Streckenreaktivierungen in Niedersachsen - Pro Bahn nimmt an
Ausschussanhörung teil
Am 27.01.2012 fand im Ausschuss für
Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des nds. Landtags eine öffentliche
Anhörung zum Antrag der Fraktion B 90/Grüne "Bahninfrastruktur für
die Zukunft sichern" statt. Neben der LNVG, dem ZGB, dem VDV und der
DB Netz AG wurde auch Pro Bahn zu diesem
Thema angehört. Die vom Landesvorsitzenden Björn Gryschka gehaltene
Präsentation ist hier verfügbar.
Pro Bahn ist es wichtig zu betonen, dass es in Niedersachsen bei
einer politischen Entscheidung für die Reaktivierung einer
Bahnstrecke darauf
ankommt, die Investitionen und insbesondere die dauerhaften
Betriebskosten (Bestellerentgelte) aus *zusätzlichen *Landesmitteln
sicherzustellen. Das ist entscheidend, um mögliche
"Kannibalisierungseffekte" bei einer Abwägung von Zugbestellungen
aufneuen "starken" Strecken gegenüber bestehenden "schwachen"
Strecken zu verhindern. Es darf keine "Streckenopfer" bei dieser
Diskussion geben. Pro Bahn ist überzeugt, dass noch mehr als bisher
daran gesetzt werden muss, vorhandene "schwache" Strecken zu
stärken, in dem z. B. stärker als bisher die sinnvolle Verknüpfung
von Bus- und SPNV-Linien
vorangebracht wird, statt Busparallelverkehr weiter bestehen zu
lassen. Das erfolgreiche Pilotprojekt Lammetalbahn im Landkreis
Hildesheim zeigt
seit 8 Jahren den Erfolg, wenn diese Umstrukturierung konsequent
umgesetzt wird.
Welche finanziellen Möglichkeiten für das Land Niedersachsen
bestehen, hat u. a. der VDV in seinem Beitrag aufgezeigt, z. B. der
Ersatz von bisherigen Landesmitteln in der Schülerbeförderung durch
Regionalisierungsmittel im Umfang von über 80 Mio. Euro jährlich;
Geld, das dem SPNV in Niedersachsen zu Gute kommen könnte.
Kurzfristig war auch eine Delegation aus dem Landkreis Grafschaft
Bentheim eingeladen worden, die unter Führung des Landrates Kethorn
engagiert die Perspektiven der bisher SPNV-freien Bahnstrecke Bad
Bentheim - Nordhorn sowie die Vorleistungen der Region vorstellte.
Unter der Überschrift "Starker Auftritt für den Bahnanschluss - Ein
kleiner Landkreis im äußersten Westen Niedersachsens zeigt
Entschlossenheit" berichteten die "Grafschafter Nachrichten" am
Samstag ausführlich darüber (/Artikel online nicht verfügbar/).
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Fernbusse ohne
Fahrgastrechte Die Einführung von Fernbussen kann den Verkehrsmarkt bereichern, nicht aber in der von der Bundesregierung gedachten Form. Hier wären die Fahrgäste dann praktisch ohne Rechte. Bei den Eisenbahnen gelten eindeutige Kundenrechte, die gesetzlich garantiert sind: • Entschädigung bei Verspätungen • Pflicht zur korrekten Information • Taxi oder Hotel, wenn der Fahrgast aufgrund einer Verspätung nicht mehr ans Ziel gelangt • Beförderungspflicht • Verpflichtende Veröffentlichung von Fahrplänen • Verpflichtende Veröffentlichung von Änderungen der Fahrpläne Darüber hinaus gibt es im Eisenbahnfernverkehr Echtzeitinformationen über Verspätungen, in der Regel gilt das Angebot für eine Fahrplanperiode (1 Jahr) |
| Alle diese selbstverständlichen Kundenrechte wird der
Fernbusreisende nicht vorfinden. Bei Verspätungen von einer Stunde
bekommt er überhaupt keine Entschädigung. Unterwegs erhält er in
aller Regel keine Informationen darüber, ob der Bus pünktlich ist
