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Nah- und Fernverkehr zwischen München und Salzburg

Meridian München – Rosenheim – Salzburg

Seit Mitte Dezember 2013 verkehrt der Meridian unter anderem auf der Strecke München – Rosenheim – Salzburg. Die Kozeption greift viele der schon lange erhobenen Forderungen von PRO BAHN auf, die Umsetzung in der Praxis hat dennoch für unzählige negative Schlagzeilen gesorgt.

Jetzt, vier Monate nach dem pannenbehafteten Start, sind so manche Anfangsschwierigkeiten behoben, das Angebot ist noch lange nicht zufriedenstellend. Nach wie vor sind nicht alle bestellten Züge ausgeliefert. Für die notwendige Dreifachtraktion fehlt die Genehmigung, entsprechende Versuchsfahrten werden derzeit erst durchgeführt. Dementsprechend voll sind in den Hauptverkehrszeiten manche Züge. Überfüllungen wie beim Chiemsee-Reggae oder beim Oktoberfest treten manchmal ohne erkennbaren Anlaß auf. Die bereits im Einsatz befindlichen Züge sind mit ihrer engen Bestuhlung, den unbeuemen Sitzen und dem fehlenden Platz für Gepäck eine Zumutung für die Fahrgäste.

Bei aller berechtigten Kritik, die Ausweitung des Abendverkehrs in Richtung München ist eine spürbare Verbesserung für die gesamte Region. Bei diesen schwächer besetzten Zügen fallen die Mängel bei der Inneneinrichtung nicht so auf. Bis Dezember 2013 wurden diese schon lange gewünschten Fahrten überhaupt nicht angeboten, also ist das jetzige Angebot ein deutlicher Fortschritt.

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Funktion der Bahnstrecke München – Rosenheim – Salzburg

Diese Bahnstrecke ist eine wichtige Achse für den Nah- und Fernverkehr auf der Schiene. Im Rahmen seiner Aufgaben nimmt der Fahrgastverband PRO BAHN zur Verkehrspolitik allgemein und zur Situation auf einzelnen Bahnstrecken Stellung. Der Arbeitskreis Bad Endorf - Obing betreut hierbei den Streckenabschnitt Rosenheim – Salzburg. Dieser dient überregional:

Der durchlaufende Verkehr wird von der Wohnbevölkerung in erster Linie als Lärmbelastung wahrgenommen. Gleichzeitig stehen die Gleise nicht im eigentlich notwendigen Umfang für den Verkehr zur Verfügung, den die Region braucht. Dies ist neben einem nur noch geringen lokalen Güterverkehr vor allem der Personenverkehr, und zwar:

Bei den überregionalen Verbindungen ist lediglich für den Bahnhof Prien das Angebot als ausreichend zu betrachten. Bei den regionalen Verbindungen wird die Qualität und das Angebot am späteren Abend als nicht immer ausreichend empfunden.

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Zwanzig Jahre im Dienst der Fahrgäste

Seit über zwanzig Jahren beteiligt sich der Fahrgastverband PRO BAHN mit der Kreisgruppe Rosenheim und dem Arbeitskreis Bad Endorf - Obing an den Diskussionen über den Verkehr auf der Strecke Rosenheim – Salzburg.

Dabei mußten und müssen zwischen den berechtigten Wünschen der Fahrgäste und den so genannten "betrieblichen Notwendigkeiten" immer wieder Kompromisse geschlossen werden. Manche Verbesserung wurde erreicht, manche Verschlechterung konnte durch konstruktive Vorschläge verhindert oder abgemildert werden. Die eine oder andere "betriebliche Notwendigkeit" konnte auch ausgeräumt werden.

Insgesamt ist die Bilanz positiv. Im Vergleich zur Verkehrsbedienung vor zwanzig Jahren gibt es:

Als Wünsche sind derzeit offen:

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Wo liegt das Problem?

Kapazität der Strecke

Die mangelnde Kapazität der Strecke wurde bereits angesprochen. So genannte Trassenkollisionen erschweren die Fahrplangestaltung. Darüberhinaus wurde durch Baumaßmahmen die Kapazität der Strecke laufend verändert und insgesamt reduziert.

