Ab 1.1.2003 erhebt DB Netz z.T. erhebliche Aufschläge auf die für jede Zugfahrt auf dem Netz der Deutschen Bahn zu zahlenden Trassengebühren. Besonders betroffen von den so genannten Regionalfaktoren sind Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Ein Regionalfaktor von 1,75 bedeutet, dass auf den bisherigen Trassenpreis von z.B. 4 Euro je Zugkm 75% aufgeschlagen werden, der Trassenpreis also auf 7 Euro je Zugkm steigt. Für eine Strecke von 30 km können so Mehrkosten von 0,5 bis 1 Mio. Euro pro Jahr entstehen.
Für mehrere Strecken in Sachsen-Anhalt bedeutet die Einführung der Regionalfaktoren offensichtlich das Aus. Auch wenn das nicht der alleinige Grund für die geplanzen Abbestellungen ist, war es möglicherweise der entscheidende Anlass.
Verkehrspolitische Konsequenzen:
Die Strecke Freiberg - Holzhau in Sachsen hat die RP-Eisenbahn langfristig von DB Netz gepachtet. Dadurch kann die RP-Eisenbahn eigenverantwortlich für den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur sorgen. Die auf den Gleisen fahrende Freiberger Eisenbahn ist nicht von höheren Trassenpreisen durch Regionalfaktoren betroffen.
Regionalfaktoren Sachsen-Anhalt:
Regionalfaktoren Sachsen:
In Sachsen fallen durch die Regionalfaktoren Mehrkosten von 31,8 Mio. Euro an. Das teilte die Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Katja Kipping im Landtag mit.
Die Mehrkosten in Sachsen-Anhalt liegen schätzungsweise in der Größenordnung um 15 Mio. Euro pro Jahr.
(9. Juli 2002)
Abbestellungen in Sachsen-Anhalt: Informationen zu den Strecken