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Aktuell


30.01.2012

Streckenreaktivierungen in Niedersachsen - Pro Bahn nimmt an Ausschussanhörung teil

Am 27.01.2012 fand im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des nds. Landtags eine öffentliche Anhörung zum Antrag der Fraktion B 90/Grüne "Bahninfrastruktur für die Zukunft sichern" statt. Neben der LNVG, dem ZGB, dem VDV und der DB Netz AG wurde auch Pro Bahn zu diesem
Thema angehört. Die vom Landesvorsitzenden Björn Gryschka gehaltene Präsentation ist hier verfügbar.

Pro Bahn ist es wichtig zu betonen, dass es in Niedersachsen bei einer politischen Entscheidung für die Reaktivierung einer Bahnstrecke darauf
ankommt, die Investitionen und insbesondere die dauerhaften Betriebskosten (Bestellerentgelte) aus *zusätzlichen *Landesmitteln
sicherzustellen. Das ist entscheidend, um mögliche "Kannibalisierungseffekte" bei einer Abwägung von Zugbestellungen aufneuen "starken" Strecken gegenüber bestehenden "schwachen" Strecken zu verhindern. Es darf keine "Streckenopfer" bei dieser Diskussion geben. Pro Bahn ist überzeugt, dass noch mehr als bisher daran gesetzt werden muss, vorhandene "schwache" Strecken zu stärken, in dem z. B. stärker als bisher die sinnvolle Verknüpfung von Bus- und SPNV-Linien
vorangebracht wird, statt Busparallelverkehr weiter bestehen zu lassen. Das erfolgreiche Pilotprojekt Lammetalbahn im Landkreis Hildesheim zeigt
seit 8 Jahren den Erfolg, wenn diese Umstrukturierung konsequent umgesetzt wird.

Welche finanziellen Möglichkeiten für das Land Niedersachsen bestehen, hat u. a. der VDV in seinem Beitrag aufgezeigt, z. B. der Ersatz von bisherigen Landesmitteln in der Schülerbeförderung durch Regionalisierungsmittel im Umfang von über 80 Mio. Euro jährlich; Geld, das dem SPNV in Niedersachsen zu Gute kommen könnte.

Kurzfristig war auch eine Delegation aus dem Landkreis Grafschaft Bentheim eingeladen worden, die unter Führung des Landrates Kethorn engagiert die Perspektiven der bisher SPNV-freien Bahnstrecke Bad Bentheim - Nordhorn sowie die Vorleistungen der Region vorstellte. Unter der Überschrift "Starker Auftritt für den Bahnanschluss - Ein kleiner Landkreis im äußersten Westen Niedersachsens zeigt Entschlossenheit" berichteten die "Grafschafter Nachrichten" am Samstag ausführlich darüber (/Artikel online nicht verfügbar/).


 

20.08.2011

Fernbusse ohne Fahrgastrechte

Die Einführung von Fernbussen kann den Verkehrsmarkt bereichern, nicht aber in der von der Bundesregierung gedachten Form. Hier wären die Fahrgäste dann praktisch ohne Rechte.

Bei den Eisenbahnen  gelten eindeutige Kundenrechte, die gesetzlich garantiert sind:
• Entschädigung bei Verspätungen
• Pflicht zur korrekten Information
• Taxi oder Hotel, wenn der Fahrgast aufgrund einer Verspätung nicht mehr ans Ziel gelangt
• Beförderungspflicht
• Verpflichtende Veröffentlichung von Fahrplänen
• Verpflichtende Veröffentlichung von Änderungen der Fahrpläne

Darüber hinaus gibt es im Eisenbahnfernverkehr Echtzeitinformationen über Verspätungen, in der Regel gilt das Angebot für eine Fahrplanperiode (1 Jahr)
Alle diese selbstverständlichen Kundenrechte wird der Fernbusreisende nicht vorfinden. Bei Verspätungen von einer Stunde bekommt er überhaupt keine Entschädigung. Unterwegs erhält er in aller Regel keine Informationen darüber, ob der Bus pünktlich ist oder schon die Haltestelle verlassen hat.