Immer wieder wurden einzelne Überholgleise ausgebaut, damit kann auf Störungen im Betrieb nicht mehr flexibel reagiert werden. Sichtbar wird dies für die Fahrgäste durch immer wieder auftretende Verspätungen und den zunehmenden Ersatzverkehr mit Bussen, wenn auf der Strecke gebaut werden muß.

Besonders drastisch wurde die Kapazität im Zusammenhang mit der Erneuerung der Signaltechnik reduziert. Sie sollte Verbesserungen bringen, hat sich aber gegenteilig ausgewirkt. Die Anfrage von PRO BAHN an die zuständigen Stellen, warum solche Maßnahmen ohne Planfeststellung genehmigt werden, blieb unbeantwortet. Wenigstens wurden zwischenzeitlich besonders gravierende Verschlechterungen im Bahnhof Rosenheim auf Drängen von PRO BAHN beseitigt, doch bleibt der Zustand der Strecke insgesamt unbefriedigend.

Die Strecke wird seit dem Umbau ferngesteuert, aber nicht alle hierfür verantwortlichen Bediensteten scheinen die Strecke gut genug zu kennen. Für die Fahrgäste wird dies bei falschen Lautsprecherdurchsagen offensichtlich. Weniger auffällig aber schwerwiegender sind Hilflosigkeit und falsche Entscheidungen bei Betriebsstörungen. Die Fahrdienstleiter vor Ort reagierten meist flexibler. Dies führt in der Praxis zu einer weiteren Reduzierung der Streckenkapazität.

Im letzten Jahr wurde durch notwendige Baumaßnahmen die Streckenkapazität noch weiter eingeschränkt. Für die Fahrgäste bedeutete das Verspätungen und häufiger Schienenersatzverkehr. Teilweise drängte sich der Eindruck auf, daß die billigste und nicht die beste Lösung für den Verkehr während der Baumaßnahmen gesucht wurde.

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Organisation von Nah- und Fernverkehr

Der Nah- und der Fernverkehr auf der Schiene ist in Deutschland völlig unterschiedlich organisiert: Der Fernverkehr wird von den Verkehrsunternehmen eigenwirtschaftlich angeboten. Für den Nahverkehr sind die Bundesländer oder von ihnen beauftragte kommunale Körperschaften zuständig. Sie bestellen und bezahlen die Infrastrukturleistung "regionale Mobilität". Das führt zu Problemen:

Selbst wenn keine Trassenkollisionen vorliegen, fehlen eigentlich notwendige Zugverbindungen in den Tagesrandzeiten. Ursache hierfür ist die Deckelung der Nahverkehrsmittel im Freistaat. Es können nicht alle Züge bestellt werden, die ein aus Fahrgastsicht ausreichendes Angebot darstellen würden.

Nah- und Fernverkehr auf der Schiene sind nur ungenügend aufeinander abgestimmt. Folge sind schlechte Anschlüsse und lange Umsteigezeiten sowie immer wieder grundlegende und eigentlich unnötige Veränderungen im Nahverkehrsangebot, weil Veräderungen im Fernverkehr zu Anpassungsmaßnahmen im Nahverkehr zwingen.

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Forderungen

PRO BAHN fordert ein Gesamtverkehrskonzept, aus dem die notwendigen Baumaßnahmen abgeleitet werden anstelle des in den letzten Jahrzehnten praktizierten punktuellen Ausbaus, der allzuoft vor allem ein Rückbau war. Diese Forderung gilt nicht nur für die Strecke Rosenheim – Salzburg, sondern überall.

PRO BAHN fordert als weitere Verbesserung einen echten Taktverkehr auf der Strecke. Der derzeitige Fast-Taktverkehr ist als Zwischenschritt eine erste Verbesserung gegenüber dem bisherigen "ein Zug in jeder Stunde".

PRO BAHN fordert ein verbessertes Angebot am Abend, insbesondere auch in der Richtung nach München.

PRO BAHN fordert eine bessere Abstimmung von Nah- und Fernverkehr im Knotenbahnhof Rosenheim. Die heutigen langen Umsteigezeiten sind für Wohnbevölkerung und Feriengäste nicht sonderlich attraktiv.