oder schon die Haltestelle verlassen hat. Für den Bundesvorsitzenden des Fahrgastverbands PRO BAHN Karl-Peter Naumann ist das ein Skandal gegenüber den Kunden und weiterhin eine grobe Wettbewerbsverzerrung im Markt. So etwas gibt es keinen anderen Zweig der Wirtschaft. Es ist unvorstellbar, dass z.B. bei einem Elektromarkt Fernsehgeräte ohne gesetzliche Gewährleistung verkauft werden. dürfen. Wettbewerb sei an sich eine gute Sache und fordert die Kräfte des Marktes heraus, ergänzt Naumann. Wettbewerb allerdings auf Kosten der Kunderechte ist abzulehnen. Das gilt auch für die Bezahlung der Busfahrer, die nach unseren Erfahrungen häufig viel zu gering für ihre verantwortungsvolle Aufgabe bemessen ist. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert einen fairen Wettbewerb der Verkehrsträger untereinander mit gleichen Rechten und Pflichten für alle Marktteilnehmer. Nur so kann der Kunde wirklich vom Wettbewerb profitieren und wird nicht indirekt über versteckte Abgaben zusätzlich belastet. |
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Es reicht:
Fahrgastverband Pro Bahn: Schlichtung im Lokführer-Streik muss her
Hildesheim
(dpa/lni) - Der Fahrgastverband Pro Bahn hat den Vorstoß der
Landesnahverkehrsgesellschaft
(LNVG) zur Reaktivierung stillgelegter Bahnlinien begrüßt. Die an
erfolgversprechenden Strecken liegenden Kommunen müssten einen
Neustart der Eisenbahn aber tatkräftig unterstützen, sagte der Pro
Bahn-Landesvorsitzende Björn Gryschka der Nachrichtenagentur dpa.
«Die Unterstützung vor Ort muss da sein.» Dabei gehe es um eine
Abstimmung des Busverkehrs auf neue Bahnanschlüsse, die Gestaltung
des Bahnhofsumfeldes und die Ausrichtung künftiger
Siedlungsstrukturen auf die Bahn. «Es muss etwas vor Ort dazu getan
werden.»
Pro Bahn begrüßt neue Regelungen zum Niedersachsenticket
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Die Deutsche Bahn AG staffelt ab 12. Juni 2011 den Preis des Niedersachsentickets nach der konkreten Zahl der Reisenden. Der Fahrgastverband Pro Bahn hält die damit eintretende Preisspreizung für angemessen und sieht Vorteile für viele Fahrgäste: "Der bisherige Preis von 29,- Euro gilt im neuen System für 3 Erwachsene, für 2 Erwachsene wird es 4 Euro günstiger. 4 Erwachsene zahlen 33 Euro, 5 Erwachsene 37 Euro. Der häufigste Fall ist aber die Nutzung mit 2 Personen, so dass diese Fahrgäste sogar eine echte Preissenkung bekommen", sagt Björn Gryschka, Vorsitzender von Pro Bahn Niedersachsen. Familien sparen sogar bis zu 8 Euro, weil das bisherige Single-Ticket, das nur für eine einzige Person galt, jetzt die Mitnahme beliebig vieler eigener Kinder und Enkel ermöglicht. "Familien mit 1 Erwachsenen sind jetzt also für 21 Euro unterwegs, Familien mit 2 Erwachsenen für 25 Euro - beides günstiger als bisher einheitlich 29 Euro", begrüßt Gryschka das neue System. Für die Leistungsseite des Niedersachsentickets hat Pro Bahn jedoch immer noch einen Wunsch: "Das Ticket sollte recht bald flächendeckend in sämtlichen Bahnen und Bussen in Niedersachsen gelten - dafür darf es dann auch wieder 1 - 2 Euro mehr kosten", so Gryschka. |
(Nordstemmen) Der
Fahrgastverband Pro Bahn Niedersachsen hat am Samstag den
Gründungsgeschäftsführern der metronom Eisenbahngesellschaft, Dr.
Carsten Hein und Henning Weize, den Fahrgastpreis "Silberner
Schienennagel 2011" verliehen. Wie der Landesvorsitzende Björn
Gryschka sagte, habe Pro Bahn die Entscheidung von metronom, sich
vor einem Jahr von den erfolgreichen Geschäftsführern zu trennen,
nicht nachvollziehen können. Aus Sicht des Fahrgastverbandes seien
die Verdienste der Geschäftsführer um die niedersächsischen
Fahrgäste zu Unrecht bisher nicht gewürdigt worden. Fahrgäste
wünschten sich öfter solche kundennahen Bahnmanager. Dr. Wolf Gorka,
ehemaliger Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft,
betonte in seiner Laudatio, dass der Metronom-Erfolg die Richtigkeit
einer konsequenten Wettbewerbspolitik im niedersächsischen SPNV
zeige.
