Pressemitteilung vom 14. Dezember 2002

PRO BAHN zum Ende des Interregios

Neue innovative Lösungen sind gefragt

Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert den Wegfall des Interregio-Netzes. Vorteile wie umsteigefreie Verbindungen mindestens im 2-Stunden-Takt, günstige Preise sowie eine komfortable Sitzplatzgestaltung hatten den Interregio ursprünglich zu einem Erfolg gemacht.

Zum Fahrplanwechsel am 15.12.2002 ersetzt die Deutsche Bahn bis auf 2 Linien (Dresden - Görlitz - Wroclaw und Chemnitz - Berlin) alle Interregios durch Nahverkehrszüge oder Intercitys.

Nach Auffassung von PRO BAHN Mitteldeutschland birgt besonders in den neuen Bundesländern die Umwandlung der Interregios in teurere Intercitys die Gefahr, dass viele Fahrgäste auf das Auto umsteigen.

Der Erfolg des Interconnex Gera - Rostock zeigt, dass zwischen Regionalexpress und Intercity Bedarf besteht für ein Angebot kostengünstiger und umsteigefreier Verbindungen zwischen den Regionen. Damit können auch neue Fahrgäste gewonnen werden.

PRO BAHN fordert daher die Verkehrspolitik auf, Konzepte für einen neuen Interregio zu entwickeln und umzusetzen. Falls Interregio-Linien nicht wirtschaftlich zu betreiben sind, sollten Zuschüsse gezahlt werden können. Bisher muss der Fernverkehr von den Eisenbahnunternehmen eigenwirtschaftlich betrieben werden. Da der Bund für den Fernverkehr zuständig ist, dürfen die Zuschüsse nicht zu Lasten des Nahverkehrs gehen.

Ein Beispiel, das in die richtige Richtung weist, gibt es ab dem 15.12.2002 in Schleswig-Holstein. Dort hat das Land beim privaten Anbieter FLEX AG einen Ersatz für den von der Deutschen Bahn eingestellten Interregio Hamburg - Flensburg bestellt, der im 2-Stunden-Takt Hamburg mit Flensburg und dem dänischen Padborg verbindet. Der Zuschuss ist wesentlich geringer als bei Nahverkehrszügen.

Es reicht allerdings nicht, Zuschüsse zu verteilen. Moderne Fahrzeug- und Betriebskonzepte, regionales Marketing sowie Streckenausbau an den erforderlichen Stellen können die Rentabilität vieler Interregio-Linien wesentlich verbessern.

Für Rückfragen:
Stefan Jugelt 0171 - 607 19 84


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