Sanierung Erzgebirgsstrecken

Am 26. April unterzeichneten Hartmut Mehdorn, Vorstandschef der Deutschen Bahn AG, Sachsens Wirtschaftsminister Kajo Schommer und Peter Seifert, Vorsitzender des Zweckverbandes Verkehrsverband Mittelsachsen zusammen mit dem Leiter der künftigen Erzgebirgsbahn, Lutz Mehlhorn, zwei Vorverträge für Infrastruktur und Betrieb des Regionalnetzes.

Zur Erzgebirgsbahn gehören folgende Strecken:
   Chemnitz - Aue
   Zwickau - Johanngeorgenstadt
   Flöha - Pockau-Lengefeld - Neuhausen
   Flöha - Annaberg - Bärenstein

Diese Strecken werden für 229 Millionen Mark grundhaft saniert und betrieben. Dazu werden zwei Tochterunternehmen der Deutschen Bahn gegründet: ein Infrastrukturunternehmen, das für die Sanierung und Instandhaltung zuständig sein wird, und eine Verkehrsunternehmen, das die Strecken befahren wird.

Die Planungen sollen noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden, um im Frühjahr 2002 mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Während der Sanierung wird Schienenersatzverkehr gefahren. Auf einigen Streckenabschnitten werden bereits in diesem Jahr die Bauarbeiten beginnen.

Es wird eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h angestrebt. Der Einsatz moderner Leichttriebwagen der Baureihe 642 ist geplant. Von Montag bis Freitag ist ein Stundentakt, an Wochenenden mindestens ein Zweistundentakt vorgesehen.

Die von der Flöhatalbahn abzweigende Strecke nach Marienberg und ihre Fortführung nach Reitzenhain werden derzeit einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen.

Für die Strecke Schwarzenberg - Annaberg laufen Verhandlungen mit privaten Bahnbetreibern zur Übernahme.

Die Strecken Chemnitz - Aue und Flöha - Bärenstein sollen ab Anfang 2005 befahrbar sein, die beiden anderen erst 2006. Der Verkehrsverbund Mittelsachsen, der den SPNV bestellt, kann laut Betriebsvereinbarung der Betreibergesellschaft die Lizenz entziehen, falls sich die Strecken nicht bis 2006 in dem vereinbarten Zustand befinden. Damit soll sichergestellt werden, daß sich die DB AG nicht durch Verzögerungen der Verantwortung entzieht.

Die Kosten der Sanierung trägt zu 70 Prozent der Freistaat, fünf der mittelsächsische Verkehrsverbund, zehn Prozent die Deutsche Bahn und die restlichen 15 Prozent der Bund aus Fördertöpfen zur Beseitigung von DDR-Altlasten.

Der Geschäftsführer der Freiberger Eisenbahn, Michael Engelhardt bemängelte die fehlende Ausschreibung der Strecken. Engelhardt: "Sachsens Wirtschaftsminister Schommer plädiert überall für den Wettbewerb auf der Schiene, hier aber nicht. (...) Außerdem behaupte ich, daß wir die Strecke schneller sanieren könnten." Nach Aussage Engelhardts interessiert sich die Muttergesellschaft der Freiberger Eisenbahn auch für die Flöhatalbahn nach Neuhausen.

Quellen:

  • Freie Presse Chemnitz
  • Sächsische Zeitung
  • Lausitzer Rundschau
  • Newsgroup de.etc.bahn.eisenbahn


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    Letzte Änderung 28. April 2001, Stephan Boenigk