Für den Bundesvorsitzenden des Fahrgastverbands PRO BAHN Karl-Peter Naumann ist das ein Skandal gegenüber den Kunden und weiterhin eine grobe Wettbewerbsverzerrung im Markt. So etwas gibt es keinen anderen Zweig der Wirtschaft. Es ist unvorstellbar, dass z.B. bei einem Elektromarkt Fernsehgeräte ohne gesetzliche Gewährleistung verkauft werden. dürfen. Wettbewerb sei an sich eine gute Sache und fordert die Kräfte des Marktes heraus, ergänzt Naumann. Wettbewerb allerdings auf Kosten der Kunderechte ist abzulehnen. Das gilt auch für die Bezahlung der Busfahrer, die nach unseren Erfahrungen häufig viel zu gering für ihre verantwortungsvolle Aufgabe bemessen ist.

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert einen fairen Wettbewerb der Verkehrsträger untereinander mit gleichen Rechten und Pflichten für alle Marktteilnehmer. Nur so kann der Kunde wirklich vom Wettbewerb profitieren und wird nicht indirekt über versteckte Abgaben zusätzlich belastet.


05.07.2011

Es reicht:  Fahrgastverband Pro Bahn: Schlichtung im Lokführer-Streik muss her

Die neuerlichen Lokführer-Streiks bei einigen Privat-Bahnen, wie der Nord-Ostsee-Bahn (NOB), dem  Metronom und der Eisenbahn Altona-Kaltenkirchen-Neumünster        (AKN)  führen zu chaotischen und für Fahrgäste nicht mehr hinnehmbaren Zuständen. Überraschende Zugausfälle, überfüllte Züge und Wartezeiten- den Fahrgästen reicht es jetzt. Weder werden die Streiks rechtzeitig angekündet – wie es die GDL versprochen hatte, noch gibt es überall verlässliche Notfahrpläne wie im streikfreudigen Ausland.

Die Streitigkeiten werden immer mehr auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen“ – erklärt der Bundesvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn Karl-Peter Naumann, die Fahrgäste empfinden diese Streike wie eine Geiselnahme, wenn sie stundenlang auf einen Zug warten müssen. Dabei geht es schon lange nicht mehr um eine Erhöhung der Tariflöhne. Die von den Unternehmen angebotenen Lohnerhöhungen liegen nach unseren Informationen auf der Höhe dessen, was die GDL bereits mit der DB abgeschlossen hat. Als Fahrgast muss man mittlerweile den Eindruck gewinnen, dass es hier mehr um die Stärkung der gewerkschaftlichen (Macht-)position gehe. Schließlich gibt es bereits von der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG einen ausgehandelten Branchentarifvertrag. Mit diesen Streiks schadet die GDL dem umweltfreundlichen Verkehr nachhaltig und bringt Fahrgäste wieder dazu auf das Auto umzusteigen.

Mit so vergraulten Fahrgästen gefährdet die GDL somit Arbeitsplätze nicht nur ihrer Mitglieder.In einer solchen verfahrenen Situation können die Tarifpartner kaum mehr selbst eine Lösung finden. Wir Fahrgäste fordern die Tarifpartner und hier vor allem die GDL auf, einem Schlichtungsverfahren  zuzustimmen oder zumindest einer Mediation. Nur so haben wir Fahrgäste die Chance, wieder zu normalen Zuständen zurückzukehren.

 


19.06.2011

Fahrgastverband begrüßt Neustart von Bahnlinien

Hildesheim (dpa/lni) - Der Fahrgastverband Pro Bahn hat den Vorstoß der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) zur Reaktivierung stillgelegter Bahnlinien begrüßt. Die an erfolgversprechenden Strecken liegenden Kommunen müssten einen Neustart der Eisenbahn aber tatkräftig unterstützen, sagte der Pro Bahn-Landesvorsitzende Björn Gryschka der Nachrichtenagentur dpa. «Die Unterstützung vor Ort muss da sein.» Dabei gehe es um eine Abstimmung des Busverkehrs auf neue Bahnanschlüsse, die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes und die Ausrichtung künftiger Siedlungsstrukturen auf die Bahn. «Es muss etwas vor Ort dazu getan werden.»


