Sachsen-Franken-Magistrale

PRO BAHN-Vorschläge für den Raum Hof – Plauen

Eine Information der PRO BAHN – Landesverbände Thüringen, Mitteldeutschland und Bayern

VT 612 als IC in Hof Hbf (Foto: Dominik Sommerer)

Für den Fernverkehr nicht geeignet sind die Neigetechnik-Triebwagen der Baureihe 612. Von Dezember 2003 bis August 2004 fuhren diese Triebzüge als Intercitys auf der Sachsen-Franken-Magistrale zwischen Nürnberg, Chemnitz und Dresden. Die ICE-Farbgebung konnte die Mogelpackung nicht kaschieren. Das Foto von Dominik Sommerer zeigt einen VT 612 in Hof Hbf. im Juli 2004. Einige Wochen später wurden alle VT 612 wegen Problemen mit den Achsen abgestellt, inzwischen sind sie wieder in Betrieb.

1. Die aktuelle Situation

Zum Fahrplanwechsel am 10.12.2006 wird der Bahnverkehr im Raum Hof - Plauen erhebliche Veränderungen erfahren:

Positiv ist die (bereits im September erfolgte) Eröffnung des neuen Haltepunktes Feilitzsch etwa 7 km nördlich von Hof: Damit können endlich auch im größten Ort an der Bahnstrecke Hof – Plauen Fahrgäste ein- und aussteigen.

Mit gemischten Gefühlen sieht PRO BAHN, dass die "Franken-Sachsen-Magistrale" Nürnberg – Hof – Plauen – Chemnitz – Dresden ihren letzten Fernverkehr verliert. Die nur noch alle vier Stunden dort fahrenden Intercitys (IC) werden nämlich eingestellt. Dies könnte man eigentlich verschmerzen, da als Ersatz Inter-Regio-Express-Züge (IRE) sogar schneller und häufiger als bisher fahren sollen, nämlich im 2-Stunden-Takt.

Die vorgesehenen Fahrzeuge der Baureihe 612 (siehe Foto) bieten allerdings mit ihrer monotonen Innenausstattung, den dröhnenden Motoren und dem ruppigen Fahrverhalten nicht den Komfort, den sich Fahrgäste auf längeren Reisen wünschen. Zudem fahren die IREs in Hof quasi "an allen Anschlüssen vorbei", da sie dort zur vollen Stunde halten, während der "bayerische Taktknoten" in Hof zur Minute 30 bestehen bleibt.

Negativ ist, dass der Personenverkehr auf der 15 km langen Zweigstrecke Schönberg – Schleiz eingestellt wird. Sie wird ein Opfer der Anfang 2006 in Berlin beschlossenen Kürzung der Regionalisierungsmittel. Das Land Thüringen will unter anderem durch die Streichung dieser Züge die geringeren Zuschüsse für den Schienenverkehr auffangen.

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2. PRO BAHN – Forderungen zum Fernverkehr 2007

PRO BAHN hat die Aufgabenträger schon darauf hingewiesen, dass es in Hof sehr schlechte Anschlüsse geben wird. Diese sind über die neue Situation auch nicht glücklich, aber eine kurzfristige Neugestaltung war bis zum Dezember 2006 nicht mehr möglich.

PRO BAHN fordert daher bis zum nächsten Fahrplanwechsel Ende 2007 deutliche Nachbesserungen: Wenn es schon keine akzeptable Fernverkehrslinie Nürnberg – Dresden gibt, muss wenigstens der Regionalverkehr so abgestimmt werden, dass alle Anschlüsse perfekt passen. Am besten wären stündliche Verbindungen zwischen Nürnberg und Hof, die abwechselnd als IRE über Bayreuth und als RE über Marktredwitz fahren. Auch die Weiterfahrt nach Leipzig und Dresden muss neu geregelt werden, damit zwischen Hof und Plauen endlich wieder ein vertaktetes Angebot entsteht. In dieses "Gesamtpaket" gehören natürlich auch gute Anschlüsse in Mehltheuer und Schönberg nach Zeulenroda und Schleiz, um auch in den Orten abseits der Hauptstrecke möglichst viele Fahrgäste zu gewinnen.

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3. PRO BAHN – Forderungen zum Nahverkehr 2007

Die Freude über den neuen Haltepunkt Feilitzsch wird durch das schlechte und unübersichtliche Angebot getrübt: Die Regionalbahnen halten nur unregelmäßig ungefähr alle 2 Stunden, am Vormittag gibt es sogar ein "4-Stunden-Loch". Das ist nicht mehr zeitgemäß und dem vollmundig propagierten "Bayerntakt" nicht angemessen.

PRO BAHN fordert daher, dass die Regionalbahnen in die Neuregelung des Angebots zwischen Hof und Plauen einbezogen werden und ganztägig mindestens im exakten 2-Stunden-Takt fahren. Im Berufs- und Schülerverkehr sollte es sogar Verdichtungen zum Stundentakt geben.

