züge von Göttingen in 21 Minuten nach Adelebsen und in 2 Stunden 6 Minuten nach Paderborn. Aschoff: „Das ist gegenüber dem Auto konkurrenzfähig.“ PRO BAHN verweist auf die Erklärung des Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann vom 4. April 2007, wonach Bahnvorstand Otto Wiesheu Verbesserungen an der Bodenfelder Bahn in Aussicht gestellt hat. „Daran werden wird die Bahn und Land messen“, sagte Aschoff.
Als die „größte aktuelle Gefahr“ bezeichnet PRO BAHN die Pläne des Landes, ab Dezember 2007 landesweit die Zahl der Züge im Fahrplan deutlich zu kürzen. „Es ist zwischen Göttingen und dem Weserbergland mindestens am Wochenende eine Ausdünnung des Ein-Stunden-Taktes auf einen Zwei-Stunden-Takt zu befürchten“, warnt PRO BAHN. Der Verband ruft die Landtagsabgeordneten, die Kommunalpolitiker und die Bevölkerung deshalb dazu auf, sich an der Volksinitiative „Bus und Bahn in Niedersachsen“ (http://www.volksinitiative-bus-und-bahn-in-niedersachsen.de) zu beteiligen, die zum Ziel hat, diese Kürzungen zu verhindern.
Nahverkehrsplan 2007-2011 für Göttingen
Der Rat der Stadt Göttingen wird voraussichtlich im März 2007 den Nahverkehrsplan 2007-2011 beschließen. Nach einer ersten Vorstellung im Bauausschuss des Rates folgt nun eine öffentliche Bürgerbeteiligung. PRO BAHN war – geradezu vorbildlich – bereits im Fahrgastbeirat und im AK Nahverkehrsplan einbezogen. Der Plan sieht eine Reihe von Vorschlägen für Verbesserungen vor. Er setzt außerdem Standards, etwa bei der Dienstleistungsqualität, bei der Haltestellenaustattung und bei den eingesetzten Fahrzeugen. Die (finanziellen) Rahmenbedingungen sind allerdings begrenzt. – Hier finden Sie den Plan (Textteil, Karten, Broschüre) und einige Erläuterungen.
Anschaffung neuer Stadtbusse
1. Der Fahrgastbeirat der Stadt Göttingen bittet die Göttinger Verkehrsbetriebe (GÖVB), ihr Programm 2005-2009 für die Beschaffung moderner Niederflurbusse mit CRT-Filter unverzüglich fortzusetzen.
2. Wegen der Vorbildfunktion des öffentlichen
Stadtbusverkehrs bittet der Fahrgastbeirat darum, schon jetzt freiwillig Busse
zu beschaffen, die der erst ab
1. Oktober 2009 geltenden Euro 5-Norm entsprechen.
3. Der Fahrgastbeirat hält eine Beschaffung von Stadtbussen mit Erdgasantrieb wegen der erheblichen Mehrkosten, der fehlenden öffentlichen Förderung und der nicht belegten Umweltvorteile nicht für angeraten. Er bittet die Politik darum, den Stadtbusverkehr nicht als „Stinker ohne Zukunft“ kaputt zu reden.
4. Der Fahrgastbeirat hält eine offensive Öffentlichkeitsarbeit bei der nächsten Auslieferung für wichtig, um die Vorteile der neuen Busse bekannt zu machen und Vorurteile abzubauen.
Seit Monaten wird im politischen Raum eine Diskussion geführt, in der mit Erdgas betriebene Busse als die bessere Alternative zu den bewährten Dieselbussen dargestellt wurden. Damit wird der Eindruck erweckt, dass die neuen Stadtbusse mit Dieseltechnik maßgeblich die Umwelt belasten würden (Feinstaub) und die Filter- und Motorentechnik nach Euro 4 und Euro 5 im Vergleich zum Erdgas-Bus den heutigen Anforderungen nicht entspreche. Diese oberflächliche Betrachtung übersieht die maßgebliche Entwicklung der Dieseltechnik, die den Schadstoffausstoß auf eine Restgröße hat schrumpfen lassen.
