Veränderungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn will zum Fahrplanwechsel im Juni 2001 ihr Angebot im Fernverkehr "neu ausrichten". Das Konzept "MORA" (marktorientiertes Angebot) enthält vor allem Streichungen von Interregio-Linien. Als Ersatz bietet die DB zusätzliche Nahverkehrsleistungen an, über deren Bestellung die Länder entscheiden sollen.

Für Mitteldeutschland (Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen) sind folgende Pläne relevant:

Baden-Württemberg
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InterRegio-Zugpaar „Rennsteig“ Stuttgart – Würzburg – Erfurt entfällt.

Bayern
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Ein Zugpaar zwischen Würzburg und Erfurt, das als IR-Linie 24 firmiert, wird entfallen. Im Durchschnitt befinden sich in diesen beiden Zügen nur 58 Fahrgäste.
Ebenfalls aus dem Fahrplan genommen werden die vier Zugpaare der IR-Linie 25 von Oberstdorf über München und Regensburg nach Hof beziehungsweise Dresden. Die Deutsche Bahn könnte im Nordabschnitt zwischen Hof und Regensburg alternativ schnelle Regionalverkehre eventuell auch mit modernen Neigetechnikzügen anbieten. Reisende von Hof nach München können künftig mit dem Neigetechnik-ICE bis Nürnberg fahren und von dort nach Fertigstellung der Hochgeschwindigkeitsstrecke mit weiteren ICE-Zügen in die Landeshauptstadt eine wesentlich schnellere Verbindung vorfinden.
Im Südabschnitt zwischen München und dem Allgäu liegt die durchschnittliche Auslastung der Züge bei lediglich 74 Reisenden. Auch hier wäre eine Alternativangebot des Regionalverkehrs vorstellbar.
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Neu hinzukommen wird im nächsten Jahr die ICE-Linie 17. Mit Neigetechnik-ICE-Zügen wird die Deutsche Bahn dann zwischen Nürnberg, Hof und Dresden erstmals auch Bayreuth in das Fernverkehrsnetz einschließen.

Berlin / Brandenburg
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Die IR-Linie 16 (Amsterdam – Osnabrück – Hannover – Stendal – Berlin) bleibt im 2-Stunden-Takt bestehen.
Die IR-Linie 34 (Rostock – Neustrelitz – Berlin – Chemnitz), bisher im 2-Stunden-Takt, wird zwischen Berlin und Chemnitz mit täglich drei Zugpaaren im Fernverkehr angeboten. Für den nördlichen Abschnitt zwischen Berlin und Rostock sind die Gespräche noch nicht abgeschlossen.

Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern betrifft dies die InterRegio-Linien
IR 11 Rostock – Stralsund – Binz,
IR 34 Rostock – Berlin, IR 36 Binz – Stralsund – Pasewalk – Berlin und
IR 39 Lübeck – Bad Kleinen – Schwerin – Wittenberge – Stendal.
Die IR-Züge dieser Strecken werden vorrangig von Pendlern in einzelnen Abschnitten genutzt. Die Züge sind durchschnittlich mit 80 bis 110 Reisenden besetzt. Die geringste Nachfrage besteht für die im Abstand von vier Stunden verkehrenden IR-Züge der Linie IR 39. Für diese IR ist somit kein neues Angebot vorgesehen.

Sachsen
In Sachsen sind von der Reduzierung folgende Angebote betroffen:
IR-Linie 34 Berlin – Chemnitz: ersatzloser Ausfall von zwei der fünf Zugpaare;
IR-Linie 14 Cottbus – Görlitz: Entfall der zwei Zugpaare
IR-Linie 25 Hof-Bitterfeld – Berlin: ersatzloser Ausfall des einen Zugpaares
IR-Linie 20 (Erfurt) – Gößnitz – Chemnitz: ersatzloser Ausfall des einen Zugpaares pro Tag.

Mit den Aufgabenträgern für den Nahverkehr werden derzeit Gespräche über mögliche Alternativen zur Kompensation der betroffenen Leistungen geführt. Für einzelne Verbindungen will die Bahn auch in Sachsen einen Ersatz durch gleich- und höherwertige Nahverkehrsangebote unterbreiten.
Um die Ankunftspünktlichkeit des Fernverkehrs auf der Strecke Görlitz – Dresden zu verbessern, setzt die Deutsche Bahn ab 5. November einen zusätzlichen Zug ab Görlitz ein, der den mit großer Häufigkeit verspätet aus Warszawa/Krakow einlaufenden D 452/453 in dieser Morgenlage komplett ersetzen wird.

Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt betrifft dies die Abschnitte der InterRegio-Linien
Magdeburg – Stendal – (Lübeck) und
Magdeburg – Berlin.
Etwa 100 bzw. 150 Reisende nutzen zum Beispiel durchschnittlich den InterRegio (Lübeck) – Wittenberge – Stendal – Magdeburg oder Magdeburg – Berlin.

Thüringen
In Thüringen betrifft dies
die IR-Linie 20 im Streckenabschnitt Weimar – Chemnitz sowie
den IR 24 „Rennsteig“ im Abschnitt Erfurt – Mellrichstadt – (Würzburg).
Unverändert fahren die Interregios der Linie 20 im Abschnitt
Aachen/Düsseldorf – Kassel – Eisenach – Erfurt – Weimar.

Grund für den Wegfall auf den genannten Streckenabschnitten ist die mangelnde Kundenakzeptanz, so dass beispielsweise zwischen Weimar und Chemnitz durchschnittlich nur 70 Reisende den Zug mit einem Platzangebot von 572 Plätzen nutzen.
Derzeit erarbeitet die Deutsche Bahn ein Verkehrskonzept für die qualifizierte Anbindung Ostthüringens, insbesondere des Oberzentrums Gera, an das Netz und wird dieses Konzept noch im Herbst vorstellen.

(aus einer Pressemitteilung der DB AG - Umsetzung des Konzeptes MORA zum Juni 2001, Stand: 28.09.2000)


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Letzte Änderung 28. Oktober 2000, Stephan Boenigk