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Fahrplanwechsel

Alle Jahre wieder: mit dem Fahrplanwechsel ändert sich manches. Insgesamt ist in den letzten Jahren ein Trend zum Besseren erkennbar, auch wenn es immer wieder Rückschritte gibt.

Zu den Fahrplanwechseln im Dezember 2010, 2011 und 2012 hat sich eigentlich nichts geändert. "Eigentlich" bedeutet jede Menge Ärger in der Praxis. Denn die Strecke wird grundlegend saniert. Zu Zeiten der alten Behördenbahn gingen solche Arbeiten meist ohne Einschränkungen für die Fahrgäste vonstatten. Jetzt wird effizient gearbeitet, das bedeutet jede Menge kurzfristige Änderungen im Fahrplan. Ausfall von Zügen, abweichende Verkehrszeiten und Fahrzeitverlängerungen sorgen für Abwechslung. Derzeit hat sich die Situation etwas beruhigt, aber die Bauarbeiten gehen noch länger weiter. Fahrgäste sind gut beraten, sich vor Fahrtantritt über mögliche aktuelle Änderungen zu informieren.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 verkehrt das Grundangebot des Regionalverkehrs zwischen Rosenheim und Salzburg im Stundentakt. Verbleibende Abweichungen werden künftig hoffentlich noch beseitigt. Zwischen Rosenheim und München gibt es weiterhin kein Taktangebot: Die jeweils zur halben Stunde in Rosenheim abfahrenden Regionalzüge nach München halten teilweise dreimal an den Unterwegsbahnhöfen zwischen Rosenheim und Grafing, teilweise fahren sie durch.

Die Ankunftszeiten in München differieren deshalb um knapp zwhn Minuten. Gäbe es keine Ausnahmen, würde wenigstens ein noch halbwegs merkbarer überlappender Zweistundentakt angeboten, so aber bleibt das Angebot taktlos. (Lesen Sie mehr über die Folgen ...)

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wurde das Anfang des Jahres gegebene Versprechen eingelöst und ein weiterer Spätzug eingeführt. Er bedient die Strecke Aschau Rosenheim und stellt in Prien den Anschluß für den aus Salzburg kommenden Zug her. Damit gibt es erstmals an allen Tagen eine Spätverbindung von Salzburg nach Rosenheim. Für die Fremdenverkehrsregion "westlicher Chiemgau" ist das eine deutliche Verbesserung.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2007 wurde die seit 2005 bestehende und von vielen als schmerzhaft empfundene Angebotslücke an fünf von sieben Tagen, die fehlende Verbindung aus München mit Abfahrt etwa um Mitternacht, wieder geschlossen. Wie von PRO BAHN angeregt, wird hierfür ab Rosenheim ein kleinerer und damit kostengünstigerer Zug eingesetzt. Die bis zum Fahrplanwechsel bestehende Trassenkollision wurde aufgelöst, ab Dezember 2007 ist das Angebot aus München wieder komplett. Gleichzeitig wurde eine neue tägliche Spätverbindung von Salzburg nach Aschau geschaffen. Dies ist für die wichtige Fremdenverkehrsregion "östlicher Chiemgau" eine wesentliche Stärung der Wettbewerbsfähigkeit im nachhaltigen Tourismus. Leider entfielen gleichzeitig sowohl die seit Jahren bestehende Spätverbindung aus Salzburg über Prien hinaus nach Rosenheim am Samstag als auch der neue Zug am Freitag. Eine Verbesserung wurde in Aussicht gestellt.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 blieb das Problem der Spätverbindung aus München ungelöst, eine Verbesserung wurde für 2007 angekündigt. Der am Samstag verkehrende Spätzug aus Salzburg wurde auch am Freitag angeboten. Dies war ein erster Schritt zur Realisierung der Anregung von PRO BAHN, den Spätzug aus Salzburg täglich anzubieten.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2005 wurde der Spätzug aus München an fünf von sieben Tagen nur noch bis Rosenheim geführt. Für die Fahrgäste östlich des Inns waren damit die kulturellen Angebote in München nicht mehr erreichbar. Pendler mit Schichtarbeit waren gezwungen das Auto zu benutzen, wenn sie in der Spätschicht arbeiten mußten. PRO BAHN hat gegen diese Verschlechterung heftig protestiert und in Gesprächen nach Lösungen gesucht.

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