Erdgasbusse sind mit zwei entscheidenden Risiken verbunden:
Der Fahrgastverband PRO BAHN hat davor gewarnt, die Bahn mit voreiligen Äußerungen kaputtzureden. Anlass ist eine Presseerklärung von Stefan Wenzel, in der der Landtagsabgeordnete und Oberbürgermeisterkandidat behauptet hatte, die Landesnahverkehrsgesellschaft prüfe die Stilllegung der Bahnstrecke Göttingen – Bodenfelde. „Nach unseren Informationen, die wir direkt von der Landesnahverkehrsgesellschaft haben, ist der Bestand der Strecke aber gar nicht gefährdet“, erklärte der PRO BAHN-Regionalvorsitzende Gerd Aschoff. Geprüft werde lediglich, ob auf der bislang mit rund 500 Fahrgästen am Tag bislang schlecht ausgelastete Strecke einzelne Zugverbindungen, etwa am Sonntagmorgen, entfallen können.
Die „Alarmmeldung“ für die Bodenfelder Strecke sei kontraproduktiv, da erst im Dezember in Lenglern ein neuer Haltepunkt in Betrieb genommen worden war. In Gesprächen mit Kommunalpolitikern vor Ort hat der Fahrgastverband den Eindruck gewonnen, dass sich langsam ein „Bahnbewusstsein“ entlang der Strecke bilde. Im Bereich der Gemeinde Adelebsen sei es wahrscheinlich schon bald möglich, die Zuggeschwindigkeit zu erhöhen. Aschoff: „Diese positive Entwicklung darf nicht durch Negativbilder kaputt gemacht werden. Die Fahrgäste werden durch derartige Schreckensmeldungen verunsichert“ PRO BAHN wies darauf hin, dass der Bund die Regionalisierungsmittel auch deshalb kürze, weil Länder wie Niedersachsen diese Mittel teilweise zweckentfremdet hätten. Deshalb seien vorwiegend die Länder für diese Kürzungen verantwortlich, nicht der Bund.
Der Fahrgastverband PRO BAHN äußert grundsätzliches Verständnis für die Ankündigung der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB), den Stadtbus-Zustieg künftig nur noch über die Fahrertür zuzulassen. "Im Interesse der ehrlichen Fahrgäste sollte keine Maßnahme unversucht bleiben, um die Zahl der Schwarzfahrer zu verringern", erklärte der Göttinger Regionalvorsitzende Gerd Aschoff.
Sicherlich sei nicht ganz auszuschließen, dass auf stark frequentierten Buslinien während der Hauptverkehrszeit einzelne Engpässe auftreten, doch dies solle während eines dreimonatigen Praxistests genauer in Erfahrung gebracht werden. PRO BAHN erwartet nach bisheriger Kenntnis nur geringe Engpässe, weil sich an den hinteren Türen bei der bisherigen offenen Regelung aussteigende und einsteigende Fahrgäste häufig eher im Wege stehen.
Aschoff: "Die GöVB sollten Fahrgäste und Fahrer im Verlauf der Anlaufphase dazu befragen, wie die veränderte Zustiegsregelung ankommt." Von diesen Umfragen solle die Frage abhängen, ob die Regelung dauerhaft eingeführt wird. Dazu müsse auch überprüft werden, ob die Zahl der Schwarzfahrer wirklich spürbar zurück geht. PRO BAHN jedenfalls vertritt die ehrlich zahlenden Fahrgäste. Deshalb sind Schritte gegen Schwarzfahrer grundsätzlich richtig.
Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2005 hat der neue Metronom-Zug zwischen Göttingen und Uelzen seinen Betrieb aufgenommen. Im Stundentakt geht es künftig schneller und komfortabler in Richtung Norden. PRO BAHN wünscht dem neuen Angebot allzeit Gute Fahrt!
Der Fahrplanwechsel der Bahn am kommenden Sonntag, 11. Dezember 2005, ist nach Ansicht des Fahrgastverbandes PRO BAHN ein "Meilenstein" für die Eisenbahn in der Region Südniedersachsen. "Es werden eine Reihe von Verbesserungen wirksam, die hoffentlich viele neue Fahrgäste bringen", ist der Regionalvorsitzende Gerd Aschoff überzeugt.
So werde in Lenglern an der Bodenfelder Bahnstrecke ein wichtiger Schritt zur geplanten Aufwertung der Gesamtstrecke getan. Mit dem neuen Haltepunkt Bad Lauterberg-Barbis zeige sich, dass die Südharzstrecke eine gute Zukunft vor sich habe und die Südharzregion insgesamt wieder besser in das Bahnnetz eingebunden wird.