Gryschka
erinnerte an die zahlreichen Innovationen, die metronom unter der
Führung von Hein und Weize für die Fahrgäste einführte. Dazu zählte
er die kostenlosen Reservierungen für Stammpendler,
Kundenausflugsfahrten nach Berlin oder den Twitter-Nachrichtendienst
bei Fahrplanabweichungen. Das bundesweit einzigartige
Alkoholkonsumverbot im metronom führe seit 1,5 Jahren zu sauberen
und sicheren Zügen und sei bei den Fahrgästen akzeptiert.
Hein und Weize hätten
zudem in der Presse häufig kein Blatt vor den Mund genommen und Pro
Bahn-nahe Positionen vertreten. So wurde Kritik von Pro Bahn an
abgebauten Überholgleisen zwischen Hannover und Göttingen mit
eigenen Interviews unterstützt, so dass die Pro Bahn-Aussagen in der
Öffentlichkeit mehr Gewicht bekamen.
Dr. Gorka betonte ferner
in seiner Laudatio, dass während der achtjährigen Tätigkeit der
beiden Geschäftsführer metronom rund 40 Mio Zugkilometer ohne
nennenswerte Probleme gefahren habe. Die Zuverlässigkeit der beiden
Herren, ihr Ideenreichtum und ihre Nähe zu den Kunden hätten auch
dazu geführt, dass immer mehr Reisende die metronom-Züge genutzt
haben. Schon vier Jahre nach Betriebsaufnahme seien die
Fahrgastzahlen von 8 auf 12 Millionen jährlich gestiegen. Dieser
Erfolg von metronom und anderen Privatbahnen bestätige die
Richtigkeit einer konsequenten Wettbewerbspolitik für den SPNV in
Niedersachsen, die durch ihre wirtschaftlichen Erfolge mehr
Zugkilometer ermöglicht habe.
Fotos von der Veranstaltung und die Rede des Landesvorsitzenden finden Sie hier.
Der Fahrgastverband Pro Bahn Niedersachsen wird den Fahrgastpreis „Silberner Schienennagel 2011“ an die beiden Gründungsgeschäftsführer der metronom Eisenbahngesellschaft, Herrn *Dr. Carsten Hein und Herrn Henning Weize, verleihen. Die Laudatio hält der ehemalige Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, Herr Dr. Wolf Gorka.
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Vor der Versammlung des ZGB, die an diesem Tag über die Verwendung der angesparten sog. X-Mittel entscheiden sollte (siehe Download), protestierten die Aktiven von Pro Bahn mit extra angefertigten T-Shirts. In kurzen Gesprächen mit den eintreffenden Versammlungsmitgliedern versuchte Pro Bahn, die Tragweite des Beschlusses klar zu machen. Das NDR-Fernsehen berichtete von der Aktion bereits am selben Tag in seinen Sendungen um 18.00 Uhr und 19.30 Uhr (siehe Download). Die Versammlung tagte ausgerechnet in SZ-Lebenstedt und damit an einer Strecke, die von den Zugkürzungen 2011 mit dem Spitzenwert von ca. 40 % betroffen ist. Im Grußwort des Vertreters der Stadtverwaltung - immerhin Leiter der Stabsstelle, die auch für ÖPNV zuständig ist - fand sich dazu jedoch keinerlei Anmerkung. Im Gegenteil beschloss die Versammlung einstimmig die Vorlage und schafft damit für 4 weitere Jahre bis 2014 ständige Unsicherheit für die Fahrgäste in der Region Braunschweig - denn es kann weiterhin auch im laufenden Fahrplanjahr geschehen, dass auf weiteren Strecken Züge abbestellt werden. Ein Konzept für die Zeit bis 2014, wenn ein verbessertes Regionalbahnkonzept in Kraft treten soll, ist nicht zu erkennen. Hier darf das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Weitere Aktionen von Pro Bahn in den nächsten Wochen werden folgen.
