Fahrgast- und Umweltverbände, darunter PRO BAHN, beraten die Deutsche Bahn bei der künftigen Tarifgestaltung. In einer gemeinsamen Stellungnahme haben die Verbände PRO BAHN, VCD, BUND und DBV ihre Position dargelegt.
Das Preissystem soll einfacher werden, für die Verbindung zwischen zwei Orten soll ein relationsbezogener Grundpreis gelten.
Die BahnCard soll zwar billiger werden, dafür gibt es nur noch 25% Rabatt (BC25), der jedoch für alle Angebote gültig sein wird.
Fernreisende können durch Frühbucherrabatte einen deutlichen Preisvorteil erzielen. Dabei ist die Festlegung auf einen bestimmten Zug erforderlich, wie es testweise 1998 schon mit Pauschalangeboten praktiziert wurde und gegenwärtig mit Surf&Rail auf einer Reihe von Relationen angeboten wird.
Reisende mit BahnCard, die sich nicht auf einen bestimmten Zug festlegen können oder wollen, müssen mit eine Preiserhöhung von 50% rechnen, wenn es bei der geplanten BC25 bleibt.
Wesentliche Nachteile bringt das geplante Preissystem im Nah- und Regionalverkehr, vor allem außerhalb von Verkehrsverbünden. Da es hier keine Platzreservierung gibt, sind keine Frühbucherrabatte möglich. Zusammen mit der angekündigten Preiserhöhung von 3,8% müßten BahnCard-Nutzer etwa 55% mehr bezahlen als jetzt - für ein unverändertes Angebot.
Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert, weiterhin eine BahnCard mit 50% Rabatt anzubieten. Vorstellbar ist eine BahnCard Gold mit 50% Rabatt sowie eine BahnCard Standard mit 25% Rabatt. Eine Preiserhöhung von 55% für BahnCard-Nutzer im SPNV ist nicht hinnehmbar.
Beispiel:
Für eine Fahrt von Chemnitz nach Leipzig, die derzeit mit BahnCard 11,70 DM kostet (Normaltarif 23,40 DM), wären künftig mit BahnCard etwa 18,20 DM (Normaltarif 24,30 DM) zu zahlen.
Weitere Hintergrundinformationen sind nachzulesen auf der Website von PRO BAHN Südost-Oberbayern.
Letzte Änderung 3. Februar 2001, Stephan Boenigk