Im Zusammenhang mit dem Fahrplanwechsel verweist PRO BAHN auf deutliche Verbesserungen beim "Niedersachsen-Ticket". Für nur 26 Euro fahren ab sofort bis zu fünf Personen auch am Wochenende kreuz und quer durch Niedersachsen. Aschoff: "Mit den neuen Zügen ist das wirklich ein attraktives Angebot." Bedauerlich sei aber, dass der Verkauf in Göttingen bislang nur über die Bahn erfolge. Hier sei zu wünschen, dass die Göttinger Verkehrsbetriebe das Niedersachsen-Ticket - so wie in anderen Verkehrsverbünden üblich - ebenfalls verkaufe. Aschoff: "Anerkannt wird das Ticket in den Stadtbussen, nur kaufen kann man es dort noch nicht."
Nach einer Meldung von Bahn-TV vom 22. Oktober 2005 gilt das Niedersachsen-Ticket ab 1. November 2005 auch am Wochenende. Für Fahrten innerhalb Niedersachsens ergibt sich eine spürbare Verbilligung, ganz besonders für Singles. Mit dem Start des "Metronom"-Zuges zwischen Göttingen, Hannover und Uelzen am 11. Dezember 2005 werden damit auch Fahrten in die Landeshauptstadt attraktiver.
Eine wesentliche Forderung des Fahrgastverbandes PRO-BAHN ist damit erfüllt. Was nach wie vor fehlt, ist ein günstiges Ticket für kurze Strecken, aus einigen ostdeutschen Bundesländern als "Hopper-Ticket" bekannt.
"Einen so tollen Zug habe ich schon lange nicht mehr gesehen." "Der fährt ja so leise wie ein ICE." Mit lobenden Kommentaren hielten sich die Menschen bei der Präsentationsfahrt des Metronom zwischen Göttingen und Northeim am Sonntag nicht zurück. In der Tat bieten die klimatisierten Züge, die ab 11. Dezember 2005 zwischen Göttingen und Uelzen verkehren, einen Komfort, der für Nahverkehrszüge einen echten Quantensprung bedeutet. Die bis zu 160 Stundenkilometer schnellen Züge haben deutlich mehr Sitzplätze als ihre Vorgänger-Züge der Deutschen Bahn AG.
Alle Züge bieten im Steuerwagen ein großes Abteil für Kinderwagen, Fahrräder und Rollstühle, die über eine elektrisch ausfahrbare Rampe vom Bahnsteig in den Zug gelangen. Bereits um 4.07 Uhr verlässt der erste Metronom-Zug die Universitätsstadt und trifft 1 Stunde 19 Minuten später in der Landeshauptstadt Hannover ein. Es gelten die normalen Fahrpreise der Verkehrsverbünde und der Deutschen Bahn. Ab November ist das Niedersachsen-Ticket nicht mehr auf die Wochentage Montag bis Freitag beschränkt, sondern kann auch am Wochenende benutzt werden. Viel Wert legt die Metronom-Eisenbahngesellschaft mit Sitz in Uelzen, die bereits den Schienenpersonen-Nahverkehr zwischen Uelzen, Hamburg und Bremen betreibt, auf freundliches Zugbegleitpersonal.
Bürgermeister Ulrich Holefleisch begrüßte den neuen Zug im Beisein des Metronom-Geschäftsführers Dr. Carsten Hein vom Führerstand aus im Namen der Stadt Göttingen als deutliche Verbesserung des Bahnverkehrs. Drei Mal pendelte der neue Zug zwischen den Städten hin und her. Dabei durfte der PRO BAHN-Regionalvorsitzende Gerd Aschoff während der Fahrt einen Blick über die Schulter des Lokführers werfen und ihn bei seiner verantwortungsvollen Aufgabe beobachten. Wir wünschen allzeit gute Fahrt
Der Fahrgastverband PRO BAHN wendet sich entschieden gegen die Absicht der Niedersächsischen Landesregierung, die Förderung neuer Busse einzustellen. "Wir befürchten erhebliche Fahrpreiserhöhungen und den Einsatz erneuerungsbedürftiger Altbusse", erklärte der Regionalvorsitzende Gerd Aschoff. Bislang sei die Neuanschaffung von Bussen bei Verkehrsunternehmen wie Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB), Regionalbus Braunschweig (RBB) und Weihrauch mit 30.000 bis 50.000 Euro bezuschusst worden. Damit wurden die Unternehmen in die Lage versetzt, in zeitlich angemessenen Laufzeiten ihre Flotte zu erneuern und mit umwelt- und fahrgastfreundlichen Fahrzeugen auszustatten.