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„Aktivierung statt Einstellung” fordert der Fahrgastverband Pro Bahn für die von einer deutlichen Reduzierung der Zugzahlen bedrohte Strecke Hildesheim - Braunschweig. „Es ist die einfachste Methode, wenn der für den Ostteil dieser Strecke zuständige Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) nun den Fahrgästen die Schuld für eigene Konzeptlosigkeit zuschieben will”, ärgert sich Björn Gryschka von Pro Bahn. Am Donnerstag hatte der ZGB die derzeit 11 Zugpaare für 2011 unter einen finanziellen Vorbehalt gestellt, schließlich nutzten diese „pro Tag leider nur 300 Fahrgäste”. Folge aus Sicht des ZGB: mögliche Streichung fast aller Regionalzüge.
„Zurzeit wird die Strecke nach Braunschweig ausgebaut; damit verkürzen sich die Fahrzeiten im Regionalverkehr von 45 Minuten auf unter 30 Minuten und sind damit fast gleichwertig zu den ICE-Fahrzeiten. Folgerichtig hat die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, die für den Streckenabschnitt bis Hoheneggelsen zuständig ist, im Konzept „2013 +” angekündigt, die derzeit 11 Zugpaare auf 17 erhöhen und damit einen Stundentakt anbieten zu wollen. Es ist sogar vorgesehen, viele dieser Züge bis Wolfsburg weiterfahren zu lassen. Damit erhielten die drei Oberzentren Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg zusammen mit den ICE-Zügen eine nie gekannte Verbindungsqualität teilweise im Halbstundenabstand”, erläutert Gryschka. Der ZGB biete demgegenüber lediglich „ein bedauerndes Schulterzucken”, indem er feststelle, „der Zweckverband könne nicht mehr Zugleistungen bestellen, als er Mittel bekomme”.
„Dabei verschweigt der Zweckverband allerdings, dass die Mittelknappheit über Jahre hausgemacht ist”, meint Gryschka, „im übrigen Niedersachsen wurden in den letzten 10 Jahren 50 % der Zugleistungen nach Ausschreibungen vergeben (z. B. eurobahn und Metronom) und so erhebliche Gelder für zusätzliche Verkehre verwendet. Da der Zweckverband in seinem Gebiet bisher auf Ausschreibungen verzichtet hat, sind die Gelder knapp. Nun nach mehr Geld zu rufen, ist eine Lösung, mit der es sich der ZGB zu einfach macht und mit der eine effizientere Verwendung der vorhandenen Mittel und eine Perspektive für die Strecke weiter ausgeschlossen werden.”
Weitere Informationen: www.pro-bahn.de/braunschweig-hildesheim
Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert die aktuelle Diskussion zur Schienenhinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung, die sich zur Zeit mehr mit Nebenschauplätzen als mit konstruktiven Schritten zur Realisierung einer leistungsfähigen Schienenhinterlandanbindung beschäftigt. Auch fehlt aus Sicht von PRO BAHN ein Konzept, wie der Güterverkehr südlich von Lübeck entweder über die Bahnstrecke Lübeck - Bad Kleinen oder die Bahnstrecke Lübeck - Lüneburg am überlasteten Bahnknoten Hamburg vorbei zu der im DB-Wachstumsprogramm vorgeschlagenen Güterzugachse Uelzen - Stendal - Halle - Hof - München geführt werden soll.
PRO BAHN hat schon im November letzten Jahres gefordert, einen Projektbeirat zur Trassenführung einzurichten, der aus Vertretern des Bundes, des Landes, der DB Netz AG, des Eisenbahnbundesamtes (EBA), der betroffenen Kreise und Kommunen sowie Vertretern von Bürgerinitiativen, Umwelt- und Verkehrsverbänden bestehen und der gemeinsame Lösungen zur Realisierung der Schienenhinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung entwickeln soll. Die künftige Trassenführung muss aus Sicht von PRO BAHN dabei folgenden Kriterien standhalten:
· - möglichst geringe Eingriffe in die Umwelt sowie möglichst geringe Lärm- und Schwingungsbelästigung der Kurorte, Kommunen und Anwohner
· - Bedienung der Kurorte im Regionalverkehr
· - Bereitstellung ausreichender Kapazität für den Güterverkehr
· - Erhöhung der Geschwindigkeit für den Fernverkehr
· - Finanzielle Darstellbarkeit des Gesamtprojektes
Vorrang für Güterzüge – Aus für metronom-Taktverkehr?