02.06.2011

Pro Bahn begrüßt neue Regelungen zum Niedersachsenticket

Die Deutsche Bahn AG staffelt ab 12. Juni 2011 den Preis des Niedersachsentickets nach der konkreten Zahl der Reisenden. Der Fahrgastverband Pro Bahn hält die damit eintretende Preisspreizung für angemessen und sieht Vorteile für viele Fahrgäste: "Der bisherige Preis von 29,- Euro gilt im neuen System für 3 Erwachsene, für 2 Erwachsene wird es 4 Euro günstiger. 4 Erwachsene zahlen 33 Euro, 5 Erwachsene 37 Euro. Der häufigste Fall ist aber die Nutzung mit 2 Personen, so dass diese Fahrgäste sogar eine echte Preissenkung bekommen", sagt Björn Gryschka, Vorsitzender von Pro Bahn Niedersachsen. Familien sparen sogar bis zu 8 Euro, weil das bisherige Single-Ticket, das nur für eine einzige Person galt, jetzt die Mitnahme beliebig vieler eigener Kinder und Enkel ermöglicht. "Familien mit 1 Erwachsenen sind jetzt also für 21 Euro unterwegs, Familien mit 2 Erwachsenen für 25 Euro - beides günstiger als bisher einheitlich 29 Euro", begrüßt Gryschka das neue System. Für die Leistungsseite des Niedersachsentickets hat Pro Bahn jedoch immer noch einen Wunsch: "Das Ticket sollte recht bald flächendeckend in sämtlichen Bahnen und Bussen in Niedersachsen gelten - dafür darf es dann auch wieder 1 - 2 Euro mehr kosten", so Gryschka.

02.04.2011

Pro Bahn zeichnet ehemalige metronom-Geschäftsführer aus

(Nordstemmen) Der Fahrgastverband Pro Bahn Niedersachsen hat am Samstag den Gründungsgeschäftsführern der metronom Eisenbahngesellschaft, Dr. Carsten Hein und Henning Weize, den Fahrgastpreis "Silberner Schienennagel 2011" verliehen. Wie der Landesvorsitzende Björn Gryschka sagte, habe Pro Bahn die Entscheidung von metronom, sich vor einem Jahr von den erfolgreichen Geschäftsführern zu trennen, nicht nachvollziehen können. Aus Sicht des Fahrgastverbandes seien die Verdienste der Geschäftsführer um die niedersächsischen Fahrgäste zu Unrecht bisher nicht gewürdigt worden. Fahrgäste wünschten sich öfter solche kundennahen Bahnmanager. Dr. Wolf Gorka, ehemaliger Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft, betonte in seiner Laudatio, dass der Metronom-Erfolg die Richtigkeit einer konsequenten Wettbewerbspolitik im niedersächsischen SPNV zeige.

Gryschka erinnerte an die zahlreichen Innovationen, die metronom unter der Führung von Hein und Weize für die Fahrgäste einführte. Dazu zählte er die kostenlosen Reservierungen für Stammpendler, Kundenausflugsfahrten nach Berlin oder den Twitter-Nachrichtendienst bei Fahrplanabweichungen. Das bundesweit einzigartige Alkoholkonsumverbot im metronom führe seit 1,5 Jahren zu sauberen und sicheren Zügen und sei bei den Fahrgästen akzeptiert.

Hein und Weize hätten zudem in der Presse häufig kein Blatt vor den Mund genommen und Pro Bahn-nahe Positionen vertreten. So wurde Kritik von Pro Bahn an abgebauten Überholgleisen zwischen Hannover und Göttingen mit eigenen Interviews unterstützt, so dass die Pro Bahn-Aussagen in der Öffentlichkeit mehr Gewicht bekamen.                  

