Pressemitteilung vom 9. Dezember 2005

Fahrplanwechsel bei den Bahnen: Neue Strecken und alte Probleme

Der Fahrplanwechsel bei den Bahnen am 10.12.2005 bringt auch aus Sicht des Landesverbandes Mitteldeutschland des Fahrgastverbandes PRO BAHN für die Kunden einige Verbesserungen.

Die bedeutendste Verbesserung ist die vollständige Wiederinbetriebnahme der Strecke Chemnitz-Leipzig. Die grundhafte Sanierung der Strecke bringt für die Fahrgäste eine deutliche Verkürzung der Fahrzeit von vorher ca. 1,5 Stunden auf unter einer Stunde. Die Fertigstellung der Strecke wurde zwar bereits für die Ende 2003 geplant, doch haben erhebliche Bauverzögerungen erst zur verspäteten Fertigstellung geführt.

Weitere Verbesserungen sind auch im Verkehr mit der Tschechischen Republik zu verzeichnen. Bisher nur am Wochenende zwischen Bad Schandau und Decin verkehrende Züge sind nun auch in der Woche unterwegs. Zwischen Dresden und Liberec werden einige Züge bis ins Riesengebirge verlängert. Dazu Stefan Jugelt, Landesvorsitzender: "Die neu angebotenen Verbindungen sind ein Meilenstein für Bahnreisen nach Böhmen. War bis vor drei Jahren die Grenze für Bahnreisende eine große Hürde, so kann man heute sogar von Dresden einen Tagesausflug ins Riesengebirge machen. Damit wird die Bahn auf dieser Relation wieder eine ernstzunehmende Alternative zum Auto. Ein großes Lob an die beteiligten Bahnen und Politiker."

Neben den Erfolgen gibt es aber auch Schattenseiten. So wurden beispielsweise für den Regionalexpress Dresden Leipzig zusätzliche Halte in Borsdorf und Leipzig-Engelsdorf eingeführt. Damit wird in Leipzig der bisher bestehende Anschluss aus Dresden in Richtung Nürnberg München knapp verpasst. Die Folge: Fahrgäste, die beispielsweise von Dresden nach München wollen, werden immer über einen Umweg über Fulda geschickt. Das kostet den Fahrgast über 20 Euro mehr. Dazu noch einmal Stefan Jugelt: "Hier bedauern wir, dass von den Verantwortlichen kein Blick auf das Gesamtsystem Bahn mehr wahrgenommen wird. Die von der Stadt Leipzig gewünschten - zusätzlichen Halte des Regionalexpresses bringen wenigen Fahrgästen Vorteile, führen aber zu erheblichen Nachteilen für Reisende aus Dresden und Riesa."

Für Rückfragen:
Stefan Jugelt 0171 - 607 19 84


Pressemitteilungen

Startseite