PRO BAHN verweist in diesem Zusammenhang auf die geplante Anschaffung von Bussen mit modernen Rußfiltern bei den GöVB, die eine erhebliche Verbesserung beim Schadstoffausstoß bringen würde. Zudem werden immer noch Hochflurbusse eingesetzt, die für Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer und Menschen mit Kinderwagen eine erhebliche Barriere darstellen. Aschoff: "Diese Busse entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Technik und sollten so schnell wie möglich ersetzt werden." Sollte die Landesförderung tatsächlich ab 1. Januar 2006 entfallen, so sei zu befürchten, dass diese alten Fahrzeuge noch länger eingesetzt würden.
PRO BAHN verweist auf die bereits wirksamen Kürzungen des Landes bei den Ausgleichszahlungen für die Beförderung von Schülern und Schwerbehinderten, die ohnehin schon Finanzierungsprobleme aufgeworfen hätten. "Wenn nun auch noch die Förderung bei der Neuanschaffung wegfällt, bringt diese Kürzung das Fass zum Überlaufen", ist sich Aschoff sicher. Er forderte deshalb die politischen Vertreter auf, sich gegen die Streichung des Omnibusförderprogramms einzusetzen.
Das von der FDP-Ratsfraktion geforderte gebührenfreie Parken in der Göttinger Innenstadt stößt beim Fahrgastverband PRO BAHN auf keinerlei Zustimmung. Die Innenstadt würde durch den geforderten Gebührenerlass für die Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel an Attraktivität verlieren, da diese weiter den vollen Fahrpreis entrichten müssten. "Ein gebührenfreies oder rabattiertes Parken in der Innenstadt ist allenfalls denkbar, wenn gleichzeitig Sondertarife in den Stadtbussen und beim Verkehrsverbund Südniedersachsen (VSN) eingeführt werden", fordert der PRO BAHN-Regionalvorsitzende Gerd Aschoff.
PRO BAHN weiter: "Autofahrer, die in der Innenstadt parken, nehmen eine öffentliche Leistung in Anspruch, für die sie auch zu zahlen haben." Würde die Stadt auf derartige Gebühren verzichten, stelle sich nicht nur die Frage nach dem finanziellen Ausgleich durch Leistungskürzungen im Stadtbusbereich, sondern auch die Frage danach, ob in der Innenstadt nur noch Autofahrer gern gesehene Besucher seien. Auch würden reduzierte Gebühren für das Parken im öffentlichen Straßenraum die wirtschaftliche Situation der Stadtwerkeeigenen Parkhäuser in Mitleidenschaft ziehen.
Aschoff: "Nach den jüngsten Preiserhöhungen zum Jahreswechsel werden die Benutzer von Bussen und Bahnen ohnehin schon deutlich stärker belastet." Weniger Parkgebühren bedeuteten deshalb aus Fahrgastsicht ein Stück Ungerechtigkeit zwischen den Verkehrsträgern Auto und ÖPNV. Vielmehr müsse über eine Anpassung der seit Jahren konstanten Parkgebühren an die gestiegenen Preise nachgedacht werden, fordert PRO BAHN.
Der Fahrgastbeirat der Stadt Göttingen arbeitet in bewährter Form weiter. Das Konzept wurde Ende September unter Beteiligung von Stadtbaurat Thomas Dienberg in dem Gremium beraten. Der Beirat tagt etwa vierteljährlich und soll auch künftig aus Verbandsvertretern und Einzelpersonen bestehen. Mitglieder des Rates und der Ortsräte sowie Mitarbeiter der GöVB sind ausgeschlossen. Wir hoffen, dass dies praktisch auch für Mitarbeiter der Stadtverwaltung selbst gelten wird. Zu den Verbänden gehören wieder der Behindertenbeirat, der Seniorenbeirat, der AstA der Uni, VCD und PRO BAHN. Durch einen von PRO BAHN aufgebauten Direktkontakt wird es entgegen dem Beratungsergebnis vom 26. September 2004 doch noch möglich sein, einen Vertreter des Stadtschülerrates aufzunehmen. Die Schülervertretung hatte leider durch Desinteresse geglänzt, obwohl Schülerinnen und Schüler neben Rentnern eine wesentliche Kundengruppe ausmachen. Für die nichtorganisierten Mitglieder wird in Kürze ein öffentliches Bewerbungsverfahren gestartet.
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