Dr. Gorka betonte ferner in seiner Laudatio, dass während der achtjährigen Tätigkeit der beiden Geschäftsführer metronom rund 40 Mio Zugkilometer ohne nennenswerte Probleme gefahren habe. Die Zuverlässigkeit der beiden Herren, ihr Ideenreichtum und ihre Nähe zu den Kunden hätten auch dazu geführt, dass immer mehr Reisende die metronom-Züge genutzt haben. Schon vier Jahre nach Betriebsaufnahme seien die Fahrgastzahlen von 8 auf 12 Millionen jährlich gestiegen. Dieser Erfolg von metronom und anderen Privatbahnen bestätige die Richtigkeit einer konsequenten Wettbewerbspolitik für den SPNV in Niedersachsen, die durch ihre wirtschaftlichen Erfolge mehr Zugkilometer ermöglicht habe. 

Fotos von der Veranstaltung und die Rede des Landesvorsitzenden finden Sie hier.


27.03.2011 

Pro Bahn verleiht Fahrgastpreis an Dr. Carsten Hein und Henning Weize

Der Fahrgastverband Pro Bahn Niedersachsen wird den Fahrgastpreis „Silberner Schienennagel 2011“ an die beiden Gründungsgeschäftsführer der metronom Eisenbahngesellschaft, Herrn *Dr. Carsten Hein und Herrn Henning Weize, verleihen. Die Laudatio hält der ehemalige Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, Herr Dr. Wolf Gorka.

Im Internet unter www.pro-bahn.de/niedersachsen finden Sie ab Samstag auch die Rede des Pro Bahn-Vorsitzenden Björn Gryschka sowie Fotos.

Pro Bahn hat sich für Herrn Dr. Hein und Herrn Weize als diesjährige Preisträger entschieden, weil ihre vorbildliche Kundenorientierung metronom in den letzten sieben Jahren zu einem Qualitätsbegriff im
niedersächsischen Nahverkehr gemacht hat. Mit ständigen Innovationen und Serviceneuerungen haben sie für metronom ein unverwechselbares Profil geschaffen: Stammplatzreservierung, Berlin-Ausflüge zur Kundenbindung, deutschlandweit einzigartige 1000-Platz-Züge als Standardprodukt im schnellen Regionalverkehr: Der Zuspruch der Fahrgäste hat metronom stets überrollt.

Doch die beiden Geschäftsführer hat auch der Blick über die eigenen Züge und Strecken hinaus immer bewegt und zum Handeln veranlasst: Von Anfang an waren metronom-Züge als erste (Wagen-) Züge reine Nichtraucherzüge, vier Jahre vor der gesetzlichen Regelung. Und das Thema Alkoholkonsumverbot, dass pilothaft in den metronom-Zügen konsequent durchgeführt wird, hat bereits gezeigt, dass im ersten Jahr dadurch etliche Tonnen Müll vermieden werden konnten und die Fahrgäste gepflegtere Züge vorfinden.

Verkehrspolitisch haben Herr Dr. Hein und Herr Weize oft Stellung bezogen und gerade auch Pro Bahn mehrfach für Vorträge und Hinweise zur Verfügung gestanden.

Der Silberne Schienennagel wird seit 1997 alle zwei Jahre aus Anlass der Jahreshauptversammlung von Pro Bahn an Institutionen und Personen verliehen, die sich um den Nahverkehr aus Fahrgastsicht besonders verdient gemacht haben. Preisträger waren u. a. die Stadt Peine, Herr Dr. Wolf Gorka, die Initiative Haller Willem und die Verkehrsregion Ems-Jade.


