| DB-Kursbuch: | 252 |
| Länge: | 20 km |
| Fahrtzeit: | 33 Minuten |
| Bedienung: | 2-Std-Takt mit Verstärkerfahrten (zusammen mit dem Bus ergibt sich ein Stundentakt, gemeinsamer Tarif) |
| Fahrgastzahlen: | werktäglich ca. 200 Reisendenkilometer pro km Betriebslänge (Zählung im November 2001), Gesamtzahl der Fahrgäste etwa 300-400 |
| Einwohner: | entlang der Strecke über 33.000 |
Um die Fahrzeiten zu verringern, muss zunächst die Strecke saniert werden. Insbesondere die Langsamfahrstellen wegen schlechten Streckenzustands sind zu beseitigen. Im Rahmen der Streckensanierung ist zu überlegen, ob auf manche Bahnübergänge verzichtet werden kann oder ob Bahnübergänge zusammengelegt werden können. Außerdem müssten stark frequentierte Bahnübergänge technisch gesichert werden.
In absehbarer Zeit sollte auch ein Stundentakt eingerichtet werden. Voraussetzung ist ein aufeinander abgestimmtes Bedienungskonzept von Bahn und Bus in der Region. Die Fahrtzeit zwischen Bitterfeld und Stumsdorf ist deutlich unter 30 Minuten zu senken, damit für den Stundentakt nur ein Triebwagen benötigt wird und so keine wesentlich höheren Betriebskosten als gegenwärtig anfallen.
Vor allem in der Hauptverkehrszeit gibt es regelmäßig Probleme mit überfüllten Triebwagen, außerdem fahren nicht selten größere Gruppen mit. Kurzfristige Lösung ist der Einsatz größerer Triebwagen wie der VT 628 oder LVT 772 mit Steuerwagen (nicht als Solo-Triebwagen), mittel- bis langfristig sind neue Fahrzeuge erforderlich, die aufgrund ihrer Beschleunigung auch die Fahrtzeiten mit verkürzen können und auch den Zeitverlust bei durch neue Haltepunkte kompensieren. Neue Triebwagen sind auch deshalb erforderlich, weil die LVT 771/772 in absehbarer Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen.
Für die Bahnhöfe und Haltepunkte sollten sich die Kommunen verantwortlich fühlen. Das ist allerdings einfacher, wenn die Immobilien in kommunalem Besitz sind.
Beim Bahnhof Zörbig ist die Sauberkeit ein großes Problem, vor allem die Gafittischmierereien. Gespräche mit dem Eigentümer des Bahnhofsgebäudes sowie mit der NASA und der Deutschen Bahn sind erforderlich, um Abhilfe zu schaffen. Vielleicht kann ein Konzept für einen "Bürgerbahnhof" entwickelt werden. Vorbilder dafür gibt es z.B. in Brandenburg. Die "Agentur Bahnstadt" hat dort interessante Konzepte entwickelt und umgesetzt. In Sachsen-Anhalt hat die "Agentur Bahnstadt" im Auftrag der NASA einige Studien angefertigt.
Mehr Fahrgäste gewinnt man auch mit neuen Haltepunkten in unmittelbarer Nähe von Siedlungen. PRO BAHN befürwortet die vorgeschlagenen Haltepunkte Zörbig - Mößlitz (Zörbig West) und Zörbig Thura Mark (Zörbig Ost) sowie Großzöberitz Sportplatz/Gewerbegebiet (statt Bahnhof Großzöberitz).
In Belleben an der Strecke Halle-Halberstadt wurde der außerhalb des Ortes gelegene Bahnhof geschlossen und statt dessen ein Haltepunkt mitten im Ort angelegt.
Bisher wurden in Sachsen-Anhalt nur auf wenigen Strecken der Nahverkehr ausgeschrieben (Burgenlandnetz und aktuell das Vorharznetz). Die Erfahrung zeigt, dass es auf ausgeschriebenen Strecken zu Verbesserungen kommt, unabhängig davon, wer die Ausschreibung gewinnt. Deshalb plädiert PRO BAHN u.a. auch für die Ausschreibung der Strecke Bitterfeld-Stumsdorf, am besten in einem Netz zusammen mit anderen Strecken.
23. März 2002
Regionale Eisenbahnstrecken - Verbesserung der Attraktivität