Pressemitteilung vom 5. Juni 2001

Fahrplanwechsel am 10. Juni:
Fernzüge und Direktverbindungen fallen weg, teilweise Verschlechterungen im Regionalverkehr

Dresden. Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert, dass zum Fahrplanwechsel direkte Zugverbindungen entfallen, und zwar im Fern- wie im Nahverkehr.

1. Wegfallende Fernverbindungen und Nachtverkehr

Die Stadt Görlitz ist nur noch über vier internationale Schnellzüge bzw. InterRegios an das Fernverkehrsnetz der Bahn angeschlossen. Nachdem im vergangenen Jahr bereits die fünf InterRegio-Verbindungen nach Dresden durch RE-Züge ersetzt wurden, entfallen nun die letzten IR-Züge in die Bundeshauptstadt Berlin.

Die drittgrößte sächsische Stadt Chemnitz erhält zwar ICE-Anschluss mit Neigetechnik-Zügen. Dafür entfallen alle Direktverbindungen nach Rostock; von vormals fünf Direktverbindungen nach Berlin bleiben nur drei. Auch entfällt der letzte InterRegio auf der Mitte-Deutschland-Bahn über Gera - Erfurt ins Ruhrgebiet.

Im Nachtverkehr entfallen klammheimlich die bisherigen Saison-Nachtzüge von Praha nach Paris und von Dresden nach Fonyod. Auch die Direktverbindung nach Krakow wird aus dem Angebot gestrichen.

Um künftig wieder ein attraktives Fernzugangebot anbieten zu können, schlägt der Fahrgastverband PRO BAHN vor, auch im Fernverkehr verstärkt auf Anbieter neben der Bahn AG zu setzen. Im vom Fernverkehr nahezu abgehängten Ostsachsen haben private Anbieter Interesse an einem Betrieb von Fernverkehrsverbindungen bekundet.

2. Regional- und Nahverkehr

Eine deutliche Verschlechterung für den Bahnkunden ist die Brechung der bisherigen RegionalExpress-Züge Dresden-Döbeln-Leipzig in Meißen. Diese Züge werden durch langsamere RegionalBahnen ersetzt, die nun zwar im Stundentakt verkehren, aber in Meißen enden. Dazu Daniel Götte: "Der Zwang in Meißen auf die S-Bahn umzusteigen bringt für den Reisenden beispielsweise von Nossen nach Dresden eine längere Reisezeit von einer halben Stunde. Durch die attraktive Anbindung Nossens über die Autobahn an Dresden werden über diese Politik die letzten Bahnkunden vergrault. Hier ist der Verkehrsverbund Oberelbe gefordert, schnellstens eine Weiterführung der Züge bis Dresden zu erreichen." PRO BAHN Mitteldeutschland fordert außerdem eine Herrichtung dieser Strecke für Neigetechnik-Züge, wie sie demnächst von Dresden nach Görlitz und Zittau fahren sollen. Eine Fahrzeit von je knapp einer Stunde von Leipzig bzw. Dresden nach Döbeln muss dabei das Ausbauziel sein.

Dresden, 5. Juni 2001

Für Rückfragen:
Stefan Jugelt, stellv. Vorsitzender 0171 - 607 1984
Henning Bösherz, Referent Fernverkehr 0160 - 77 208 77


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