25.11.2010 

Pro Bahn protestiert bei ZGB-Versammlung in Salzgitter

 
Logo Kahlschlag

Vor der Versammlung des ZGB, die an diesem Tag über die Verwendung der angesparten sog. X-Mittel entscheiden sollte (siehe Download), protestierten die Aktiven von Pro Bahn mit extra angefertigten T-Shirts. In kurzen Gesprächen mit den eintreffenden Versammlungsmitgliedern versuchte Pro Bahn, die Tragweite des Beschlusses klar zu machen. Das NDR-Fernsehen berichtete von der Aktion bereits am selben Tag in seinen Sendungen um 18.00 Uhr und 19.30 Uhr (siehe Download).

Die Versammlung tagte ausgerechnet in SZ-Lebenstedt und damit an einer Strecke, die von den Zugkürzungen 2011 mit dem Spitzenwert von ca. 40 % betroffen ist. Im Grußwort des Vertreters der Stadtverwaltung - immerhin Leiter der Stabsstelle, die auch für ÖPNV zuständig ist - fand sich dazu jedoch keinerlei Anmerkung.

Im Gegenteil beschloss die Versammlung einstimmig die Vorlage und schafft damit für 4 weitere Jahre bis 2014 ständige Unsicherheit für die Fahrgäste in der Region Braunschweig - denn es kann weiterhin auch im laufenden Fahrplanjahr geschehen, dass auf weiteren Strecken Züge abbestellt werden. Ein Konzept für die Zeit bis 2014, wenn ein verbessertes Regionalbahnkonzept in Kraft treten soll, ist nicht zu erkennen. Hier darf das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.

Weitere Aktionen von Pro Bahn in den nächsten Wochen werden folgen.

Fahrplanvergleich 2010/2011 (PDF-Datei)
Fragen an den Zweckverband (PDF-Datei)
Filmausschnitt, NDR, Niedersachsen 18 Uhr, 25.11.2010 (Mpeg-Datei, 2,8 MB)

Interview mit dem NDR

     02.09.2010

Pro Bahn fordert Konzept für Bahnstrecke nach Braunschweig

[Pressemitteilung]

Baustelle
Ausbau ja. Aber das Konzept fehlt.

„Aktivierung statt Einstellung” fordert der Fahrgastverband Pro Bahn für die von einer deutlichen Reduzierung der Zugzahlen bedrohte Strecke Hildesheim - Braunschweig. „Es ist die einfachste Methode, wenn der für den Ostteil dieser Strecke zuständige Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) nun den Fahrgästen die Schuld für eigene Konzeptlosigkeit zuschieben will”, ärgert sich Björn Gryschka von Pro Bahn. Am Donnerstag hatte der ZGB die derzeit 11 Zugpaare für 2011 unter einen finanziellen Vorbehalt gestellt, schließlich nutzten diese „pro Tag leider nur 300 Fahrgäste”. Folge aus Sicht des ZGB: mögliche Streichung fast aller Regionalzüge.

„Zurzeit wird die Strecke nach Braunschweig ausgebaut; damit verkürzen sich die Fahrzeiten im Regionalverkehr von 45 Minuten auf unter 30 Minuten und sind damit fast gleichwertig zu den ICE-Fahrzeiten. Folgerichtig hat die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, die für den Streckenabschnitt bis Hoheneggelsen zuständig ist, im Konzept „2013 +” angekündigt, die derzeit 11 Zugpaare auf 17 erhöhen und damit einen Stundentakt anbieten zu wollen. Es ist sogar vorgesehen, viele dieser Züge bis Wolfsburg weiterfahren zu lassen. Damit erhielten die drei Oberzentren Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg zusammen mit den ICE-Zügen eine nie gekannte Verbindungsqualität teilweise im Halbstundenabstand”, erläutert Gryschka. Der ZGB biete demgegenüber lediglich „ein bedauerndes Schulterzucken”, indem er feststelle, „der Zweckverband könne nicht mehr Zugleistungen bestellen, als er Mittel bekomme”.

