Schließung von Fahrkartenschaltern

Die Deutsche Bahn will etwa 250 bis 300 Fahrkartenausgaben schließen, da sie unrentabel seien. Die Rentabilitätsgrenze wurde von 1 Mio. DM Jahresumsatz auf 1,4 Mio. heraufgesetzt. Die DB AG setzt künftig verstärkt auf die Nutzung von Fahrkartenautomaten sowie auf das Internet. Analog zu den Post-Agenturen werden Kooperationspartner wie z.B. Einzelhändler in Bahnhofsnähe gesucht.

In Sachsen ist z.B. Reichenbach (Vogtl.) - neben Plauen eine der beiden letzten Fahrkartenausgaben im Vogtland - von der Schließung bedroht.

Nach Auffassung des Fahrgastverbandes PRO BAHN ist der Fahrkartenverkauf beim Bäcker oder am Zeitungskiosk keine Lösung. Auch Reisebüros können nicht alles anbieten. Sie bekommen zwar von der DB eine Provision für verkaufte Fahrkarten, jedoch nichts für eine umfassende Beratung. Die Bereitschaft, Automaten und elektronischer Medien zu nutzen, wird oft überschätzt.

Die in letzter Zeit fast überall aufgestellten Fernverkehrsautomaten haben den Nachteil, daß immer eine konkrete Verbindung ausgewählt werden muß. Beim derzeitigen Preissystem ist es möglich, daß bei Auswahl der falschen (billigeren) Verbindung im Zug ein Aufpreis zu zahlen ist. Außerdem nehmen die Fernverkehrsautomaten nicht alle gültigen Zahlungsmittel an, man kann nur bargeldlos mit EC-Karte oder Kreditkarte bezahlen.

Zu den geplanten Schalterschließungen hat PRO BAHN Bayern eine Pressemitteilung herausgegeben.


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Letzte Änderung 3. Februar 2001, Stephan Boenigk