Ob der metronom in 5 oder 10 Jahren noch immer so erfolgreich wie derzeit durch das Leinetal rollen wird, ist nach Ansicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn höchst unklar. „Erst im Mai hatte Dr. Carsten Hein, Geschäftsführer von Metronom in Alfeld von erheblichen Fahrgastzuwächsen berichtet und zum Jahresende die Verstärkung der metronom-Züge um einen Wagen angekündigt“, sagt Björn Gryschka von Pro Bahn, „doch die derzeitige Schienennetzplanung gefährdet unseres Erachtens den langfristigen Erfolg des Taktverkehrs erheblich.“ Güterzüge aus den Seehäfen ließen die Strecke schon bisher immer wieder an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen und beeinträchtigten so die verlässliche Durchführung des Personenverkehrs. „Der Güterverkehr wird mit Anziehen der Konjunktur wieder zunehmen. Zusätzlich räumt der kürzlich beschlossene „Europäische (Güter-) Korridor Stockholm – Hamburg – München – Neapel“ den Güterzügen explizit Vorrang vor anderen Verkehren ein.“ Bis 2020 ist der Korridor zu realisieren.
Damit kann es künftig geschehen, dass Personenzüge wie metronom nur noch zu Zeiten verkehren dürfen, die der Güterverkehr gerade nicht beansprucht. Das kann weiter einen angenäherten Stundentakt bedeuten, aber auch deutliche Abweichungen um 15 oder 20 Minuten sind denkbar. „Damit werden Anschlüsse an den Unterwegsbahnhöfen wie z. B. Elze, Kreiensen oder Göttingen Zufall. Bei Umsteigern können sich die Fahrzeiten schnell um eine Stunde verlängern“, meint Gryschka.
In dieser Situation plant die DB Netz AG nun nicht etwa den Ausbau der Streckenkapazität, das Gegenteil ist der Fall. Bereits im Februar 2009 hatte die Deutsche Bahn in Freden das Überholgleis Richtung Norden abgebaut, nun ist dasselbe mit dem Überholgleis Richtung Süden geplant. Auch wenn gleichzeitig durch zusätzliche Signale die Zugfolgeabstände auf der Strecke etwas verkürzt werden, verringert sich die Kapazität doch um 1,2 Prozent, wie aus einem Schreiben des Eisenbahnbundesamtes hervorgeht.
Unverständlich ist für den Fahrgastverband auch, warum vor diesem Hintergrund das Eisenbahnbundesamt die Maßnahme genehmigt hat. In einer Bekanntmachung schreibt es, dass „die Leistungsfähigkeit der Strecke insgesamt nur in moderatem Umfang berührt“ sei. „Die Reduzierung um 1,2 % mag zwar in der unmittelbaren Zukunft noch nicht erheblich sein, aber schon jetzt werden z. B. defekte Fahrzeuge unweigerlich zu Zugstaus führen. Bei Gegenverkehr nützen auch die verbleibenden Fredener Weichen zum Wechsel auf das Gegengleis wenig.“
Dass es aber in wenigen Jahren zu Problemen für den Personenverkehr komme, befürchtet auch metronom. Am 14.02.09 hatte Dr. Hein in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung erklärt, dass mehr Güterverkehr und weniger Infrastruktur nicht zusammenpassten. Wenn der Güterverkehr künftig Vorrang erhalte, könne dies zum Problem werden. „Ich sehe hier auch die örtlichen Bundes- und Landtagsabgeordneten gefordert, sich für den Erhalt des von vielen Bewohnern genutzten Bahnangebotes einzusetzen“, so Gryschka abschließend.
Stellungnahme zu den neuen Fahrgastrechten
Silberner Schienennagel verliehen
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Im
Rahmen seiner Landesversammlung hat der Landesverband Niedersachsen des
Fahrgastverbandes PRO BAHN gestern in Varel die Verkehrsregion Nahverkehr
Ems-Jade (VEJ) mit dem „Silbernen Schienennagel“ ausgezeichnet. Der Preis wird
von dem Verband alle zwei Jahre und nunmehr zum fünften Male an Personen oder
Institutionen vergeben, die sich in besonderer Weise für den öffentlichen
Personenverkehr und damit für die Belange der Fahrgäste verdient gemacht haben.