„Dabei verschweigt der Zweckverband allerdings, dass die Mittelknappheit über Jahre hausgemacht ist”, meint Gryschka, „im übrigen Niedersachsen wurden in den letzten 10 Jahren 50 % der Zugleistungen nach Ausschreibungen vergeben (z. B. eurobahn und Metronom) und so erhebliche Gelder für zusätzliche Verkehre verwendet. Da der Zweckverband in seinem Gebiet bisher auf Ausschreibungen verzichtet hat, sind die Gelder knapp. Nun nach mehr Geld zu rufen, ist eine Lösung, mit der es sich der ZGB zu einfach macht und mit der eine effizientere Verwendung der vorhandenen Mittel und eine Perspektive für die Strecke weiter ausgeschlossen werden.”

Weitere Informationen: www.pro-bahn.de/braunschweig-hildesheim


 23.01.2010

Gemeinsame Pressemitteilung der PRO BAHN Landesverbände  Schleswig-Holstein/ Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen sowie des PRO BAHN-Bundesverbandes

Diskussion um Schienenhinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung  greift zu kurz

Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert die aktuelle Diskussion zur Schienenhinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung, die sich zur Zeit mehr mit Nebenschauplätzen als mit konstruktiven Schritten zur Realisierung einer leistungsfähigen Schienenhinterlandanbindung beschäftigt. Auch fehlt aus Sicht von PRO BAHN ein Konzept, wie der Güterverkehr südlich von Lübeck entweder über die Bahnstrecke Lübeck - Bad Kleinen oder die Bahnstrecke Lübeck - Lüneburg am überlasteten Bahnknoten Hamburg vorbei zu der im DB-Wachstumsprogramm vorgeschlagenen Güterzugachse Uelzen - Stendal - Halle - Hof - München geführt werden soll.

 PRO BAHN hat schon im November letzten Jahres gefordert, einen Projektbeirat zur Trassenführung einzurichten, der aus Vertretern des Bundes, des Landes, der DB Netz AG, des Eisenbahnbundesamtes (EBA), der betroffenen Kreise und Kommunen sowie Vertretern von Bürgerinitiativen, Umwelt- und Verkehrsverbänden bestehen und der gemeinsame Lösungen zur Realisierung der Schienenhinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung entwickeln soll. Die künftige Trassenführung muss aus Sicht von PRO BAHN dabei folgenden Kriterien standhalten:

·         - möglichst geringe Eingriffe in die Umwelt sowie möglichst geringe Lärm- und Schwingungsbelästigung der Kurorte, Kommunen und Anwohner

 

·         - Bedienung der Kurorte im Regionalverkehr

 

·         - Bereitstellung ausreichender Kapazität für den Güterverkehr

 

·         - Erhöhung der Geschwindigkeit für den Fernverkehr

 

·         - Finanzielle Darstellbarkeit des Gesamtprojektes


09.08.2009

Vorrang für Güterzüge – Aus für metronom-Taktverkehr?

Ob der metronom in 5 oder 10 Jahren noch immer so erfolgreich wie derzeit durch das Leinetal rollen wird, ist nach Ansicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn höchst unklar. „Erst im Mai hatte Dr. Carsten Hein, Geschäftsführer von Metronom in Alfeld von erheblichen Fahrgastzuwächsen berichtet und zum Jahresende die Verstärkung der metronom-Züge um einen Wagen angekündigt“, sagt Björn Gryschka von Pro Bahn, „doch die derzeitige Schienennetzplanung gefährdet unseres Erachtens den langfristigen Erfolg des Taktverkehrs erheblich.“ Güterzüge aus den Seehäfen ließen die Strecke schon bisher immer wieder an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen und beeinträchtigten so die verlässliche Durchführung des Personenverkehrs. „Der Güterverkehr wird mit Anziehen der Konjunktur wieder zunehmen. Zusätzlich räumt der kürzlich beschlossene „Europäische (Güter-) Korridor Stockholm – Hamburg – München – Neapel“ den Güterzügen explizit Vorrang vor anderen Verkehren ein.“ Bis 2020 ist der Korridor zu realisieren.