Wer die Entwicklung der Anschlüsse in Schönberg nach Schleiz und in Mehltheuer nach Zeulenroda in den letzten 10 Jahren verfolgt hat wird sich nicht wundern, dass der Freistaat Thüringen dort die Fahrpläne ausdünnt: Im Jahr 2006 gibt es nur noch wenige Anschlussverbindungen, die man als attraktiv bezeichnen kann. Besonders krass ist zum Beispiel, dass die Halte des IRE 3754 in Mehltheuer um 9.57 Uhr und des IRE 3760 um 15.57 Uhr einfach gestrichen wurden: Sie boten perfekte Anschlüsse zu den Regionalbahnen von und nach Zeulenroda, die immer noch um 9.51 Uhr bzw. 15.51 Uhr in Mehltheuer ankommen und 12 Minuten später zurückfahren. Heutzutage sieht man den RE nur noch "durchsausen" – wen wundert es da, dass immer mehr Bürger der Bahn den Rücken kehren ?

PRO BAHN fordert daher, dass auch die Zweigstrecken bei einem schlüssigen Gesamtkonzept für die Strecke Hof – Plauen berücksichtigt werden. Auf der Linie Mehltheuer – Zeulenroda – Weida – Gera kann damit hoffentlich der Personenverkehr langfristig gesichert werden. Auf der Strecke Schönberg – Schleiz muss es das kurzfristige Ziel sein, zumindest ein vertaktetes Angebot mit dem Bus zu erhalten. Für längerfristige Optionen sollte aber unbedingt auch die Schiene erhalten werden – nur dort sind attraktive Direktverbindungen über Plauen hinaus bis nach Zwickau denkbar.

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4. PRO BAHN–Vorschläge zum weiteren Streckenausbau

Seit der "Wende" 1989 wurden in die "Franken-Sachsen-Magistrale" über 900 Millionen Euro investiert. Angesichts des derzeit dürftigen Angebots fragt man sich allerdings, wo das ganze Geld geblieben ist. Viel wurde durch das Desaster mit den Diesel-ICEs der Baureihe 605 verschwendet, die mit viel Frust und Ärger zwischen 2001 und 2003 im Fahrgastbetrieb erprobt und schließlich von der Deutschen Bahn AG als nicht geeignet befunden wurden.

PRO BAHN fordert daher, bei den weiteren Ausbauten auf kostspielige Experi­mente zu verzichten und zu bewährten Standards zurückzukehren:

Der schon seit 15 Jahren immer wieder untersuchte "Vogtlandtunnel" zwischen Feilitzsch und Weischlitz parallel zur A 72 muss endlich gebaut werden. Er würde die Bahnstrecke zwischen Hof und Plauen von 48 auf 32 Kilometer verkürzen – die Fahrzeit für nonstop fahrende Züge könnte dadurch (auch ohne Neigetechnik) um fast die Hälfte auf eine Viertelstunde verkürzt werden. Auch der Nahverkehr würde durch den nur etwa 10 km langen Neubauabschnitt erheblich profitieren:

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Verfasst im Oktober 2006, Fortschreibung eines Konzeptes des Regionalverbandes Mittel- und Oberfranken aus dem Jahre 2003


*) Kommentar eines langjährigen Fahrgastes auf der Sachsenmagistrale:

Die Baureihe 605 hatte zwar am Anfang erhebliche "Kinderkrankheiten" (Ausfall der Neigetechnik wie auch bei den elektrischen Neigetechnik-ICEs), aber nach einiger Zeit liefen die 20 Triebzüge (von denen es ja nur noch 19 gibt) relativ problemlos. Im Winter kam es dann zu Ausfällen der Neigetechnik, weil die Drehgestelle zu sehr vereist waren.

Noch während der Einführung der ICE-TD wurde die Strecke Dresden - Nürnberg auf sächsischer Seite ausgebaut. Die Baustellen sorgten für entsprechende Langsamfahrstellen. Die Folgen für den Abschnitt Chemnitz - Dresden durch das Hochwasser 2002 sind bekannt: Die ICE fuhren nur bis Chemnitz, ab dort bestand Schienenersatzverkehr bis Dresden.

Die Baureihe 612 darf nun, im Gegensatz zur Baureihe 605, über eben diese ausgebaute Strecke fahren und damit auch den Fahrzeitgewinn erreichen.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2003 war zunächst verkündet worden, dass die ICE nun wieder durchgängig fahren und auch ein Zugpaar Görlitz - München eingerichtet wird. Eine Woche später wurde dann wieder zurückgerudert. Nun sprach man nur noch von der Baureihe 612, deren erster Fernverkehrseinsatz auch ein schlechtes Ende hatte.

Was aber wäre gewesen, wenn die ICE-TD über längere Zeit ohne Probleme über eine voll ausgebaute Strecke und ohne Hochwasser (das konnte allerdings niemand beeinflussen) im Einsatz gewesen wären? Das ganze Drama, das mit dem Fahrplanwechsel 2004 begann, wäre wohl nie gekommen.

Während die ICE-TD jahrelang vor der Öffentlichkeit versteckt wurden, konnten sie nicht zeigen, dass ein planmäßiger Betrieb mit ihnen wirklich möglich ist. Das einzige Problem, welches die ICE-TD haben, ist deren fehlende Wirtschaftlichkeit durch falsche Planung.

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Sachsen-Franken-Magistrale: Preisvergleich mit und ohne Fernverkehr

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