Pressemitteilung vom 9. Dezember 2004

Fahrplanwechsel bei den Bahnen: neue Züge und Streichungen

Der Fahrplanwechsel bei den Bahnen am 12.12.2004 bringt aus Sicht des Fahrgastverbandes PRO BAHN für die Fahrgäste in Sachsen und Sachsen-Anhalt vor allem in den Ballungsgebieten Verbesserungen. Im Fernverkehr gibt es jedoch - abgesehen von den Verbesserungen durch die Schnellfahrstrecke Berlin-Hamburg - auf einigen Linien weitere Angebotskürzungen.

"Einige Punkte aus unserer Stellungnahme zum vorigen Fahrplanwechsel haben leider weiterhin Gültigkeit", erklärt Stefan Jugelt, Pressesprecher von PRO BAHN Mitteldeutschland. "Dazu gehören die nach wie vor schlechte Anbindung von Chemnitz an den überregionalen und Fernverkehr, die Verbindungen nach Polen sowie Kürzungen im Raum Oberelbe."

Die wichtigsten Änderungen im Einzelnen:

1. Fernverkehr auf der Sachsen-Magistrale fast taktlos

Durch den Ausfall der Neigetechnikzüge sind die Intercitys auf der Sachsen-Franken-Magistrale fahren zwar komfortable Züge, das Angebot wird jedoch auf einen 4-Stunden-Takt ausgedünnt. "PRO BAHN fordert ein Konzept für einen schnellen interregionalen Verkehr auf dieser Strecke, damit hier nicht die letzten Fahrgäste auch noch von der Bahn aufs Auto umsteigen", meint Stefan Jugelt.

Chemnitz als drittgrößte Stadt hat weniger Verbindungen in Richtung Dresden und Nürnberg als vor einem Jahr, auch durch die Abbestellung einiger Züge zwischen Dresden und Klingenberg-Colmitz durch den Verkehrsverbund Oberelbe. Die Interregios nach Berlin fahren nur noch freitags und am Wochenende. Der Ausbau der Strecke Chemnitz - Leipzig verzögert sich weiter, nachdem der Abschnitt Leipzig - Geithain fertiggstellt wurde.

Dass man zwischen Dresden und Chemnitz in knapp einer Stunden mit dem Zug fahren kann, zeigt die Deutsche Bahn unter der Woche einmal pro Tag: Ein elektrischer Neigetechnik-ICE wird ab Fahrplanwechsel nur 58 Minuten von Dresden nach Chemnitz benötigen, nach Zwickau 1 Stunden 28 Minuten. Diese Fahrzeiten sollten nach Ansicht von PRO BAHN Vorbild für alle schnellen Verbindungen auf der Sachsenmagistrale sein.

2. Kein Interregio mehr nach Polen

Trotz des EU-Beitritts Polens streicht die Deutsche Bahn die Interregios nach Polen. "Während die Verbindungen nach Tschechien besser werden, durch den 2-Stunden-Takt zwischen Dresden und Prag sowie im Regionalverkehr, werden die Zugverbindungen nach Polen immer weniger", so Stefan Jugelt. "Immerhin fahren die Regionalzüge von DB Regio von Görlitz weiter nach Zgorzelec und die polnischen Regionalzüge von Zgorzelec weiter nach Görlitz, um Anschluss an den polnischen und deutschen Nahverkehr zu ermöglichen."

3. Mehr und besserer Regionalverkehr

Erfreuliches gibt es vor allem im Nahverkehr in Mittelsachsen und im Raum Leipzig:

  • Die City-Bahn Chemnitz eröffnet die sanierte Strecke von Chemnitz nach Hainichen. Damit haben Fahrgäste aus Hainichen und Frankenberg gute Zugverbindungen nach Chemnitz.
  • Bei der Erzgebirgsbahn fahren auf einigen Strecken zusätzliche Züge. Hinzu kommt die absehbare Wiedereröffnung der Strecken von Chemnitz nach Aue sowie nach Olbernhau.
  • Im Raum Leipzig übernimmt Connex den Nahverkehr auf der erneuerten Strecke zwischen Leipzig und Geithain.
  • Für Rückfragen:
    Stefan Jugelt 0171 - 607 19 84


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