Damit kann es künftig geschehen, dass Personenzüge wie metronom nur noch zu Zeiten verkehren dürfen, die der Güterverkehr gerade nicht beansprucht. Das kann weiter einen angenäherten Stundentakt bedeuten, aber auch deutliche Abweichungen um 15 oder 20 Minuten sind denkbar. „Damit werden Anschlüsse an den Unterwegsbahnhöfen wie z. B. Elze, Kreiensen oder Göttingen Zufall. Bei Umsteigern können sich die Fahrzeiten schnell um eine Stunde verlängern“, meint Gryschka.

In dieser Situation plant die DB Netz AG nun nicht etwa den Ausbau der Streckenkapazität, das Gegenteil ist der Fall. Bereits im Februar 2009 hatte die Deutsche Bahn in Freden das Überholgleis Richtung Norden abgebaut, nun ist dasselbe mit dem Überholgleis Richtung Süden geplant. Auch wenn gleichzeitig durch zusätzliche Signale die Zugfolgeabstände auf der Strecke etwas verkürzt werden, verringert sich die Kapazität doch um 1,2 Prozent, wie aus einem Schreiben des Eisenbahnbundesamtes hervorgeht.

Unverständlich ist für den Fahrgastverband auch, warum vor diesem Hintergrund das Eisenbahnbundesamt die Maßnahme genehmigt hat. In einer Bekanntmachung schreibt es, dass „die Leistungsfähigkeit der Strecke insgesamt nur in moderatem Umfang berührt“ sei. „Die Reduzierung um 1,2 % mag zwar in der unmittelbaren Zukunft noch nicht erheblich sein, aber schon jetzt werden z. B. defekte Fahrzeuge unweigerlich zu Zugstaus führen. Bei Gegenverkehr nützen auch die verbleibenden Fredener Weichen zum Wechsel auf das Gegengleis wenig.“

Dass es aber in wenigen Jahren zu Problemen für den Personenverkehr komme, befürchtet auch metronom. Am  14.02.09 hatte Dr. Hein in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung erklärt, dass mehr Güterverkehr und weniger Infrastruktur nicht zusammenpassten. Wenn der Güterverkehr künftig Vorrang erhalte, könne dies zum Problem werden. „Ich sehe hier auch die örtlichen Bundes- und Landtagsabgeordneten gefordert, sich für den Erhalt des von vielen Bewohnern genutzten Bahnangebotes einzusetzen“, so Gryschka abschließend.


29.07.2009

Stellungnahme zu den neuen Fahrgastrechten

Zu den heute in  Kraft tretenden neuen Fahrgastrechten gibt der Landesverband folgende Stellungnahme ab:

Kritisch sehen wir,

Das Fahrgastrechteformular kann hier heruntergeladen werden.


01.03.2009

Silberner Schienennagel verliehen

 

Im Rahmen seiner Landesversammlung hat der Landesverband Niedersachsen des Fahrgastverbandes PRO BAHN gestern in Varel die Verkehrsregion Nahverkehr Ems-Jade (VEJ) mit dem „Silbernen Schienennagel“ ausgezeichnet. Der Preis wird von dem Verband alle zwei Jahre und nunmehr zum fünften Male an Personen oder Institutionen vergeben, die sich in besonderer Weise für den öffentlichen Personenverkehr und damit für die Belange der Fahrgäste verdient gemacht haben. Die mit dem Preis geehrte VEJ, ein Zusammenschluss der Landkreis und kreisfreien Städte zwischen Dollart und Jadebusen, beschränke sich nicht nur auf ihre eigentliche Aufgabe, den Busverkehr, sondern habe sich in den vergangenen Jahren intensiv um die regionale und überregionale Bahnanbindung der ostfriesischen Halbinsel bemüht, so Pro-Bahn-Landesvorsitzender Björn Gryschka (Hildesheim). Gerade dieses Engagement soll nach Auffassung des Fahrgastverbandes gewürdigt werden. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich ÖPNV-Aufgabenträger auch zu einer Lobby für den Schienenverkehr zusammenschließen und entsprechende Aktivitäten entwickeln, so Gryschka.