Die mit dem Preis geehrte VEJ, ein Zusammenschluss der Landkreis und kreisfreien
Städte zwischen Dollart und Jadebusen, beschränke sich nicht nur auf ihre
eigentliche Aufgabe, den Busverkehr, sondern habe sich in den vergangenen Jahren
intensiv um die regionale und überregionale Bahnanbindung der ostfriesischen
Halbinsel bemüht, so Pro-Bahn-Landesvorsitzender Björn Gryschka (Hildesheim).
Gerade dieses Engagement soll nach Auffassung des Fahrgastverbandes gewürdigt
werden. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich ÖPNV-Aufgabenträger auch zu
einer Lobby für den Schienenverkehr zusammenschließen und entsprechende
Aktivitäten entwickeln, so Gryschka. In seiner Laudatio stellte der örtlich zuständige Pro-Bahn-Regionalvorsitzende Manfred Terhardt (Jever) einen Vergleich mit einem Orchester her, dem ein Dirigent fehlt, in dem sich aber ein Musiker, hier die VEJ, befindet, der die Koordinantion der einzelnen Instrumente, wie Nahverkehr und Fernverkehr auf der Schiene, den Schiffsverkehr zu den Inseln sowie den Busverkehr, in die Hand genommen habe. Nur so sei heute ein taktvoll abgestimmtes Angebot öffentlicher Verkehrsmittel zustande gekommen und ein „Streichkonzert“ bisher vermieden worden. Der Auricher Landrat Walter Theuerkauf als VEJ-Vorsitzender wies in seinen Dankesworten darauf hin, dass es auch in Zukunft Schwerpunkt der VEJ-Arbeit sei, dafür zu sorgen, dass die überregionale Schienenanbindung der ostfriesischen Halbinsel erhalten bleibt und darüber hinaus noch verbessert wird. Vor allem müsse Wilhelmshaven wieder an den Fernverkehr der Bahn angeschlossen werden. |
Pro Bahn fordert starke Infrastruktur für Schienengüter- und Personenverkehr
Varel (pb). „Fahrgäste erwarten für ihr Geld eine moderne und leistungsfähige Schieneninfrastruktur. Nur so können Personen und Güterverkehrszüge miteinander auskommen.“ Das sagte der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn Niedersachsen, Björn Gryschka, am Samstag anlässlich der Verleihung des Fahrgastpreises „Silberner Schienennagel“. Die mit dem Preis geehrte Verkehrsregion Nahverkehr EmsJade (VEJ) beschränke sich nicht nur auf den Busverkehr, sondern habe sich in den vergangenen Jahren intensiv um die regionale undüberregionale Bahnanbindung der ostfriesischen Halbinsel gekümmert. „Was dabei herauskommt, wenn man die DB selbst über ihr Netz entscheiden lässt, sieht man am Beispiel Wilhelmshaven: Wegen des JadeWeserPorts werden mit Millionenaufwand 45 Kilometer Bahngleis bis zum Hafen mit elektrischer Oberleitung versehen – die Elektrifizierung der letzten 7 Kilometer zum Wilhelmshavener Hauptbahnhof aber lehnt die DB ab“, kritisiert Gryschka. Weiteres Beispiel für Fehlentscheidungen von DB Netz sei der erst am vergangenen Wochenende erfolgte Abbau des Überholgleises in Freden auf der wichtigen Strecke zwischen Hannover und Göttingen.
Der Pro BahnSprecher wies zudem darauf hin, dass der zunehmende Seehafenhinterlandverkehr in Norddeutschland – unabhängig vom derzeitigen Konjunktureinbruch – die Qualität im Schienenpersonenverkehr gefährde. „Güter und Personenzug konkurrieren um dasselbe Gleis. Wo die gemeinsame Strecke wie z. B. Hamburg – Hannover überlastet ist, fordern wir deshalb, neue Güterabfuhrstrecken zu schaffen, um der Nachfrage nach attraktiven Fahrzeiten auf Personenverkehrsstrecken gerecht zu werden“, so Gryschka. Gute Infrastruktur für den Güterverkehr im Hafenhinterland nutze deshalb auch den Fahrgästen. Jeder in den Schienenbau investierte Euro schaffe zudem mehr Arbeitsplätze als ein in den Straßenbau investierte Euro wegen des hier höheren Mechanisierungsgrades.
Die Laudatio von Manfred Terhardt, Regionalvorsitzender Ems-Jade, finden Sie hier. Ferner steht eine Power-Point Präsentation zum Abruf bereit.
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