In seiner Laudatio stellte der örtlich zuständige Pro-Bahn-Regionalvorsitzende Manfred Terhardt (Jever) einen Vergleich mit einem Orchester her, dem ein Dirigent fehlt, in dem sich aber ein Musiker, hier die VEJ, befindet, der die Koordinantion der einzelnen Instrumente, wie Nahverkehr und Fernverkehr auf der Schiene, den Schiffsverkehr zu den Inseln sowie den Busverkehr, in die Hand genommen habe. Nur so sei heute ein taktvoll abgestimmtes Angebot öffentlicher Verkehrsmittel zustande gekommen und ein „Streichkonzert“ bisher vermieden worden.

Der Auricher Landrat Walter Theuerkauf als VEJ-Vorsitzender wies in seinen Dankesworten darauf hin, dass es auch in Zukunft Schwerpunkt der VEJ-Arbeit sei, dafür zu sorgen, dass die überregionale Schienenanbindung der ostfriesischen Halbinsel erhalten bleibt und darüber hinaus noch verbessert wird. Vor allem müsse Wilhelmshaven wieder an den Fernverkehr der Bahn angeschlossen werden.

28.02.2009

Pro Bahn fordert starke Infrastruktur für Schienengüter- und Personenverkehr

Varel (pb). „Fahrgäste erwarten für ihr Geld eine moderne und leistungsfähige Schieneninfrastruktur. Nur so können Personen und Güterverkehrszüge miteinander auskommen.“ Das sagte der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn Niedersachsen, Björn Gryschka, am Samstag anlässlich der Verleihung des Fahrgastpreises „Silberner Schienennagel“. Die mit dem Preis geehrte Verkehrsregion Nahverkehr EmsJade (VEJ) beschränke sich nicht nur auf den Busverkehr, sondern habe sich in den vergangenen Jahren intensiv um die regionale undüberregionale Bahnanbindung der ostfriesischen Halbinsel gekümmert. „Was dabei herauskommt, wenn man die DB selbst über ihr Netz entscheiden lässt, sieht man am Beispiel Wilhelmshaven: Wegen des JadeWeserPorts werden mit Millionenaufwand 45 Kilometer Bahngleis bis zum Hafen mit elektrischer Oberleitung versehen – die Elektrifizierung der letzten 7 Kilometer zum Wilhelmshavener Hauptbahnhof aber lehnt die DB ab“, kritisiert Gryschka. Weiteres Beispiel für Fehlentscheidungen von DB Netz sei der erst am vergangenen Wochenende erfolgte Abbau des Überholgleises in Freden auf der wichtigen Strecke zwischen Hannover und Göttingen.

Der Pro BahnSprecher wies zudem darauf hin, dass der zunehmende Seehafenhinterlandverkehr in Norddeutschland – unabhängig vom derzeitigen Konjunktureinbruch – die Qualität im Schienenpersonenverkehr gefährde. „Güter und Personenzug konkurrieren um dasselbe Gleis. Wo die gemeinsame Strecke wie z. B. Hamburg – Hannover überlastet ist, fordern wir deshalb, neue Güterabfuhrstrecken zu schaffen, um der Nachfrage nach attraktiven Fahrzeiten auf Personenverkehrsstrecken gerecht zu werden“, so Gryschka. Gute Infrastruktur für den Güterverkehr im Hafenhinterland nutze deshalb auch den Fahrgästen. Jeder in den Schienenbau investierte Euro schaffe zudem mehr Arbeitsplätze als ein in den Straßenbau investierte Euro wegen des hier höheren Mechanisierungsgrades.

Die Laudatio von Manfred Terhardt, Regionalvorsitzender Ems-Jade, finden Sie hier. Ferner steht eine Power-Point Präsentation zum Abruf bereit.



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